Aldridge
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Betreff: Re: Neues von Indy 5 (?!)
Off-Topic:Jetzt fühlt euch doch nicht angegriffen. Das geht ja gegen niemanden hier, sondern gegen den Autoren. Der Text ist sprachlich einfach falsch, daran gibt´s nichts zu rütteln. Von jemandem, der mit Nachrichten sein Geld machen will, muss ganz einfach mehr kommen. Ich empfehle da mal die Lektüre der Bücher von Wolf Schneider.
Vielleicht reicht auch schon dieser kleine Interview-Auszug hier:
Zitat:UniSPIEGEL: Was halten Sie von Blogs?
Schneider: Da muss man unterscheiden. Viele Blogger wollen offenbar nicht gelesen werden. Sie schreiben aus einem narzisstischen Antrieb heraus, sind fasziniert davon, dass sie sich einfach nur einstöpseln müssen, ihrem Mitteilungsdrang ungebremst nachgeben dürfen und damit auf einem Weltmarkt vertreten sind, den man früher mit einem Brief nie hätte erreichen können. Leider endet das meist in unendlicher Geschwätzigkeit.
UniSPIEGEL: Dann müsste Ihnen Twitter zusagen.
Schneider: Twitter gefällt mir nur insofern, als die Beschränkung auf 140 Zeichen die Menge des Geschwätzes mindert. Der Inhalt wird deshalb nicht besser. Es wird ja häufig getwittert, dass man gerade eine Tasse Kaffee trinkt, der leider nicht so gut war wie der Kaffee gestern. Wer glaubt, dass das irgendeinen Menschen auf der Welt interessieren könnte, der nimmt sich bloß wichtig.
UniSPIEGEL: Sie haben bestimmt eine Idee, wie man besser bloggt und twittert.
Schneider: Natürlich. Erstens: Denk nach, bevor du zu schreiben beginnst. Zweitens: Sei nicht beeindruckt, dass du einen Satz geschrieben hast. Jetzt beginnt erst die Arbeit. Wer schnell zufrieden ist, reiht sich ein in die Schar all jener, die niemals gelesen werden.
UniSPIEGEL: Wie sieht diese Arbeit aus?
Schneider: Aus meiner Schreibwerkstatt kommt kein Text, an dem ich nicht ausgiebig gefeilt habe. Ich schreibe zunächst sehr schnell, dann bastele ich, mit fünf, sechs Kontrollgängen, darunter mit lautem Lesen. Wichtige Texte schreibe ich vollständig ab. Damit mache ich mir die Faulheit zum Verbündeten, so werden die Texte beim Abschreiben kürzer und straffer. Isaak Babel, der Meister der Kurzgeschichte, hat einen seiner Texte nachgewiesenermaßen 22-mal abgeschrieben. Rousseau hat zwar Blödsinn verzapft, aber dafür in herrlichem Französisch - weil er seine vermeintlich fertigen Bücher noch einmal vollständig abgeschrieben hat. Es gibt keinen Text, der beim Abschreiben schlechter wird.
UniSPIEGEL: Dafür dürften weder der Student noch der Blogger Zeit haben.
Schneider: Wer gelesen werden will, sollte sich die Zeit nehmen. Der Rest kann ja allein vor sich hinbloggen, wenn es ihm Spaß macht.
Quelle: http://www.spiegel.de/...0834.html#

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mal editiert, das letzte Mal am 27.02.2014, 17:57 von Aldridge.
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