Dt. Indiana Jones Fan Forum Zum Summit 2026 in 'Schloss Brunwald'


Seiten (4): 1, 2, 3, 4

#21 27.02.2015, 11:08
Leusel Abwesend
Mitglied

Avatar von Leusel

Beiträge: 8.629
Dabei seit: 02.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Aldridge:
Das hat sicherlich etwas mit Penetranz zu tun. Bei vielen Filmthemen - Beispiel CGI - scheint der persönliche Stachel allerdings auch sehr tief zu sitzen. Da werden dann gerne mal Nebensätze oder ein halber Absatz darauf verwendet, noch mal eben die eigene diffuse und natürlich negative Meinung zum Thema loszuwerden, ob es nun zum Thema passt oder eben (meistens) nicht. Das haben einige so verinnerlicht, dass es wie ein Mantra automatisch kommt. War beim Star Wars-Teaser ähnlich, der eigentlich nur in Abgrenzung von der PT gut gefunden wurde. Tenor: Toller Teaser, zum Glück nicht so CGI-verseucht wie die PT. Das Ding strotzte zwar vor Computereffekten, aber was soll´s?

Da habe ich mich leider öfters mal ertappt, das ich zum Beispiel bei den neuen Star Trek-Filmen öfters mal kundtue, wie ich die denn fand. Dennoch versuche ich, es nicht ganz so negativ klingen zu lassen, da auch ich anerkennen muss, das viele Ideen gut und auch längst überfällig waren. Soll heißen: Den Ärger und die Frustration kann ich nachvollziehen, doch wie immer spielt der Ton die Musik.
Das lausigste Mitglied des deutschen Indy Forums
 

#22 27.02.2015, 11:12
Aldridge Abwesend
Mitglied

Avatar von Aldridge

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Man kann ja solche Nebenschauplätze auch gerne aufmachen, mache ich ja auch andauernd. Aber dann wäre es gut, wenn man nicht so pauschal lospupen, sondern auch eine kurze Begründung mitliefern sollte. Kein Film ist so schlecht, dass er "total scheiße" ist (ok, über Pearl Harbor können wir streiten, aber auch da sind wenigstens die Effekt gut Zwinkernder Smiley ).
 

#23 27.02.2015, 11:17
Plissken Abwesend
Mitglied

Avatar von Plissken

Beiträge: 4.823
Dabei seit: 30.10.2007
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Hier mal aktuell: Blomkamp rudert etwas zurück.
http://www.superherohype.com/...ontinuity#
Allerdings ist der Tenor der Kommentare erschreckend. Das ist der allererste Kommentar zum Thema:
Zitat:
Who cares if it does? I'm more than happy pretending that Alien 3 and Resurrection don't exist, and especially the two Alien vs Predator movies. There were problems with Superman Returns, but ignoring Superman 3 and 4 were not among them.
Das es kein positiver Beitrag wird war klar Grinsender Smiley
Weiter geht es dann aber auch mit solchen Äußerungen die mir das Frühstück wieder hochkommen lassen.
Zitat:
- That's a shame, Alien 3 & 4 were god awful, he should flush that continuity down the toilet.
- Fukk those two movies. Please do retconn them Neill. They're both crap and I never watched either more than once. 3 and 4 never happened? An Aliens fans dream come true.
Allerdings gibt es auch positive Kommentare. Die werden aber auch gerne angegriffen.

Das ist auch so ein Phänomen. Besonders in Fan-Foren ist es fast unmöglich als Neuankömmling eine abweichende Meinung zu präsentieren.
Ich kenne ein Forum in dem ein langjähriges Mitglied plausibel argumentiert hat warum er Man of Steel für einen sehr guten Superman-Film hält, trotz einiger Makel. Er kam aus den Rechtfertigungen nicht mehr raus und wurde zum Teil auch beleidigt. Als Newbie wäre man wohl schon nach dem ersten Post dem Erdboden gleich gemacht Zwinkernder Smiley
Mit einer negativen Meinung hätte man wahrscheinlich noch Applaus bekommen

EDIT: Wie gesagt, Kritik ist völlig in Ordnung wenn man sie begründen kann. Muss nicht sofort sein aber auf Nachfrage sollte schon was geboten werden.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 27.02.2015, 11:19 von Plissken.  

#24 27.02.2015, 11:18
Pascal Abwesend
Moderator

Avatar von Pascal

Beiträge: 9.267
Dabei seit: 04.03.2012
Wohnort: <Info auf Anfrage>

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Aldridge:
Bei vielen Filmthemen - Beispiel CGI - scheint der persönliche Stachel allerdings auch sehr tief zu sitzen.

Das verstehe ich leider nicht. Was gibt es an CGI (oder einem der anderen Themen) auszusetzen?

Es gibt halt sogenannte "Special Effects Filme". Wenn ich mir die anschaue, muss ich halt auch mit moderner Technik rechnen, dachte ich.

Ansonsten muss man sich wohl doch besser an "Filmen nach klassischer Machart" wie z.B. "Monsieur Claude und seine Töchter" erfreuen.

Aber da bringe ich mich gerade selbst auf einen Gedanken: Kann dass sein, dass diese Noergel-Kultur ausschliesslich ein Problem der "Special Effects Film Fortsetzungen" ist? Oder gibt's sowas auch woanders? Oder bekommen wir "Herren des mittleren Alters" einfach vom Rest der Welt garnichts mehr mit? Grinsender Smiley
Laird Dr. Pascal Ivanović Kurosawa is one of the most over-rated moderators in this forum.
aktuell page of diary in work: sign.10,page12 (No. 156 of 288)
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, das letzte Mal am 27.02.2015, 11:27 von Pascal.  

#25 27.02.2015, 11:35
Aldridge Abwesend
Mitglied

Avatar von Aldridge

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Pascal:
Das verstehe ich leider nicht. Was gibt es an CGI (oder einem der anderen Themen) auszusetzen?

Frag das nicht mich. Ich habe keinerlei Probleme damit. Ich möchte Daniel nicht auf die Füße treten und das ist auch nicht böse gemeint, aber den Zwischenruf mit der "grünen Hüpfburg" letztens im ILM-Thread fand ich recht unpassend. Wenn er Probleme mit CGI hat, ist das ja ok. Aber der Post war halt reichlich polemisch und in dem Stil, wie man ihn zuhauf liest in den Filmforen.

Zitat von Pascal:
Ansonsten muss man sich wohl doch besser an "Filmen nach klassischer Machart" wie z.B. "Monsieur Claude und seine Töchter" erfreuen.

Ich ertappe mich mit zunehmendem Alter (uh, hört sich das an!) dabei, dass ich solche Filme durchaus als Erholung vom Blockbuster-Kino wahrnehme und genieße. Filme, die ganz entspannt einfach ihre Geschichte erzählen. Das soll nicht zu Lasten des Blockbuster-Kinos gehen, das ich genauso gerne schaue. Aber mal entspanntes Geschichtenerzählen ist auch schön und ja die Grundqualität des Mediums. Zwinkernder Smiley
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 27.02.2015, 12:24 von Aldridge.  

#26 27.02.2015, 11:45
Aldridge Abwesend
Mitglied

Avatar von Aldridge

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Pascal:
Aber da bringe ich mich gerade selbst auf einen Gedanken: Kann dass sein, dass diese Noergel-Kultur ausschliesslich ein Problem der "Special Effects Film Fortsetzungen" ist? Oder gibt's sowas auch woanders? Oder bekommen wir "Herren des mittleren Alters" einfach vom Rest der Welt garnichts mehr mit? Grinsender Smiley

Ich denke, es liegt an der Frustration der Filmfans, die selbst älter werden. Ich habe es letztens ja schon hier geschrieben:

Die heutigen Nörgler sind ja vielfach im Alter 25 bis 40 Jahre. Die sind in den 70ern / 80ern aufgewachsen, haben das Aufkommen des teuren Blockbusterkinos im Gefolge von Spielberg und Lucas miterlebt und damals natürlich (als Kinder) mit offenem Mund vor den epischen Special-Effects-Filmen gesessen.

Inzwischen sind sie halt älter geworden, haben diese "Ware" massenhaft konsumiert und kommen so langsam dahinter, dass diese Geschichte alle dem gleichen Muster folgen (Stichwort "Fahrt des Helden" - habe ich auch schon mehrfach ausgeführt) und damit natürlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner beim Publikum zielen. Damit kommt die Nörgel-Generation natürlich in einen persönlichen Konflikt: Einerseits versprechen sich alle möglichst einen Kick wie sie es schon in den 80ern bei Arnie & Co. erlebt haben. Andererseits bleibt halt auch beim neuesten "Oberburner" dann doch wieder nur der Eindruck, Altbekanntes mit neuen Effekten gesehen zu haben. Und dann wird halt losgepupt.

Ist natürlich schizophren. Denn wenn dann Filme mal vom Altbekannten abweichen und ein Franchise in eine neue Richtung lenken (Beispiel Alien oder Matrix oder Star Wars-PT), dann ist es natürlich auch nicht richtig.
 

#27 27.02.2015, 11:53
Leusel Abwesend
Mitglied

Avatar von Leusel

Beiträge: 8.629
Dabei seit: 02.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Aldridge:
Ich ertappe mich mit zunehmenden Alter (uh, hört sich das an!) dabei, dass ich solche Filme durchaus als Erholung vom Blockbuster-Kino wahrnehme und genieße. Filme, die ganz entspannt einfach ihre Geschichte erzählen. Das soll nicht zu Lasten des Blockbuster-Kinos gehen, das ich genauso gerne schaue. Aber mal entspanntes Geschichtenerzählen ist auch schön und ja die Grundqualität des Mediums. Zwinkernder Smiley

Davon hatten wir es ja mehr oder weniger im "Welche DVDs und/oder Blu-Rays besitzt ihr?"-Thread. Zwinkernder Smiley Hat beides seine Reize, entweder locker und leichte Unterhaltung, die man nach langen Arbeitstagen einfach braucht, oder etwas ernstes fürs Wochenende.
Das lausigste Mitglied des deutschen Indy Forums
 

#28 27.02.2015, 12:01
Pascal Abwesend
Moderator

Avatar von Pascal

Beiträge: 9.267
Dabei seit: 04.03.2012
Wohnort: <Info auf Anfrage>

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Als Psychologie-Fan habe ich dazu noch eine Theorie:

Nur als Kind ist man offen fuer Neues. Aber sobald man erwachsen ist, muss alles weiterhin so sein wie frueher. Ansonnten muesste man ja neue Synapsen im Gehirn verknuepfen. Wie soll das gehen?

Mit anderen Worten: die 25-40-jaerigen Noergler verhalten sich einfach ihrem Alter entsprechend. Grinsender Smiley
Laird Dr. Pascal Ivanović Kurosawa is one of the most over-rated moderators in this forum.
aktuell page of diary in work: sign.10,page12 (No. 156 of 288)
 

#29 27.02.2015, 12:14
Aldridge Abwesend
Mitglied

Avatar von Aldridge

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Pascal:
Mit anderen Worten: die 25-40-jaerigen Noergler verhalten sich einfach ihrem Alter entsprechend. Grinsender Smiley

Warum klingen sie dann wie kleine nörgelige Kinder? Grinsender Smiley Gerade nach Abschluss der Schulbildung sollte man von volljährigen Menschen doch erwarten können, sich angemessen zu äußern...
 

#30 27.02.2015, 14:08
Indy2Go Abwesend
Mitglied

Avatar von Indy2Go

Beiträge: 5.937
Dabei seit: 16.01.2011
Wohnort: Xanadu

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Da solltest Du mal bei den Unterhaltungen bei uns auf dem Pausenhof zuhören. Zwinkernder Smiley
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
 

#31 27.02.2015, 15:13
Toth Abwesend
Mitglied

Avatar von Toth

Beiträge: 2.147
Dabei seit: 08.11.2008
Wohnort: Südpfalz

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Im Grunde könnte man vieles davon auch einfach als Frust vor einem reichlich normalem, gar langweiligem Leben abtun, welches die meisten Menschen mehr oder weniger führen. Dabei gilt häufig die Regel, je flamboyanter und provozierender das Auftreten im Internet, desto mausgrauer und kriecherischer das Auftreten im wahren Leben. Schließlich ist nichts besser für das eigene Ego, als sich an extrem reichen und erfolgreichen Persönlichkeiten abzuarbeiten, um sich selbst als intellektuellen, kritischen Geist in Szene zu setzen, der sich von keiner teuer gehypten filmischen Plumpheit überrumpeln lässt, auf die der "Mainstream" immer und immer wieder herein fällt. Gerne spielt man dabei auch den Gralshüter der "wahren" Filmkunst, die durch inflationären CGI-Missbrauch immer mehr den Bach hinunter geht. Die Fähigkeit zur Selbstironie oder zum Eingeständnis eines eigenen Irrtums haben sich viele dieser Nerds ohnehin schon vor dem ersten Bauchansatz abtrainiert.
Ärgerlich wird das Ganze dann, wenn die Filmstudios auf diese, sich selbst ungeheuer wichtig nehmende, aber zahlenmäßig eher unbedeutende Gruppe explizit reagiert und anfängt, teure Filme auf deren Geschmack zu zuschneiden. Das dabei auch die Werke namenhafter Filmemacher, wie David Fincher oder Jean-Pierre Jeunet mal eben flugs im Vorbeigehen als irrelevant abgebügelt werden, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Bei solch einer Entwicklung sollte sich dann aber keiner wundern, wenn sich eigenständige Künstler aus diesem Sektor mehr und mehr zurück ziehen; denn um pure "Fan-Delivery-Produkte" abzudrehen bedarf es eher solider Handwerker. Mit expressiver Filmkunst hat das jedoch eher wenig zu tun. Eher mit studiofinanzierter Fan Fiction. Ich find's eher öde!
The trick, William Potter, is not minding that it hurts!
 

#32 27.02.2015, 16:22
Valeska Abwesend
Mitglied

Avatar von Valeska

Beiträge: 1.246
Dabei seit: 23.04.2010
Wohnort: Niedersachsen und Nordhessen

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Dem kann ich voll zustimmen.
So lass ich es mir auch nicht nehmen, dass ich z.B. Fluch der Karibik zwar gut finde, mir aber der Kinoflopp und von vielen zerrissene "Die Piratenbraut - Cutthroat Island" noch besser gefällt. (insbesondere Story, Stunts und der geniale Soundtrack)

YouTube https://www.youtube.com/watch?v=f0gEOCJX7D4



YouTube https://www.youtube.com/watch?v=QXznCPOdIYw


HG
 

#33 28.02.2015, 00:27
Aldridge Abwesend
Mitglied

Avatar von Aldridge

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Toth:
Schließlich ist nichts besser für das eigene Ego, als sich an extrem reichen und erfolgreichen Persönlichkeiten abzuarbeiten, um sich selbst als intellektuellen, kritischen Geist in Szene zu setzen, der sich von keiner teuer gehypten filmischen Plumpheit überrumpeln lässt, auf die der "Mainstream" immer und immer wieder herein fällt.

Sehr treffend beschrieben. Natürlich kann man da auch nicht alle pauschal aburteilen. Aber es gibt eine Menge Leute, die automatisch auf Gegenkurs zum "Massengeschmack" gehen und sich dabei besonders intellektuell geben.

Zitat von Toth:
Ärgerlich wird das Ganze dann, wenn die Filmstudios auf diese, sich selbst ungeheuer wichtig nehmende, aber zahlenmäßig eher unbedeutende Gruppe explizit reagiert und anfängt, teure Filme auf deren Geschmack zu zuschneiden.

Der Mechanismus erschließt sich mir auch noch nicht so ganz. Die gesetztere Geek-Meute, die Ende der 70er, Anfang der 80er mit den Kultfilmen aufgewachsen sind, die heute wiederbelebt werden, zählen doch weder zahlenmäßig noch alterstechnisch zur Hauptzielgruppe unter den Kinogängern. Warum gibt man sich dann so viel Mühe, Fans von Star Wars IV oder Aliens einzufangen? Hat man wirklich solche Furcht vor dem penetranten Gebashe im Internet? Selbst eine potenzielle gute / schlechte Mundpropaganda dürfte den Aufwand doch eigentlich nicht wert sein, oder?
 

#34 28.02.2015, 16:12
Pascal Abwesend
Moderator

Avatar von Pascal

Beiträge: 9.267
Dabei seit: 04.03.2012
Wohnort: <Info auf Anfrage>

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Aldridge:
Die gesetztere Geek-Meute, die Ende der 70er, Anfang der 80er mit den Kultfilmen aufgewachsen sind, die heute wiederbelebt werden, zählen doch weder zahlenmäßig noch alterstechnisch zur Hauptzielgruppe unter den Kinogängern. Warum gibt man sich dann so viel Mühe[...]?[...]

Oder schlimmer noch: mittlerweile sitzen in den Entscheidungsgremien vieler Filmstudios genau solche Alt-1981er und treffen heute entsprechend solche unortodoxen Entscheidungen. Erstaunter Smiley
Laird Dr. Pascal Ivanović Kurosawa is one of the most over-rated moderators in this forum.
aktuell page of diary in work: sign.10,page12 (No. 156 of 288)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 28.02.2015, 16:13 von Pascal.  

#35 28.02.2015, 16:25
Leusel Abwesend
Mitglied

Avatar von Leusel

Beiträge: 8.629
Dabei seit: 02.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Zitat von Aldridge:
Der Mechanismus erschließt sich mir auch noch nicht so ganz. Die gesetztere Geek-Meute, die Ende der 70er, Anfang der 80er mit den Kultfilmen aufgewachsen sind, die heute wiederbelebt werden, zählen doch weder zahlenmäßig noch alterstechnisch zur Hauptzielgruppe unter den Kinogängern. Warum gibt man sich dann so viel Mühe, Fans von Star Wars IV oder Aliens einzufangen? Hat man wirklich solche Furcht vor dem penetranten Gebashe im Internet? Selbst eine potenzielle gute / schlechte Mundpropaganda dürfte den Aufwand doch eigentlich nicht wert sein, oder?

Schau dir doch die momentane Situation in den Foren an: Einer sagt, es ist kacke, einer plappert es nach und schon ist die Lawine am Rollen. Stänkern ist einfacher und macht anscheinend mehr Spaß, und wenn genügend nur am Maulen sind, kommen Neulinge, lesen oder hören das, und schon hat der Film einige Zuschauer weniger. Da geht man eben auf Nummer sicher, schnappt sich diese Geeks, und zieht sie auf seine Seite. Zwinkernder Smiley
Das lausigste Mitglied des deutschen Indy Forums
 

#36 01.03.2015, 04:26
Muggenhorst Abwesend
Mitglied

Avatar von Muggenhorst

Beiträge: 368
Dabei seit: 17.10.2010
Wohnort: Riesa

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Ich möchte mal kurz noch einen anderen Punkt in die Diskussion einführen. Kann es vielleicht sein, dass die Filmstudios aufgrund der veränderten wirtschaftlichen Situation der heutigen Zeit praktisch dazu gezwungen sind, immer mehr glattgebügelten und am Fangeschmack ausgerichteten Stoff herauszubringen? Man schaue sich einmal die explodierten Filmbudgets an (ich kann mich noch an die hysterischen Diskussionen erinnern, als die Zahlen von Terminator 2 oder Waterworld bekannt wurden - das sind doch heute "Einstiegssummen") und berücksichtige dabei die die Margen drückenden technischen Möglichkeiten wie Kopiererei oder Streaming. Da geht man dann anscheinend doch lieber auf Nummer sicher und befragt wenn möglich vorher noch den potentiellen Kunden nach seinen inhaltlichen Wünschen. Also werden die Ergebnisse vielleicht letztendlich tatsächlich schlechter, gerade für die, die noch (vielleicht auch aus früheren Zeiten) einen etwas höheren Anspruch mitbringen?

Aber generell gehe ich mit - die Zeiten sind rau. Ich merk das vor allem in politischen Diskussionen im Netz und ich ertapp mich immer mehr dabei, dass ich lieber die Klappe halte, weil ich keinen Nerv für sinnlose Diskussionen habe.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 01.03.2015, 13:04 von Muggenhorst.  

#37 01.03.2015, 07:38
Toth Abwesend
Mitglied

Avatar von Toth

Beiträge: 2.147
Dabei seit: 08.11.2008
Wohnort: Südpfalz

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Da ist natürlich was dran. Gerade die großen Franchisefilme sind mittlerweile so teuer, dass sie ihr Geld schlicht einspielen müssen, um ein zweites "Heaven's Gate" zu vermeiden. Spielberg sagte jüngst in einem Interview, dass Filme mit "mittlerem" Budget deshalb kaum noch gedreht werden, da alles in die Sommer-Blockbuster gepumpt wird. Künstlerisch steht das Argument jedoch. Man engagiert keine Regisseure, wie Fincher oder Jeunet, um diese dann 250 Millionen Dollar teure Fanfilme drehen zu lassen. Zumindest ist verständlich, dass Leute von ihrem Kaliber und Gestaltungswillen darauf keine Lust haben. Das Ergebnis solch einer Entwicklung sind dann logischerweise weniger stilistisch eigenständige Blockbuster mit Autorenkinotouch. Für viele Fans mag dies sogar begrüßenswert sein. Meiner Vorstellung von aufregender Filmkunst entspricht dies leider ganz und gar nicht, weshalb ich in den letzten Jahren nahezu alle großen Blockbuster schlicht ignoriert habe.
The trick, William Potter, is not minding that it hurts!
 

#38 01.03.2015, 11:39
Aldridge Abwesend
Mitglied

Avatar von Aldridge

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Naja, niemand hat die Studios dazu gezwungen, “glattgebügelten“ Kram zu produzieren. Die sind halt Ende der 70er drauf gekommen, dass man mit kurzweiligen Abenteuergeschichten und reichlich Schauwerten ganz andere Summen einspielen kann als mit dem kleinen Autorenkino. Damals gab es schon die “glattgebügelten“ Katastrophenfilme mit einem Überaufgebot an Stars, das dem Sterben des Studiosystems entgegenwirken sollte, und dann kamen plötzlich zwei Jungs namens Spielberg und Lucas und zeigten, was noch alles möglich ist.

Die Studios sind dann auf den Zug aufgesprungen und haben in den 80ern auch ziemlich viel Schrott produziert. Spontan gesprochen: Die Superman-Fortsetzungen, einige Eddie Murphy-Filme wie Die Suche nach dem goldenen Kind oder Angriff ist die beste Verteidigung oder Indiana Jones-Klon-Fortsetzungen wie auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (von Quatermain 2 ganz zu schweigen), das alles waren weder damals noch aus heutiger Sicht gute Filme, trotzdem sind die Leute reingerannt.

In der zweiten Hälfte der 90er tummelten sich dann so viele Blockbuster in den Kinos, dass einzelnen Filmen nur noch ein sehr kleines Zeitfenster blieb, um ihre Kosten wieder einzuspielen. Jurassic Park 2 blieben dazu damals noch kanpp drei Wochen, bis der nächste Konkurrent in den Startlöchern stand, heute kommen die Filme ja im Wochentakt raus. Was machte man also? Noch mehr Geld ins Marketing pumpen, damit in der kurzen Zeit auch möglichst viele Leute ins Kino gehen.

Diese schiere Masse trägt aber auch sicherlich dazu bei, dass heutige Blockbuster nicht unbedingt schlechter sind als früher, der geneigte Filmfan aber schlicht übersättigt ist. Da müssen dann auch mal solche Ausreißer wie aktuell Kingsman dazwischen sein, die mit den Konventionen spielen, damit der Blockbuster-Jünger begeistert ist. Die breite Fanmeinung ist dann aber trotzdem nicht mehr nachvollziehbar: Ein Film wie Pacific Rim, den ich gestern noch mal geschaut habe, wurde als hohler Ausverkauf des “Künstlers“ del Toro gebrandmarkt. In den Foren wurde gar nicht groß geschaut, was der Film eigentlich zu bieten hat, da wurden in der Masse nur die Riesenroboter-gegen-Monster-Hirnaus-Mantren wiedergekäut.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 01.03.2015, 11:46 von Aldridge.  

#39 01.03.2015, 12:56
Leusel Abwesend
Mitglied

Avatar von Leusel

Beiträge: 8.629
Dabei seit: 02.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Ich finde es auch übertrieben, mit welchen Summen da gehandelt wird. Mittlerweile haben die Filme ja ein Milliardenbudget, wovon manche Menschen ihr Leben lang versorgt wären. Wie die bei der Entwicklung Gewinn erzielen wollen, ist mir schleierhaft. Implosion des Kinos und Inflation ist da nur eine Frage der Zeit, wenn da mal ein paar Studios gegen steuern würden...
Das lausigste Mitglied des deutschen Indy Forums
 

#40 01.03.2015, 13:40
Aldridge Abwesend
Mitglied

Avatar von Aldridge

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -

Betreff: Re: Die Macht des (nörgelnden) Fans
Meine Wahrnehmung ist, dass manche Studios schon nicht mehr so viele sauteure Filme ins Kino bringen: Universal, Fox, Paramount haben zwar ihre "Tentpoles", aber nicht in der Masse. Ich frage mich sowieso, warum so immense Summen in 200-Mio.-Dollar-Projekte gepumpt werden, wenn manche Komödien genauso viel einspielen. Aber ok, nur Komödien im Kino wäre auch öde. Zwinkernder Smiley
 

Seiten (4): 1, 2, 3, 4


Alle Zeitangaben in GMT +02:00. Aktuelle Uhrzeit: 01:12.