Fabilousfab
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe
Spoiler:
Im Spiel
Im Spiel ist der Ort Persepolis einer von 17, an denen die Statuen gefunden wurden, die die Steine beinhalten
Realität
Susa und Persepolis waren zentrale Hauptstädte des Achämenidenreiches. Susa fungierte als Verwaltungszentrum und Winterresidenz im Tiefland, während Persepolis im Hochland von Schiras als zeremonieller Mittelpunkt diente. Beide Orte wurden von Dareios I. maßgeblich ausgebaut, von Alexander dem Großen erobert und spiegeln die achämenidische Pracht wider.
Die altpersische Residenzstadt Persepolis war eine der Residenzstädte des antiken Perserreichs unter den Achämeniden und wurde 520 v. Chr. von Dareios I. im Süden Irans in der Region Persis gegründet. Der Name „Persepolis“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Stadt der Perser“. Der persische Name bezieht sich auf Dschamschid, einen persischen König aus mythologischer Vorzeit, von dessen fliegendem Thron abgestürzte Überreste den Ort gebildet haben sollen. Ein weiterer Name aus dem Mittelalter war Čehel-menār, mit der Bedeutung Vierzig Minarette.
Als man die frühere Residenz von Pasargadae um 50 km hierher verlegte, wurde am Fuße des Berges Kuh-e Mehr eine 15 ha große Terrasse angelegt. Über 14 Gebäude sind auf der Plattform unter Dareios I. und seinen Nachfolgern, u. a. Xerxes I., Artaxerxes I. und Artaxerxes II. errichtet worden. Weitere Paläste wurden unmittelbar am Fuß der Terrasse ausgegraben. Die Palaststadt wurde 330 v. Chr. durch Alexander den Großen zerstört, aber ihre (teils wiederaufgebauten) Reste können auch heute noch besichtigt werden. Da bei der Zerstörung die Bewässerungsanlagen ebenfalls vernichtet worden waren, wurden die Gebäude weitgehend vom Wüstensand bedeckt und dadurch konserviert. Sie zählen zum UNESCO-Welterbe und sind rund 60 km nordöstlich der Großstadt Schiras in der Flussebene des Kur in der Provinz Fars (900 km südlich von Teheran) zu besichtigen.
Geschichte:
Das Achämenidenreich wurde von Kyros II. dem Großen gegründet und reichte unter Dareios I. um 520 v. Chr. von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus.
Persepolis ist ein Glanzlicht der altpersischen Kultur und Politik der Achämeniden. Die Palaststadt ist noch heute ein Identifikationsort für viele Iraner, obwohl oder gerade weil sie weit in die vor-islamische Zeit zurückreicht.
Die letzte Bauphase erfolgte etwa zwischen 450 und 330 v. Chr. Nach 200-jährigem Bestand wurde Persepolis 330 v. Chr. von den Truppen Alexanders des Großen geplündert und in Brand gesteckt. Bereits in der Antike wurde gerätselt, ob Alexander den Brand und die Plünderung initiierte. Es gibt Quellen, die berichten, dass sich der Schatzmeister von Persepolis kurz vor Alexanders Ankunft in Persepolis ihm unterwarf und alle Schätze anbot, in der Hoffnung, die Stadt retten zu können. Alexander schlug das Angebot jedoch aus. Nachträglich wurde die Zerstörung Persepolis’ als Rache für die Zerstörung der athenischen Akropolis während der Perserkriege 480/79 v. Chr. gedeutet.
Der letzte Schah von Iran, Mohammad Reza Pahlavi, ließ 1971 Teile von Persepolis zur 2500-Jahr-Feier der Iranischen Monarchie restaurieren und mit touristischer Infrastruktur, Parkplätzen und Geschäften ausstatten. Die acht Jahre später einsetzende islamische Revolution ließ allerdings die Besucherzahlen auf etwa ein Zehntel (einige Hundert pro Tag) der ursprünglichen Größe sinken.
Die kunstvollen Gebäude und Paläste entstanden auf einer künstlichen Terrasse von 300 × 500 Metern, meisterhaft aus Stein gehauen und nur mit einer hohen Backsteinmauer umgeben. Militärische Verteidigung war hier wegen der Weite des Landes und seiner guten Postverbindungen entbehrlich. Trotzdem besaß die Terrasse eine lange Befestigungsmauer im Osten, die über den gesamten Berg verlief und die Stadt vor Angriffen aus dem Osten schützen sollte. Im Süden und Osten war aufgrund der Höhe der Terrasse keine Mauer nötig. Im Südwesten sind jedoch noch einige Zinnen erhalten. Gebaut wurde nicht durch Sklaven, sondern gegen Entlohnung.
Sehr beeindruckend war – neben drei Palästen mehrerer Könige – der Hundert-Säulen-Saal, vor allem aber der Audienzsaal Apadana mit 36 Säulen von knapp 20 Metern Höhe. Die Kapitelle der Säulen sind mit Stier- und Löwenmotiven verziert, den Symbolen der Könige; auch Vogelkapitelle und Keilschrifttexte in elamischer Sprache finden sich.
Entdeckungsgeschichte:
Erste europäische Reisende besuchten die Ruinen der Palastanlagen schon im Mittelalter (beispielsweise Giosafat Barbaro). Zahlreiche Reliefs wurden im Zug der Erforschungen in europäische Museen gebracht.
Die ersten systematischen Ausgrabungen erfolgten von 1931 bis 1939 im Auftrag des Oriental Institute der University of Chicago durch aus Deutschland stammende Archäologen, vor allem Ernst Herzfeld, Friedrich Krefter und Erich F. Schmidt. Seit 1939 wird Persepolis von iranischen Archäologen erforscht. Ein bedeutender Teil der Grabungsdokumentationen und Fundumstände, Abklatsche von Inschriften und ein umfangreiches Fotoarchiv der Ausgrabungen von Persepolis befindet sich heute im Ernst Herzfeld Nachlass in der Freer Gallery of Art in Washington, DC.
Das Tor aller Länder
Das „Tor aller Länder“, genannt auch Tor des Xerxes, mit kolossalen menschenköpfigen Stierfiguren war ein kleiner quadratischer Palast mit einer Seitenlänge von 24,75 Metern. Er wurde größtenteils während der Herrschaftszeit von Xerxes I. gebaut und fertig gestellt. Er befindet sich etwa 22 Meter entfernt vom Rand der Terrasse und hatte eine Höhe von 18 Metern.

Apadana
Palast von Dareios I. (522–486 v. Chr.), Teilansicht von Süden, 2016
Nördlicher Treppenaufgang zur Apadana (Reliefdetail)
Der größte Palast in Persepolis ist der Apadana-Palast, der von Dareios I. um 515 v. Chr. erbaut und von den Nachfolgern erweitert wurde. Besonders Xerxes I. ließ zahlreiche Änderungen am Apadana, der großen Audienzhalle, vornehmen. Er verlegte aufgrund des neuen Hauptzugangs von Persepolis vom „Tor aller Länder“ auch den Haupteingang des Palastes vom Osten in den Norden.

Der „Dareios-Palast“ ist der besterhaltene Palast in Persepolis. Hier sind die riesigen Tür- und Fensterrahmen noch deutlich zu erkennen. Grund für den guten Zustand dieses Palastes ist höchstwahrscheinlich, dass die Grundstruktur überwiegend aus massiven Steinblöcken errichtet worden ist. Sie sind mehrere Tonnen schwer, die Reliefs auf den Innenseiten der Türrahmen noch relativ gut erhalten.
Hundert-Säulen-Palast
Der Hundert-Säulen-Palast war der zweitgrößte Palast in Persepolis. Sein Zentralsaal („Hundertsäulensaal“, quasi das Büro der Hofbeamten) hatte Abmessungen von 68,5 Metern Breite und 68,5 Metern Länge, was ihn zum größten Saal der alten Welt machte; auch der Zentralsaal der Apadana war kleiner. Die Decke des Hundert-Säulen-Palastes wurde von 100 Säulen getragen, die in zehn Reihen zu je zehn Säulen angeordnet waren. Eine Steintafel, die Ernst Herzfeld in der Südostecke des Palastes gefunden hat, berichtet, dass der Bau des Palastes im Jahre 470 v. Chr. unter Xerxes I. begann und um 450 v. Chr. unter Artaxerxes I. abgeschlossen wurde. Der Brand, den Alexander der Große nach der Eroberung Persiens legen ließ, war so heftig, dass vom Palast nur noch die Basen der Säulen und die Torportale erhalten sind; sie wurden unter einer drei Meter dicken Schicht von Zedernholz-Asche und Erde freigelegt.

Susa, genannt auch Seleukeia am Eulaios war eine antike Stadt. Ihre Reste liegen im Südwesten des heutigen Iran nahe der irakischen Grenze in der Provinz Chuzestan am Rande der heutigen Stadt Schusch. Susa ist eine der ältesten durchgehend besiedelten Städte der Welt. Die Etymologie des Stadtnamens ist unsicher.
Vom 3. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr. war Susa mit kurzen Unterbrechungen Hauptstadt des Reiches von Elam und blieb auch nach dem Untergang dieses Reiches ein bedeutendes urbanes Zentrum. Verschiedene archäologische Ausgrabungen erbrachten reiche Funde. Aufmerksamkeit erregte vor allem der Codex Hammurapi (eine babylonische Sammlung von Rechtssprüchen aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. Sie gilt zugleich als eines der wichtigsten und bekanntesten literarischen Werke des antiken Mesopotamiens und als bedeutende Quelle keilschriftlich überlieferter Rechtsordnungen), der schon im Altertum als Beutegut nach Susa verschleppt worden war.
Codex Hammurapi
Ausgrabungen
Der Brite William Kennett Loftus konnte 1851 den Ort als das aus schriftlichen Quellen bekannte Susa identifizieren. 1850 bis 1853 führte er dort auch Grabungen durch. Großflächige Ausgrabungen fanden dann unter Roman Ghirshman statt, der nun auch systematisch Lehmziegelbauten dokumentierte und zahlreiche Pläne vorlegen konnte. Von 1946 bis 1967 grub er in der Ville Royale ein etwa 1 Hektar großes Gebiet aus. Die Ergebnisse erbrachten ab 1965 wertvolle Hinweise zur Stadtplanung. 1966 erreichte er in diesem Grabungsgebiet 15 m tief. Bedingt durch die Größe der Schuttablagerungen, die teils zu früh erfolgten Ausgrabungen und die damit einhergehenden schlechten Dokumentationen ist es nur schwer möglich, die einzelnen Bauwerke und die Stadtentwicklung zu rekonstruieren. Der Bereich des In¨u¨inak-Heiligtums auf der Akropolis wurde zwar ausgegraben und dort wurden auch die reichsten Funde gemacht, die sicherlich dem Tempel zuzuordnen sind, die architektonischen Reste wurden jedoch bei den frühen Ausgrabungen von de Morgan oftmals vollkommen übergangen.
Vor allem die ältesten Schichten liegen teilweise bis zu 20 Meter unter dem heutigen Boden und wurden nur an einigen Stellen freigelegt. Es konnten stellenweise über 25 archäologische Schichten unterschieden werden. Auch die jüngeren, oberen Schichten aus der seleukidischen, parthischen, sassanidischen und islamischen Zeit wurden oftmals einfach ohne gewissenhafte Dokumentation abgeräumt, weil sie für die frühere und auch spätere Forschung von geringem Interesse waren.
Susa als Hauptstadt von Elam
Die Geschichten von Susa reicht zurück bis ca 3000 v. Chr.
Periode Susa IV B (2400–2100 v. Chr.): Die akkadische Stadt
Die Stadt wurde in dieser Zeit Teil des akkadischen Reiches. Susa war weiterhin von großer Bedeutung, doch sind archäologisch nur wenige Reste erhalten. In der Apadana wurden nur Keramikreste und Bronzeobjekte in Gräbern, die in diese Zeit zu datieren sind, gefunden. Auf der Akropolis befand sich ein Gebäude mit überwölbten Räumen, bei dem es sich vielleicht um einen Speicher handelte. In der Königsstadt wurden Reste von Wohnbauten und Gräbern ausgegraben. Die Stadt nahm zu dieser Zeit eine Fläche von circa 46 Hektar ein. Das Fundgut, beispielsweise die Keramik, aber auch die Darstellungen auf den Zylindersiegeln belegen akkadischen und mesopotamischen Einfluss. Aus dieser Periode stammen circa 60 weibliche Tonfiguren, die mesopotamischen Einfluss zeigen, aber auch elamitisch im Stil sind. Handel mit der Induskultur ist durch ein Indussiegel und ein Indusgewicht belegbar.

Beterfigur
Im 5. Jahrhundert ließ König Dareios I. die Persische Königsstraße errichten, die von Susa durch Mesopotamien und Anatolien bis ins lydische Sardes nahe der ägäischen Küste führte. Eine Verlängerung nach Osten führte nach Persepolis.
Susa ist seit 2015 UNESCO-Welterbe, u. a. kann man den Apadana (Palast von Dareios I.) und die um 1890 von den französischen Archäologen erbaute Burg Schusch besichtigen. Das Susa-Museum zeigt archäologische Funde aus der langen Geschichte der Stadt.
In der Nähe liegt außerdem die Ausgrabungsstätte der 3300 Jahre alten Stadt Tschogha Zanbil mit der größten Zikkurat Irans, die ebenfalls eine UNESCO-Welterbestätte ist.
Fabian
Nichts schockiert mich, ich bin Wissenschaftler
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mal editiert, das letzte Mal am 08.04.2026, 10:50 von Fabilousfab.
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