Betreff: Re: Der perfekte Hut
Zitat:
- vor kurzem hörte ich, Wollfilz sei für die industrielle Massenproduktion (Rohkörper in die Presse, einmal "wumms" und fertig) besser geeignet, weißt Du, ob das stimmt?
Nein, es ist einfach ein billiges Material und deshalb wird es auch von den Filzmachern nicht mit sonderlich viel Liebe und Hingabe verarbeitet, zumal die Hutfabriken die daraus Hüte herstellen diese auch billig verkaufen wollen und wenig für die Rohkörper bezahlen. Auch bei industrieller Massenproduktion macht ein besserer Rohkörper am Ende einen besseren Hut. Nimm z.B. Resistol: die nehmen für einen maschinell gefertigten Biberhut bis zu 2000$!
Zitat:- ich sehe nirgendwo Hüte aus Nutria oder Nutria-blend. Gibt es da überhaupt noch Rohkörper - und wie lohnenswert wäre es, z.B. sowas wie einen Henry MKII aus Nutria-Biber zu fertigen (was, wenn ich es richtig verstanden habe, vor 80 Jahren sehr verbreitet, wenn nicht teilweise sogar der Standard war)?
Nutria ist dem Biber sehr ähnlich, allerdings nur das Tier und nicht der Filz. Die Haare sind nicht mal so fein wie die Nackenhaare vom Kaninchen (da sitzen die feinsten Haare am Kaninchen, während sie beim Biber am Bauch sitzen) und Schliffbild und Dichte sind nicht wirklich berauschend. Man hat es "damals" gerne verwendet um mit Kaninchenhaaren zu mischen - ich persönlich würde aber lieber einen pure rabbit kaufen. Der Grund das Nutria heute teurer ist als Kaninchen, liegt daran dass die Population viel geringer ist. Mit der Qualität hat das nichts zu tun.
Gruß,
Marc