Dt. Indiana Jones Fan Forum Summit 2019



#1 19.09.2019, 16:14
Marcosmologia Abwesend
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Betreff: Mythologie & Spielberg
Kurz zu mir, Ich habe 30 Jahre lang Filme geschaut und mich für die Background Informationen interessiert, weil ich verstehen wollte was der Gedanke war bei diversen Background Details. Dann verlagerte ich meinen Fokus auf Eschatologie und Mythologie, ersteres ist das studieren vergangener und kommender Weltuntergangs Szenarien.

Wenn man die heidnischen Symbole und den Kontext der Idee dahinter verstanden hat, sieht man diese Symbole, überraschenderweise in der Filmkunst wieder, und das weltweit! Das Konzept der zyklischen Naturkatastrophen unserer Vorfahren findet man nicht nur in der antiken Kunst, sondern auch in der Modernen Popkultur. Was ich als anfangs als Zufall oder Einzelfall abgewunken habe, kann ich heute nicht mehr behaupten denn die Masse an Argumenten beweist das ich mir das nicht Einbilde. Es ist eine Form der "Meisterkunst" die ich bei vielen Regisseuren wiederfinde, Spielberg ist einer davon.

• Indianer Jones I

Die Szene mit dem Iman der die Schrift auf dem Kopfstück dekodieren soll, fängt damit an das Indiana Jones durch ein Gitter-Fenster schaut. Dieses Gitter besteht aus Hexagonen/Davidsterne. Indianas Auge ist genau zentrisch in der Mitte des Hexagons ausgerichtet. "Eye, Auge" hat seinen Wortstamm in dem Wort "Age, Zeitalter" Selbst das Christentum heute verwendet heute noch diese Symbolik.
In dieser Wohnung sieht man ein Teleskop was in den Himmel gerichtet ist darunter ein aufgeschlagenes Buch, als Anspielung, der Sternenhimmel wird studiert.
Das letzte große Massen aussterben wurde ausgelöst durch einen Kosmische Katastrophe und passt auf die Beschreibung der Zerstörung der Welt durch Feuer und Wasser, deshalb auch die Sternen Observation zur "Vorhersage".
Rechts vom Teleskop sehen wir einen Globus aus dem Rauch aufsteigt (!)
Dann folgt das Lied von Salla ich bin "Der Herrscher der See und der Kaiser aller..." und wird unterbrochen als er die Dattel fängt. Salla sagt: "Its a bad date"
"Date" bedeutet Zeitpunkt oder Dattel. Generell die ganze Szene ist voll mit Doppeldeutigkeiten.

Dann folgt die Sequenz wie sie an der richtigen Stelle graben. Auch hier passieren mythologische Anspielung. Während des ausgraben öffnet sich der Himmel und ein Sturm zieht auf (Erinnert euch an Terminator1 oder Batman "a storm is coming" als Mahnung einer kommendes Katastrophe) Während Indy sich ehrfürchtig die Blitze anschaut, hört man hinter der Kamera Salla rufen:
"Indy! we HIT STONE"
(Wir sind auf Stein gestoßen oder Uns hat ein Stein getroffen)
und Harris Ford dreht sich um, schaut für eine Sekunde in die Kamera (!) mit einem leichten Lächeln und verlässt die Szene. Kann man als Filmfehler werten oder als hint für den Suchenden.

Erinnert euch was Salla zu Indy sagte als Warnung über die Bundeslade. Der Tod umgibt es, "ES IST NICHT VON DIESER WELT" .Generell spielt die Bundeslade eine Rolle wenn um kosmische Katastrophen geht, genauso wie die Grals Legende (Ein Stein der vom Himmel gefallen ist).

Also ich bin überzeugt das es kein Zufall ist, sondern künstlerische Absicht weil so gut wie jeder Film eine Anspielung auf dieses Thema macht.
Die Frage ist, wie seht ihr das?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 19.09.2019, 16:17 von Marcosmologia.  

#2 20.09.2019, 19:40
Pascal Abwesend
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Betreff: Re: Mythologie & Spielberg
Zitat von Marcosmologia:
Kurz zu mir[...]

Herzlich willkommen

Zitat von Marcosmologia:
[...]Also ich bin überzeugt das es kein Zufall ist, sondern künstlerische Absicht weil so gut wie jeder Film eine Anspielung auf dieses Thema macht.
Die Frage ist, wie seht ihr das?[...]

Puhhh... das muss ich erst einmal sacken lassen. Einige dieser möglichen Andeutungen hatte ich bislang noch garnicht bewusst wahrgenommen...

Ich denke auch, dass Mr. Spielberg viele dieser bedeutungsschwangeren Momente bewusst eingebaut hat, um die Spannung zu steigern. Allerdings würde ich nicht soweit gehen, diese mit Weltuntergangsszenarien in Verbindung zu bringen.

Ich denke eher, dass einige davon überinterpretierbar sind (wie z.B. ein Hexagramm um das Auge von Indy) und andere Momente (wie die Gewitterwolken beim Ausbuddeln der Lade) eher dazu dienen sollten, den Blick des Zuschauers allgemein auf kommende übernatürliche Aspekte vorzubereiten.

Aber natürlich sind viele der Artefakte in den Filmen von so epischer Bedeutung, dass zumindest die Gefahr eines Weltuntergangs mit im Spiel war. Wenn z.B. die Nazis die Macht der Lade hätten nutzen können, wäre das durchaus gefährlich gewesen.

Da die Filme aber immer in unserer Vergangenheit spielen, ist dem Zuschauer auch der ganzen Zeit bewusst, dass der Film so enden wird, dass dieser Ausgang keinen sichtbaren Einfluss auf unsere Gegenwart haben wird. Aber geade deshalb ist es von Vorteil, die Dramatik ein wenig überzustrapazieren - das hält den Zuschauer trotz der zeitlichen Einordung der Handlung in wachsender Spannung.

Hinzu kommt für mich, dass die Filme an die alten Cliffhanger-Serials angelehnt sind, die ebenfalls immer mit leicht übertriebener Dramatik gespielt haben - damit der Zuschauer auch nächste Woche noch wissen will, wie die der Held knapp überlebt und die Handlung nun weitergeht.

Ich sehe bei der Betrachtung der "Indy-Dramaturgie" auch einen weiteren Spagat: Spannung durch einen drohenden Untergang aber trotzdem die kompromisslose US-amerikanische Tradition des zwingend notwendigen Happy Endings.
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Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, das letzte Mal am 20.09.2019, 20:03 von Pascal.  

#3 21.09.2019, 00:29
Schimmi_Ruhrort Abwesend
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Avatar von Schimmi_Ruhrort

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Betreff: Re: Mythologie & Spielberg
Hallo Marcosmologia,

erst einmal herzlich Willkommen im Forum.

Du gehst ja zum Einstieg ordentlich ran.

Ja, das Ganze ist definitiv kein Zufall, sondern so gewollt.

Selbsverständlich stecken die Indiana Jones Filme voller Anspielungen und Symboliken der den meisten Menschen bekannten Mystizismen aus möglichst vielen Kulturen und Religionen.

Man sollte allerdings nicht zuviel hineininterpretieren.

Es geht hier definitiv nicht um spezielle Themen wie den Weltuntergang, sondern um reine Psychologie und Manipulation zur Erzeugung von Emotionen jeglicher Art

Durch Einblenden bestimmter Dinge werden die eigentliche Dramamatik und Spannungsmomente nochmals durch im evolutionären Unterbewusstsein gespeicherte und unbewusst abgerufene Urängste verstärkt, selbst, wenn man nicht genau auf jedes Detail achtet. Kleine bedrohlich wirkende Geräusche und Musiksequenzen leisten den Rest.

Das Ganze ist nichts Neues und gibt es im Grunde, seit es das Kino gibt.

Solche und andere Stilmittel zur unterschwelligen Manipulation findet sich in unzähligen Filmen sämtlicher Genres, wie Gruselfilmen (Ich schreibe mal bewusst nicht Horror), den Dan Brown Verfilmungen mit Tom Hanks, dem Schweigen der Lämmer, den Jean Reno Filmen Die purpurnen Flüsse 1 und 2, den Edgar Wallace und Hitchcock Filmen sowie anderen Thrillern, Science Fiction Filmen wie Stark Wars, Alien, Enemy Mine, Mad Max, Western wie Spiel mir das Lied vom Tot, den Karl May Filmen, Film- und Serienreihen wie The Quest, Star Trek, weiteren Serien wie Relic Hunter, Supernatural, Buffy, Propagandafilmen totalitärer Regime, Liebesschnulzen, Komödien, Werbung und und und...

Gute Regisseure wie Spielberg, Lucas, Hitchcock, Murnau, Lang, Riefenstahl, Cameron, Emmerich, Petersen... wussten und wissen dies geschickt einzusetzen.

Ein anderes Beispiel für unterschwellige Manipulation im Kino, war damals in Amerika das Hineinschneiden einer Coladose als jedes 29te Bild, sodass die Zuschauer, ohne die Dose optisch wahrzunehmen, Durst darauf bekamen.

Übrigens: Dr. Henry Jones jr. heißt nicht und ist auch kein Indianer, sondern wird Indiana, nach seinem Hund benannt, gerufen!

Und denk auf gar keinen Fall an einen Rosa Elefanten!

Gruß Roland
Ich bleibe bei Individualismus und Originalität bevor ich eine schlechte Kopie des Originals werde!
Dieser Beitrag wurde 23 mal editiert, das letzte Mal am 21.09.2019, 02:31 von Schimmi_Ruhrort.  

#4 04.10.2019, 18:27
Marcosmologia Abwesend
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Betreff: Re: Mythologie & Spielberg
Erstmal danke für die Antworten.

Urängste, weil sie realer Natur sind, es sind traumatische Erlebnisse an ein Massen aussterben das vor 12.000 Jahre passierte. Der Moderne Mensch lebte zu dieser Zeit, und die Überlebenden haben diese Überlieferung durch Folklore und Mythologie gesichert. Wenn Platon sagt vor 9000 Jahre gab es eine globale Flutkatastrophe und die Wissenschaft bestätigt das in diesen Epoche einen abrupten Meerespiegel anstieg passierte, existiert kein rationaler Grund es dennoch als Mythos abzuwinken. Und ich bin überzeugt das Spielberg diese Mythologie genauso ernst nimmt wie ich.

Mal ein Beispiel wie die "Grüne Sprache" funktioniert:

• IndianA (Danke) Jones IV

In einem Interview spricht Spielberg was seine Idee war als die Atombombe hochgeht. Er steigt aus dem Kühlschrank aus und läuft die Anhöhe. Er blickte bei der Szene in die Sonne, die später mit dem CGI Atompilz ausgetauscht werden sollte. Spielberg sagt das er symbolisch darstellen wolle das Indy im Atomaren "Zeitalter" angekommen ist.

Die Original Idee der Zeitmaschine aus Zurück in die Zukunft I war ein Eisschrank, der auf ein Atom-Testgelände gebracht werden sollte um eine Zeitreise zu machen. Die Idee mit dem DeLorean kam später weil sie angst hatten das Kinder in Kühlschränke steigen. Spielberg hat ihn damals produziert und hat dieses Konzept in das Intro von Indiana Jones 4 verwurstet. (Erklärt auch warum der DeLorean bei der ersten Zeitreise vereist war)

Ghostbusters1, apocalyptische Zukunftsvision im Kühlschrank vom Zerstörer der Welt. Oder falls ihr den Film "Hot Fuzz" kennt, der "Gigant" stirbt bei dem Gerangel augenblicklich als er in den Eisschrank fällt ohne sich wirklich zu verletzten. Das ist eine Anspielung auf Ragnarök und das Zeitalter der Frostgiganten das beendet wird durch eine Naturkatastrophe. Der Zuschauer wundert sich nur und winkt es als britischen Humor ab, kennt man sich aber in Mythologie aus bekommen solche Szenen einen Kontext.
Leztes Beispiel, Im Spielberg Film ReadyPlayerOne, in der "Shining" Sequenz: Der Charakter "AECH" (ausgesprochen Age/Zeitalter) wird in einem Eislabyrinth von einer Axt gejagt und wird in der letzten Sekunde von Artemis gerettet weil sie ihn aus den Eisschrank rettet, symbolisch.

Natürlich kann das alles Zufall sein. Aber ich sehe hier sehr deutlich einen roten Faden das sehr viele Künstler/Regisseure sich an Mythologie bedienen.

Mir ist klar das ihr das skeptisch betrachtet weil man so einer Herangehensweise noch nie gehört hat. Meine Frage ist, würde euch die Masse an Beispielen der immer gleichen Symbolik, nur individuell erzählt von Regisseur zu Regisseur, überzeugen können?

Schönes Wochenende.
 

#5 07.10.2019, 15:43
Pascal Abwesend
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Betreff: Re: Mythologie & Spielberg
Zitat von Marcosmologia:
Mir ist klar das ihr das skeptisch betrachtet weil man so einer Herangehensweise noch nie gehört hat.

Wenn ich mal für mich selbst sprechen darf: skeptisch-> ja; noch nie von so einer Herangehensweise gehört -> nein

Zitat von Marcosmologia:
Meine Frage ist, würde euch die Masse an Beispielen der immer gleichen Symbolik, nur individuell erzählt von Regisseur zu Regisseur, überzeugen können?

überzeugen wovon? Das viele dieser Beispiele kein Zufall sind? Unwahrscheinlich, da eine Häufung von Beispielen zwar gut klingt, aber keine quantitative Aussage ist.

Aber trotzdem finde ich solche Gedanken klasse, da sie den Kopf für neue Sichtweisen öffnen. Ich sage ja nicht, dass das Thema "Weltuntergang" bei der einen oder anderen Szene ein Kniff war, um die Dramaturgie zu steigern. Aber ich finde es gefährlich, solche Zuordnungen pauschal zu machen.

Was mir noch nicht klar ist: angenommen, Du lägest hier komplett richtig: was sollte deiner Meinung nach die Motivation all dieser Anspielungen sein?
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 07.10.2019, 15:44 von Pascal.  

#6 17.10.2019, 19:41
Marcosmologia Abwesend
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Betreff: Re: Mythologie & Spielberg
"Häufung von Beispielen zwar gut klingt"
Eben das konnte mich überzeugen.

"Aber ich finde es gefährlich, solche Zuordnungen pauschal zu machen."
Dieser Gefahr bin ich mir bewusst, jeder Andere "Querdenker" im Internet sieht in solchen Sachen eine weitere Bestätigung einer großen Verschwörung, ich aber nicht und versuche es so respektvoll wie möglich aufzubereiten. Nächstes Jahr will ich einen YouTube Kanal starten der diese Verbindungen deutlich besser erklärt als auf Textbasis. Es ist mehr eine Verehrung der Filmkunst und mit der Perspektive der Mythologie bekommt man einen tieferen Einblick, wie oder warum ein Regisseur eine Scene designed hat:

Indiana Jones III
Als Indy den Sprung des Glaubens meistern sollte gibt es eine Szene wo sein Vater verletzt auf dem Boden liegt und den Satz "nur der Bußfertige..." wiederholt.
Achten Sie mal auf die Löwen Statue die sich im Hintergrund befindet, und im Vordergrund ist Henry. Die Kamera wurde so platziert das der Löwe über seiner Brust ist. Die Szene fängt an, die Kamera fährt langsam auf ihn zu und dann bemerkt man das der Löwe künstlich angeleuchtet wird! Dann schnitt zu Indy der die Augen schließt und die Hand auf sein Herz legt und dann den Sprung wagt.
Wenn sie jetzt auf Google Bilder "Tierkreis Mensch" suchen, werden Sie sehen das der Löwe immer mit dem Herzen verbunden ist. (Held, Prinz Löwenherz)

Und ich behaupte das Spielberg ebenfalls den Tierkreis Mensch kennt.

"die Motivation"
Ich habe keine Ahnung. Interessanterweise bin ich auch Künstler, und ich webe diese Methodik ebenfalls in meine Werke mit ein und hoffe das einer mal sagt, hey, ich habe deine Botschaft gefunden, während der Rest vom Hauptthema abgelenkt ist. -Magic-
 

#7 17.10.2019, 20:34
Pascal Abwesend
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Betreff: Re: Mythologie & Spielberg
Kennst Du zufällig die Zeitschrift Skeptical Inquirer? Die haben oft sehr gute Artikel zu solchen Themen.
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