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#201 30.03.2017, 09:17
Part-Time Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
Ich sehe es sehr ähnlich wie du, was du oben schon geschrieben hast.

Zitat von Aldridge:
Was die Menschen in der Stadt angeht, könnte man wiederum argumentieren, dass die sich auch mit Medikamenten vollpumpen, um den Infektionen der Mitmenschen und der Klima-Anlage im Büro zu entgehen. Und dass nicht wenige sogar zum Psychiater gehen - was es "früher auf dem Land" natürlich eher selten gegeben hat. Die Menge der körperlich hart Arbeitenden wiederum dürfte sich inzwischen so weit verringert haben, dass eine Massentierhaltung in den heutigen Ausmaßen nicht unbedingt mehr gerechtfertigt ist. Natürlich wollen irgendwelche Bauarbeiter und Bauern "was Ordentliches" auf den Tisch. Aber wir leben ja in einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft, da ist der Energiebedarf des Einzelnen nicht so hoch, dass der jeden Tag Schnitzel und Wurst braucht.

Und siehe, so das Argument gegen die kranken Städter, obwohl es den Menschen in den Städten so schlecht geht, wollen alle hin. Ich finde, dass der Vergleich hinkt. Massentierhalting ist eher wie ein Flüchtlingslager. Aber wir Menschen, wieder so ein Argument, sollten sowieso nicht unsere Bedürfnisse, zum Bleistift nach Platz, auf die Tiere projizieren. Dabei ist der verwandte Züchter so weit ich das beurteilen kann einer der sehr guten, Hxgiene hat hohen Stellenwert, nimmt an Initiativen zum Tierwohl teil, lässt jeden mit Interesse in seinen Stall, etc.

Wenn weniger Fleisch produziert wird, wird es nicht billiger werden für die, die was "Ordentliches" auf dem Teller wollen oder brauchen. Für die CSU hier in Bayern ist das ein großer Teil der ländlichen Stammwählerschaft. Bleibt abzuwarten, wie sich die Gesellschaft weiter verändert.
Now, if that's a fact, tell me, am I lying?
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#202 30.03.2017, 09:37
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
Naja, was die Städte angeht - es gibt solche und solche. Es wollen viele in die Stadt, weil dort die Infrastruktur gut ist und auch was zu erleben ist. Im Gegenzug gibt es auf dem Land genug Orte, wo man nicht tot über dem Zaun hängen will. Ich würde zum Beispiel nie ins Münsterland ziehen - bei Land und Leuten bräuchte ich dann wirklich irgendwann einen Psychiater. Zwinkernder Smiley Aber es gibt ja eben so einen Gegentrend, dass wieder viele Leute bewusst ins Grüne ziehen und eben nicht in die Städte.

Ich finde, Fleisch muss auch nicht billiger werden, es sollte tatsächlich teurer werden. Dann würden die Leute das auch bewusster essen und wir hätten als netten Nebeneffekt vielleicht noch sinkende Kosten im Gesundheitssystem. Billigfleisch vom Lidl für einen Euro haut sich natürlich jeder pfundweise rein, weil es nicht wehtut. Doofer Vergleich, aber wenn der Kilo Spargel einen Euro kosten würde, wäre es auch nichts Besonderes mehr...

Abgesehen davon würde ich nun nicht so weit gehen zu sagen, dass die Tiere in Massenhaltung glücklicher sind. Die Bilder sprechen da ja für sich und sind schlecht wegzudiskutieren. Hinzu kommt ja, dass auf das Tier im Einzelnen gar nicht eingegangen wird. Da ist ein Huhn krank? Ok, Rübe ab, her mit dem nächsten. Weil es sich nicht anders rechnet.
 

#203 30.03.2017, 09:42
Pascal Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
@Part-Time: Lass mich raten: nach seiner Logik leben Menschen in Städten, weil sie ansonsten Angst vor Füchsen hätten...

neee, Leute mit solchen Argumentationsketten kenne ich. Da macht ein Gespräch auch garkeinen Sinn, da zu einem die eigenen - teilweise sehr obskuren - Argumente willkürlch aus dem Hut gezaubert werden und zudem garkein Interesse daran besteht, Gründe für eine andere Sichtweise überhaupt zu hören. Diese Zeit für ein "Gespräch" kann an sich also getrost sparen.

Zitat von Aldritsch:
Naja, du versuchst es schon rationaler zu sehen. Massentierhaltung = nicht optimal, ist aber so.

Ich habe hier nochmal nachgedacht, wiie Du das gemeint haben könntest. Wenn die Aussage ist "Das ist der aktuelle Status.", stimme ich Dir zu. Wenn Du aber meintest "Daran wird sich nichts ändern.", möchte ich gerne widersprechen.

Zitat von Aldritsch:
Massentierhaltung = Ergebnis des übermäßigen Konsums. Also könnte der Verbraucher, wenn er denn wollte, den Markt steuern.

Ich weiß nicht mehr, wer es war. Aber vor zwei Jahren oder so hatte der Focus oder der Stern einen schönen Schwerpunkt zum Thema Fleisch und dort auch kenntlich gemacht, wie sehr der Verbrauch gezielt von Fleisch im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gestiegen ist.

Ich denke nicht, dass der Kunde den Markt der Massentierhaltung in messbarerer Größenordnung durch die Menge seines Fleischkonsums beeinflussen wird. Viel wichtiger scheint mir hingegen der Wechsel auf alternative Anbieter.

meine Argumente:
1.) Die Quantität (also wieviel wir essen) des eingekauften Produktes steht in keinem direktem Zusammenhang mit der Qualität (also Haltungsart) - ist halt was anderes.
2.) Wenn Du den Verbrauch deiner Mitmenschen ändern willst, musst Du Alternativen anbieten, z.B. teures Öko-Fleisch, preisgünstige Insekten oder sensorisch befriedigende vegetarische Produkte
3.) Auch wenn der Fleischverbrauch in den letzten 70 Jahren hier in Mitteleuropa ständig gewachsen ist, kann man nicht von übermäßigem Konsum sprechen, wenn der Durchschnitt der letzten 20.000 Jahre dem klar widerspricht.

Ansonsten stimme ich hier Part-Time auf ganzer Linie zu. Thumbs up
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#204 30.03.2017, 10:09
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
Zitat von Pascal:
Ich habe hier nochmal nachgedacht, wiie Du das gemeint haben könntest. Wenn die Aussage ist "Das ist der aktuelle Status.", stimme ich Dir zu. Wenn Du aber meintest "Daran wird sich nichts ändern.", möchte ich gerne widersprechen.

Ne, habe ich nie behauptet. Die "Daran wird sich nie was ändern"-Argumente überlasse ich illusionslosen 55-jährigen AfD-Wählern. Zwinkernder Smiley Wäre schön, WENN sich was ändert.

Zitat von Pascal:
Ich denke nicht, dass der Kunde den Markt der Massentierhaltung in messbarerer Größenordnung durch die Menge seines Fleischkonsums beeinflussen wird. Viel wichtiger scheint mir hingegen der Wechsel auf alternative Anbieter.

meine Argumente:
1.) Die Quantität (also wieviel wir essen) des eingekauften Produktes steht in keinem direktem Zusammenhang mit der Qualität (also Haltungsart) - ist halt was anderes.
2.) Wenn Du den Verbrauch deiner Mitmenschen ändern willst, musst Du Alternativen anbieten, z.B. teures Öko-Fleisch, preisgünstige Insekten oder sensorisch befriedigende vegetarische Produkte
3.) Auch wenn der Fleischverbrauch in den letzten 70 Jahren hier in Mitteleuropa ständig gewachsen ist, kann man nicht von übermäßigem Konsum sprechen, wenn der Durchschnitt der letzten 20.000 Jahre dem klar widerspricht.

Ich sehe da keinen Widerspruch zu dem, was ich gesagt habe. Bei der Menge wäre ich aber vorsichtig: Es muss einen Grund geben für Massentierhaltung. Irgendwer muss dieses Fleisch auch verbrauchen, es wird ja nicht zum Spaß produziert.

Was die Alternativen angeht: Es gibt sie. Insekten sind da eher abwegiger, aber es gibt alles, was es aus Fleisch gibt, inzwischen auch vegetarisch und vegan. Ich mache da den Anfang mit Aufschnitt, der "sensorisch" genauso schmeckt und sich anfühlt.

Und vor 20.000 Jahren gab es ein oder zwei Menschen weniger, habe ich gehört... Die mussten dann auch nicht einfach in den Supermarkt gehen, wenn sie Fleisch wollten. Zwinkernder Smiley

Ach, hier noch ein Artikel zum Thema aus dem vergangenen Jahr. Dort steht:

Zitat:
Mehr als 80 Prozent der Deutschen sind laut einer aktuellen Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft BMEL bereit, höhere Preise für Fleisch und Wurst zu zahlen, wenn sie dadurch zu besseren Haltungsbedingungen der Tiere beitragen können.

Theoretisch. Denn obwohl das meiste davon aus Massentierhaltung stammt, schränken die Deutschen ihren Fleischkonsum nicht ein. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes ist die Fleischnachfrage in 2015 erneut leicht angestiegen. Vor allem die Nachfrage nach Geflügel-, Rind- und Lammfleisch hat laut Schätzungen Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

[...]

Die Bundesregierung versucht, die Bürger zur Mäßigung anzuhalten. Die Ernährungskampagne „In Form“ rät: „Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung sollten Sie nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen.“ Das entspricht einer Jahresmenge zwischen 15 und 31 Kilogramm.

https://www.welt.de/...rvers.html
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#205 30.03.2017, 10:27
Pascal Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
Zitat von Aldridge:
Ich sehe da keinen Widerspruch zu dem, was ich gesagt habe.

ich auch nich, aber eine andere Sichtweise. Dein Fokus liegt (soweit ich verstanden habe) auf der Menge des konsumerten Fleisches. Wärenddessen sehe ich hauptsächlich die Verantwortung beim Käufer darin, sich bei alternativen Anbiettern umzusehen. Alternativ hätte ich es gerne, wenn der Gesetzgeber die Massentierhaltung mehr regulieren würde.

Bei der Menge wäre ich aber vorsichtig: Es muss einen Grund geben für Massentierhaltung. Irgendwer muss dieses Fleisch auch verbrauchen, es wird ja nicht zum Spaß produziert.

Zitat von Aldridge:
Insekten sind da eher abwegiger,

Warum dass denn? Ich persönlch fnde die z.B. als Hamburger oder Brotbelag sehr lecker.

Zitat von Aldridge:
Und vor 20.000 Jahren gab es ein oder zwei Menschen weniger, habe ich gehört...

Aber dass ich den Pro-Kopf-Verbrauch gemeint habe, ist klar, oder?

Zitat von Aldridge:
Die mussten dann auch nicht einfach in den Supermarkt gehen, wenn sie Fleisch wollten. Zwinkernder Smiley

Egal wann und wo; man bevorzugt normalerweise Nahrungsquellen de leicht anzapfbar sind. Was hat sich also zwischenzeitlich geändert? Auf jeden Fall nicht, we gut man Fleisch als maßgebliche Nahrung verträgt.
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#206 30.03.2017, 10:30
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
Zu 1 - Ich glaube, das kommt aufs Gleiche raus. Hat aber auch mit dem Angebot zu tun. Sich beim Lidl eben ne Grillschnecke für 1,50 Euro aus dem Kühlregal zu ziehen, ist für viele schlicht einfacher, als rüber zum Edeka zu gehen und nach vegetarischem Aufschnitt zu schauen.

Zu 2 - Ich denke mal, die Hemmschwelle ist bei vielen, mir inklusive, ganz einfach größer, in etwas zu beißen, das sonst auf 6 Beinen hinter dem Schrank langläuft, und nicht etwas zu nutzen, das schlicht aus Eiweiß hergestellt wird.

Zu 3 - Darauf bin ich doch schon eingegangen: Die "Betätigung" des Einzelnen war in früheren Gesellschafts- und Vorgesellschaftsformen eine andere. Und Massentierhaltung gab es damals eh noch nicht.

Zu 4 - Siehe 1.
 

#207 20.11.2020, 12:32
Tamanosuke Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
Topfenweckerl (dt. Quarkbrötchen)

Zutaten für 8 Stück:

300g Mehl (Weizen Typ 405 / öst. Universal)
150g Topfen (Quark, Vollfett)
1x Packung Backpulver
1x Ei
7 EL Milch
6 EL Sonnenblumenöl
1 TL Salz

Das Mehl in eine Schüssel geben.
Dann Topfen, Backpulver, Ei, Milch, Öl und Salz dazu geben.
Anschließend alles zu einem glatten Teig kneten.
Aus dem Teig ca. 8 gleichgroße Weckerl formen und danach einschneiden.
Backofen auf 200°C Umluft vorheizen. Danach auf 180°C zurückdrehen und die Weckerl auf ein Backblech mit Backpapier legen.
In etwa 30 Minuten backen lassen bis sie goldbraun sind.
Auch unsere moderne Zeit ist voller Mysterien..und eins davon bin ich.
 

#208 20.11.2020, 13:09
Kukulcan Abwesend
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Betreff: Re: Der Küchenthread
Zitat von Pascal:
Ich hätte da noch eine Möglchkeit, die Massentierhaltung zu verringern: viel mehr Insekten essen.

Insekten brauchen keinen großen Aufwand für artgerechte Haltung, haben eine bessere CO2-Billanz als Wirbeltiere und schmecken nicht schlechter als das oben angesprochene Geflügel.

Finde ich absolut super, aber wenn man schaut, was Lebensmittel aus Insekten kosten, dann kann man es völlig vergessen, dass das in naher Zukunft eine Alternative für eine große Anzahl Menschen wird.

Beim Fleischersatz aus Bohnen oder Soja ist das leider nicht anders. Da wird Werbung damit gemacht, dass nur - grob überschlagen ein Zehntel - der Resourcen benötigt wird wie für Fleisch, aber der Preis ist doppelt so hoch. Das hat zumindest den Vorteil, dass die Unternehmen ein Vermögen in die Werbung investieren können und Fleischersatz "in aller Munde" ist.
 

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