Fabilousfab
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe
Spoiler:
Im Spiel
Im Spiel ist der Ort Paratoari einer von 17 Statuen, and denen die Statuen gefunden wurden, die die Steine beinhalten
Realität
Die 'Pyramiden von Muribeca' (Paratoari, Peru)

...von Menschen geschaffen oder eine natürliche Sandsteinformation?
Viele der rund um unseren Globus verstreuten, rätselhaften Strukturen, die möglicherweise monumentale Relikte längst vergessener oder nur durch Mythen und Legenden in Erinnerung gebliebener Uralt-Kulturen darstellen, sind naturgemäß umstritten. Zu ihnen gehören die so genannten Pyramiden von Muribeca (auch als Paratoari bekannt) in Peru.
Über ihre Entdeckung Mitte der 1970er Jahre schreibt der Grenzwissenschafts-Autor Rick Richards: "Am 30. Dezember 1975 wurde ein Foto vom Landsat II-Satelliten aufgenommen, welches acht symmetrische Strukturen am Rande des Amazonas-Dschungels zeigt. Diese Pyramiden sind nur wenig kleiner als die Große Pyramide Ägyptens!" Wie ein aktuelleres und detaillierteres Satelliten-Bild deutlich macht, handelt es sich sogar um insgesamt neun pyramidenartige Erhebungen, denn ein weiteres, noch größeres Exemplar befindet sich augenscheinlich ganz in der Nähe, im Westen der 'Pyramiden-Allee'.
Schon bald nach der 1976 erfolgten Veröffentlichung des ersten Satelliten-Bilds der Struktur, die in einem schwer zugänglichen Gebiet des heutigen Nationalparks Manú liegt und in den 1970er und 1980er Jahren wiederholt von Aufklärungs-Flugzeugen gesichtet wurde, begannen vereinzelte Spekulationen über einen ägyptischen, atlantischen oder sogar außerirdischen Ursprung der Anlage. Größere Aufmerksamkeit erlangten die Pyramiden von Muribeca - zumindest in Lateinamerika - im Jahr darauf durch eine Reihe von Artikeln einer Autorin namens Ursula Thiermann, die in drei Ausgaben der Zeitschrift "South American Explorer" (eine Publikation des South American Explorers Club) erschien und eine geologische Erklärung des Phänomens nahelegte.
Immerhin dauerte es lt. Wikipedia ca. 20 Jahre - genauer gesagt bis zum August 1996 - bis eine Expedition vor Ort Untersuchungen an den 'Pyramiden von Muribeca' vornahm. Damals "waren der in Boston ansässige Forscher Gregory Deyermenjian vom Explorers Club zusammen mit seinen peruanischen Partnern die ersten, die eine Erkundung vor Ort vornahmen. Ihre Untersuchung identifizierte Paratoari als natürliche Sandsteinformationen, nicht so symmetrisch in der Platzierung oder in der Größe, wie es ihr Bild auf der Satellitenfotografie vermuten lässt, und ohne Anzeichen für den Einfluss einer antiken Kultur."
Ohne vorschnell einen natürlichen Ursprung der Paratoari völlig ausschließen zu wollen, möchte der Verfasser hierzu bemerken: Vom Boden aus lässt sich die Symmetrie derart vom Dschungel überwucherten Formationen, wie es die 'Pyramiden von Muribeca' sind, nicht ohne massive Rodungen und intensive geodatische Landvermessung keineswegs so gut erfassen, wie dies mittels moderner Satelliten-Technik möglich ist. Auch die Frage, ob Paratoari selber natürlichen oder künstlichen Ursprungs sind, lässt sich letztlich nur im Rahmen zeitaufwendiger Feldforschung lösen.
In der englischsprachigen Wikipedia gehen die beteiligten Autoren jedenfalls ohne Wenn und Aber davon aus, dass der Komplex von Paratoari auf ganz und gar natürliche Weise entstanden ist, wozu es dort heißt: "Die Formationen, die sich am Rand eines höher gelegenen Gebiets befinden, das in den unteren Dschungel abfällt, wurden als eine natürliche Landform bezeichnet, die als abgestumpfte Firstsporne bekannt ist." Ursula Thiermanns Bildmaterial zufolge "stellen diese Formationen jedoch eine weitere natürliche Geländeform dar, die von Geomorphologen als "Flatiron" bezeichnet wird. Deyermenjian hat in den Jahren 1999 und 2006 verschiedene, sehr ähnliche Orte im Gebiet des Río Timpía gesehen und fotografiert, mit faszinierenden pyramidenförmigen, riesigen natürlichen Formationen."
Gibt es tatsächlich 'Flatirons' oder abgestumpfte Firstsporne, die wie auf einem Schachbrett aufgereiht in der Landschaft stehen? Oder müssen wir zu dem Schluss kommen, den man auf der bekannten englischsprachigen Grenzwissenschafts-Webseite Ancient Code zieht: "Die Pyramiden von Paratoari sind symmetrisch arrangierte Strukturen, die keine natürlichen Formationen sein können, sondern das Produkt menschlicher Hände sind." Ganz vom Tisch scheint diese Hypothese jedenfalls noch nicht zu sein. Rick Richards, der ebenfalls für einen artifiziellen Charakter der Paratoari plädiert, verweist dazu auch auf eine Aufnahme des Terrains, die bei einem Helikopterflug entstand. Bei näherer Betrachtung dieses Fotos werden, wie es bei ihm heißt, "pyramidenförmige Strukturen mit >Auswaschungen< [orig.: "washouts"; d.Ü.] sichtbar, die darauf zurückzuführen sind, dass Bäume keinen festen Halt auf der Flanke der Struktur finden. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Strukturen künstlich aufgebaut sind."
Aber vielleicht müssen wir, um einer Lösung des Rätsels der 'Pyramiden von Muribeca' näher zu kommen, die scheinbare Unvereinbarkeit der beiden Thesen von natürlichem und artifiziellem Ursprung dieser Struktur/en kritisch zu hinterfragen beginnen. Diesbezüglich von allergrößtem Interesse sind die Ergebnisse der Feldforschung des französischen Historikers, Archäologen und Geographen Thierry Jamin und seiner Team-Kollegen, die zwischen 1998 und 2002 (aber auch später) mehrere Forschungsreisen dorthin unternahmen. Jamin - der die Paratoari übrigens, ebenso wie die meisten anderen Fachwissenschaftler, im Grundsatz für Naturprodukte hält - räumt unumwunden ein, dass "einige von ihnen von Menschen bearbeitet worden zu sein scheinen." Sollte im vorliegenden Fall ein ähnliches Szenario anzunehmen sein, wie wir es auch hinsichtlich der Unterwasser-Strukturen vor der heutigen Küste der japanischen Insel Yonaguni vorauszusetzen haben? Fanden Angehörige alter Kulturen einst hier wie dort geologisch gewachsene Monumente der Natur vor, die sie dann mit einem ungeheuren Arbeitsaufwand in jene Form brachten, die sie noch heute haben? Die bei den im Gebiet der 'Pyramiden von Muribeca' ansässigen Indios vom Volk der Machiguenga, die den 'Pyramiden' den Namen Paratoari gaben, betrachten sie jedenfalls, wie Thierry erläutert, "als ein großes Heiligtum der "Alten" und geben an, in einigen davon gebe es Gänge oder Tunnel.

Pyramide am Meeresboden - Japanische Insel Yonaguni
Zudem stieß Thierry Jamin bei ihren Forschungen vor Ort auch auf "eine beeindruckende Anzahl von Inka-Objekten, welche die Anwesenheit der Söhne der Sonne in dieser Zone belegen". Dies hat den Forscher zur Ansicht kommen lassen, dass sich irgendwo in dieser Gegend die Überreste einer einer nicht unbedeutenden Siedlung der Inka befinden müssen. Jedenfalls waren diverse Gelehrte der Ansicht, dass das heute als Madre de Dios Region bezeichnete Gebiet den Inka nach dem Marsch der spanischen Eroberer auf Cusco im Jahr 1533 als Rückzugsraum und Versteck diente. "Wäre es nicht logisch, dass die Inka Monumente und Strukturen in dieser Region errichteten?", fragt man bei Ancient Code. Dies mag in der Tat so sein, aber dass die Inka irgendetwas mit der Errichtung oder Bearbeitung der Paratoari zu tun hatten, erscheint zumindest dem Verfasser dieses Beitrags eher zweifelhaft. Vermutlich existierten die 'Pyramiden von Muribeca' schon lange vor der Entstehung ihres Reiches.
Quellen: Wikipedia/machupicchuamazonperu.com
Fabian
Nichts schockiert mich, ich bin Wissenschaftler
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mal editiert, das letzte Mal am 27.03.2026, 20:20 von Fabilousfab.
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