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#4141 03.09.2018, 17:59
horner1980 Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
I KILL GIANTS

Ein ganz wunderbarer Film, der entgegen seines Kinoposters kein Fantasy-Action-Blockbuster ist, sondern ein sehr bewegend erzähltes Drama. Okay, es gibt zwar minimale Fantasy-Elemente, aber diese geschehen nur in der Fantasie von dem jungen Mädchen. Dadurch wirkt Barbara, so ihr Name, anders, weil diese Fantasie für sie mittlerweile die Wirklichkeit ist. Sie baut Fallen für Riesen und macht sich bereit zum Kampf, denn sie glaubt, dass sie die Einzige ist, welche die Riesen besiegen kann. Man merkt aber von Anfang an, dass sie etwas belastet, und dass es etwas ist, unter dem die ganze Familie leidet. Es hat wohl was mit der Mutter oder Vater oder beide Elternteile zu tun, denn die große Schwester kümmert sich um alles. Von den Eltern fehlt jede Spur. Was genau los ist, wird erst im letzten Drittel verraten, obwohl man schon als Zuschauer schon längst die Vermutung hat. Das ist aber in Ordnung so, denn irgendwie versteht man Barbara dadurch viel besser. Sie versucht immer die Starke zu sein, obwohl sie, wegen ihrer Eigenart, von anderen Schülern gemobbt wird. Eigentlich, trotz der Schwester und ihrem Bruder, merkt man ihr an, dass sie sehr für sich lebt. Erst Sophie, ein zugezogenes Mädchen schafft es, eine Freundin für Barbara zu werden. Auch die neue Schulpsychologin dringt etwas zu ihr durch.
So entwickelt sich ein wirklich toller Film, der trotz seiner Ähnlichkeit mit "A Monster Calls" von J.A. Bayona, doch eigenständig genug ist.
Der Cast, vor allem die zwei jungen Mädchen, spielt wirklich außerordentlich gut. Die beiden wirken sehr verankert mit ihren Rollen. Madison Wolfe schafft es wirklich sehr gut, in einem Moment die starke Heldin, inkl. leichter Arroganz zu spielen, aber in einem anderen Moment dann wieder sehr glaubhaft zu zeigen, wie verletzbar sie doch ist. Sydney Wade, welche Sophie spielt, hat zwar einen etwas einfacheren Part mit ihrer Rolle, aber trotzdem muss man erst einmal so überzeugend eine solche Rolle darstellen. Ach ja, dazu ist es auch mal schön, dass man Zoe Saldana mal in einem Drama entdeckt. Das passiert meiner Meinung nach viel zu selten, denn das sie sowas kann, beweist sie in diesem Film. Aber irgendwie hüpft sie gefühlt von Blockbuster zu Blockbuster derzeit. Schade.
Ein großes Plus geht auch an die großartige Musik von Laurent Perez del Mar, welche sehr behutsam den Film vertont, inkl. eines wirklich sehr traurig, aber auch nicht ohne Hoffnung, geschriebenes Hauptthema. Für mich einer der besten Scores in diesem Jahr.
Ja, ein wunderbarer Film, der mich emotional sehr berührt hat. Echt eine große Schande, dass der nicht im Kino gelaufen ist.

PS: Das ist übrigens das Kinoposter, bei dem ich mir denke: Die Leute, welche die Idee für dieses Poster hatten, hatten überhaupt keine Ahnung, was die Handlung des Films ist.


"Music is the most direct path to the human heart."

Steven Spielberg
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#4142 04.09.2018, 08:51
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Betreff: Re: Der letzte Film
Ja, vor allem wenn dann was von "Harry Potter" auf dem Plakat steht. Zwinkernder Smiley Wird genügend Leute gegeben haben, die andere Erwartungen an dem Film hatten. Deiner Rezension kann ich mich durchweg anschließen, zu den guten Darstellern würde ich aber noch Imogen Poots zählen.
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#4143 04.09.2018, 10:04
horner1980 Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von Leusel:
Ja, vor allem wenn dann was von "Harry Potter" auf dem Plakat steht. Zwinkernder Smiley Wird genügend Leute gegeben haben, die andere Erwartungen an dem Film hatten. Deiner Rezension kann ich mich durchweg anschließen, zu den guten Darstellern würde ich aber noch Imogen Poots zählen.

Stimmt.. sie spielt die große Schwester, oder? Ja, ebenfalls eine wirklich tolle Leistung. Man merkt ihr so richtig an, wie das alles sie überfordert, aber trotz allem hat sie einfach ein zu gutes Herz, und zieht es einfach durch, ohne sehr oft an sich selbst zu denken.
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Steven Spielberg
 

#4144 04.09.2018, 19:33
horner1980 Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Heute im Kino gesehen:

THE POST

"The Post" will am liebsten drei Filme auf einmal sein: Zum einem die Vorgeschichte des Watergate-Skandals, aber auch den Kampf um die Pressefreiheit und das Portrait einer Frau, die sich in einer Männerdomäne durchsetzen muss. Das Wunderbare ist.. der Film schafft es, das alles unter einem Hut zu bringen. Dabei hilft auch, wie er die Geschichten erzählt: Er macht das nämlich auf eine spannende, interessante, aber niemals verkopfte Art und Weise. Dazu sind auch die Charaktere sehr gut geschrieben. Jedem nimmt man seine Rolle absolut ab, und dazu kommt es einem vor, dass fast jede noch so kleine Figur ihren min. einen kurzen Auftritt bekommt, wie zum Beispiel auch die Tochter der von Meryl Streep gespielten Hauptfigur. Sie ist nur in wenigen Szenen zu sehen, aber hat dann doch den einen tollen Moment, in dem Alison Brie (bekannt aus "Glow") zeigen kann, was für eine tolle Schauspielerin sie ist.
Das ist auch etwas, was mir hier aufgefallen ist. Bis zu den Nebenfiguren sieht man hier wirklich nur großartige Schauspieler. Gut, dass Meryl Streep eine der Besten ist, und das eigentlich in jedem Film zeigt, muss man nicht extra erwähnen. Ich tue es trotzdem, denn besonders in der Schlüsselszene fand ich sie beeindruckend. Man merkte so richtig, wie es in ihrem Kopf arbeitet. Hervorzuheben muss man auch Tom Hanks, aber auch Bruce Greenwood gefiel mir in seiner Rolle als Politiker. Das war es eigentlich auch schon mit den bekannten Gesichtern. Gut, als Serienfreak, wie ich einer bin, kennt man halt noch zum Beispiel Bob Odenkirk (obwohl ich Breaking Bad & Co nie gesehen habe) oder auch Michael Rhys (aus der großartigen Serie "The Americans"). Aber sonst.. nope. Das gab dem Film auch eine Art Frische, weil man diese Gesichter halt nicht schon in zig anderen Filmen gesehen hat. Großes Lob ans Casting.
Ein Lob geht auch Janusz Kaminski. Manchmal kommt es einem vor, als ob die Kamera die Charaktere regelrecht verfolgt. Dabei entstehen wirklich tolle lange Kamerafahrten. Gefiel mir wirklich außerordentlich gut.
Was ich auch gut fand, war der Einsatz der Musik, denn der Film hatte nicht viel Score von John Williams, und das war absolut die richtige Entscheidung. Somit unterstrich die Musik noch mehr die Wirkung mancher Szenen, wie zum Beispiel beim ersten Einsatz, als die Papiere gestohlen wurden.
Ja, das hat sich echt gelohnt, diese einmalige Gelegenheit wahr zu nehmen, um den Film im Kino sehen zu können.
switch Spoiler:

"Music is the most direct path to the human heart."

Steven Spielberg
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#4145 08.09.2018, 18:44
horner1980 Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
SAFE HOUSE

Ein unterhaltsamer Thriller, der zwar von Anfang bis Ende vorausschaubar ist, aber trotzdem die Spannung immer aufrecht erhalten kann. Da hilft besonders die flotte Inszenierung und die doch ganz gut geschriebenen Charaktere. Die Schauspieler machten auch ihren Job ordentlich. Ich war recht angetan von Ryan Reynolds, der seine Rolle gekonnt darstellt. Man nahm ihn den Agenten, der mit dieser Aufgabe doch leicht überfordert ist, aber dann dazu lernt und immer besser wird, doch ab. Großartig war natürlich wieder Denzel Washington, der allein mit seiner Ausstrahlung seines charismatischen Charakters den Film sehr gut bereichert.
Okay, die Musik von Ramin Djawadi ist nun kein wirklich guter Score, aber im Film wirkt sie doch recht zufriedenstellend.
Also muss ehrlich sagen: Mir hat der Film gefallen.
"Music is the most direct path to the human heart."

Steven Spielberg
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#4146 Gestern, 17:59
horner1980 Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
TOWER HEIST
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Okay, eines macht der Film definitiv: Unglaublich viel Spaß. Einen großen Anteil macht hier der Score von Christophe Beck aus. Dessen groovige Musik, welche in bester Lalo Schifrin-Art daherkommt, gibt dem Film das nötige Tempo, und auch eine gewisse Coolness. Ohne das würde dem Film schon sehr viel fehlen.
Ansonsten ist die Story schon gut geschrieben, und hat sogar 1-2 ernstere Momente, auch wenn man damit keine Preise gewinnen kann. Der Humor ist "Gott sei Dank" auch nicht so im Vordergrundö.. was in dem Fall bedeutet, dass der Film nicht um laute Lacher bettelt. Er begnügt sich sichtbar damit, wenn der Zuschauer bei dem einen oder anderen Gag etwas schmunzelt, denn in erster Linie will man hier die Geschichte erzählen. Wenigstens hab ich das beim Schauen so empfunden.
Die Schauspieler machen auch einen guten Job, allen voran Ben Stiller, der gekonnt den Zuschauer durch den Film begleitet.
Das war übrigens auch der erste Film, den ich nun mit der neuen Synchrostimme von Eddie Murphy gesehen habe, und ich fand eigentlich, dass Dennis Schmidt-Foß sich gut gemacht hat. Er hat sogar versucht, seine Stimme die von Kronberg anzupassen, und es gab echt Momente, wo ihm das sehr überzeugend gelungen ist.
Ja, wie gesagt besonders dank der Musik wurde aus der soliden Gangster-Komödie ein richtig unterhaltsamer Film.
"Music is the most direct path to the human heart."

Steven Spielberg
 

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