Dt. Indiana Jones Fan Forum Zum Summit 2026 in 'Schloss Brunwald'


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#101 07.12.2025, 16:49
Fabilousfab Abwesend
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Der Naga Buddha


Im Spiel:

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Realität:



Der Naga Buddha ist eine spezielle buddhistische Darstellung, die den historischen Buddha Siddhartha Gautama zeigt, wie er unter dem Schutz einer mächtigen, mehrköpfigen Schlange namens Mucalinda meditiert, die ihn vor einem heftigen Sturm schützt.

Naga (Schlange) bezeichnet in der indischen Mythologie ein Schlangenwesen oder eine Schlangengottheit. Es gibt verschiedene Darstellungsformen: Entweder mit vollständiger Schlangengestalt, als Mensch mit Schlangenkopf oder mit menschlichem Körper, der in einer Schlangengestalt ausläuft. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, beziehungsweise einer mehrköpfigen Kobrahaube. Im Nordosten Indiens existiert eine spezielle Schlangengöttin mit Namen Manasa.

Nagas in der indischen Mythologie

Nagas sind als Wesen mit magischen Fähigkeiten bekannt und können jederzeit menschliche Gestalt annehmen. Gelegentlich sollen sie ihr Reich verlassen und sich unter die Menschen mischen. Sie gelten als Wächter von Übergängen, Schwellen und Türen, besonders auch im symbolischen Sinn. Erzfeind der Nagas ist Garuda, das Begleittier von Vishnu. Darstellungen des Riesenvogels zeigen diesen oft mit Nagas in seinen Klauen.

Sehr oft werden die Wörter für Schlangen, Schlangendämonen, Nagas, halb-menschlichen, halb-schlangenhaften Wesen nicht unterschieden. Mehrere wichtige Schlangen jedoch tragen Namen. In der hinduistischen Mythologie etwa ist es Shesha („der Bleibende, der Rest“), der die Erde trägt, ein anderes Wort ist Ananta („der Unendliche“), die auf dem Wasser liegende Schlange, auf welcher Vishnu in seiner Form als Narayan in kosmischem Schlaf ruht. In ganz Indien ist außerdem die häufig dargestellte Legende von Krishna und Kaliya bekannt.

In der buddhistischen Mythologie hingegen beschützte der Nagakönig Mucalinda den Buddha in seiner mehrere Wochen dauernden Meditation vor Regen und Unwetter, indem er seine vielen Köpfe wie einen Schirm über ihn breitete.

Nepal und Tibet

Durch den Kulturaustausch zwischen Indien und seinen nördlichen Nachbarn Nepal und Tibet im Rahmen der Verbreitung des Buddhismus wurden Nagas ebenfalls in die dortige Mythologie integriert. In Tibet sind sie unter dem Namen klu bekannt. Sie zählen zu den acht Grundformen der Geister und Dämonen und gehören zu den ältesten dieser Formen. Der größte See Tibets, der Yamzhog Yumco, gilt als eine Wohnstätte der Naga-Könige.

Südostasien

Nagas sind auch in Südostasien bekannt, wohin sie mit der Ausbreitung der hinduistischen Religion spätestens im 6. Jahrhundert gelangt sind. In der thailändischen Mythologie sind die unzähligen horizontalen Ebenen des mythischen Berges Meru, der Achse des Universums, die Wohnstatt von himmlischen, irdischen und unterirdischen Wesen. Dort hausen in der Unterwelt neben den Yakshas, den dämonischen Wächtern, auch Nagas, die als Schlangen und zugleich als Drachen verstanden werden. In unserer Welt bewohnen die Nagas auf dem Grund von Flüssen, Seen und Meeren großartige Paläste, die mit Perlen und Edelsteinen reich geschmückt sind. Am Mekong sollen sie jedes Jahr als Naga-Feuerbälle bekannte Irrlichter erzeugen, die Anlass für eine Festveranstaltung bieten. Nagas werden auch als Beschützer geistiger Schätze angesehen.

Aus Laos ist bekannt, dass Naga-Motive in unterschiedlichste Stoffe eingewebt werden. Damit sollen zum Beispiel Ehen gesegnet, Neugeborene beschützt und der eigene Eintritt in den Himmel garantiert werden. 2023 wurde das „traditionelle Handwerk der Naga-Motivweberei in laotischen Gemeinden“ in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Unter den vielen visuellen Darstellungen des Buddha in buddhistischen Kulturen sind nur wenige genauso dramatisch und spirituell aufgeladen wie die Meditation Buddha von der Naga geschützt, oft als die bezeichnet "Mucalinda Buddha." Dieses Bild wird in der frühen buddhistischen Legende verwurzelt und durch Khmer, thailändische und laotische Kunst neu gestaltet. Dieses Bild fängt einen tiefgreifenden Moment von göttlicher Schutz, Belastbarkeit und Erleuchtung inmitten von Widrigkeiten.


Naga-Buddha in Sukhothai (

Die Legende von Mucalinda: Wächter des Buddha

Die Geschichte des von Naga geschützten Buddha stammt aus alten buddhistischen Texten und erzählt von einem entscheidenden Ereignis in den Tagen nach der Erleuchtung des Buddhas.

Als der neu erwachte Buddha in tiefer Meditation unter dem Bodhi -Baum saß, zog ein großer Sturm herauf.
Von unter der Erde kam Mucalinda, König der Nagas, der seinen massiven Schlangenkörper schützend hinter dem Buddha aufbaute und hob seine Siebenköpfige Kapuze über den Buddha, um ihn vor dem Regen zu schützen.
Sieben Tage und Nächte blieb die Naga in stiller Hingabe beim Buddha. Als der Sturm vorbei war, nahm Mucalinda die Form eines jungen Mannes an, verbeugte sich vor dem Buddha und kehrte in sein unterirdisches Reich zurück.
Bei dieser Geschichte geht es nicht nur um göttliche Interventionen - es symbolisiert die Harmonie zwischen spirituellem Erwachen und der natürlichen Welt und den Kosmische Kräften, die den Weg des Dharma schützen.

Symbolische Bedeutung des von Naga geschützten Buddha

Das Bild des von der Naga geschützten Buddha ist reich an geschichteten Bedeutungen:

1. Spiritueller Schutz

Mucalinda repräsentiert die natürliche und übernatürliche Vormundschaft. Das entsteht, wenn man den Weg der Wahrheit geht. Die gewickelte Schlange gilt als Fundament der Stille, während der Kopf ein Baldachin der Zuflucht darstellt

2. unerschütterliche Meditation

Trotz des Chaos des Sturms bleibt der Buddha gelassen. Dies betont geistige Widerstandsfähigkeit und die Fähigkeit, inneren Frieden aufrechtzuerhalten, ungeachtet der äußeren Umstände.

3. Natur als Verbündeter

In der buddhistischen Kosmologie sind Tieren und Geister oft die Unterstützer der erleuchteten Wesen.

4. Erde und Wasser

Die Schlange, oft mit Wasser, Unterwelt und Fruchtbarkeit verbunden, vereint mit dem sitzenden Buddha Erde und Wasser, physisch und spirituell, Beschützer und Lehrer.

Bei Naga Buddha Figurenhandelt es sich um die seltensten buddhistischen Artefakte der Erde. Diese speziellen Buddhafiguren sind nicht so verbreitet, wie die Shakyamuni Buddha Figuren. Aus diesem Grund sehen viele buddhistische und antike Kunstsammler die Naga Buddha Figuren als die Juwelen ihrer persönlichen Sammlungen an. Die Naga Buddha Figuren werden von vielen Anhängern des Buddhismus als sehr wichtiges religiöses und spirituelles Objekt angesehen, da es den Buddha als von der Schlange geschützt darstellt.

Quellen: HDasianart/Wikipedia/originalbuddhas
Fabian
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#102 08.12.2025, 20:29
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe
Wieder ein schöner Beitrag Fab! Danke fürs Sammeln und Aufbereiten der Informationen.
It's not the years, honey, it's the mileage.
 

#103 28.01.2026, 10:20
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Die Khmer


Im Spiel


Die Khmer werden im Level Sukhothai als alte Zivilisation eingeführt, die beeindruckende Tempel mit Fallen und Puzzle hinterlassen hat.


Realität

Die Khmer sind die größte Ethnie in Kambodscha und stellen mit mehr als 15,5 Millionen Einwohnern über 97 Prozent der Bevölkerung dar. Auch in Thailand (nördliche Khmer / Khmer Surin in den südlichen Provinzen des Isan, sowie auch vereinzelt in Ostthailand) und Vietnam (Khmer Krom im Mekongdelta) leben Khmer. Vor der Südmigration der Viet Kinh aus der Deltaregion des Roten Flusses war die Region des Mekongdeltas hauptsächlich von Khmer besiedelt, sie stellen hier die einheimische Bevölkerung dar. Auch in Thailand stellen die Khmer, gemeinsam mit den Mon und kleineren Volksgruppen, die ursprüngliche Bevölkerung der Region vor der Migration der Tai-Völker dar. Dennoch wurden etliche in vergangenen Jahrhunderten auch als Arbeitskräfte in die benachbarte Staaten Thailand, Laos und Vietnam umgesiedelt, mitunter mit Gewalt. Etwa drei Millionen Khmer leben im benachbarten Ausland von Kambodscha. Eine relativ große Gruppe der Khmer, die vor den Roten Khmer und der anschließenden Besatzung der kommunistischen Vietkong fliehen musste, lebt heute im Land des ehemaligen Kolonialherren Kambodschas, in Frankreich, aber auch in den USA.

Die Khmer errichteten Tempel und Tempelstädte, die zu den größten der Welt zählen, wie Angkor im heutigen Kambodscha sowie Prasaat Hin Khao-Phnom-Rung und Prasaat Hin Phimai im heutigen Thailand.

Angkor WatPhanom Rung

Die Khmer sind eng verwandt mit dem Volk der Mon, deren Nachfahren in Thailand im Wesentlichen als Reisbauern und Fischer leben. Zahlreiche Minoritäten in Laos, in Nordostkambodscha und Zentralvietnam (z. B. Khmu, Kuy, Bru) sprechen ebenfalls verwandte Sprachen.

Sprache:
Die Khmer sprechen Khmer, das zur Familie der Mon-Khmer-Sprachen gehört. Die Khmer-Schrift leitet sich von den indischen Silbenschriften her.

Religion:
In der ethnischen Religion sind Berge, Hügel, Quellen, Bäume und Felder von Geistern bevölkert (→ Animismus), die die Geschicke der Erde lenken und heute Neak-Ta heißen. Wischnu selbst war hier der „große Geistkönig“ Neak-Ta-Moha-Reach. Diese Geister müssen ständig gnädig gestimmt werden. Gefährlich sind die Arak, Krankheitsgeister, und die Geister der unzeitig Verstorbenen, die Khomorchhav. Dämonenglaube ist verbreitet.

Heute sind die Khmer fast ausschließlich Anhänger des Theravada-Buddhismus, der simultan mit Elementen der ethnischen Religion praktiziert wird.
Vor der Verbreitung des Buddhismus in Südostasien waren die Khmer Hindus, was sich in den vielen Tempelruinen, die oftmals Hindugöttern wie Vishnu oder Shiva gewidmet sind, bemerkbar macht.



Geschichte:

Wahrscheinlich im 3. Jahrhundert v. Chr. wanderten Proto-Mon-Khmer aus China nach Süden, doch entstand erst 802 das erste Reich der Khmer unter dem Herrscher Jayavarman II., nachdem dieser Chenla niedergerungen hatte. Nach dessen Tod 850 übernahm sein Sohn Jayavarman III. in der Hauptstadt Hariharalaya den Thron. Die Khmer errichteten 893 das erste Kultzentrum der Khmer-Monarchie in Angkor, Yasodharapura, und griffen mehr als fünfzig Jahre später das Reich Champa im heutigen Südvietnam erfolgreich an. Im 12. Jahrhundert übernahm König Jayavarman VII. den Theravada-Buddhismus und begann mit dem Bau von Angkor Thom. Ende des 12. Jahrhunderts waren praktisch alle Khmer vom Hinduismus zum Buddhismus konvertiert.

Mit der Eroberung von Angkor durch die Thai (Siam) aus Ayutthaya im 14. Jahrhundert endete die Geschichte des gleichnamigen Reiches. Die Hauptstadt wurde im Jahr darauf verlassen. In der Folge waren die Khmer über die meiste Zeit ein Zankapfel zwischen dem vietnamesischen Reich Annam und dem siamesischen Reich von Ayutthaya. Nachdem 1620 eine vietnamesische Prinzessin in die Khmer-Monarchie eingeheiratet hatte, erhielten die Vietnamesen das Siedlungsrecht auf dem Gebiet der Khmer. Dies führte zur Vietnamisierung der östlichen Küstenregion des ehemaligen Kambodschas, heute um Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt) gelegen.

König Norodom I. führte die Khmer 1863 in die französische Kolonialherrschaft, als er um den Schutz Frankreichs vor den Übergriffen seiner Nachbarn bat. War das Gebiet der Khmer zunächst ein französisches Protektorat, wurde es 1887 in die Kolonie Französisch-Indochina eingegliedert. Erst 1953 wurde Kambodscha unabhängig.

Die rote Khmer:

Die Roten Khmer waren eine kommunistische Terrorgruppe, die 1975 die Macht im Land Kambodscha übernahm. Knapp vier Jahre dauerte ihre Schreckensherrschaft, etwa zwei Millionen Menschen starben. Die Geschichte der Roten Khmer beginnt in der französischen Hauptstadt Paris. Hier entdecken einige kambodschanische Studenten Anfang der 1950er den Kommunismus für sich. Sie entschließen sich, eine eigene kommunistische Partei zu gründen: die "Vereinigten Khmer-Studenten". Nach ihrer Rückkehr nach Kambodscha bleiben sie in engem Kontakt.

1963 gibt es einige Studentenrevolten in Kambodscha. Einige der Paris-Rückkehrer fliehen vor der Regierung in den kambodschanischen Urwald, darunter Ieng Sary, Son Sen und Saloth Sar, der sich später "Pol Pot" nennt. Im Urwald beginnen sie, die Einheimischen für ihre kommunistischen Ideen zu gewinnen und eine Guerillatruppe aufzubauen.
Zu diesem Zeitpunkt ist Kambodscha keine französische Kolonie mehr, sondern seit fast zehn Jahren unabhängig. Doch die Lage der Bevölkerung ist schlecht und die Wut auf die reiche und korrupte politische Elite des Landes groß. In den verarmten Bauern sehen die Roten Khmer mögliche Verbündete.
Mit großer militärischer Hilfe der kommunistischen Nordvietnamesen, die auch die Roten-Khmer-Kämpfer ausbilden, gelingt es der unerfahrenen Guerillatruppe Ende der 1960er Jahre, große Teile Kambodschas unter ihre Kontrolle zu bringen.



Die neue Regierung um Pol Pot, der weitgehend im Hintergrund agiert, beginnt sofort mit der völligen Umgestaltung der Gesellschaft zu einem autarken radikal-kommunistischen Bauernstaat und nennt das Land "Demokratisches Kambodscha". Die Ideologie: bedürfnislose Gleichheit der Menschen.
3,5 Millionen Kambodschaner werden von den Roten Khmer aufs Land vertrieben – damit sie für die Partei keine Gefahr darstellen und in der landwirtschaftlichen Produktion eingesetzt werden können. Bald sind die Städte des Landes wie ausgestorben. Der Privatbesitz wird abgeschafft, ebenso das Geld und der freie Handel.

Alle Kambodschaner, die nicht unmittelbar politisch verfolgt werden, müssen unter strengster Bewachung auf den Reis- und Baumwollfeldern sowie im Straßenbau unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Dabei verhungern und verdursten viele, sterben an Krankheiten oder werden von den Aufsehern erschlagen. So entstehen die so genannten "Killing Fields": Die Getöteten werden direkt neben den Feldern, auf denen sie gearbeitet haben, begraben.

Nachdem anfangs die angeblichen politischen Gegner von den Roten Khmer umgebracht werden, sind es später auch die eigenen Leute, von denen zahlreiche plötzlich als Gefahr für das System gelten. Innerhalb von knapp vier Jahren lassen die Roten Khmer fast alle Angehörigen des bürgerlichen Mittelstandes ermorden sowie die religiösen und kulturellen Institutionen des Landes zerstören – bis auf die alte Hauptstadt Angkor.

Dann marschierten die Vietnamesen ein. Die Roten Khmer kämpfen noch jahrelang im Untergrund weiter.

Der lange Weg zum Tribunal

Die Forderung der Opfer und Flüchtlinge nach einem internationalen Tribunal wird danach von westlichen Ländern lange nicht beachtet. Sogar ihren UN-Sitz dürfen die Roten Khmer noch bis zum Pariser Friedensabkommen von 1991 behalten. Einige Mitglieder werden vom damaligen König Sihanouk (bis 2004) begnadigt, sodass hohe Funktionäre noch längere Zeit unbehelligt in ihren Villen leben können.
Nach langwierigen Verhandlungen beginnt 2006 das so genannte Völkermordtribunal. Es folgen Skandale und Schwierigkeiten, die das Verfahren mehrfach fast zum Scheitern bringen. Erst im November 2007 wird der erste Angeklagte öffentlich angehört.
Die Prozesse gegen ranghohe Führungsmitglieder der Roten Khmer gingen 2022 zu Ende. Insgesamt wurden nur drei Angeklagte zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt, zwei weitere Angeklagte verstarben vor Beginn ihres Prozesses.

Quelle: wikipedia/Planet-wissen.de
Fabian
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#104 11.02.2026, 10:02
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Assyrische Statuen


Im Film



Auf der Kommode in Venedig, steht eine Statue als Dokoration.

Im Spiel


Im Marshall College steht ebenfalls die geflügelte Statue und im Irak die Nabustatue


Realität


Vom neunten bis zum siebten Jahrhundert v. Chr. regierten die Könige von Assyrien über ein riesiges Reich, das sich im Nordirak konzentrierte. Der große assyrische König Ashurnasirpal II (r. 883–859 V. Chr.), unternahm ein umfangreiches Bauprogramm in Nimrud, dem alten Kalhu. Bis es unter Ashurnasirpal Hauptstadt wurde, war Nimrud nicht mehr als eine Provinzstadt.

Die neue Hauptstadt nahm eine Fläche von etwa neunhundert Hektar ein, um die Ashurnasirpal eine Schlammziegelmauer baute, die 120 Fuß dick, 42 Fuß hoch und fünf Meilen lang war. In der südwestlichen Ecke dieses Gebiets befand sich die Akropolis, in der sich die Tempel, Paläste und Verwaltungsbüros des Reiches befanden. Im Jahr 879 V. Chr. Ashurnasirpal veranstaltete ein Fest für 69.574 Menschen, um den Bau der neuen Hauptstadt zu feiern, und das Ereignis wurde durch eine Inschrift dokumentiert, die lautete: "die glücklichen Menschen aller Länder zusammen mit den Menschen von Kalhu - zehn Tage lang habe ich sie geschlemmt, getrunken, gebadet und geehrt und sie in Frieden und Freude in ihre Heimat zurückgeschickt."

Die sogenannte Standardinschrift, die über die Oberfläche der meisten Reliefs lief, beschrieb Ashurnasirpals Palast: "Ich habe darauf [einen Palast mit] Hallen aus Zeder, Zypresse, Wacholder, Buchsbaum, Teakholz, Terebinth und Tamarisk gebaut [?] als meine königliche Wohnung und für das dauerhafte Freizeitleben meiner Lordschaft." Die Inschrift fährt fort: "Tieren der Berge und der Meere, die ich aus weißem Kalkstein und Alabaster geformt hatte, hatte ich in ihren Toren aufgestellt. Ich habe es [den Palast] angemessen imposant gemacht." Unter diesen Steintieren ist der hier abgebildete geflügelte Löwe mit menschlichem Kopf. Die gehörnte Kappe zeugt von seiner Göttlichkeit, und der Gürtel signalisiert seine Kraft. Der Bildhauer gab diesen Wächterfiguren fünf Beine.

Nimrud


Nimrud ist der moderne Name der altorientalischen Stadt Kalchu. Deren Ruinen liegen 30 km südsüdöstlich von Mossul (heutiger Irak) am mittleren Tigris im Gouvernement Ninawa. Im 13. Jahrhundert v. Chr. gegründet, wurde Nimrud im 9. Jahrhundert unter König Assurnasirpal II. Hauptstadt des Assyrischen Reiches. 612 v. Chr. wurde es von Medern und Chaldäern zerstört.

Der Name Nimrud wird von dem biblischen König Nimrod abgeleitet. Wann die Ruine diesen Namen erhielt, ist nicht bekannt. Die erste schriftliche Erwähnung Nimruds geht auf Carsten Niebuhr zurück, der die Stadt 1766 besuchte.

Ausgrabungsgeschichte:

Bereits 1846 machte Sir Austen Henry Layard erste Ausgrabungen vor allem auf der Akropolis. Es kamen Reste großer Palast- und Festungsbauten zum Vorschein. Man fand ebenso zahlreiche Alabasterreliefs und Elfenbeinschnitzereien sowie Obelisken und monumentale Figuren. 1955 wurden bei Grabungen von Max Mallowan im Nabû-Tempel von Nimrud Keilschrifttafeln mit Eiden für Vasallen und assyrische Machtträger aus dem Jahr 672 v. Chr. gefunden, die für die assyrische Vertragsrhetorik aufschlussreich sind und damit auch für die israelitische Bundestheologie, die sie nachahmt.

Zerstörungen durch den Islamischen Staat:

Anfang März 2015 wurde bekannt, dass Terroristen des Islamischen Staats begonnen hätten, die archäologischen Stätten Nimruds mit Baggern zu zerstören. In der Ideologie der Terrororganisation gelten die Statuen und Abbildungen als Abgötterei, die nicht mit dem Islam vereinbar sei. Archäologen und Altertumswissenschaftler reagierten weltweit mit Empörung und Entsetzen.

Am 12. April 2015 wurde ein Video verbreitet, das die Sprengung und wohl vollständige Zerstörung der antiken Stadt zeigt.
Im Zuge der Schlacht um Mossul eroberte die irakische Armee im Herbst 2016 Nimrud zurück. Am 13. November wurde die Befreiung Nimruds offiziell bestätigt. Die Antikenstadt gilt als fast völlig zerstört.

Tempel und Ziqqgurat

Der Nabû-Tempel, einer oder der Ezide, befindet sich im Südosten der Akropolis von Nimrud. Es handelt sich dabei um einen großen, trapezförmigen Komplex von etwa 70 m Seitenlänge, der sowohl Kulträume als auch einen Thronsaal und Räume mit vielen anderen Funktionen enthält.

Der Ninurta-Tempel und die vermutlich zugehörige Ziqqurrat befinden sich auf der Zitadelle nördlich des Nordwestpalastes. Der Tempel bestand aus einer breiträumigen Vorcella, mit den Maßen 6 × 13,60 m und einer langräumigen Cella von 7 × 20 m Größe, sowie aus mehreren Wirtschaftsräumen. Mallowan nimmt außerdem an, dass ein Nebenheiligtum in dem an die Vorcella nördlich angrenzenden Raum existierte. In diesem wurde von Layard eine Stele Assurnasirpals II. und ein runder Opfertisch mit drei Löwenfüßen gefunden.

Die Tür der Vorcella säumten zwei menschenköpfige, geflügelte Torlöwen, die circa 4,5 m lang und 5 m hoch waren. Die Vorcella selbst war mit Wandbemalungen und der Innenraum der Cella mit glasierten Ziegeln geschmückt.

Angeschlossen an die Tempel erhob sich die Ziqqurrat mit einer quadratischen Grundfläche von 60 m Seitenlänge. Die ursprüngliche Höhe des Tempelturms wurde von Layard auf 60 m geschätzt. Archäologisch ist er allerdings nur schlecht erschlossen worden, weshalb über seine genaue Verbindung mit dem Tempelgebäude nur wenig bekannt ist. Der Aufgang auf die Ziqqurrat konnte bis heute ebenfalls nicht sicher rekonstruiert werden. Sie stand auf einer Terrasse aus Lehmziegeln, das Fundament bestand aus Steinquadern.

Es wird angenommen, dass der gesamte Tempelkomplex zusammen mit anderen Gebäuden auf der Akropolis gegen Ende der neuassyrischen Zeit (entweder 614 oder 612 v. Chr.) zerstört wurde.

Rekonstruktion des alten Nimrudgeographische Lage

Quellen: metmuseum.org/Wikipedia
Fabian
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#105 16.02.2026, 09:50
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Das fliegende Pferd von Gansu



Im Spiel:




Im Spiel kann eine "stehende" Version des Pferdes in der Schatzkammer des Vatikans gefunden werden.

Realität:

Das fliegende Pferd aus Gansu



Voller Besitzerstolz ließen die Vornehmen ihre Pferde auf den Reliefs ihrer Gräber oder als Bronzegüsse darstellen. Als chinesische Archäologen 1969 bei Wuwei in der Provinz Gansu entlang der alten Seidenstraße das Grab eines Han-Generals öffneten und dieses Pferd entdeckten, stockte ihnen der Atem vor dem grandiosen Werk. Inzwischen zählt es zu den wertvollsten Kunstschätzen der Welt. Die Figur balanciert auf einer Schwalbe, die verwundert den Kopf wendet.
Original: Palast-Museum, Peking. Han-Dynastie, 25-220 n. Chr.

Tianma:

Als Tianma (chinesisch: Himmelspferd) wurden im alten China langbeinige, schnelle Pferde bezeichnet. Die Bezeichnung tianma taucht erstmals im Shanhaijing auf, das älteste überlieferte Werk der chinesischen Mythologie. Sie erscheinen als Fabelwesen, denen übernatürliche und mystische Kräfte zugeschrieben werden. Im Laufe der Zeit wurden als tianma auch die Pferde aus den nordwestlichen Steppen bezeichnet, die im Gegensatz zu den stämmigen chinesischen Ponys schlank und hochbeinig waren.

Diana in der Kultur:


Seit den frühesten schriftlichen Erwähnungen des tianma ist dieses als positives und glückverheißendes Symbol bekannt. Die erste Quelle, welche den Begriff tianma erwähnt ist der Klassiker der Berge und Meere – Shanhaijing. Auch im Shiji von Sima Qian aus der frühen Han-Zeit wird es erwähnt. Dort taucht es mehrfach im 24. Kapitel/Rolle auf, aber auch an anderen Stellen. Teils beziehen sich diese Texte auf das tianma als glückverheißendes Symbol, teils aber auch auf die realen Tiere aus den zentralasiatischen Steppen.

Shanhaijing, 3. Kapitel/Rolle (Klassiker über die nördlichen Berge):
"Weitere zweihundert Li nordöstlich gibt es einen Berg, der heißt der Macheng-Berg. Auf ihm gibt es viele gemusterte Steine und an seiner Yin-Seite gibt es viel Gold und Jade. Es gibt wilde Pferde, deren Gestalt einem weißen Jagdhund mit schwarzem Kopf gleicht und wenn es einen Menschen erblickt, dann fliegt es davon und sein Name lautet Himmelspferd und sein Ruf ist selbstbezeichnend."

Shiji, 24. Kapitel/Rolle (Buch über Musik):
Das Gedicht lautet: "Ein Himmelspferd kommt, ach, aus dem fernsten Westen; es überwindet zehntausend Li, ach, und wo es hinkommt, da herrscht die Tugend. Es trägt eine geisterhafte Macht in sich, ach, und fährt auf die äußeren Länder herab; es gleitet über den Sand, ach, und die vier Barbaren[stämme] geben nach."

Qian Hanji, 14. Kapitel/Rolle (Aufzeichnungen über Xiao Wudi, 5. Abschnitt)
"Die göttlichen Pferde kommen aus dem Nordwesten. Später erhielt er ein gutes Pferd der Wusun. Sein Name lautete Himmelspferd."

Entsprechend ihrer positiven Konnotation waren die sogenannten Himmelspferde äußerst beliebte Omina und ihre realen Gegenstücke, die Pferde aus den Steppen nordwestlich von China ein begehrter Tribut oder eine begehrte Handelsware oder Kriegsbeute. Sie wurden häufig bis spät in die Kaiserzeit hinein in der Malerei oder Skulptur dargestellt. Eine der bekanntesten Darstellungen ist wohl das bronzene fliegende Pferd, das auf einer Schwalbe tänzelt aus einem han-zeitlichen Grab in Gansu. Ebenso bekannt sind die zahlreichen Darstellungen solcher Pferde als Grabbeigaben in Form von Dreifarben-Keramik (sancai) aus der Tang-Dynastie.



Quelle: arsmundi.de/Wikipedia
Fabian
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#106 19.03.2026, 19:00
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Inka Statue

switch Spoiler:


Realität:

Inka Gold Statuen:

Im Gegensatz zum Spiel waren die ähnlichen Figuren den Inkas meist aus Gold.


Weibliche Figur (1400-1533 n. Chr.)

Obwohl die Inkas Gold und Silber schätzten, war es allein für ihre Schönheit und Symbolik. Als die Spanier Peru eroberten, waren die ersten Angebote die besten Textilien und nicht Gold oder Silber, genauso wie die Inkas Textilien als Geschenke anboten, wenn sie neue Gebiete betraten.

Sowohl Stoff als auch Metall waren Ausdruck von Macht. Insbesondere Gold war wichtig, da es die Brillanz und Unveränderlichkeit der Sonne repräsentierte: Im Gegensatz zu Silber und Kupfer wurden sein Aussehen und sein Glanz nicht durch Oxidation beeinträchtigt. Silber symbolisierte den Mond. Edelmetalle wurden verwendet, um Gebäude zu schmücken und königliche Körper und Kleidung zu schmücken, für Rituale und Grabwaren. Nur der Inka-Adel konnte Gold verwenden, und seine Verteilung wurde allein vom Kaiser kontrolliert.
Fast jeder wichtige Metallgegenstand wurde von den Konquistadoren gestohlen und geschmolzen, so dass nur sehr wenig Inka-Gold überlebt hat. Am häufigsten sind winzige goldene und silberne Figuren von nackten Frauen und Männern, die Grabopfer waren. Sie scheinen die jungen Frauen und Männer zu repräsentieren, die die Toten begleiten würden.

Figuren wie diese wurden im Wachsschmelzverfahren gegossen oder aus Blech, geformt. Sie stehen normalerweise mit gefalteten Händen über der Brust oder halten manchmal einen Gegenstand wie ein Maisähre oder einen Fächer. Einige bekleidete Gestalten wurden gefunden, die Textilien und Federn trugen. Gebräuchtlicher sind aber Paare aus kleinen Gold- und Silberfiguren, die evtl.Tag und Nacht bedeuteten - Metallwesen, die ewig über die Toten wachen.

Quelle: digital.nga.gov.au/
Fabian
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#107 22.03.2026, 18:24
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Chancay Kultur

switch Spoiler:


Realität:
Chancay Kultur



Die Chancay-Kultur entwickelte sich an der Küste Mittelperus, nördlich von Lima, zwischen 1300 und 1450.

Verbreitung:
Sie ist unter anderem bekannt durch ihre Keramikfiguren, Graburnen und die Cuchimilcos, die in großer Menge in verschiedenen Grabstätten größerer Nekropolen gefunden wurden, wie etwa in Ancón. Diese Grabstätten wurden alle ausgeplündert. Die Chancay-Kultur breitete sich über vier küstennahe Täler aus: Río Chillón, Río Huaura, Río Rímac und Río Chancay.

Handwerk und Kunst:
Cuchimilcos sind stilisierte anthropomorphe Figuren unterschiedlicher Größe. Sie sind meist relativ plump, unregelmäßig modelliert und mit verlaufender Farbe, was vermuten lässt, dass sie in großer Eile gefertigt wurden.

Die Chancay-Kultur zeichnet sich auch durch eine wertvolle Textil-Kunst aus, die von der Paracas-Kultur übernommen wurde. Beispiele hierfür sind Leichentücher sowie verschiedene Begräbnisobjekte wie z. B. Chancay-Puppen. Diese Stoff-Puppen wurden dem Toten mit ins Grab gegeben. Manche scheinen Lebensabschnitte des Verstorbenen darzustellen oder Menschen, die ihm sehr nahestanden.


Link zu Museo Larco

Quelle: Wikipedia
Fabian
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#108 23.03.2026, 12:09
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Muttergöttin


Im Spiel
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Realität


Stehende Mutter", Nationalmuseum von Indien, Delhi

Die Statue der Muttergöttin wurde um 2500 v. Chr. hergestellt. Es ist eine der seltenen weiblichen Terrakottafiguren aus Mohenjodaro. Die Figur ist handgefertigt und hat eine rote Tonbeschichtung. Sie ist mit einem eigenartigen becherförmigen Kopfschmuck geschmückt, die auf beiden Seiten des Kopfes "hängen" und mit Holzkohle geschwärzt wurden.

Frauen im alten Sindh: Bronzezeitliche Figuren der Indus-Tal-Zivilisation

Obwohl wenig über die wahre Rolle bekannt ist, die Frauen in der Indus-Tal-Zivilisation spielten, besteht kaum ein Zweifel daran, dass viele von ihnen Fruchtbarkeitsbilder darstellen, wie die in den Statuetten dargestellten Merkmale vermuten lassen. Die Frisuren, Ornamente und die Kleidung weisen deutlich auf die wichtige Bedeutung hin, die Frauen zu dieser Zeit in einer scheinbar fast egalitären Gesellschaft zugeschrieben wurde. Von Interesse ist auch das Vorkommen spezifischer naturalistischer Göttinnen und ihrer Priesterinnen, was darauf hindeutet, dass die Indus eine Göttin verehrten, deren Domäne der Wald war. Darüber hinaus wurden auch einige Bronze-Statuetten gefunden.


Bronzefigur "Tanzende Mädchen"

Mohenjo-Daro

Mohenjo-Daro ist eine historische stadtähnliche Siedlung am Unterlauf des Indus im heutigen Pakistan ca. 40 km südlich der Stadt Larkana. Sie war ungefähr von 2600 bis 1800 v. Chr. Teil der Indus-Kultur. Sie zeigt keine der üblichen Herrschaftsstrukturen; zentraler Bau ist ein Bad.

Der Ort wurde verlassen und geriet danach in Vergessenheit, erst 1922 (andere Quellen: 1924) wurde er von britisch-indischen Archäologen wiederentdeckt. Geleitet wurden diese Ausgrabungen von Sir John Marshall, dem damaligen Direktor des Archaeological Survey of India. Verbunden mit den Ausgrabungen um 1950 ist der Name Sir Mortimer Wheeler. Mohenjo-Daro ist besser erhalten als das wenige Jahre vorher gefundene Harappa.


Mohenjo Daro

Mohenjo-Daro ist das vermutete Hauptzentrum der Harappa- oder Induskultur, einer der drei frühen Hochkulturen der Menschheit im 3. Jahrtausend v. Chr. Der Name bedeutet im modernen Sindhi „Hügel der Toten“. Mohenjo-Daro steht als die größte erhaltene Stadt der Bronzezeit auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Der Ruinenhügel ist in der Ebene schon von weitem zu erkennen. Die westlich der Unterstadt gelegene Zitadelle (ein späterer Bau) ragt am höchsten – bis zu 15 Meter – empor. Vor 4500 Jahren muss das Bild noch eindrucksvoller gewesen sein, da der Indus die Ebene seit dieser Zeit um mehr als 7 Meter aufgeschwemmt hat.

Entstehung und Blütezeit

Die Harappa-Kultur entwickelte sich aus den regionalen Vorgängerkulturen um Zentren wie Amri und Kot Diji. Das fruchtbare Industal ist in diesem Gebiet ungefähr 100 Kilometer breit. Die Stadt erlangte ihre Blüte um 2500 v. Chr. und hatte zu dieser Zeit ca. 30.000 bis 40.000 Einwohner. Ermöglicht wurde dies durch einen kurzen, aber intensiven Innovationsschub. Dieser bestand im Wesentlichen in der Nutzbarmachung des Indus, zum einen für die Landwirtschaft, zum anderen als ganzjähriger Transportweg. Da die untere Indusebene während der Überschwemmungsperiode von Juli bis Oktober auf dem Landweg nicht ausreichend erreichbar war, war dies von entscheidender Bedeutung. Erreicht wurde jene Transportfähigkeit durch enorme Plattformunterbauten aus gebrannten Ziegeln, wodurch auch nahe dem Ufer des Indus gebaut werden konnte.

Weiterhin entwickelte sich in dieser Zeit eine Gesellschaftsstruktur, die den Sprung von den dezentral organisierten Dorfsiedlungen zu einem städtisch geprägten politisch-wirtschaftlichen System erst ermöglichte.

Zudem entstand eine Schrift, die Indus-Schrift, die sich vorwiegend auf kleinen Steatitsiegeln befindet. Diese Schrift konnte bisher jedoch noch nicht entschlüsselt werden.


Indusschrift

Ungebrannte Lehmziegel des heutigen Handformats (ca. 6 × 13 × 27 cm) waren Standard in der Hochkultur. Aus diesen wurden nahezu alle Gebäudeteile gefertigt – so auch die Infrastruktur mit ihrer Wasserversorgung und über 600 Brunnen sowie die Abwasserkanäle zur Entsorgung.

Klima
Zur Blütezeit der Industalkultur war das Klima gemäßigt, und der Monsun brachte regelmäßig Niederschläge.Heute ist Mohenjo-Daro einer der heißesten Orte der Welt. Die höchste registrierte Temperatur liegt bei 53,5 °C. Temperaturen über 50 °C im Sommer sind keine Seltenheit; in kalten bewölkungsarmen Winternächten fällt das Thermometer manchmal sogar unter 0 °C. Mohenjo-Daro ist auch einer der niederschlagsärmsten Orte Pakistans; selbst in den Monsunmonaten Juli und August gibt es nur sehr wenig Regen.

Quelle: museumsofindia.gov.in/ Harappa.com
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#109 24.03.2026, 10:03
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Nakayian


Im Spiel:

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Realität:

Nakayian ist eine verehrte Beschützerin "nat" (Geist) des Mon-Volkes, traditionell als die königliche Mutter von Pegu bezeichnet. Sie wird häufig in burmesischen Teakholzschnitzereien mit einem unverwechselbaren büffelförmigen Kopfschmuck dargestellt und wurde in ganz Burma (heute Myanmar) weit verbreitet verehrt.



Pyay
ist eine Stadt in Myanmar und liegt 290 Kilometer nördlich der ehemaligen myanmarischen Hauptstadt Yangon an einer Flussbiegung des Irrawaddy. Im Stadtzentrum befindet sich die Shwesandaw-Pagode. In der Stupa sollen ein paar Haare von Buddha aufbewahrt sein. Acht Kilometer entfernt befinden sich die Ruinen der Stadt Sri Ksetra. Sie war die Hauptstadt des Pyu-Königreiches.

Pyay

Quelle: paulsantiques.com/Wikipedia
Fabian
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#110 27.03.2026, 13:18
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Präkolumbianische Figuren


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Realität

KERAMIK: KUNST, FARBE UND FORM IM PRÄHISPANISCHEN PERU

Die Keramik jeder Kultur zeichnet sich dadurch aus, dass sie ein bestimmtes Muster in Formen, Farben, Dekoration und Ikonographie aufweist, da sich diese Gesellschaften durch eine plastische Sprache manifestieren, in der sie alle diese Elemente auf ihre Weise komponieren, indem sie das verwenden und nachahmen, was sie um sich herum finden.



Sie wurden in verschiedenen Stilen von Kulturen wie Chavín, Cupinisnique, Virú, Moche, Recuay, Nasca, Tiahuanaco, Huari, Ychma und Inca hergestellt.
Die spezifischen Ursprünge der Stücke sind aber schwer festzustellen. Fast alle Keramiken sind präkolumbianisch, bevor spanische Konquistadoren Südamerika erreichten. Einige wurden innerhalb des Inka-Reiches hergestellt. Andere stammen aus obskuren Kulturen, die von 300 v. Chr. bis 1200 n. Chr. die lange Westküste des heute Peru erstreckten.

Nazca; ca. 400-800 n. Chr.  

Die Form des Kopfes selbst könnte den sozialen Status oder die ethnische Identität einer Person signalisieren. Diese Figur, wahrscheinlich eine Frau, hat einen künstlich geformten Kopf. Viele Nasca-Leute formten ihre Köpfe, wie z.B. eine verlängerte und abgeflachte Stirn. Mütter banden Bretter hinter die Köpfe ihrer Babys und formten ihre noch geschmeidigen Schädel, um einen dauerhafte Statusmarker zu schaffen.

Nazca; 1-650 n. Chr. Nazca; ca. 100 bis 400 n. Chr.

Diese Gefäße könnten zum Lagern und Trinken von Chicha, einer Art fermentiertem Maisbier, verwendet worden sein und wären vielleicht in ein mit Opfergaben gefülltes Grab gelegt worden.

Quellen: usu.edu/bidsquare.com/mad.com.pe/
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#111 27.03.2026, 14:19
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Die Pyramiden von Muribeca (Paratoari, Peru)


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Realität

Die 'Pyramiden von Muribeca' (Paratoari, Peru)



...von Menschen geschaffen oder eine natürliche Sandsteinformation?

Viele der rund um unseren Globus verstreuten, rätselhaften Strukturen, die möglicherweise monumentale Relikte längst vergessener oder nur durch Mythen und Legenden in Erinnerung gebliebener Uralt-Kulturen darstellen, sind naturgemäß umstritten. Zu ihnen gehören die so genannten Pyramiden von Muribeca (auch als Paratoari bekannt) in Peru.
Über ihre Entdeckung Mitte der 1970er Jahre schreibt der Grenzwissenschafts-Autor Rick Richards: "Am 30. Dezember 1975 wurde ein Foto vom Landsat II-Satelliten aufgenommen, welches acht symmetrische Strukturen am Rande des Amazonas-Dschungels zeigt. Diese Pyramiden sind nur wenig kleiner als die Große Pyramide Ägyptens!" Wie ein aktuelleres und detaillierteres Satelliten-Bild deutlich macht, handelt es sich sogar um insgesamt neun pyramidenartige Erhebungen, denn ein weiteres, noch größeres Exemplar befindet sich augenscheinlich ganz in der Nähe, im Westen der 'Pyramiden-Allee'.


Schon bald nach der 1976 erfolgten Veröffentlichung des ersten Satelliten-Bilds der Struktur, die in einem schwer zugänglichen Gebiet des heutigen Nationalparks Manú liegt und in den 1970er und 1980er Jahren wiederholt von Aufklärungs-Flugzeugen gesichtet wurde, begannen vereinzelte Spekulationen über einen ägyptischen, atlantischen oder sogar außerirdischen Ursprung der Anlage. Größere Aufmerksamkeit erlangten die Pyramiden von Muribeca - zumindest in Lateinamerika - im Jahr darauf durch eine Reihe von Artikeln einer Autorin namens Ursula Thiermann, die in drei Ausgaben der Zeitschrift "South American Explorer" (eine Publikation des South American Explorers Club) erschien und eine geologische Erklärung des Phänomens nahelegte.

Immerhin dauerte es lt. Wikipedia ca. 20 Jahre - genauer gesagt bis zum August 1996 - bis eine Expedition vor Ort Untersuchungen an den 'Pyramiden von Muribeca' vornahm. Damals "waren der in Boston ansässige Forscher Gregory Deyermenjian vom Explorers Club zusammen mit seinen peruanischen Partnern die ersten, die eine Erkundung vor Ort vornahmen. Ihre Untersuchung identifizierte Paratoari als natürliche Sandsteinformationen, nicht so symmetrisch in der Platzierung oder in der Größe, wie es ihr Bild auf der Satellitenfotografie vermuten lässt, und ohne Anzeichen für den Einfluss einer antiken Kultur."

Ohne vorschnell einen natürlichen Ursprung der Paratoari völlig ausschließen zu wollen, möchte der Verfasser hierzu bemerken: Vom Boden aus lässt sich die Symmetrie derart vom Dschungel überwucherten Formationen, wie es die 'Pyramiden von Muribeca' sind, nicht ohne massive Rodungen und intensive geodatische Landvermessung keineswegs so gut erfassen, wie dies mittels moderner Satelliten-Technik möglich ist. Auch die Frage, ob Paratoari selber natürlichen oder künstlichen Ursprungs sind, lässt sich letztlich nur im Rahmen zeitaufwendiger Feldforschung lösen.

In der englischsprachigen Wikipedia gehen die beteiligten Autoren jedenfalls ohne Wenn und Aber davon aus, dass der Komplex von Paratoari auf ganz und gar natürliche Weise entstanden ist, wozu es dort heißt: "Die Formationen, die sich am Rand eines höher gelegenen Gebiets befinden, das in den unteren Dschungel abfällt, wurden als eine natürliche Landform bezeichnet, die als abgestumpfte Firstsporne bekannt ist." Ursula Thiermanns Bildmaterial zufolge "stellen diese Formationen jedoch eine weitere natürliche Geländeform dar, die von Geomorphologen als "Flatiron" bezeichnet wird. Deyermenjian hat in den Jahren 1999 und 2006 verschiedene, sehr ähnliche Orte im Gebiet des Río Timpía gesehen und fotografiert, mit faszinierenden pyramidenförmigen, riesigen natürlichen Formationen."

Gibt es tatsächlich 'Flatirons' oder abgestumpfte Firstsporne, die wie auf einem Schachbrett aufgereiht in der Landschaft stehen? Oder müssen wir zu dem Schluss kommen, den man auf der bekannten englischsprachigen Grenzwissenschafts-Webseite Ancient Code zieht: "Die Pyramiden von Paratoari sind symmetrisch arrangierte Strukturen, die keine natürlichen Formationen sein können, sondern das Produkt menschlicher Hände sind." Ganz vom Tisch scheint diese Hypothese jedenfalls noch nicht zu sein. Rick Richards, der ebenfalls für einen artifiziellen Charakter der Paratoari plädiert, verweist dazu auch auf eine Aufnahme des Terrains, die bei einem Helikopterflug entstand. Bei näherer Betrachtung dieses Fotos werden, wie es bei ihm heißt, "pyramidenförmige Strukturen mit >Auswaschungen< [orig.: "washouts"; d.Ü.] sichtbar, die darauf zurückzuführen sind, dass Bäume keinen festen Halt auf der Flanke der Struktur finden. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Strukturen künstlich aufgebaut sind."

Aber vielleicht müssen wir, um einer Lösung des Rätsels der 'Pyramiden von Muribeca' näher zu kommen, die scheinbare Unvereinbarkeit der beiden Thesen von natürlichem und artifiziellem Ursprung dieser Struktur/en kritisch zu hinterfragen beginnen. Diesbezüglich von allergrößtem Interesse sind die Ergebnisse der Feldforschung des französischen Historikers, Archäologen und Geographen Thierry Jamin und seiner Team-Kollegen, die zwischen 1998 und 2002 (aber auch später) mehrere Forschungsreisen dorthin unternahmen. Jamin - der die Paratoari übrigens, ebenso wie die meisten anderen Fachwissenschaftler, im Grundsatz für Naturprodukte hält - räumt unumwunden ein, dass "einige von ihnen von Menschen bearbeitet worden zu sein scheinen." Sollte im vorliegenden Fall ein ähnliches Szenario anzunehmen sein, wie wir es auch hinsichtlich der Unterwasser-Strukturen vor der heutigen Küste der japanischen Insel Yonaguni vorauszusetzen haben? Fanden Angehörige alter Kulturen einst hier wie dort geologisch gewachsene Monumente der Natur vor, die sie dann mit einem ungeheuren Arbeitsaufwand in jene Form brachten, die sie noch heute haben? Die bei den im Gebiet der 'Pyramiden von Muribeca' ansässigen Indios vom Volk der Machiguenga, die den 'Pyramiden' den Namen Paratoari gaben, betrachten sie jedenfalls, wie Thierry erläutert, "als ein großes Heiligtum der "Alten" und geben an, in einigen davon gebe es Gänge oder Tunnel.


Pyramide am Meeresboden - Japanische Insel Yonaguni

Zudem stieß Thierry Jamin bei ihren Forschungen vor Ort auch auf "eine beeindruckende Anzahl von Inka-Objekten, welche die Anwesenheit der Söhne der Sonne in dieser Zone belegen". Dies hat den Forscher zur Ansicht kommen lassen, dass sich irgendwo in dieser Gegend die Überreste einer einer nicht unbedeutenden Siedlung der Inka befinden müssen. Jedenfalls waren diverse Gelehrte der Ansicht, dass das heute als Madre de Dios Region bezeichnete Gebiet den Inka nach dem Marsch der spanischen Eroberer auf Cusco im Jahr 1533 als Rückzugsraum und Versteck diente. "Wäre es nicht logisch, dass die Inka Monumente und Strukturen in dieser Region errichteten?", fragt man bei Ancient Code. Dies mag in der Tat so sein, aber dass die Inka irgendetwas mit der Errichtung oder Bearbeitung der Paratoari zu tun hatten, erscheint zumindest dem Verfasser dieses Beitrags eher zweifelhaft. Vermutlich existierten die 'Pyramiden von Muribeca' schon lange vor der Entstehung ihres Reiches.

Quellen: Wikipedia/machupicchuamazonperu.com
Fabian
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