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#461 10.01.2018, 21:24
Kukulcan Abwesend
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Betreff: Re: Die letzte Serie
Zitat von Kukulcan:
Dirk Gently's Holistic Detective Agency - Staffel 1...Den Zuschauer über viele Folgen erstmal völlig verwirrt zurückzulassen, erinnerte mich etwas an Preacher. Die Zeitreise-Story war OK, aber auch nicht so originell, wie sich das die Macher vielleicht dachten. Eine zweite Staffel würde für mich gewinnen, wenn sie auf die Herkunft/Motivationen der übrig gebliebenen Charakter eingeht und dazu einen neuen Fall aufrollt, der zwar bizarr sein darf, aber seine Geheimnisse weniger mit der groben Kelle auswalzt.

Ich zitier mich hier mal selbst:
- Völlig verwirrt in den ersten Folgen: Check Positiv / Ja (eher noch mehr)
- Herkunft/Motivation der Charaktere: Fehlanzeige
- Grobe Kelle: Tatsächlich entwickelt sich der „Case of the year“ gefühlt ein bisschen natürlicher. „Grobe Kelle“ ist aber auch in Staffel 2 eine Redewendung, die einem schon mal durch den Kopf geht.

Tatsächlich hat mir Dirk Gently: Staffel 2 besser gefallen als gedacht. Aber man fragt sich in den ersten Folgen schon manchmal, ob bizarre Gegebenheiten und hysterisches Spiel wirklich genug sind und ein völlig planloser Dirk Gently wirklich als Titelheld taugt. Und im weiteren fragt man sich, ob das alles nicht ein wenig konstruirt wirkt.

Die Staffel schafft es aber, einen direkt am Gehirn vorbei am Lachzentrum zu packen und im weiteren Verlauf zumindest so viel Entwicklung und holistische Verbindungen zu schaffen, dass kein völliger geistiger Hohlraum zurückbleibt.

Die Chance, mehr Background für die Charactere zu schaffen, ist jetzt leider dahin, da die Serie eingstellt wird.

Gute 8 von 10 Taschenuniversen
 

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#462 11.01.2018, 15:26
Leusel Abwesend
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Betreff: Re: Die letzte Serie
Staffel 2 steht bei mir noch auf der Watchlist. Staffel 1 war im Großen und Ganzen okay, irgendwie war die Serie aber doch ein bisschen "Doctor Who für Arme" und als die Staffel in Fahrt kam, war sie vorbei. Erstmal Punisher zu Ende schauen. Zwinkernder Smiley
Das lausigste Mitglied des deutschen Indy Forums
 

#463 11.01.2018, 22:51
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Die letzte Serie
Jean-Claude Van Johnson - aka Jean-Claude Van Damme. aka Jean-Claude Van Varenberg. Aka Jean-Claudes zweiter Versuch im ironischen Umgang mit dem eigenen Mythos. Man erinnere sich: Bereits 2008 spielten die "Muscles from Brussels" sich selbst bzw. eine fiktiv-authentische Variante davon in JCVD und nahmen dabei das eigene Scheitern als Star und Mensch aufs Korn. JCVJ dreht das Spiel gewissermaßen noch ein Stück weiter, denn wir lernen: Van Damme heißt eigentlich Van Johnson, ist Geheimagent und nutzt die Schauspielerei nur als Tarnung. Das fängt dann auch wunderbar elegisch an, indem ein gescheiterter Star einsam und verlassen in seiner sterilen Hollywood-Villa vor sich hinvegetiert und so überhaupt nichts mehr mit dem strahlenden Helden zu tun hat. Nur: Es wird nicht konsequent durchgezogen. Im Verlauf der Staffel mit ihren sechs Folgen wechselt andauernd der Ton der Serie, mal ironisch und absurd, mal tragisch und verkopft. Letzteres ist sicherlich auch ironisch gemeint, kommt leider nur sehr schwerfällig rüber und nimmt immer wieder das Tempo aus der Handlung. Dass die Agentenstory dann noch mit einigen überkandidelten Ideen wie debilen Doppelgängern, Wettermanipulationsmaschinen und - Achtung! - Zeitreisen aufwartet, zeigt ganz gut, dass man sich nicht entscheiden konnte, was man denn eigentlich wollte. Dennoch: Wegen Van Damme lohnt das Reinschauen allemal, denn wie er mit seinen immerhin schon 57 Jahren nicht davor zurückschreckt, sich selbst aufs Korn zu nehmen (und - oho! - zu schauspielern), verdient schon Respekt. Und Kat Foster als Partnerin und (Ex-)Love Interest lohnt auch den einen oder anderen Blick.
"Never tell me the odds!" - Han Solo
 

#464 13.01.2018, 23:24
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Die letzte Serie
Westworld - Michael Crichton hatte in den 70ern eine ziemlich coole Idee: Ein Vergnügungspark mit Robotern, in dem alles möglich ist. Diese Idee nutzte er in seinem Kinodebüt aber vor allem für eine Sache: eine ordentliche Panik-im-Park-Episode, wie es später auch bei Jurassic Park der Fall sein sollte. So faszinierend Westworld damals im Prinzip war, so blieb es doch eine ziemlich oberflächliche Angelegenheit und warf eine ganze Reihe an Fragen auf, die unbeantwortet blieben: Welcher Konzern steckt hinter dem Freizeitpark Delos, welche Ziele verfolgt er, warum ticken die Roboter aus, wie intelligent sind die Roboter überhaupt, was unterscheidet sie von den Menschen, was begeistert die Gäste des Parks eigentlich am Wilde-Sau-Spielen etc. etc.? Die Macher der Fernsehserie haben sich das anscheinend auch gefragt und schlagen genau in diese Kerbe(n). So funktionieren die zehn Episoden der ersten Staffel denn auch gleich auf mehreren Ebenen, steigen tief in die Charakterentwicklung des echten und künstlichen Personals ein, liefern ein paar unvermeidliche Intrigenspiele und handeln nebenbei recht komplexe Fragen rund um Künstliche Intelligenz, Menschlichkeit oder Moral und Ethik ab, ohne dass es plakativ oder konstruiert wirkt. Das alles ist dann auch noch angenehm langsam erzählt und liefert nicht nur einen, sondern gleich eine Handvoll an Twists. Ed Harris ist cool wie Sau und Thandie Newton heiß wie Frittenfett. Anthony Hopkins hat ausnahmsweise mal wieder ne gute Rolle und Jimmy Simpson zeigt sich einmal mehr als legitimer Christian Slater-Nachfolger. Dystopische Sci-Fi mit Köpfchen, Blut und blanken Brüsten. Was will man mehr? Freue mich auf Staffel 2.
"Never tell me the odds!" - Han Solo
 

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