Das Brötchen
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Betreff: Re: Wie findet ihr die Sache mit den Killerspielen? [Debatte um Verbot]
Zitat von Kahnert:Na dann hat der ganze Medienrummel ja mal wieder was gepracht.
Die polemische Diskussion über das Verbot von killerspielen ist da wo sie hinmuss, in aller munde...und das so kurz vor der Landtagswahl in Bayern...
"Woast, den Scheiß mit denen Spuiln, die k'ern verboten. Treff mer uns am Sonntag bei Sepp und genge dann ins Schütznhaus, oda?"
Ich wohn übrigens in Bayern.
Der Begriff Killerspiel wurde übrigens in den 90ern für Gotcha geprägt und erst nach Collumbine auf PC-Games bezogen.
Aber hat der Amokläufer in Lyon oder der in Amiland, im altenheim, eigentlich auch CS gespielt?
Und wann läuft Bernhard HOecker Amok? Der bakanntermaßen ein sehr guter CS spieler ist.
Und warum rennt von uns keiner los und erwürgt und schlitzt mit seiner Whip irgendwelche Rechten auf?
Ich seh das genaus so, wer ein erhöhtes Gewaltpotential in sich trägt, der spielt auch Shooter, etc.
Dort haben diejenigen die Möglichkeit ihre Aggresionen hinzutragen und als Ventil zu verarbeiten, reicht das nicht, zünden sie Katzen an oder so. Und wenn das immre noch nicht reicht,...
Ich finde man sollte die wirklichen Ursachen suchen und nicht alibihaft auf Games losgehen.
Aber mei, damit macht man Stimmung, und Eltern, denen ich sage, dass ihre Erziehehung in die Hose ging, die werden die anderen wählen.
just my 5 cents
Der Begriff Killerspiel ist schon viel älter, bzw. die Assoziation wurde schon viel früher gezogen... 1982: http://www.songtexte.com/...810e2.html
Doch wie etwas genannt wird, tut letztlich ja nichts zur Sache. Vor 2000 wurden für Amokläufe u.ä. eher Gewaltvideos verantwortlich gemacht, das Prinzip ist ähnlich, wobei die Computerspiele hier durch die aktive Einbindung der Person eine Steigerung darstellen.
Es gibt inzwischen MRT-Untersuchungen die zeigen, daß beim Spielen von Killerspielen das Gehirn durchaus darauf darauf trainiert wird, die Aktivität seiner emotionalen Zentren, bzw. des lymbischen Systems herunterzufahren. Eine der Voraussetzungen um kalt und berechnend einen Tötungsplan durchzuführen (und dabei keine Reue zu verspüren).
In anderen Worten: das Gehirn wird bei dafür empfänglichen Personen darauf trainiert, schneller in diesen kritischen Zustand zu kommen.
Das hat imho Ähnlichkeiten mit einem Hundehalter, der seinen Hund "scharf macht". Natürlich geht das nicht mit jedem Hund gleichermaßen, ebenso kann der Hund in ganz alltäglichen Situationen ein völlig liebes Tier sein - bis der entsprechende Auslösereiz gesetzt wird, dann läuft das erlernte (Beiß-)Programm ab. Bei manchen Hunden früher, bei andern später, wieder andere lernen nie mehr als nur zu knurren.
Ein Hund wird nicht alleine durch Schläge Scharf gemacht, es muß dafür ein Programm aus vielen Einzelkomponenten durchlaufen. Viele dieser Komponenten für sich alleine gesehen sind nicht weiter bedenklich - doch wenn sie zusammenkommen trägt jede ihren Teil zum Ergebnis bei.
Es ist richtig, daß der Beitrag der Killerspiele an den School-Shootings vermutlich überbewertet wird. Doch ich halte es für wahrscheinlich, daß diese Spiele einen Beitrag leisten - und sei es nur, daß sich auf einmal das Verhältnis von Verletzten zu Toten zum negativen hin verändert.
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