Dt. Indiana Jones Fan Forum Zum Summit 2026 in 'Schloss Brunwald'



#4901 09.10.2025, 11:06
Lacombe Anwesend
Mitglied

Avatar von Lacombe

Beiträge: 675
Dabei seit: 09.05.2009
Wohnort: Saarland

Betreff: Re: Der letzte Film
Wirklich toller Film. John Huston hat viele Klassiker gedreht, wie auch Asphalt Jungle.
 

#4902 13.10.2025, 07:09
Indy2Go Abwesend
Mitglied

Avatar von Indy2Go

Beiträge: 5.936
Dabei seit: 16.01.2011
Wohnort: Xanadu

Betreff: Re: Der letzte Film
Absolut, der und "Die Spur des Falken" kommen auch bald mal wieder wieder dran.


Brawl in Cell Block 99
Regisseur und Autor S. Craig Zahler ist ein ziemlich kontroverser Typ, der ziemlich kontroverse Filme macht – und irgendwie finde ich das geil, weil sich das heute kaum noch jemand traut. Ruhig, abgeklärt, fast stoisch und ohne jedes Blendwerk inszeniert er seine Filme, stilistisch fast so unaufgeregt und schnörkellos wie die Werke von Clint Eastwood. Selbst die Actionsequenzen sind realistisch, roh und fast völlig frei von Choreografie. Man merkt Zahlers literarischen Hintergrund: klare Figuren, langsamer Aufbau, keine Spielereien.

Vince Vaughn liefert eine denkwürdige Performance als Bradley Thomas – ein aggressiver, aber kontrollierter Protagonist mit einer ganz eigenen, komplexen Moral, die ihn schlussendlich zerstört. Der Film beginnt mit fast dokumentarischem Realismus und verwandelt sich langsam in eine surreale Höllenfahrt irgendwo zwischen Grindhouse und griechischer Tragödie – ein ähnlich unerwarteter Genre-Twist wie schon in "Bone Tomahawk". So einen krassen Wechsel bekommt sonst kaum jemand hin – und trotz der Härte bleibt es am Ende immer noch ein Film über Menschen, nicht über Gewalt.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
 

#4903 13.10.2025, 11:08
Stephan Abwesend
Mitglied

Beiträge: 526
Dabei seit: 03.03.2025
Wohnort: -

Betreff: Re: Der letzte Film
One Battle After Another
Ein intensives, politisch aktuelles, cineastisches Werk. Starke, schauspielerische Leistungen von Teyana Taylor, Leonado DiCabrio, Sean Penn, Benicio del Toro und Chase Infiniti.
Ein bewegendes Statement über die aktuelle amerikanische Politik und über eine Opposition, die ebenso nicht immer mit hoher Intelligenz punkten kann.
Fragwürdige Momente auf beiden Seiten werden gekonnt in schwarzem Humor verpackt. Ein toller Soundtrack und eine kreative Kamera machen diesen Film zu einem Erlebnis.
9 von 10 Punkte

Tron: Ares
Science-Fiction Filme haben es oft genauso schwer wie Abenteuerfilme ihre Zuschauer ins Kino zu locken. Durch hohe Budgets brauchen sie ein größeres Publikum, obwohl es meist ein nischiges Thema ist und viele Kultfilme sich dadurch erst im Nachgang eines Flops entwickeln.

Tron: Ares bietet hochqualitative wuchtige Effekte, durchwegs fotorealistisches CGI, ein beeindruckendes und kreatives Zukunftsbild und richtig gutes 3D für die Interessierten.
Der Soundtrack ist erfrischend kreativ und treibend - Er wirkt auf mich etwas minimalistischer und kann nicht so glänzen, wie die Musik von Daft Punk aus dem Vorgänger. Aber ordentlich rocken tut er definitiv in den passenden Momenten.
Die Geschichte hat ihre Schwächen und die talentierten Schauspieler liefern auf Grund eines nicht zu 100% funktionierenden Drehbuchs nur einen mittleren Standard ab.
Der Spannungsbogen funktionierte für mich trotz dieser Punkte von Beginn an bis zum Ende des Films.
8 von 10 Punkte für das Kinoerlebnis
.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.10.2025, 11:24 von Stephan.  

#4904 13.10.2025, 11:27
Kukulcan Anwesend
Mitglied

Avatar von Kukulcan

Beiträge: 8.829
Dabei seit: 04.03.2013
Wohnort: Köln

Betreff: Re: Der letzte Film
Da freu ich mich doch auf Tron als äußerst 3D Interessierter.
 

#4905 15.10.2025, 19:30
Kukulcan Anwesend
Mitglied

Avatar von Kukulcan

Beiträge: 8.829
Dabei seit: 04.03.2013
Wohnort: Köln

Betreff: Re: Der letzte Film
Tron: Ares

Was für ein 3D, sowohl in den komplett computergenerierten wie auch Echtweltsequenzen (besser als das schaumgebremste 3D im Avatar 3 Trailer). Und was für ein geiler treibender Soundtrack. Was für eine Story….naja, OK, ein nettes Flickwerk von Logiklöchern, aber es geht immer ohne Hänger voran, die Welt- und Charakterperspektivwechsel funktionierten prima und alles war flott inszeniert.

Die Riege der Schauspieler fand ich rundum gut - überragend hab ich nicht erwartet. Haben alle ihren Zweck erfüllt und brachten teils ein wenig unaufdringlichen Humor oder auch existenzielle Fragen auf. Tatsächlich fand nur ich Flynn/Jeff Bridges (in den recht kurzen Fan Service Szenen) eher etwas schwach.

Hab ich schon das 3D erwähnt, das die wirklich geile Action erst richtig zur Geltung brachte? Tolle Effekte und das ganze Look & Feel war definitiv richtig Tron, nur eben nicht so „betulich“ wie 1982.

Tut euch den Film nicht an, wenn euch Logiklöcher stören oder euch der Trailer zu glatt gebügelt aussah.
Aber von mir bekommt der Film 10012 von 10102 plappernden Bits
Dieser Beitrag wurde 9 mal editiert, das letzte Mal am 20.10.2025, 13:43 von Kukulcan.  

#4906 18.10.2025, 09:53
Kukulcan Anwesend
Mitglied

Avatar von Kukulcan

Beiträge: 8.829
Dabei seit: 04.03.2013
Wohnort: Köln

Betreff: Re: Der letzte Film
Tron und Tron:Legacy

Im Gegensatz zum neuen Tron geht es in Teil 1 und 2 vornehmlich darum, im Grid von Punkt A nach Punkt B zu kommen, was Teil 3 mit seinem deutlich stärkeren Wechselspiel einfach interessanter macht.

Teil 1 ist ein technischer Meilenstein und 80er Kult, wirkt aber heute etwas altbacken und behäbig. Aber auch damals hatte er mich als Gesamtwerk abgesehen von der Technik nie vollends begeistert.

Legacy ist richtig cool, was Style, Lightcycle und Kämpfe angeht, technisch bereits voll auf der Höhe - Ares ist auch geil, das Grid vielleicht etwas zu perfekt steril. Die Musik von Daft Punk ist definitiv auch super, besser oder schlechter würde ich im Vergleich zu Ares nicht sagen - eben völlig anders.

Beim 3D schlägt Ares Legacy, es wirkt mehr aus einem Guss. In Ares sind die rein computergenerierten Szenen auch besser als die Echtwelt/Mischszenen, in Legacy fallen die aber deutlicher ab, es gibt weniger absolute Highlights.

Beide 0x8 von 0xA panischen Bits
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 18.10.2025, 10:21 von Kukulcan.  

#4907 20.10.2025, 13:00
Indy2Go Abwesend
Mitglied

Avatar von Indy2Go

Beiträge: 5.936
Dabei seit: 16.01.2011
Wohnort: Xanadu

Betreff: Re: Der letzte Film
König Salomons Diamanten (1950)

MGM zog damals mit halbem Studio nach Afrika, um Haggards berühmten Roman um Abenteurer Allan Quatermain erstmals an Originalschauplätzen und in Farbe zu verfilmen. Und das sieht man dem Film auch an – echte Landschaften, echtes Licht, dazwischen (mal mehr, mal weniger) charmant eingestreute Tier-Archivaufnahmen. Der Aufwand war riesig, das Ergebnis ein prachtvolles, wenn auch deutlich koloniales Abenteuerkino. Stewart Granger passt als stoischer, charmant altmodischer Quatermain besser, als man vermuten würde und Deborah Kerr bekommt in der neu erfundenen Frauenrolle mehr Profil als erwartet, während andere Figuren der obligatorischen Hollywood-Romanze weichen mussten. Haggards Vorlage bleibt immerhin spürbar – späteren Versionen ging dieser Kern völlig verloren. Groß, farbig, altmodisch – und immer noch erstaunlich wirkungsvoll.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
 

#4908 23.10.2025, 07:37
Kukulcan Anwesend
Mitglied

Avatar von Kukulcan

Beiträge: 8.829
Dabei seit: 04.03.2013
Wohnort: Köln

Betreff: Re: Der letzte Film
Alles voller Monster

Eine kleine europäische Produktion, die es nicht ganz an die Großen heranschafft, aber doch lustig und abgedreht ist (mit vielen nicht sehr subtilen "2001" Referenzen). Die Monster sind sympathisch und es müssen auch nicht alle Rockstars sein wie bei der Konkurrenz.

Für Kinder unter 6 sicher zu gruselig, etwas ältere Kinder dürften einigen Spaß haben. Als (weitgehend) Erwachsener war ich gut unterhalten, vieles war schön schräg, anderes vielleicht ein bisschen "Meh". Technisch gut gemacht, aber natürlich auf niedrigerem Niveau als z.B. Pixar - schade dass es nicht 3D war.

Dafür gibt es positive gar nicht so schlecht 7 von 10 Monstern, nicht 7 von 10 das war eher nicht so der Hammer Punkten
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 03.11.2025, 06:07 von Kukulcan.  

#4909 23.10.2025, 09:36
Indy2Go Abwesend
Mitglied

Avatar von Indy2Go

Beiträge: 5.936
Dabei seit: 16.01.2011
Wohnort: Xanadu

Betreff: Re: Der letzte Film
Terrifier 3

Irgendwo frage ich mich ja schon, wie kaputt eine Gesellschaft sein muss, dass etwas wie die Filme um Art den Clown überhaupt in den Mainstream – zumindest des Horrorgenres – vordringen kann. Der dritte Teil kratzte ja sogar an den 90 Millionen am internationalen Box Office.

Andererseits kann ich die Faszination schon auch nachvollziehen: Art the Clown ist schon jetzt eine moderne Horrorikone mit einer ganz eigenen Präsenz – fast wie eine nihilistische Karikatur von Pennywise oder Michael Myers. Die schmutzige 80er-Ästhetik und die praktischen Effekte, wo Damian Leone als gelernter Maskenbildner ja auch herkommt, haben durchaus ihren Reiz.

Positiv finde ich auch, dass Leone die Mythologie seines Universums immer weiter ausbaut und mehr und mehr übernatürliche Elemente einfließen lässt. Diese bleiben aber auch (bewusst) recht abstrakt, was die ganze Sache für mich letztlich zu wenig greifbar macht.

Im Endeffekt sind die Filme vor allem Provokation um der Provokation willen – schockierend, faszinierend, aber eben auch nicht viel mehr als das.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
 

#4910 28.10.2025, 09:33
Indy2Go Abwesend
Mitglied

Avatar von Indy2Go

Beiträge: 5.936
Dabei seit: 16.01.2011
Wohnort: Xanadu

Betreff: Re: Der letzte Film
The French Connection

…ist so ein Klassiker, den jeder vom Namen her kennt, den aber überraschend viele nie wirklich gesehen haben. Ich glaube, das Bewusstsein dafür, was für ein Meilenstein der Film seinerzeit war, ist heute gar nicht mehr so richtig da.

Friedkin hat den modernen Cop-Thriller maßgeblich geprägt, ohne "The French Connection" selbst groß als Revolution zu inszenieren. Stattdessen wirkt alles (un)angenehm rau, bodenständig und teilweise fast schon dokumentarisch gefilmt – ein Blick in ein dreckiges, nervöses New York der 70er, das man heute so glaubhaft kaum noch vor die Kamera bekommt.

Die berühmte Verfolgungsjagd unter der Hochbahn ist vollkommen zurecht legendär: waghalsig gefilmt, nervenaufreibend und bis heute ein Paradebeispiel dafür, wie Action funktionieren kann, wenn sie sich echt anfühlt. Und das Katz-und-Maus-Spiel in der U-Bahn zeigt, wie man mit sehr wenig Dialog maximalen Nervenkitzel erzeugt. Gene Hackman schafft mit Popeye Doyle perfekt den Spagat zwischen kompromisslosem Antihelden und einem von Besessenheit getriebenen Wahnsinnigen – man fiebert mit, ohne ihn unbedingt sympathisch finden zu müssen.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
 

#4911 28.10.2025, 16:51
Stephan Abwesend
Mitglied

Beiträge: 526
Dabei seit: 03.03.2025
Wohnort: -

Betreff: Re: Der letzte Film
Frankenstein
Guillermo del Toros Adaption dieser klassischen Geschichte in gotisch, poetischer Bildsprache. In all seinen Filmen entwickelt man Empathie mit dem unterdrückten Monster. Auch dieses Drama kann durch epische Handlungsstränge und einer emotional in einem Familienkonstrukt verwurzelten Geschichte um den missverstandenen Frankenstein fesseln. Die Verbindung von echten Sets, Prothetischem Monster-Make-up mit CGI wirkt beeindruckend und überzeugend.
8 von 10 Monster
.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 28.10.2025, 16:57 von Stephan.  

#4912 28.10.2025, 19:38
Kalmanitas Anwesend
Mitglied

Avatar von Kalmanitas

Beiträge: 4.249
Dabei seit: 10.02.2013
Wohnort: Belgium

Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von Indy2Go:
The French Connection
…ist so ein Klassiker, den jeder vom Namen her kennt, den aber überraschend viele nie wirklich gesehen haben….

Habe den schon vor ca. 40 Jahren auf Video, danach auf DVD und zuletzt auf Blu Ray gesehen. Zurecht ein Klassiker. Und mit dem Duo Hackman/Scheider einer der ersten Buddy Cop Filme. Selbst den zweiten Teil von John Frankenheimer oder das Buddy Russo (Roy Scheider Charakter) Follow Up "The Seven-Ups" kann ich sehr empfehlen. Ganz anders, aber auch absolut sehenswert.
You only have one life! You can make it either chicken shit or chicken salad!
 

#4913 29.10.2025, 10:06
Indy2Go Abwesend
Mitglied

Avatar von Indy2Go

Beiträge: 5.936
Dabei seit: 16.01.2011
Wohnort: Xanadu

Betreff: Re: Der letzte Film
Den Ableger habe ich bislang nie gesehen, den zweiten Teil aber vor ein paar Jahren mal. Ich fand interessant, dass Frankenheimer ihn eher als Epilog inszeniert hat, nicht als klassisches Sequel. Teil 1 zeigt Popeye Doyles moralischen Zerfall – Teil 2 das, was nach dem Adrenalinrausch übrig bleibt.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
 

#4914 31.10.2025, 19:31
FloW Abwesend
Mitglied

Avatar von FloW

Beiträge: 6.457
Dabei seit: 01.08.2006
Wohnort: Rheinhessen

Betreff: Re: Der letzte Film
Until Dawn Horrorfilm 2025

Die Verfilmung des beliebten Videospiels "Until Dawn" ist ein solider Horrorfilm. Regisseur David F. Sandberg liefert einen blutigen, atmosphärischen Slasher mit effektiven Schockmomenten. Der Film weicht jedoch stark von der Vorlage ab und ersetzt die "Schmetterlingseffekt"-Entscheidungen des Spiels durch eine Zeitschleifen-Mechanik.

Pro: Gute Inszenierung, effektive Schockmomente, mutiger neuer Ansatz mit Zeitschleife.

Contra: Oberflächliche Charaktere, Abweichungen von der Vorlage, verpasst die Tiefe des Originalspiels.

Fazit:
Für Gelegenheits-Horrorfans ist der Film ein unterhaltsamer, kurzweiliger Spaß. Fans des Videospiels werden jedoch wahrscheinlich enttäuscht sein, da der Film nicht an die emotionale Bindung und die Mythologie der Vorlage heranreicht.

Das aufklarende Ende gefällt mir. 😉

7 von 10 🧟‍♀️

Streambar auf Netflix.
Indy-Forum Aggregator 🤠🤟🏼📰👨🏻‍💻
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 31.10.2025, 19:33 von FloW.  

#4915 02.11.2025, 17:51
FloW Abwesend
Mitglied

Avatar von FloW

Beiträge: 6.457
Dabei seit: 01.08.2006
Wohnort: Rheinhessen

Betreff: Re: Der letzte Film
Ich fand Mosquito Coast (1986) beeindruckend, weil er mutig mit amerikanischen Werten abrechnet. Harrison Ford spielt einen Erfinder, der genug hat von der Konsumgier und Oberflächlichkeit seiner Heimat und im Dschungel ein besseres Leben schaffen will. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie tief die Unzufriedenheit mit dem „American Way of Life“ sitzen kann – und wie gefährlich es wird, wenn Idealismus in Besessenheit umschlägt.

Peter Weir inszeniert das mit großem Gespür für Atmosphäre und Spannung. Die tropische Natur steht sinnbildlich für Freiheit, aber auch für den Preis, den man zahlt, wenn man sich von der Gesellschaft löst. Gerade diese Mischung aus Abenteuer, Familiengeschichte und Sozialkritik macht den Film so stark.

Mosquito Coast ist für mich kein pessimistischer Film, sondern ein ehrlicher. Er stellt Fragen, die auch heute noch aktuell sind: Wie viel Wohlstand braucht man wirklich? Und was bleibt vom Traum Amerika, wenn man ihn zu Ende denkt? Ein faszinierendes, kluges Werk – und eine von Harrison Fords mutigsten Rollen.

⭐ 9/10

Digital kaufbar z.B. für 8,99 ¤ in HD auf Amazon Prime.
Indy-Forum Aggregator 🤠🤟🏼📰👨🏻‍💻
 

#4916 03.11.2025, 21:48
FloW Abwesend
Mitglied

Avatar von FloW

Beiträge: 6.457
Dabei seit: 01.08.2006
Wohnort: Rheinhessen

Betreff: Re: Der letzte Film
Ich habe mir den Film French Lover (2025) mit Omar Sy auf Netflix angesehen – und, oh là là, selten war Romantik so charmant, vorhersehbar und trotzdem einfach unterhaltsam. Der Film ist im Grunde wie ein frisch gebackenes Pain au Chocolat: Man weiß genau, was drin ist, aber man genießt trotzdem jeden Bissen.

Omar Sy spielt Abel Camara, einen berühmten Schauspieler, der mehr Charme hat als es Rosenverkäufer in Paris gibt. Ihm gegenüber steht Sara Giraudeau als Marion – eine Kellnerin mit Herz, Verstand und einer sympathischen Portion Bodenständigkeit. Zwischen den beiden fliegen die Funken, die Blicke und gelegentlich auch mal ein spitzer Kommentar. Und das Beste daran? Es wirkt nie aufgesetzt.

Der Film lebt von seiner romantischen Stimmung – oder besser gesagt: von seinem französischen Vivre. Alles fließt locker dahin: kleine Dramen, große Gefühle, ein paar herrlich absurde Szenen (Omar Sy beim Versuch, unauffällig in einem Café zu sitzen, ist pure Comedy). Dazu kommt ein Paris, das so schön aussieht, dass man fast vergisst, wie teuer der Kaffee dort ist.

Natürlich erfindet French Lover das Rad nicht Neu. Die Story? Klassisch. Die Wendungen? Absehbar. Die Musik? Typisch französisch-romantisch, irgendwo zwischen Chanson und Herzklopfen. Aber das alles ist egal, weil der Film genau weiß, was er sein will: charmante Wohlfühlkost mit Stil, Witz und zwei Hauptdarstellern, die wunderbar harmonieren.

Kleine Schwächen? Klar. Manche Nebenfiguren wirken wie Statisten aus einem anderen Film, und der Mittelteil zieht sich etwas.

Mein Fazit: French Lover ist kein Meilenstein, aber ein echtes Gute-Laune-Präsent. Er ist wie ein Spaziergang an der Seine bei Sonnenuntergang – leicht, warm, und ein bisschen kitschig, aber auf eine positive Art. Ich vergebe 6 von 10 🥐 – und empfehle dazu: ein Glas 🍷, ein weiches 🛋️ und die Bereitschaft, sich einfach mal wieder entspannt dem französischen Lebensgefühl hinzugeben.
💙🤍♥️
Indy-Forum Aggregator 🤠🤟🏼📰👨🏻‍💻
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, das letzte Mal am 03.11.2025, 21:58 von FloW.  

#4917 04.11.2025, 10:58
Indy2Go Abwesend
Mitglied

Avatar von Indy2Go

Beiträge: 5.936
Dabei seit: 16.01.2011
Wohnort: Xanadu

Betreff: Re: Der letzte Film
The Terminal

Viktor Navorski ist eine simple Figur – naiv, höflich, unbeirrbar. Aber Tom Hanks holt so viel Wärme aus ihr, dass er damit ohne Frage den ganzen Film trägt – und es schafft, den wahrscheinlich einzigen Protagonisten zu spielen, dem man abnimmt, dass er monatelang in einem Flughafen leben kann, ohne daran zu zerbrechen.

Spielberg erzählt das Ganze in seinem typischen (späteren) Tonfall: humanistisch, optimistisch, mit viel Gefühl für die kleinen Gesten. Das ist manchmal naiv, oft vorhersehbar, aber eben auch gerade deshalb herzerwärmend. "The Terminal" ist eben ein Feelgood-Movie.

Das riesige Flughafen-Set ist eine gläserne Welt aus Rolltreppen, Cafés und Sicherheitskontrollen – so viel Platz hatte wahrscheinlich kein anderer Film, der technisch gesehen als Kammerspiel durchgeht.

Dafür ist alles sentimental sehr glatt. Der Film springt recht episodenhaft zwischen Komödie, Romanze und Drama hin und her, ohne klare Linie. Manche Gags sind so slapstickhaft, dass man nur darauf wartet, dass jemand über eine Bananenschale rutscht – was mehr oder weniger dann auch eintritt.

Am Ende bleibt ein sympathischer, aber sehr naiver Film, dessen Logik man besser nicht zu genau hinterfragt – zu sehr Märchen, zu sehr Traum von einer Welt, in der selbst die Passkontrolle ein Herz hat. Sich da hinein zu flüchten, ist manchmal aber eben genau das, was man braucht.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
 

#4918 04.11.2025, 12:56
FloW Abwesend
Mitglied

Avatar von FloW

Beiträge: 6.457
Dabei seit: 01.08.2006
Wohnort: Rheinhessen

Betreff: Re: Der letzte Film
Flow Animationsfilm von 2024

Stille. Keine Stimmen, keine Dialoge, nur eine schwarze Katze auf einem Boot mitten in der Sintflut. Ich denke: „Okay, entweder Kunst oder Katzendrama – oder beides.“ Und tatsächlich: Diese Katze sagt kein Wort, aber sie spielt, als hätte sie drei Oscars verdient.

Nach und nach tauchen ihre Mitreisenden auf: ein übermotivierter Labrador, ein tiefenentspanntes Capybara und ein dramatischer Vogel mit Attitüde. Zusammen schippern sie durch eine versunkene Welt, und ich schwanke zwischen „muchsmäuschenstille“ und „Was zum Miauen passiert hier eigentlich?“.

Das Ganze ist lautlos, grafisch ein Leckerbissen und erstaunlich witzig – wenn man sich darauf einlässt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einer animierten Katze beim Denken zusehe und dabei Tränen vor Rührung in den Augen habe.

„Flow“ ist wie Meditation mit Fell und Flut. Kein Actionkracher, kein Dialoggewitter – aber ein stilles, charmantes Abenteuer, das mich irgendwie hoffnungsvoll stimmt. Und ja, ich würde unsere Haus- und Hofkatze jetzt auch auf so ein Boot lassen für ein Abenteuer wie dieses.

8 von 10 🐈🐈‍⬛
Indy-Forum Aggregator 🤠🤟🏼📰👨🏻‍💻
 

#4919 04.11.2025, 14:10
Lacombe Anwesend
Mitglied

Avatar von Lacombe

Beiträge: 675
Dabei seit: 09.05.2009
Wohnort: Saarland

Betreff: Re: Der letzte Film
Kleiner Fun Fact zu The Terminal. Das Vorbild für das Flughafenset war der Flughafen Düsseldorf.
 

#4920 04.11.2025, 20:12
FloW Abwesend
Mitglied

Avatar von FloW

Beiträge: 6.457
Dabei seit: 01.08.2006
Wohnort: Rheinhessen

Betreff: Re: Der letzte Film
The Fall Guy (2024)

Wenn Pyro und Action ein Kind hätten, hieße es wohl The Fall Guy. Regisseur David Leitch – selbst ehemaliger Stuntman – zündet hier ein filmisches Feuerwerk zu Ehren all jener, die sich für Unterhaltung die Knochen brechen. Mit so viel Stil, Selbstironie und cineastischen Knallern.

Ryan Gosling spielt Colt Seavers, einen erfahrenen, aber angeschlagenen Stuntman, der nach einem Unfall seine Karriere an den Nagel hängt. Als jedoch ein großer Hollywood-Star verschwindet und eine Filmproduktion ins Chaos stürzt, wird Colt zurückgeholt – nicht nur, um das Rätsel zu lösen, sondern auch, um seiner alten Liebe wieder näherzukommen. Emily Blunt spielt Jody Moreno, eine aufstrebende Regisseurin – und Colts Ex-Freundin. Sie ist tough, klug, und steht plötzlich vor der Mammutaufgabe, ihren ersten großen Film fertigzustellen, während um sie herum alles explodiert – im wörtlichen wie im emotionalen Sinne. Zwischen ihr und Colt sprühen die Funken, irgendwo zwischen Filmset und Gefühlschaos.

Was The Fall Guy besonders macht, ist seine Liebeserklärung an das, was hinter der Kamera passiert. Der Regisseur zeigt nicht nur, wie spektakulär Action aussehen kann, sondern wie viel Schweiß, Timing und pure Lebensgefahr darin steckt. Man spürt in jeder Explosion, jedem Autostunt, jedem unkontrollierten Fall, dass hier Menschen am Werk sind, die ihr Handwerk lieben. Es ist ein Film über Stunts, mit Stunts, für Stuntleute – und für alle, die Action noch fühlen wollen, statt sie nur zu sehen.

Natürlich hat das Ganze auch seine Stolperfallen. Die Handlung ist so vorhersehbar wie ein abgesprochenes Wrestling-Match, und der Humor zündet nicht immer auf Anhieb.

Das Tempo? Rasant. Die Action? Explosiv. Die Romantik? Aufwühlend. The Fall Guy ist wie ein Stunt: spektakulär, riskant, manchmal ein bisschen überzogen, aber verdammt unterhaltsam.

The Fall Guy ist eine Hommage an alle Stunthelden Hollywoods – ein Film, der Adrenalin, Herz und Humor in einer funkelnden Explosion vereint. Nicht perfekt, aber mit jeder Menge Passion und der Fähigkeit sich selbst auf die Schippe zu nehmen, dass jede dramaturgische Delle des Films verziehen werden kann. Wer Stunts liebt, wird dieses Werk abfeiern.

7 von 10 🎆

Streambar auf Amazon Prime.
Indy-Forum Aggregator 🤠🤟🏼📰👨🏻‍💻
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 04.11.2025, 20:35 von FloW.  

Seiten (251): 1, 2 ... 244, 245, 246, 247, 248 ... 250, 251


Alle Zeitangaben in GMT +01:00. Aktuelle Uhrzeit: 13:00.