Betreff: Re: "Kampf der Titanen" ... 2010
Ich habe das Kino seinerzeit enttäuscht verlassen und mich hinterher - nachdem
das hier gelesen habe - sogar noch ein bißchen geärgert. Der Film hätte weit mehr Potential gehabt, wäre da nicht dieser Drang gewesen, ihn unbedingt zu einem schnellen, wilden 3D-Action-Streifen zu schneiden. Sehr schade!
Sicher, es gab auch Lichtblicke (zu denen ich vor allem Gemma Arterton als Io und Mads Mikkelsen als Draco zähle), aber ein Großteil des Casts wurde einfach verheizt oder fiel am Ende eiskalt der Schere zum Opfer (in der Kinofassung jedenfalls hatten z.B. Danny Huston als Poseidon oder Alexander Siddig als Hermes nicht allzu viel zu tun ... von den anderen Göttern und Titanen (war da nicht was mit denen im Titel?

) ganz zu schweigen).
Der Film wirkte irgendwie wie eine Nummernrevue auf mich: "Hier sind die Harpien, da habt ihr den monströsen Calibos, jetzt die riesigen Skorpione und ein paar Djinns. Ach ja, die stygischen Hexen und Charon, natürlich. Medusa? Haben wir auch - bitteschön." Einzelne Versatzstücke, die für sich gut waren, sehr gut sogar, aber in der Gesamtkonstruktion des Filmes seltsam isoliert, jeweils für sich standen. Ich habe die Produzenten fasst vor mir gesehen: "Wir haben keine Kosten für die Effekte gescheut! Story? Wird doch im allgemeinen ohnehin überbewertet."
Vielleicht bin ich auch wegen des Harryhausen-Streifens einfach zu nostalgisch, aber die Interaktion der Götter, deren Einmischung waren es, die die erste Verfilmung so großartig gemacht hat. Hier allerdings waren die Götter - selbst Zeus - einfach nur da ... ohne
irgendwtas zu tun. Eigentlich hätte man die auch komplett außen vor lassen können.
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mal editiert, das letzte Mal am 27.09.2010, 16:26 von Jens.