Dark Hunter
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Wohnort: Im Wilden Osten.
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Betreff: Re: wichtigste erfindung der menschheit
Witzig, weil Bienen kommunizieren auch via Anweisung den Weg zur Blüte Die müssen ihren Artgenossen nicht sagen, "flieg mal hinterher", sondern nutzen ihre ausgefeilte Tanzsprache um sehr exakt eine Anweisung/Wegbeschreibung an die "Daheimgebliebenen" weiterzugeben. Bei manchen Ameisen gibt es ähnliches und immerhin sind Insekten nicht gerade Schnelldenker. Beobachtungen bei diversen Affen ergaben auch, dass sie durchaus mehr tun, als nur zu zeigen und recht abstrakt Stimmungen und so etwas wie Meinungen (Wut, Freude, Enttäuschung?) zum Ausdruck bringen, spezielle Laute für ganz spezielle Dinge kennen und sogar ihre Artgenossen quasi individuell "benennen" können. Für einige Vögel, gerade Raben dürfte ähnliches gelten. Gerade Tiere mit gewissen Gruppenbildungen entwickelten wohl schon der Notwendigkeit halber Wege zur exakteren Kommunikation, die über simples Zeigen und Nachahmen hinaus geht. Man kann ja nicht erst hinrennen, alle bei der Hand nehmen und mitzerren, um ihnen ein Raubtier im Unterholz zu zeigen, damit sie die Gefahr begreifen. Ein Laut, den jeder als Warnung vor einer Schlange versteht und ein anderer für den bösen Panther, kann da recht hilfreich sein. Man hat sogar beobachtet, dass es artübergreifend funktionieren kann. So gibt es in Wäldern eben Tiere die lauthals ihre Warnrufe für Artgenossen heraus posaunen und auch völlig fremde Arten verstehen diese Warnung (an der Spottdrossel ist also mehr dran, als man denkt). Wenn das selbe Tier sich normal über sonstwas mit seinen eigenen Artgenossen "unterhält" reagiert auch kein anderes Tier darauf. Insofern können Tiere durchaus so etwas Abstraktes wie einen simplen Beschreibungsruf verstehen, ohne das dazugehörende Objekt tatsächlich physisch sehen zu müssen.
Elefanten kommunizieren übrigens anscheinend auch recht stark, weit über große Entfernungen hinweg mittels Infraschall und tauschen Infos über Nahrung, Wasser, Artgenossen aus. Von Walen und Delphinen weis man, dass sie sogar Dialekte und Sprachen entwickeln, die sich von Gruppe zu Gruppe unterscheiden und doch miteinander ein gemeinsames Vokabular haben, sobald sie aufeinander treffen. Die werden sicherlich auch über Distanzen Infos austauschen und Anweisungen geben und müssen sich dazu nicht direkt sehen oder alles unmittelbar zeigen.
Es gibt hinsichtlich Sprache nur eines, was uns von Tieren unterscheidet, die Größe und Verarbeitungsqualität/-quantität des Zentralrechners. Die Komplexität der Sprache entwickelt sich intuitiv, sobald das Kind wächst und ein Stadium in seiner Entwicklung erreicht, die es zu vermehrter Abstraktion und stärkerer Differenzierung zwischen sich selbst und seiner Umwelt befähigt. Nicht umsonst lernen Kinder das Sprechen "ganz von selbst" sobald sie nur genug damit stimuliert werden. Je nach Alter erreicht dann auch das Hirn eine solche Qualtität, dass sie begreifen, was sie da sprechen und wenn sie von etwas sprechen, es nicht mal da sein muss, sondern jeder es sich vorstellt, rein vom Wort her. Es ist nichts weiter als eine Fähigkeit, die uns einprogrammiert ist, steckt fest in den Genen. Wir sind nur ein etwas komplexeres Biomaschinchen mit besserer Hardware als die sonstigen Tiere.
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mal editiert, das letzte Mal am 19.05.2011, 11:51 von Dark Hunter.
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