Aldridge
Mitglied

Beiträge: 11.773
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -
|
Betreff: Re: Sherlock Holmes (Verfilmungen)
Die Argumentation halte ich aber auch für ein bisschen fundamentlos, sorry. Zu behaupten, dass eine Serie einfacher zu produzieren ist als eine andere, ist haltlos. Bei Elementary wird ein größeres Team mit mehreren Autoren zu koordinieren (und von der "stinkreichen" CBS, die trotzdem kein Geld rausschmeißt) finanziert werden müssen. Zudem wird es auch bei Elementary ein klares Showkonzept gegeben haben, auf das man sich geeinigt hat. Und das hieß unter Garantie nicht: "Lasst mal ein 0815-Produkt abliefern, um auf der Sherlock-Welle zu reiten". Klar nutzen die die wiedererstarkte "Marke" Sherlock Holmes, aber das werden die nicht weniger sorgfältig produziert haben als die englischen Kollegen. Ich denke, Elementary verfolgt einfach ein anderes Ziel, indem es wöchentliche Krimikost abliefert.
Dass die Sherlock-Autoren von einem Dr. Who-Fan natürlich sehr wohlwollend betrachtet werden, sei mal dahin gestellt. Allerdings finde ich es etwas eingeschränkt, wirklich alles, was im Fernsehen so läuft, durch die Dr. Who-Brille zu betrachten. Denn seien wir mal ehrlich: Die zweite Staffel von Sherlock war schon nicht mehr so gut wie die erste, zumal da vieles sehr selbstverliebt rüberkam (insbesondere die erste Folge). Und wenn wir schon bei Steven Moffat sind: Mit seiner Mitarbeit am Tim und Struppi-Film hat er sich nun wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Der Film war storytechnisch sehr lau.
Abgesehen davon kann Sherlock trotz der bettelarmen BBC schon auf außerordentliche Kompetenzen zurückgreifen. Von der Besetzung mit Cumberbatch und insbesondere Freeman mal abgesehen, gehen die wirklich starken Folgen auf das Konto von Paul McGuigan, eines ambitionierten Kinoregisseurs, der vorher Werke wie Lucky Number Slevin und Push umgesetzt hatte. Gerade die Nicht-Guigan-Folgen wie der Blinde Banker oder der Reichenbach-Fall fielen spürbar gegen die übrigen Filme ab.
Nicht falsch verstehen: Ich mag die Sherlock-Serie wirklich gerne. Aber sie zehrt auch stark von der wirklich großen "Überraschung", die Staffel 1 (seit wann sind drei Filme eigentlich eine Staffel?) geboten hatte. Die Modernisierung war seinerzeit wirklich geglückt, und da kommt Elementary eben an zweiter Stelle. Aber wenn es um Krimikost im Fernsehen geht, ist die nun auch nicht das einzig Wahre, ich erinnere da mal an die Kommissar Wallander-Filme von Kenneth Branagh oder vieles, was so aus skandinavischen Landen zu uns kommt (für mich allen voran die Kommissar Falk-Filme oder die Adler-Serie, aber auch Filmkost wie die Agent Hamilton-Filme oder Thriller wie Headhunters, der spannungsmäßig locker mit Sherlock mithalten kann).
Dieser Beitrag wurde 1
mal editiert, das letzte Mal am 12.02.2014, 10:50 von Aldridge.
|