Dt. Indiana Jones Fan Forum Zum Summit 2026 in 'Schloss Brunwald'


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#1 12.07.2014, 10:46
Aldridge Abwesend
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Betreff: Star Wars Expanded Universe
Hallo zusammen,

ich denke, es ist an der Zeit, dem Expanded Universe (EU) der Krieg der Sterne-Saga mal einen eigenen Thread zu gönnen. Das Material ist ja massig vorhanden. Und es wird in den nächsten Jahren spannend sein zu sehen, wie viele Ideen aus diesem "Reich der Legenden" schließlich in den offiziellen Kanon einfließen werden. Wir erinnern uns: Bislang war das EU Kanon, wurde aber nun eben "rebootet", damit man bei der neuen Trilogie freiere Hand hat.

Spannend wird es vor allem deshalb, weil die neue Trilogie eigentlich zur Zeit der Yuuzhan Vong-Invasion spielt und Chewie zu diesem Zeitpunkt tot sein müsste - es im Film aber nicht ist. Luke müsste eine Jedi-Akademie gegründet und neue Jedis ausgebildet haben, Leia müsste Oberhaupt der Neuen Republik sein, Han wäre... Han (und müsste derzeit am Tod von Chewbacca zu knabbern haben) und dann müsste es da noch drei Solo-Kinder (Jacen, Jaina, Anakin), eine Skywalker-Ehefrau (Mara Jade) und ebenfalls Skywalker-Nachwuchs (Ben) geben etc. etc. pp.

Ich habe mir vergangenes Wochenende mal die Comics zu Yuuzhan Vong-Invasion (ein Dreiteiler, auf Deutsch bei Panini erschienen) zu Hand genommen (nachdem sie schon jahrelang im Regal standen). Und diese erzählen tatsächlich überaus spannend eine unbekannte Episode aus dem mit 19 Romanen schon ziemlich auserzählten Konflikt. Also - auch wenn es nicht mehr "offiziell" Star Wars ist - kann ich hier eine Empfehlung aussprechen. Die Idee der Yuuzhan Vong, eine Alienrasse mit Bio-Technologie von außerhalb der Star Wars-Galaxis, ist zwar nicht sonderlich innovativ, aber hat schon für spannende Unterhaltung gesorgt und das bis dahin bekannte Universum ganz gut durcheinander gewirbelt.

Als Einstieg ins Thema und zum neuen Status des EU dürfte auch folgendes Interview mit Timothy Zahn ganz interessant sein, der das gesamte Star Wars-Franchise Anfang der 1990er quasi mit seiner "Hand von Thrawn"-Trilogie überhaupt erst wiederbelebt hatte:

Zitat:
Timothy Zahn über Filme, Todesfälle und alternative Invasoren
Donnerstag, den 10. Juli 2014 um 09:48 Uhr von Aaron
Timothy Zahn stellte sich gestern bei einem Reddit-AMA den Fragen seiner Leser. Hier die einschlägigen Antworten:

Zahn

Über neue Krieg-der-Sterne-Projekte

Bislang gibt es nichts Neues zum Krieg der Sterne, aber sie wissen, wo sie mich finden. Interessiert wäre ich in jedem Fall, wobei ich schätze, dass Lucasfilm mir nicht einfach freie Hand lassen, sondern etwas sehr Bestimmtes haben würde (eine Ablegergeschichte zu Episode VII vielleicht oder irgendeinen Lückenfüller).

Würden sie mich hingegen einfach machen lassen, hätte ich einige Ideen. Na ja, so 20 bis 30. Aber das alles kommt auf sie an.

Über die Verlagerung des EU ins Reich der Legenden

Ich wollte das Thema eigentlich gar nicht ansprechen, aber weil so viele von euch fragen: Die Lucasfilm-Erklärung über die Dekanonisierung heißt, dass sie sich nicht an Bücher, Comics und Spiele aus dem Erweiterten Universum gebunden fühlen werden, wenn sie ihre neuen Filme machen. Realistisch gesehen ist das etwas, das sie tun mussten: Das EU ist einfach zu groß, zu komplex und teilweise auch zu widersprüchlich, um es zu berücksichtigen.

Ich glaube aber, dass EU-Geschichten, die von den Sequel-Filmen nicht aufgegriffen oder widerlegt werden, nach wie vor gewissermaßen Bestand haben werden, genau wie die meisten Geschichten aus den Klonkriegen (darunter auch Outbound Flight) schon bislang kaum beeinträchtigt wurden, wenn man mal von den alten Geschichten über Boba Fetts Vergangenheit absieht.

Und selbst wenn die neuen Filme meinen Büchern irgendwie widersprechen sollten, könnte ich sicherlich eine Geschichte schreiben, die diese Widersprüche erklärt. Wenn wir Autoren etwas können, dann über Widersprüche hinwegzugehen.

Über die Verfilmung seiner Romane

Ich habe nie geglaubt, dass sie die Thrawn-Trilogie verfilmen würden. Die Schauspieler sind einfach viel zu alt, um die Figuren in den Büchern noch einmal spielen zu können.

Trotzdem: Nur weil die Filme nicht direkt auf dem EU beruhen, heißt das ja nicht, dass sie nicht das ein oder andere Element übernehmen. Coruscant war ja zum Beispiel mein Name für das Imperiale Zentrum, und auch die Idee, Machtblitze mit einem Lichtschwert abzuwehren, stammt von mir.

Vielleicht tauchen also einige Bruchstücke in den Sequels auf.

Über seine ursprünglichen Pläne für eine galaktische Invasionsgeschichte

Mike Stackpole und ich hatten ein allgemeines Konzept für eine nichtmenschliche Invasion ausgearbeitet. Auf dieses Konzept habe ich mich damals in meinen Hand-von-Thrawn-Romanen bezogen. Aber noch bevor wir unsere Ideen Bantam vorlegen konnten, ging die Lizenz an Del Rey. Später war Mike dann aber immerhin an der Konzeption der NJO-Reihe beteiligt, also sind einige unserer Ideen letztlich doch in die Reihe eingeflossen.
Über Chewbaccas lunare Begegnung

Ich hatte nichts damit zu tun, Chewbacca mit einem Mond zu bewerfen. Peter Mayhew ist ein guter Freund von mir, und ich würde ihm so etwas nie antun. Aber nachdem Peter ja im neuen Film mitspielt (und das vermutlich auch als Chewie), scheint es, als hätten die Mondwerfer ihr Ziel verfehlt.
Über Maras Opfer-Lösung

Ich war nicht in Maras Schicksal einbezogen. Um genau zu sein hat man mir das Ganze auch erst einige Monate vor der Veröffentlichung erzählt.

Hätte ich dabei etwas zu sagen gehabt, hätte ich mich allerdings dagegen ausgesprochen. Ich sehe den Krieg der Sterne als eine klassische Geschichte über das Gute und das Böse: Die Helden kämpfen um den Sieg, und die Hauptfiguren überleben. Andernfalls hätten Lando oder Wedge im zweiten Todesstern sterben müssen.

Ich sage das auch nicht, weil Mara meiner Phantasie entsprungen ist. Dem Tod Chewbaccas hätte ich aus den gleichen Gründen widersprochen.

Quelle: http://www.starwars-union.de/...Invasoren/
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 12.07.2014, 10:48 von Aldridge.  

#2 12.07.2014, 10:55
Leusel Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
DIe einzigste Form, in der ich mit dem EU bisher zu tun hatte, war in Form von den Games, wie Force Unleashed, Yoda Stories und Droid Maker. Vor allem durch Force Unleashed war das EU für mich immer ein "Ganz nett, muss ich aber nicht haben und ist für die Filme eh nicht von Bedeutung." Wie denn auch, liest/spielt doch nicht jeder den selben Roman/Spiel, nur weil er vielleicht Star Wars mag, und ist dann im Kino verwirrt was die Yuuzhan Vong hier wollen. Von daher trifft mich das Ganze nicht so hart...
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#3 12.07.2014, 11:01
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Ich glaube, du unterschätzt, wie prominent der Yuuzhan Vong-Zyklus für das Franchise war. Das ist übrigens immer ein gern genutztes Argument: Im EU würden sich nur ein Handvoll Hardcore-Fans auskennen. Das trifft es aber nicht ganz.

Btw waren die Yuuzhan Vong etwas, das sich durch zahlreiche Romane und Comics zog. Die tauchten nicht nur in einem vereinzelten Computerspiel auf. Ich würde das EU sowieso nicht allein von den Games abhängig machen.
 

#4 12.07.2014, 11:06
Leusel Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Leider wird aber nicht an die Fans gedacht, die so oder so ins Kino rennen, sondern an Otto Normalverbraucher, der nach Episode 7 ja auch Nummer 8, 9 usw. anschauen soll. Der ist dann vielleicht etwas abgeschreckt von komischen Typen mit organischen Schiffen...
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#5 12.07.2014, 12:12
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Trotzdem darf man sich "unter Fans" doch darüber unterhalten, oder? Zwinkernder Smiley Ich finde es nicht hilfreich, wenn gleich immer beim Begriff "EU" der Spruch kommt, dass es an Otto Normalverbraucher vorbei geht. Das ist nicht Inhalt dieses Threads. Wir können uns gerne über die Games unterhalten, wenn du die kennst. Aber nicht darüber, dass die Romane - die auf der New York Times-Bestseller-Liste standen - doch angeblich keiner kennt, nur weil die hier vielleicht keiner gelesen hat. Zwinkernder Smiley

Rebels hat auch noch niemand gesehen, trotzdem unterhalten wir uns darüber...
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#6 12.07.2014, 13:25
Dark Hunter Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
"Ottonormalverbraucher" (der arme Herr Walkes) interessiert es auch einen feuchten Kehricht, ob Indys Hut tapert, Teil IV keine Nazis mehr hat, oder warum man nicht auch Mutt als neuen Indy etablieren sollte, um noch einige Kinoabende füllen zu können. Uns hingegen, tja ...
Genau so ist es mit SW und ST und jedem anderen Franchise, dass einige Leute auf der Welt genug begeistert hat, um neben einem Kino- oder Fernsehabend noch etwas mehr von dem ganzen Ereignis abhaben möchte. Insofern finde ich, wie Al auch, dass diese Kommentare, das Interessiert ja die Masse nicht, überhaupt kein Argument in einem "Fanforum" enthalten. Da geht es ja um den konstruktiven Austausch der Leute, welche eben etwas mehr Herzblut in diese Sache investieren.
Ottonormalverbraucher is ja auch langweilig Zwinkernder Smiley Wer will denn schon völliger Durchschnitt sein?

Was meine Beziehung zum EU angeht, hab das meiste Post-Endor und auch einiges vor jener Ära hab ich verschlungen, bzw. gelesen und konsumiert. Daher find ich solche Neustarts, wie sie derzeit große Mode sind, eher nervend. Zumindest ich brauch das nicht. Aber bin es auch gewohnt einfach die Sachen auszublenden und frei darin es nicht zu konsumieren, wenn ich es nicht will. Sehen werd ich vielleicht die neuen Filme schon, aber wirklich als neues SW akzeptieren, nö. Ist wie mit Star Trek. Ich mag die alten Kinofilme, TNG, DS9 und Voyager, alles andere, besonders den Neustart blend ich aus und hat für mich kein ST-feeling mehr. Aber im Prinzip wurde es ja auch schon mit den Kinofilmen der TNG Crew art verhunzt und ich hab die nie so recht gemocht. Schätze das wird bei SW nicht anders und mehr als kurzweilige Unterhaltung ist das nicht für mich. Die guten Erinnerungen an lange Abende mit den alten Helden beim Kampf gegen das Imperium, dessen Nachfolge und die Vong kann mir auch so eine schnöde Wackelneuaflage nicht nehmen. Dass einige der Bücher richtig gut geschrieben sind und eine tolle Geschichte erzählen, tut das ja keinen Abbruch.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 12.07.2014, 13:32 von Dark Hunter.  

#7 12.07.2014, 18:01
Pascal Anwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Mein groesstes Problem mit einem EU (bezieht sich nicht nur auf Star Wars, obwohl ich das Prinzip dort kennengelernt habe), ist die Frage, wie man mit Wiederspruechen in der Storyline umgehen soll. Die spaeteren SW-Romane sind ja ziemlich schluessig zueinander, aber eigentlich erst seit der Arbeit von Zahn. Aber was nuetzt das, wenn Disney sich nun das Recht nimmt, alles ignorieren zu duerfen? Das hat mir echt den Spass am SW-EU gedaempft.
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#8 12.07.2014, 18:04
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
@ Dark Hunter: Schön gesagt.

Ich hatte den Star Wars-Romanen lange Zeit die Treue gehalten, aber nach der New Jedi Order - also alles nach den Vong - habe ich das nicht mehr verfolgt. Es war ganz einfach zu viel. Für einen Roman braucht man deutlich mehr Zeit als für einen Comic, und wenn sich dann die Star Wars-Romane häufen, kommt man zu nichts anderem mehr. Die Comics dagegen habe ich bis zum heutigen Tag weiter gesammelt, denn irgendwo sind Comics ja auch näher dran an einem "filmischen Erleben" dieses Universums. Hinzu kommt halt, dass da auch coole Geschichten erzählt wurden - auch viel Verstiegenes, aber Licht und Schatten gibt es ja überall.

Bei dem letzten bislang erschienenen Comic Purge - Vaders Rachefeldzug habe ich dann aber schon überlegt, ob ich ihn mir überhaupt hole. Dadurch, dass diese Geschichten nun "entkanonisiert" wurden, fehlt ein bisschen der Reiz. Denn man weiß, dass das sowieso irgendwie nie im Star Wars-Universum geschehen ist, was man sich da kauft. Da die deutschen VÖ den amerikanischen hinterher sind, werden da noch einige "Legenden" kommen, bis es dann wieder mit offiziellem EU-Futter weitergeht. Ob ich das dann auch sammeln werde, wird dann aber mehr denn je von der Qualität des Gebotenen abhängen.

Eine Romanreihe, die im EU immer stiefmütterlich behandelt worden war, war der Schwarze Flotte-Zyklus von Michael P. Kube-McDowell. Ich fand´s geil geschrieben, McDowell hat da seinen ganz eigenen Stil, aber viele Fans kamen darauf nicht klar. Interessant fand ich es auch deshalb, weil sich der Autor kurz vor Start der PT relativ weit aus dem Fenster gelehnt und die Skywalkers auf die Spuren ihrer Mutter angesetzt hatte. Dabei konnte ein, zwei Jahre vor der PT niemand außer Lucas und McCallum wissen, wie die Geschichte wirklich verlaufen würde...
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#9 12.07.2014, 21:34
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
@ Pascal: Ganz übersehen... Welche Widersprüche meinst du? Vor Zahn gab es ja nur eine Handvoll Romane. Und die wurden doch nachträglich sehr hübsch in den Kanon eingegliedert (bis auf Die neuen Abenteuer des Luke Skywalker). Insbesondere die (wirklich gelungenen) Han Solo-Romane von Brian Daley, die 1979 ja mehr ein "Schnellschuss" waren, wurden später geradezu liebevoll von A.C. Crispin in ihre (überaus gelungene und absolut empfehlenswerte) Han Solo-Trilogie von 1999 / 2000 aufgenommen.

Die Marvel-Comics aus den 80ern waren definitiv kein Kanon. Werden heute aber von Panini neu aufgelegt und liefern schon ein hübsch altmodisches (und zuweilen recht absurdes) Stück Sci-Fi...
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#10 13.07.2014, 00:48
Fedora Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Müsste der Thread nicht "Star Wars Legends"heißen? Zwinkernder Smiley
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#11 13.07.2014, 08:23
Leusel Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Wieso denn? Man kann doch über das alte und das neue EU diskutieren... Zwinkernder Smiley
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#12 13.07.2014, 11:10
Dark Hunter Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Soweit ich mich erinnere, werden Teile der Marvels und auch Splinter of the Minds Eye in den offiziellen Quellen- und enzyklopedischen Büchern erwähnt und waren damit durchaus kanonisch. Man ging nur nie mehr ins Detail. Aber die Suche nach einer neuen Basis der Rebellen, die Sache mit dem Kristall und einige Figuren, waren in wenigen Zeilen drin. Kein Kanon waren eigentlich nur die Infinity-Geschichten. Alles andere wurde mehr oder weniger eingebunden, oder nicht direkt widerlegt.

Widersprüche gibt es aber einige und teils in den Werken ein und der selben Autoren. Ganz abgesehen davon, dass viele Sachen etwas unkonsequent beschrieben, bzw. der Dramaturgie wegen auf die letzte Konsequenz aus einer bestimmten Beschreibung verzichtet wurde. Zahn selbst ist da ja auch so ein Beispiel. Er beschreibt in seinen Werken an einigen Stellen, wie enorm fortschrittlich die GFFA ist und dann ist er wieder geradezu minimalistisch, wenn es um das Beschreiben der Möglichkeiten für den Aufbau von Flotten geht. Einerseits können Stadtwelten mit Hunderten Milliarden Einwohnern versorgt und dort ganze Landstriche in wenigen Wochen neu bebaut werden, andrerseits kriegt man nicht genug zusammen, um es mit einer handvoll veralteter Kreuzer aus dem vorletzten Krieg aufzunehmen.

Die NJO hat das m. E. etwas besser gemacht. So hoch die Verluste der Republik dort auch sein mögen, am Ende haben sie immer noch genug Welten und ihre ganze Technologie, somit auch die meisten Ressourcen, um die Wende im Krieg einleiten zu können, während die Vong den klassischen Fehler eines zu schnellen Vorrückens begingen und für eine echte Eroberung zu wenig Ressourcen besaßen, bzw. ihre eigene Technologie nur sehr schwer zu ersetzen war. Die hatten zwar das Momentum am Anfang auf ihrer Seite, aber sobald die Schlachten und Taktiken ihrer Feinde organisierte wurden, erwies sich der Vorteil als Nachteil. Biologische Schiffe mussten erst gezüchtet werden, Planeten erst "vonggeformt" und so angepasst werden, dass dort neue Waffen entstehen oder gebaut werden konnten. Die Bewohner der GFFA hatten hingegen keine Probleme, sie konnten alles aus ihrer Galaxie nutzen und ihre Waffen damit bauen, Schiffe sofort in Massen von riesigen planetenweiten Fabriken bauen lassen. Nur das "Menschenmaterial" konnte man nicht so rasch ersetzen. Da wären Klonanlagen hilfreich gewesen. Aber Roboter taten es ja dann teils auch wieder ganz gut und verbreiteten bei den technikscheuen Vong ganz eigene Schrecken.

Landos Abenteuer mit Vuffi und die von Han Solo in der CSA gehören zu meinen Lieblingsgeschichten. Die fangen das feeling der OT ziemlich gut ein, aber auch besagtes Splinter of the Minds Eye. Liegt wohl daran, dass die noch kurz nach den alten Filmen geschrieben wurden und quasi unter deren Eindruck in einem jungfräulichen Universum entstanden, bzw. auch kulturellen Einbindung unserer Welt. Das ist irgendwie so ein 80er Flair, der diesen Abenteuern anhaftet.
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, das letzte Mal am 13.07.2014, 11:20 von Dark Hunter.  

#13 13.07.2014, 11:52
Fedora Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Zitat von Serano:
Wieso denn? Man kann doch über das alte und das neue EU diskutieren... Zwinkernder Smiley
Naja, es gibt kein neues EU mehr. Alles was jetzt rauskommt gehört jetzt zum Kanon. Diese verschiedenen Ebenen (Lucas/Film-Kanon, EU-Kanon usw.) wurden ja von Disney aufgelöst. Wenn jetzt ein Buch rauskommt, steht es auf der gleichen Ebene wie die Filme. Technisch gesehen gibt es also kein erweitertes Universum mehr, da es nicht mehr die Ebene gibt, auf der nur die Filme gelten.
Wenn man allerdings die Bücher, etc. von den Filmen getrennt diskutieren will, sollte man dann erst recht einen anderen Thread dafür eröffnen, das es sonst echt unübersichtlich werden wird...
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#14 13.07.2014, 12:10
Pascal Anwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Zitat von Aldridge:
@ Pascal: Ganz übersehen... Welche Widersprüche meinst du?

Das hat mittlerweile Dark Hunter sehr schoen erzaehlt.

@Dark Hunter: Danke schoen.
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#15 13.07.2014, 12:20
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Ach so, ihr meint, dass das EU in sich nicht schlüssig ist angesichts der Größe des Ganzen. Ja, das ist mir insbesondere bei den Büchern von Kevin J. Anderson aufgefallen, die ich aber auch storymäßig nie sonderlich gelungen fand. Dort wird ja Admiralin Daala eingeführt, die ich weiß nicht mehr wie viel Jahre in ihrem Schlundzentrum saß und über drei, vier Sternzerstörer verfügt. Anderson betont dann immer wieder, wie viel Macht diese paar Sternzerstörer bedeuten, aber angesichts der OT ist das dann doch irgendwo keine richtige Bedrohung. Zumal Daala nicht gut charakterisiert wird und sich für eine Admiralin dann doch ziemlich dumm anstellt.

Bei Zahn fand ich es noch in Ordnung. Er bringt ja den Gesichtspunkt der Infrastruktur überhaupt erst ins Spiel, also den Umstand, dass es Werften gibt, die dann auch eine strategische Bedeutung erhalten in einem Konflikt. Für solche Dinge war in der OT ja nie wirklich Platz - die Schiffe waren ganz einfach da und neue Jäger- und Sternkreuzer-Typen wurden dann auch einfach eingeführt, ohne das groß zu erklären. Das ganze Arsenal der Filme durfte dann erst so richtig in den 90ern durch die Romane und das Rollenspiel eingeordnet und systematisiert werden.

Den frühen Daley- und Smith-Romanen rund um Solo und Calrissian merkt man schon an, dass das Universum noch sehr jungfräulich gewesen ist. Die Geschichten spielen ja in irgendwelchen Sektoren, bei denen man immer das Gefühl hat, dass die mit dem Rest der Galaxie nicht sonderlich viel zu tun und auch noch nie vom Imperium gehört haben. Auch war das Geschilderte noch stark von der "klassischen" Golden Age-Sci-Fi geprägt. War aber trotzdem schön geschrieben und charakterisiert.
 

#16 13.07.2014, 19:53
Dark Hunter Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Stimmt, Daala ist auch so ein Widerspruch und auch in den späteren Büchern mit ihr wurde es nicht besser, das war ein ganz schwacher Punkt und Zahn hat hier bei seinen Charakteren viel bessere Arbeit geleistet. Aber was mir bei Anderson dann wieder gefiel, war die Jedi Akademie und dass er die Tales of the Jedi miterfunden hat. Somit dem ganzen Mythos noch einen mythischen und legendenumwobenen Unterbau gegeben hat. Die Comicreihe gefällt mir recht gut und ich fand es schade, dass die KotOR Spiele das Design nicht aufgriffen. Das archaische, vom alten Ägypten, Rom und Mesopotamien inspirierte war zwar schräg, aber doch irgendwie wieder toll für eine Ära gut 5000 Jahre vor den Filmen. Diese archaische Zeit ist es auch, welche mir in SW ebenfalls sehr gut gefällt. Die alten, echten Sith, Antihelden wie Ulic und selbst Nomi Sunrider, die eine gute Erklärung für den allmählich einsetzenden Abkapselungsdrang des Jediorden liefert. Schade, dass es von denen nicht mehr Geschichten gab, hätt mich über Abenteuer von Vima gefreut oder mehr über die Hyperraumforscher und das Vordringen in (damals) unbekannte Regionen der Galaxie. Bei TOR und selbst schon bei KotOR war das dann abgeschlossen und vieles wirkt dann schon sehr wie die Filme oder ist von der PT beeinflusst. Selbst "Sternenzerstörer" gibt es dann auf einmal.

Was das "neue EU" angeht. Ich denke schon, dass es da eine Unterteilung geben wird, zwischen Filmen und "anderen Werken". Allein die Fans werden schon dafür sorgen, weil es mit Sicherheit auch weiterhin genug Filmpuristen geben wird.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 13.07.2014, 20:00 von Dark Hunter.  

#17 13.07.2014, 22:07
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Wobei ich Anderson in dieser frühen Phase des EU echt noch immer als großen Schwachpunkt sehe. Der Mann hatte das EU wirklich geprägt, aber mit der Frühzeit des Star Wars-Universums kam ich in der Tat nicht sonderlich klar. Schließlich sprechen wir von einer Zeit 5.000 Jahre vor ANH. Da wirkte alles ein bisschen archaischer, aber es gab Raumflug, es gab Laserschwerter, tja, und anscheinend hat sich technisch in den folgenden Jahrtausenden (!) nicht sonderlich viel getan. Wenn man die Menschheitsgeschichte dagegen hält, wirkt das extrem unglaubwürdig. Allerdings habe ich diese Phase immer willfährig hingenommen, begeistert haben mich dagegen die Geschichten, die in der bekannten Zeit spielen.

Was ist eigentlich mit Schatten des Imperiums? Noch Kanon? Die Story stammt immerhin von Lucas...
 

#18 13.07.2014, 23:46
Fedora Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Nein ist nicht mehr Kanon, nichts außer der Filme und TCW ist noch im Kanon.
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#19 14.07.2014, 18:55
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Echt? Wie wurde Han Solo denn dann aufgespürt? Und wozu dann der ganze Stress mit dem damals größten Multimedia-Projekt inkl. großem Soundtrack? Zwinkernder Smiley Schade...
 

#20 14.07.2014, 19:47
Dark Hunter Abwesend
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Betreff: Re: Star Wars Expanded Universe
Die Frühzeit ist ja gerade rückständig. Die Republik beschränkt sich zur Zeit Naga Sadows auf einige Hundert Systeme in den Kernwelten und ein bissel bis nach Corellia. Hyperraumrouten ins Outer Rim und sogar bis ins Mid Rim sind praktisch kaum bekannt. Man unterhält einige Beziehungen zu den Hutten, ohne viel über deren noch existierendes Sternenreich zu wissen. Schon Korriban, was ja praktisch Mid Rim ist, waren "Unbekannte Regionen". Man kannte die Perlemian Route zur Tion Hegemonie, aber wenig abseits davon. Sprünge in den Hyperraum waren noch ein Abenteuer und gefährlich, weil praktisch kaum zuverlässige Karten und Daten jenseits des Gebiets der Republik existierten. Laserschwerter brauchten noch externe Batterien, Blaster waren recht unzuverlässig und groß, Armeen nutzten oft noch Tiere, Energieschilde kaum bekannt.

Aber dass es den Hyperantrieb gab, die Republik existierte und damit auch Raumfahrt und Jedi, ist doch nicht Andersons Schuld. Das ist Schuld des ersten Star Wars Buches und Films von anno 1977. Denn da sagt Obi Wan ja selbst, 1000 Generationen haben die Jedi die Republik bewacht. Das sind genau 25.000 Jahre und damit ist der Rahmen von Beginn an gesteckt worden. Anderson hat also gar nicht mal in die ganz graue Vorzeit gegriffen, sondern "nur" 5000 Jahre zurück. 20.000 Jahre nach Entstehen der Republik sollte es sicherlich schon Hyperantrieb und gewisse Technologien geben, meinst nicht? Für eine 20.000 jährige Entwicklung war er da sogar noch sehr vorsichtig, oder hat ein recht rückständiges Bild entworfen. Im Übrigen deutet ja schon Brian Daley in den 80ern diese Frühzeit an. Denn Xim der Despot war ein Mensch und herrschte über die Tion Hegemonie und bekämpfte die Hutten. Dazu setzte er Kampfroboter ein und musste über Raumfahrt verfügen, da der Huttenraum eine "Viertelgalaxie" weit weg ist. Xim existierte aber eben sogar noch früher als die Tales of the Jedi spielen.

Was die Menschheitsgeschichte angeht. Wo waren wir doch gleich vor 25.000 Jahren? Ach ja, da liefen unsere Ahnen seit etwa 100.000 Jahren ziemlich unverändert in Tiefellen über die Welt Zwinkernder Smiley Nicht immer gehts rasant voran. Entwicklung verlief nie stetig und gleichmäßig, sondern in Schüben und die waren immer schon ganz unterschiedlich schnell oder verschieden stark ausgeprägt. Manch eine Entwicklung braucht die richtige Zeit oder die richtigen Leute. Im Prinzip gab es Dampfmaschinen auch schon vor über 2000 Jahren, aber erst vor 3 Jahrhunderten musste das jemand neu erfinden und ein anderer kreativer Geist erkannt darin mehr als nur eine Spielerei für ein paar reiche Schnöselvillen oder Tempelchen. Mag uns so erscheinen, dass heute sich alles schnell und stetig weiter entwickelt, aber wenn man mal die Perspektive ändert und größere Zeiträume betrachtet, gab es das immer mal wieder und dann pegelt sich irgendwann ein Level ein. Das bleibt dann eine Weile das Nonplusultra bis irgendwann wieder völlig revolutionäres kommt.

In SW ist das nicht viel anders und obendrein haben die eben schon ein sehr hohes Level, aber damit vielleicht auch keine Notwendigkeit das Rad ständig neu zu erfinden. Sie perfektionieren allerdings mit der Zeit immer mehr die vorhandene Technologie. Zu Naga Sadows Zeiten gab es keine Energiezellen, welche ein LS betreiben konnten, bzw. waren die sehr groß. Blasterwaffen eher die Ausnahme. Es gab kein Bacta, es gab kaum Kybernetik, unzuverlässige Hyperantriebe, praktisch keine Schilde. Zu Zeiten des Imperiums von Palpatine gab es künstliche Ministerne, Terraforming, genug Energie und Ressourcen für Superstrukturen, aber auch winzigste Hochleistungszellen (man denke an Handfeuerwaffen, die genau so viel Schlagkraft besitzen, wie eine Laserbatterie auf Großkampfschiffen), planetare Schilde, Heilmittel gegen alle möglichen Krankheiten und die "Blaster" waren in der Lage Planeten zu sprengen.

Viel störender find ich da eben, wie schon erwähnt, dass Spiele wie TOR und KotOR schon wirklich wie aus den Klonkriegen und dem Imperium gezaubert erscheinen. Die Schiffe sehen aus, wie da, die Roboterarmeen und die Rüstungen sind gleich, die Waffen identisch. In TOR werden dann leider auch an manchen Stellen "Artefakte" präsentiert, die viel zu fortschrittlich für die Zeit sind, aus der sie stammen sollten. Ein Beispiel ist das Laserschwerter schon bei den frühesten Jedi existierten, also 25.000 Jahre vor ANH und es dann zur Zeit von Sadow aber plötzlich nur Protosaber vorhanden waren.
Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, das letzte Mal am 14.07.2014, 20:09 von Dark Hunter.  

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