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#321 13.02.2011, 08:22
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
"Wenn man auf dem Dach liegt, ist die Straßenlage ziemlich beschissen. Wie siehst du das, Purzel?"

Hach, Perlen der Kindheit... Grinsender Smiley

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Aus aktuellem Anlass:

Tron - Nachdem ich letztens sehr begeistert aus dem neuen Film gekommen bin, konnte ich nicht widerstehen und musste nun die DVD des ersten Teils in den Player legen. Das Ergebnis: Der Film ist faszinierend und ernüchternd zugleich. Ernüchternd, weil der Zahn der Zeit kräftig an Optik und Sound genagt hat. Die Inszenierung ist sperrig, das Drehbuch sprunghaft, die Musik von Wendy Carlos bestenfalls zeitgemäß. Faszinierend bleibt der Film dennoch, denn die technische Umsetzung ist selbst nach knapp 30 Jahren einzigartig und erzeugt eine hübsch fremdartige Atmosphäre in der Welt der Bits und Bytes. Außerdem bietet der Film eine interessante Besetzung mit Bruce Boxleitner, Peter Jurasik (Londo Molari aus "Babylon 5") und Dan Shor (Billy the Kid aus dem ersten "Bill und Ted"). Insgesamt ist "Tron" sicherlich eine technische Pionierleistung, aber als Film wird er - gerade im Zusammenhang mit dem zweiten Teil - etwas undifferenziert betrachtet.
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#322 13.02.2011, 09:23
Kaindee Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von Aldridge:
"Wenn man auf dem Dach liegt, ist die Straßenlage ziemlich beschissen. Wie siehst du das, Purzel?"

Hach, Perlen der Kindheit... Grinsender Smiley

Ja, das waren schon lustige Filme (nicht nur in der Kindheit), ich erinnere mich gerne auch an

"Auf dem Highway ist die Hölle los" --> sensationell ! Captain Chaos ... Lachender Smiley !
Achtung, dieser Post kann Spuren von Abenteuer enthalten!
 

#323 13.02.2011, 09:46
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Jau, und nicht zu vergessen: "Der rasende Gockel". Herrlich albern und naiv - und angesichts heutiger Debil-Komödien wie "Epic Movie", "Scary Movie", "Meet the Spartans" & Co. irgendwie richtig liebevoll gemacht... Zwinkernder Smiley
 

#324 13.02.2011, 14:18
Kanar Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Eine Faust geht nach Westen
Ein typisch schöner hau drauf Bud Spencer Film wie man es sich vorstellt...flotte Sprüche und flotte Fäuste!
Erik
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#325 13.02.2011, 14:23
"Indy" Hans Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Ok ok, kein Film sondern eher Episoden aber "Don Camillo und Peppone" mit Fernandel (http://en.wikipedia.org/wiki/Fernandel) ist für mich immer wieder unschlagbar. Einen besseren hätten die, meiner Meinung nach, für die Rolle nicht nehmen können.

Edit:

"Nacht Mutter" (http://www.kino.de/...15756.html)

Lange her, daß ich den Film sah aber vergessen habe ich den nie. Selten etwas gesehen was mich mehr bewegt und aufgewühlt hat.
Hans
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#326 14.02.2011, 10:38
Toth Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Leg dich nicht mit Zohan an

Ein paar nette Gags hier und da. Trotzdem wird die Möglichkeit, den Nahostkonflikt satirisch zu verarbeiten, weitgehend bleischwerem Klamauk geopfert; was leider schnell fade wird. Schade.
The trick, William Potter, is not minding that it hurts!
 

#327 14.02.2011, 11:05
Dark Hunter Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von Aldridge:

Aus aktuellem Anlass:

Tron - Nachdem ich letztens sehr begeistert aus dem neuen Film gekommen bin, konnte ich nicht widerstehen und musste nun die DVD des ersten Teils in den Player legen. Das Ergebnis: Der Film ist faszinierend und ernüchternd zugleich. Ernüchternd, weil der Zahn der Zeit kräftig an Optik und Sound genagt hat. Die Inszenierung ist sperrig, das Drehbuch sprunghaft, die Musik von Wendy Carlos bestenfalls zeitgemäß. Faszinierend bleibt der Film dennoch, denn die technische Umsetzung ist selbst nach knapp 30 Jahren einzigartig und erzeugt eine hübsch fremdartige Atmosphäre in der Welt der Bits und Bytes. Außerdem bietet der Film eine interessante Besetzung mit Bruce Boxleitner, Peter Jurasik (Londo Molari aus "Babylon 5") und Dan Shor (Billy the Kid aus dem ersten "Bill und Ted"). Insgesamt ist "Tron" sicherlich eine technische Pionierleistung, aber als Film wird er - gerade im Zusammenhang mit dem zweiten Teil - etwas undifferenziert betrachtet.

Ging mir gestern genauso. Letzte Woche war ich in Tron Legacy und fand das "längste Daft Punk Video" ausgesprochen gut. Stimmige Optik, absolut passender Soundtrack und flott erzählte und unterhaltsame Story. Tolle Effekte und schniecke DarstellerInnen (Beau Garrett macht ihrem Namen hier alle Ehre Erstaunter Smiley )
Kritikpunkt ist lediglich der neumodische Schnickschnack: Auf 3D hätte ich gern verzichtet, es wirkte manchmal doch unscharf, gerade die Bildränder. So viel mehr gibt es m. E. einfach nicht dazu. Ein scharfes Bild mit buntem Neonorchester tut es da auch.

Dann hab ich mir also gestern noch einmal das alte "Meisterstück" besorgt und eingelegt. Das er gegenüber einem heutigen Film optisch und sicher auch soundtechnisch hinterher hinkt ist verzeih-, weil erwartbar für jene Tage. Die viel gelobte Musik des alten Tron hatte ich aus Kindertagen auch besser in Erinnerung und nach dem jüngsten Ansehen fand ich sie doch öder und nicht ganz so innovativ, wie immer gepriesen. Man hätte damals durchaus mehr wagen können. Selbst Pink Floyd experimentierten da in den Anfangstagen von Synthesizern der 1970er mehr herum. Ich muss auch sagen, dass sich die Story tlw. etwas holprig präsentiert und die Schauspieler zu hölzern in dem Umfeld wirken. Ob das an damals mangelnder Erfahrung seitens der Darsteller mit zu viel Bluescreens lag, bleibt offen. Verblüfft bin ich dennoch, wie wenig im alten Tron, einem "Computermeilenstein" des Films, eigentlich aus dem Computer stammt. Handwerkliches Geschick im Kameraumgang und der Schneidtechnik sind hier wirklich lobenswert.
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#328 14.02.2011, 11:25
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Ja, "Tron" wird immer als "Computermeilenstein" bezeichnet, da er angeblich der erste Film war, in dem in großem Umfang der Computer Verwendung fand. Dabei wurde weit überwiegend mit herkömmlichen Mitteln (Matte Paintings) oder Weiterentwicklungen (Backlight Animation) gearbeitet. Auch wird immer vergessen, dass recht fortschrittliche Computerbilder schon vorher in Filmen vorkamen, z.B. in "Futureworld", oder im gleichen Jahr ins Kino kamen, z.B. im zweiten "Star Trek".

Die holprige Inszenierung ist vielleicht wirklich den technischen Gegebenheiten geschuldet. Am deutlichsten wird das bei der Szene, in der Ram (Dan Shor) stirbt. Da passt das Timing überhaupt nicht. Und ich denke auch, dass die Bluescreen und die spartanischen Kulissen wirklich Auswirkungen auf das Schauspiel hatten, schließlich sind die Schauspieler bei den Sequenzen in der realen Welt ganz munter bei der Sache. Da aber eine künstliche Welt präsentiert wird, passt auch das künstliche Spiel ganz gut dazu.

Wendy / Walter Carlos wurde seinerzeit für die Musik ausgewählt, weil sie / er mit ihren / seinen "Switched on Bach"-Alben als Synthesizer-Pionier galt. Letztlich ist aber ein verhältnismäßig üblicher Soundtrack mit einigen synthetischen Sounds dabei herausgekommen. Cool sind allerdings die beiden Songs, die "Journey" zum Soundtrack beigesteuert hatten (wobei auch der neue Film ein altes Lied der Band präsentiert).
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 14.02.2011, 11:26 von Aldridge.  

#329 14.02.2011, 15:58
"Indy" Hans Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von "Indy" Hans:
(...) "Nacht Mutter" (http://www.kino.de/...15756.html)

Lange her, daß ich den Film sah aber vergessen habe ich den nie. Selten etwas gesehen was mich mehr bewegt und aufgewühlt hat.


Leider scheint der Film hier, wie damals im Kino/Fernsehen, völlig ungerechtfertigterweise, unterzugehen was dieser, meiner Meinung nach, wirklich nicht verdient.

Der Film ist zwar harter, schwerer Stoff aber wer sich wirklich mal ernsthaft mit der Thematik (und dem Film) auseinandergesetzt hat wird ihn -so denke ich- nicht mehr vergessen und auch eine Träne am Ende wäre keine Schande (wenn man mich fragt).

Aus dem Inhalt:

"Jessie ist Mitte 30 und leidet an Epilepsie und Depressionen. Sie wohnt mit ihrer Mutter Thelma zusammen und eröffnet dieser zu Beginn des Stückes in fast nebensächlichem Tonfall beim Sortieren der Wäsche, dass sie vorhat sich am Ende des Tages umzubringen. Thelma hält dies zunächst für einen schlechten Scherz, erkennt dann aber schnell, wie ernst das Vorhaben ihrer Tochter ist. Sie versucht dann verzweifelt, Jessie umzustimmen. Nach und nach stellt sich heraus, dass Jessie ihren Selbstmord lange und bis ins Detail geplant hat. Beide stellen sich nun ihrer Vergangenheit, erörtern vergangene Konflikte und ziehen ein Fazit ihres bisherigen Lebens. Thelma gelingt es nicht Jessie von ihrem Vorhaben abzubringen, denn diese ist nach sorgfältigem Abwägen aller Aspekte weiterhin der Meinung, dass sich das Weiterleben für sie nicht lohnt. Das Stück endet schließlich mit dem Selbstmord der Tochter."
Quelle: Wikipedia

Sorry, daß ich den Film noch einmal aufs Tapet bringe aber ich halte ihn, trotz des Alters, wirklich für sehr sehens- und empfehlenswert.
Hans
 

#330 14.02.2011, 17:12
Toth Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Allein schon die Besetzung verspricht einiges. Leider habe ich bisher nicht die Möglichkeit gehabt, ihn zu sehen.
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#331 14.02.2011, 18:49
"Indy" Hans Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Bitte nachholen, sacken lassen und dann Erfahrung berichten. Meiner Meinung nach, auch ohne Schock- und Spezialeffekte, Blut und Eingeweide nichts für schwache Nerven.
Hans
 

#332 15.02.2011, 14:37
Indy2Go Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Der letzte Film den ich gesehen habe war Tron 1982, Ich bin natürlich auch nur darauf aufmerksam geworden weil ich einen Tag zuvor in Trom Legacy im Kino war und den Film echt klasse fand... Im neuen Teil gab es auch einige Dinge die ich erst so richtig verstanden habe nachdem ich den alten Film gesehen hab.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
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#333 15.02.2011, 16:34
Dark Hunter Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Mach den Link raus, der ist copyright-geschützt und so etwas könnte Mamo ziemlichen Ärger bringen. Diese ganzen Youtube streamfilme sind gerade hier in D ziemlich illegal und da das Forum unter dt. Recht steht, ist keine gute Idee so etwas hier zu verlinken. Wer ihn sehen will, kann selber suchen, oder anständig und legal ihn erwerben, bzw. ausleihen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 15.02.2011, 16:35 von Dark Hunter.  

#334 20.02.2011, 00:28
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Terry Pratchett: Going Postal - Die bisherigen Pratchett-Verfilmungen waren zwar liebevoll gemachte Produktionen und übertrugen ihre Buchvorlagen werkgetreu Szene für Szene ins Fernsehen. Doch litt die Dramaturgie arg unter den dreistündigen Umsetzungen, so dass die Handlung plätscherte und die Darsteller eher chargierten, als mit Witz und Elan bei der Sache zu sein. "Going Postal" hält sich ebenfalls streng an sein literarisches Vorbild, funktioniert jedoch in jeder Hinsicht: Feucht von Lipwigs Werdegang zum Postminister von Ankh-Morpok ist flott und ohne Hänger, die Romanze mit der stacheligen Adora zündet, die Pointen sitzen und die Schauspieler nehmen ihre Figuren angemessen ernst. Die TV-Produktion schafft es sogar, die surrealen Passagen der Buchvorlage zu glätten. Also endlich mal eine würdige Pratchett-Umsetzung, die Lust auf mehr macht (sprich: auf den Nachfolger "Schöne Scheine"). Doch eigentlich wäre so langsam mal ein Nachtwächter-Roman an der Reihe (am liebsten mit einem alten und müden Bruce Willis als Sam Mumm, aber das bleibt wohl ein Wunschtraum Zwinkernder Smiley ).

300 - Heieieiei, der Film macht es seinen Kritikern wirklich leicht. Ich hatte den Streifen eine ganze Weile nicht mehr gesehen und anscheinend den pathetisch-martialischen Off-Text, der die Spartiaten regelrecht zu Herren..., äh, Übermenschen stilisiert, verdrängt. Da werden das Leben als Kampf geschildert, die genetische Auswahl der Spartaner idealisiert, Feinde als korrumpierte und missgebildete Gestalten charakterisiert und die Schar der aufrechten Krieger ausgerechnet von einem Krüppel verraten. Dem gegenüber steht eine schlicht traumhafte Optik. Regisseur Zack Snyder hatte zur Premiere oft genug beteuert, dass er die Spartaner als Figuren mit zweifelhafter Moral vorstellt und somit genügend Distanz schafft. Dafür aber werden die Spartiaten einfach zu menschlich und vor allem Leonidas zu sympathisch gezeichnet. Unterm Strich bleibt ein cooler Bilderrausch, den man inhaltlich möglichst nicht zu ernst nehmen sollte (auch wenn der Off-Text es einem schwer macht).
 

#335 20.02.2011, 09:32
Toth Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
The King's Speech

Feel-good-Kino vom Feinsten. Colin Firth und Geoffrey Rush bieten ganz wunderbare Unterhaltung. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass der Film in der Synchro einiges verlieren wird.
The trick, William Potter, is not minding that it hurts!
 

#336 20.02.2011, 13:06
Jens Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von Aldridge:
300 - Heieieiei, der Film macht es seinen Kritikern wirklich leicht. Ich hatte den Streifen eine ganze Weile nicht mehr gesehen und anscheinend den pathetisch-martialischen Off-Text, der die Spartiaten regelrecht zu Herren..., äh, Übermenschen stilisiert, verdrängt. Da werden das Leben als Kampf geschildert, die genetische Auswahl der Spartaner idealisiert, Feinde als korrumpierte und missgebildete Gestalten charakterisiert und die Schar der aufrechten Krieger ausgerechnet von einem Krüppel verraten. Dem gegenüber steht eine schlicht traumhafte Optik. Regisseur Zack Snyder hatte zur Premiere oft genug beteuert, dass er die Spartaner als Figuren mit zweifelhafter Moral vorstellt und somit genügend Distanz schafft. Dafür aber werden die Spartiaten einfach zu menschlich und vor allem Leonidas zu sympathisch gezeichnet. Unterm Strich bleibt ein cooler Bilderrausch, den man inhaltlich möglichst nicht zu ernst nehmen sollte (auch wenn der Off-Text es einem schwer macht).

Dem ist so durchaus zuzustimmen. Was allerdings zahlreiche der Kritiker nicht wahrgenommen haben (oder nicht wahrnehmen wollten), ist der Hintergrund der Geschichte (schon in Millers Graphic Novel). Dies ist kein historischer Abriss, nicht einmal für die Charaktere im Film ist es eine "reale" Schilderung des Geschehens. Die gesamte Geschichte wird am Lagerfeuer vom einzigen Überlebenden erzählt, der - nun selbst Heerführer - seine Armee auf den bevorstehenden Kampf einstimmt. Das erklärt die Ausschmückung der Ereignisse, die Xerxes zum Gottkönig und die Gegner zu Monstren, Dämonen und mißgebildeten Finsterlingen macht. Das erklärt auch die Überhöhung und Idealisierung der Spartiaten. In der Tat, der Film hat einen eindeutig tendenziösen Subtext - und der ist beabsichtigt. Das muss man natürlich nicht schön finden, aber man kann es dem Film in dieser Form auch schwer vorwerfen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 20.02.2011, 13:09 von Jens.  

#337 20.02.2011, 19:00
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Ja, du hast natürlich Recht. Der Film hat einen klaren Durchhaltecharakter, eben weil David Wenham seine Mannen mit der Rede auf die abschließende Schlacht einstimmt. Das Problem ist nur leider, dass Zack Snyder nicht mit ausreichend Fingerspitzengefühl an die Sache herangegangen ist. In Interviews hat er immer wieder beteuert, es sei ihm vor allem auf eine coole Optik und nicht auf irgendeine Ideologie angekommen. Und man kann ihm auch zugute halten, dass er die Spartiaten regelrecht überzeichnet. Aber angesichts der visuellen Stärken des Films darf bezweifelt werden, dass der Zuschauer überhaupt auf den Gedanken kommt, die Blut-, Schweiß- und Tränenoper mal kurz zu hinterfragen. Doch letztlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, denn ein Blockbuster soll in erster Linie unterhalten. Und mir hat der pathetische Off-Text und die undifferenzierte "Erzählung" ein wenig den Filmspaß getrübt.
 

#338 22.02.2011, 22:20
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Betreff: Re: Der letzte Film
127 Hours

Mit Ausnahme von Slumdog Millionaire und Sunshine konnte mich bislang jeder Danny Boyle Film begeistern. 127 Hours reiht sich nun nahtlos ein. In einem wunderbar gefilmten Kammerspiel lässt er James Franco wieder einmal beweisen was für eine schauspielerische Bandbreite er besitzt. Zum Ende bietet der Film dann auch noch die wohl emotionalste und erleichternste Gore Szene aller Zeiten.
Großartiger Film.
 

#339 27.02.2011, 20:24
Plissken Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
True Grit

Starke Ähnlichkeit mit der John Wayne Version besteht, trotzdem schafft es diese Fassung recht gut eigenstänidg zu bleiben und somit eine Neuverfilmung zu rechtfertigen. Der große Wurf ist der Film trotzdem nicht. Ein guter, unterhaltsamer Western ist es geworden mehr aber nicht. Allerdings muss man dem Film zugestehen das die Besetzung um Längen besser ist als bei der ersten Verfilmung. Warum allerdings Hailee Steinfeld "nur" als beste Nebendarstellerin und nicht als Hauptdarstellerin nominiert wurde bleibt wohl ein Geheimnis der Academy.
 

#340 27.02.2011, 20:46
mola-ram Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
U-Bahn Pelham 123
Action-Thriller mit Denzel Washington und einem grandiosen John Travolta. Absolut Empfehlenswert.
 

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