Fantasius
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Betreff: Re: Der ultimative "So finde ich Indy 4!" Thread
@ Clarence: Ein paar schöne Momente in Indy 4? Natürlich gibt es die - ich habe im "Die besten Szenen" Thread ja auch einige Posts getätigt, es überwiegen einfach die schlechten Dinge. Mein Kinobesuch war wirklich eine Gefühlsachterbahn, teils flackerte das Indy-Feeling auf, um im nächsten Moment wieder aufgrund hanebüchener Szenen oder Dialoge zu versumpfen. Zum Beispiel: Indy sitzt gefesselt im Sowjet-Camp, dann beginnt Spalko mit dem eher verwirrenden Monolog über die Paranormalität des Kristallschädels, worauf Indy verschmitzt lächelt, sie quasi gerechtfertigterweise als dumm abstempelt. Dieses Lachen, typisch Indy, grandios gespielt von Harrison ... aber dann folgt gleich der Umkehrschluss, dass nämlich Indy der Depp ist und der Kristallschädel tatsächlich diese Kraft besitzt. Das in die Augen-schauen-und-angestrengt-Wirken war für mich zum Fremdschämen. Du siehst, mal rauf, mal runter mit dem Gefühl, und gegen Schluss gehts einfach nur noch abwärts! Nach den ersten 30 Minuten kann ich mich auf keine einzige Szene im Voraus freuen, warum sollte ich den Film also nochmals schauen? Und ich hab ihn mir zweimal angetan.
Gegen eine Theorie möchte ich mich noch wehren: Es liegt nicht daran, dass wir nun älter sind. Diese Ausrede benützt George Lucas für fast alle seiner neuen Machwerke. Man schaut sie nicht mehr mit Kinderaugen, man hat die Naivität verloren etc. Mein erster Indy war Temple und ich mochte Raiders am Anfang weniger, da er mir zu ernst, zu düster war als Kind. Verstehe auch nie, wie man Temple als düsterer bezeichnen kann, da Raiders eindeutig eine dunklere Aura hat. Die Liebe zum ersten Teil kam folglich viel später, als ich das Grandiose im cineastischen Sinne erkennen konnte. Was die Filmkunst angeht ist Raiders mit Abstand der beste Indy, auch wenn ich ihn wohl weniger als die anderen beiden gesehen habe. Das ist merkwürdig, hier kommt aber der Geschmack ins Spiel, aber objektiv betrachtet sticht der erste Teil die andern aus - daher schaut man ihn auch regelmässig auf Filmhochschulen. Es ist also so, dass die alten drei Teile rein filmisch betrachtet Meisterwerke sind (Temple mit Abstrichen), weil sie Unterhaltung, Ästhetik und Anspruch elegant zu verbinden wissen. Wir brauchen keine Kinderaugen, um zugunsten des naiven Erlebnisses (nichts Negatives) Mängel der ersten Trilogie zu übersehen, weil sie vielerorts mängelfrei sind! Freilich hebt der Nostalgiefaktor sie in der Retrospektive in unerreichbare Höhen, aber das Fundament bleibt dasselbe - es sind hervorragende Filme, für Kinder und Erwachsene, was ich von Skull nicht behaupten kann. Ein Film wie "Iron Eagle" fand ich als Kind genial, heuer hab ich ihn wieder einmal gesehen - einfach nur peinlich. Das ist das Negativbeispiel, Indy die Umkehr davon. Als Kind nehmen wir das Grandiose eher unbewusst auf und erfreuen uns an tollen Szenen, als Erwachsener erkennt man dann die Genialität und weiss diese zu würdigen.
@ Emu: Kann man mit den Kritikern hier nicht vernünftig diskutieren? Ich empfinde das anders.
Adios
Fantasius
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