FloW
Mitglied

Beiträge: 6.673
Dabei seit: 01.08.2006
Wohnort: Rheinhessen
|
Betreff: Re: Der letzte Film
Meine Frau und ich haben heute „Avatar: Fire and Ash“ (2025), den dritten Teil, gesehen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass der Film krampfhaft versucht, die frühere Faszination der Reihe wiederzubeleben, dabei aber an seinem eigenen Anspruch scheitert. Die Handlung führt erneut nach Pandora, diesmal zu einem neuen Na’vi-Clan, der mit Feuer, Asche und vulkanischen Landschaften verbunden ist und als besonders bedrohlich inszeniert wird. Was zunächst nach einer spannenden Erweiterung der Welt klingt, entpuppte sich schnell als erstaunlich vorhersehbar. Wieder stehen familiäre Konflikte, moralische Belehrungen und der bekannte Gegensatz zwischen Natur und Zerstörung im Mittelpunkt. Ich hatte ständig das Gefühl, diese Geschichte schon mehrfach gesehen zu haben, nur diesmal länger gezogen und mit noch mehr Effekten überladen.
Besonders anstrengend empfand ich die 3D-Effekte. Statt mich tiefer in die Welt hineinzuziehen, haben sie meine Augen regelrecht überfordert. Nach kurzer Zeit fühlten sich meine Augen müde und gereizt an, weil es kaum ruhige Momente ohne aggressive Tiefenwirkung gab. Ich konnte mich nicht entspannen oder wirklich in die Atmosphäre eintauchen, sondern war ständig damit beschäftigt, diese visuelle Reizüberflutung zu verarbeiten.
Die D-Box-Sitze haben dieses Erlebnis für mich eher verschlimmert als verbessert. Bei jeder Explosion, jedem Flug und selbst bei Szenen, die emotional eigentlich ruhig sein sollten, wurde ich durch hektisches Ruckeln und Vibrieren aus dem Geschehen gerissen. Die Bewegungen wirkten oft unpassend und aufdringlich. Statt Spannung oder Immersion zu erzeugen, saß ich genervt im Sitz und wünschte mir mehrfach, ich hätte diese Option einfach selbst abgeschaltet.
Hinzu kam das Publikum, das mein Kinoerlebnis weiter beeinträchtigte. Um mich herum saßen Zuschauer, die bei jeder spektakulären Szene hörbar nießten oder kommentierten, während andere ständig aufstanden, den Saal verließen und wiederkamen. Gerade bei der ohnehin überlangen Laufzeit ohne Pause empfand ich diese Unruhe als extrem störend. Emotionale oder dramatische Momente verpufften für mich komplett, weil irgendwo jemand raschelte, seufzte oder erneut an mir vorbeiging.
Ganz fair muss ich aber sagen, dass es auch ein paar positive Aspekte gab. In einigen ruhigeren Einstellungen fand ich die Bilder tatsächlich beeindruckend, besonders wenn Pandora einfach nur gezeigt wurde, ohne dass alles explodierte oder geflogen wurde. Auch die Musik hat mir stellenweise sehr gefallen und konnte vereinzelt Atmosphäre aufbauen. Außerdem gab es Ansätze von interessanten Konflikten, die mich kurz neugierig gemacht haben, aber leider nie wirklich ausgearbeitet wurden.
Am Ende habe ich wie meine Frau den Film als visuell erschöpfend und erzählerisch enttäuschend erlebt. Für mich ist „Avatar: Fire and Ash“ ein überladener Blockbuster, der mehr Wert auf technische Effekthascherei legt als auf eine frische, mitreißende Geschichte. Ich bin aus dem Kino gegangen mit dem Gefühl, viel gesehen, aber wenig gefühlt zu haben und wenig erzählerische Tiefe erlebt zu haben.
Meinerseits leider nur 4 von 10 Avataren.
Indy-Forum Aggregator 🤠🤟🏼📰👨🏻💻
Dieser Beitrag wurde 1
mal editiert, das letzte Mal am 21.12.2025, 21:49 von FloW.
|