Kukulcan 02.07.2023, 08:12
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von azrael:

Das mit dem Alkohol fand ich nun nicht schlim. Er hat eben Schicksalsschläge erlebt und es geht ihm halt nicht so gut. Mutt tot, Ehe mit Marion im Eimer, Ruhestand, das Alter und kein Abenteuer mehr. Dann kam das Abenteuer und er war wieder da.

Amen

SpielbergFan 02.07.2023, 08:15
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Bei meiner zweiten Sichtung gestern waren Mitarbeiter von Disney im Kino, die Blätter mit Umfragen verteilt haben, Fragen zu meiner Person, wie ich den Film fand, was mir gefallen hat, was nicht, auch die einzelnen Charaktere und ob ich ihn weiterempfehle und wenn ja, welchen Altersgruppen, usw. Ich finde den Film wirklich gut, auch wenn man vor allem in der großen Action-Szene in Tangier merkt, dass Spielberg nicht hinter der Kamera ist, und kann nur sagen, danke, Mr. Mangold!

Ich war mit Verwandten im Kino (Alter 30 und Ende 50), die beide fanden, dass er der beste der Reihe wäre. Ich hatte ihnen empfohlen, davor nochmal die anderen Filme anzuschauen, weil sie die kaum kennen und sie waren beide der Meinung, dass Raiders unter heutigem Blickwinkel wirklich kein guter Film wäre und dass sie unter anderen Umständen danach gar nicht weitergeschaut hätten. Sie fanden, dass sich die Reihe danach aber mit jedem Film verbessert hatte. Schon erstaunlich, wie unterschiedlich jeder Filme erlebt.

dcc 02.07.2023, 08:23
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Die Tauchszene fand ich auch toll. War in der Tat was ganz Neues, auch weil ich nicht wusste, wie man zu dieser Zeit so tief getaucht ist. Ich mag generell Unterwasserszenen in Filmen selten, aber hier ist das ganze so kurz und knackig, dass es noch spannend ist.

Finde es interessant, dass manche bei der Paradenszene zu viel CGI gesehen haben. Da ist es mir praktisch gar nicht aufgefallen. Fand die Szene großartig, vor allem wie so ganz langsam Spannung aufgebaut wird bis Indy die Situation nutzt um clever zu entkommen. Auch der End-Gag war nett von wegen "Die U Bahn ist doch schneller".
An CGI haben mich wirklich absolut die ersten 15 Minuten gestört in denen schlicht alles CGI ist. Die Zug- und Motorrad-Action wirkt 1 zu 1 wie aus zweiten (?) Captain America FIlm. Ich hatte sogar fast das Gefühl, als habe Mangold nur den Film danach, wunderbar altmodisch inszeniert, und dann hätte DIsney gesagt "das reicht nicht. Kann unser MCU Team noch schnell 15 mehr Action an den Anfang einbauen?"

Indiana_Jones 02.07.2023, 08:45
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Erstmal Hallo an alle Schatzsucher. Nach langer Zeit als Besucher hier und als noch längerer Indy Fan, musste ich mich doch mal hier registrieren. Ich heiße Christian und komme aus Tirol.
Gestern war ich im Cineplexx Innsbruck im IMAX Saal und war auch recht erstaunt, wie wenig eigentlich los war. Schade fand ich auch das mit dem wenigen Merchandise. Nicht nur keine Indy Becher usw. nein, nicht mal einen Aufsteller, wo man sich hätte hinstellen können für ein Foto. Ich weiß noch, bei Star Wars war da viel mehr Gedöns. Eigentlich schade drum.

Als riesiger Fan der Trilogie, natürlich sind Teil 3 und 1 unschlagbar, ging ich auch mit gemischten Gefühlen rein. Im Vorhinein wollte ich auch nicht so viel lesen und mitbekommen, außer die Trailer, ich wollte mich mehr überraschen lassen. Meine Erwartungen hielt ich auch zurück, da man einen 80-jährigen nicht mit einem halb so alten Indy vergleichen kann, dafür hätte der Film Jahre früher kommen müssen. Für mich war der Film eigentlich mehr sowas wie ein Fanservice, man sieht ihn im Kino, in Jung, man sieht seine neue Charaktere, Marion, Sallah, Nazis,... Der Film war für alle, die damals noch zu jung waren für`s Kino. Zum Glück gab es wieder Wolfgang Pampel als Übersetzer, auch wenn er schon sehr anders klingt - gut ist ja auch älter und John Williams machte wieder einen guten Soundtrack. Das dieser vielleicht nicht mithalten kann, ist auch logisch, ist John doch auch schon 90 und irgendwann sind die Einfälle halt auch nicht mehr so da. Aber trotzdem cool.

Den Film fand ich für meine Skepsis gegenüber super, dachte nicht daran, das er so gut wird. Irgendwie musste man das ja auch an sein Alter anpassen. Ob das mit dem CGI besser ginge, keine Ahnung, war es war cool, Indy nochmal jung zu sehen. Ansonsten versprühte der Film sehr viel Feeling von früher, ich war sehr überrascht. Auch die ähnlich gedrehten Szenen und die wörtlichen Anspielungen auf die alten Filme waren spitze. Für sein Alter ein wahrlich gewaltiger Film, hat mir auch besser gefallen, als Teil 4. Ob er nun auf Platz 3 oder 4 liegt bei mir, weiß ich noch nicht. Aber besser als Teil 4.

Mir ist gerade noch ein kleiner Dialog eingefallen, der super zum Ende gepasst hätte, als sie sich gegenüber standen:
Marion: Ich hoffe, das war dein letztes Abenteuer Indy, in deinem Alter sollte man vielleicht kürzer treten.
Indy: Meinst du, dann solltest du vielleicht mein letztes Abenteuer sein?
Marion: (sieht ihn länger an): Ich habe nie aufgehört, dich zu lieben.
Indy: (sieht sie länger lächelnd an und sagt): Ich weiß. (Anspielung auf Star Wars)

Wäre auch ein toller Abschluß gewesen.

Und grinsend verließ ich dann glücklich während der Klänge vom Raiders March den Kinosaal, was gibt es besseres.

Kukulcan 02.07.2023, 08:50
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

An der Burg ist fast nichts CGI, die brennenden Türme inkl. des zusätzlich aufgebauten Turms kannst du 1:1 auf Youtube bewundern, auch innen wurde in Bamburg Castle gedreht, auch das ganze Zeug, das überall rumsteht kann man in vielen Fotos bewundern. Auch große Teile der Motorrad Szenen waren echt, teils inkl. dem Zug.

Die Parade wurde mit mehr Konfetti aufgehübscht (damals war mehr Konfetti) und da stand eine große Greenscreen, wo dann natürlich CGI Straßenhintergründe projiziert wurden. Die überirdische Pferd- und Motorrad Action selber ist gut dokumentiert.

Schon immer wurden reale Aufnahmen mit Matte Paintings, Miniaturen etc. ergänzt. Heute halt mit CGI. Der Unterschied ist, dass diese Sachen Normalsterblichen heute gar nicht mehr auffallen, während viele Szenen grade in ToD schon lächerlich auffällig getrickst waren. Wir haben eine klare objektive Verbesserung, aber wenn man in den 80ern mit Filmen sozialisiert wurde, dann ist handgemacht immer bösem CGI überlegen.

Mile 02.07.2023, 09:22
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von SpielbergFan:
Bei meiner zweiten Sichtung gestern waren Mitarbeiter von Disney im Kino, die Blätter mit Umfragen verteilt haben, Fragen zu meiner Person, wie ich den Film fand, was mir gefallen hat, was nicht, auch die einzelnen Charaktere und ob ich ihn weiterempfehle und wenn ja, welchen Altersgruppen, usw.

Wo war denn diese Umfrage? München?

Disney Deutschland hat beim Marketing doch bisher so richtig schön alles versemmelt. Beim Gespräch in Berlin mit den Mitarbeitern klang auch deutlich durch, dass es da wohl keinen einstimmigen Konsens gibt, welche Strategie zu fahren wäre. Finde ich schade und erschreckend zugleich. Man kann einen Film wie Indiana Jones doch nicht mit derselben Strategie bewerben wie Arielle die Meerjungfrau. Dieses ganze Influencer-Getue hätte man sich schenken können, bzw. bei der Auswahl viel sorgfältiger vorgehen müssen.

Aber naja, hoffen wir das beste. Die ersten Zahlen aus den USA lassen nix gutes erahnen. Und in D werden es wohl ca. 350.000 Zuschauer am ersten Wochenende werden.

treasurelane 02.07.2023, 09:56
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Nochmal zu den Enden, es gibt einen Moment, bei dem Gespräch zwischen Indy, Helena und Archimedes, als sich Indy den Hut aufsetzt und sagt, er müsse das nun so tun. Da setzt der Score zur Raiders-Melodie an. Das kann ich mir gut als Cut-Punkt für verschiedene Enden vorstellen. Lustig: Es würde ja sogar zum Sinn von John Williams Aussage passen, dass er noch am Ende bzgl. Musik was machen müsse...

Vielleicht kann man auf der Blu-ray später mal (Teile) der nicht-existenten ;-) unterschiedlichen Enden sehen. Aber warum sollten sie das draufpacken? Leider...

Cato Jones 02.07.2023, 10:16
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Wahnsinn was hier abgeht.
So viele Rezessionen bei denen ich den meisten voll zustimmen kann. Wobei ich aber auch nicht alle lesen konnte.
Kurz und knapp von mir. Es war ein toller Indy Film mit einem würdigen Ende für unseren Helden.
Einzig zwei Dinge sind mir eingefallen bei denen ich nicht weiß ob ich sie gut oder schlecht befinden soll.
Zum einen das Einbinden von Musik aus den anderen Filmen und zum anderen, dass der eine Nazi doch sehr schnell und oft geschossen hat und eiskalt Zeugen umgelegt hat. Auch der Junge hatte den Riesen einfach unter Wasser angekettet was völlig unnötig war. Diese Art Gewalt hatten wir in den vier Filmen vorher einfach nicht und war auch nicht nötig.

Werde mir den Film nächste Woche noch einmal anschauen 🤠

Kleine Anmerkung noch.
In unserem Kino Cineplex, Marburg, gab es bis auf ein kleines Indiana Jones Poster keine Aufsteller keine Indy Gimmicks zu kaufen gar nichts nicht mal Popcorn Tüten oder ähnliches. Da war ich schon sehr enttäuscht. Zumal wir 2015 dort unser Summit veranstaltet hatten. Vielleicht mussten sie aber auch einfach sparen und hatten kein Budget dafür. Da frage ich mal nach.

Darth72 02.07.2023, 10:25
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von Cato Jones:

Auch der Junge hatte den Riesen einfach unter Wasser angekettet was völlig unnötig war.
So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen und Meinungen.
Ich fand dieses Ende des Unholds absolut angemessen (David und Goliath) und einen der stäksten Momente des Films. Lachender Smiley

Kukulcan 02.07.2023, 10:35
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Was ist denn „diese Art von Gewalt“? Zu unblutig? Von Propellern zerfetzt oder von einem Mahlstein zerquetscht zu werden macht natürlich schon ein bisschen mehr her.

_db_productions 02.07.2023, 10:40
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von treasurelane:
Schade, schade. Erstmal eine Trennung, die ich vollziehe. Auf der einen Schulter sitzt der, der sich freut, dass es überhaupt noch etwas Neues gibt. Auf der anderen jemand, der den Film als Indiana Jones Film und Fan mit trotz allen verständlichen Abstrichen doch noch unter höheren erwartungen beurteilt. Um diesen Kerl geht es jetzt; und der ist enttäuscht.

Zuerst mal ist der Film natürlich auch immer wieder von der aktuell bekannten Disney-Agenda durchzogen. Wer hier was tut ist oft bestimmt durch die scheinbare "Politik", die man wohl in jedem Film unterbringen zu müssen meint. Das allein macht aber den Film nicht schlecht oder ungenießbar. Das dazu.

Es gab viele Gerüchte darüber, wie chaotisch dieses Werk entstanden sein sollte. Wie bruchstückhaft, wie Baukasten-mäßig. Nach der Sichtung kann ich mir das nur zu gut vorstellen.

Ganz kurz, wild durcheinander und bündig das, was mir gefallen hat:

- Die Figur des Voller, seine Motivation, seine Geschichte über die ganze Handlung hinweg, sein Schauspiel, seine Gravitas. Super. Beste Rolle im ganzen Film.
- Ich nahm old-Indy in manchen Momenten ab, dass er keinen Bock mehr hatte, das verdammte Dingsi zu suchen. Die Verzweiflung, die Desilliusionierung kommt zu Beginn der 1969er Zeit teils gut rüber
- Der eine Dialog mit Helena auf dem Boot von Renaldo, dass er eben trauert, dass sein Sohn unnötig starb und auch seine Beziehung zu Marion daran zerbrach; da hatte ich ein Tränchen im Auge, das war super emotional

mehr Pros zu finden wird schwieriger, als das Rad des Schicksals zu finden...Spaß beiseite...

Die Anfangssequenz wirkt zu Beginn in dem emsigen Treiben im Schloss und so richtig dicht und stimmungsvoll. Kretschmann macht für mich einen super Job. Ein Moment, als Indy in den Zug mit feiernden/besoffenen Soldaten kommt, der wirkte richtig gut, fast wie in "das Boot" oder so. Das war stark. Der Verlauf der Action an sich. Nun ja. Da hätten Indy (Explosion) und Voller (Stange voll ins Gesicht) eigentlich schon sterben müssen. Film erledigt. Auch verstand ich nicht, wie Indy plötzlich dann wieder zum Zug mit Basil kommt, wie das geplant/ausgedacht gewesen sein soll. Dass er auch vorher plötzlich in das Auto steigt wirkt alles irgendwie zufällig und beliebig, aber was solls. Der Sprung am Ende mit Basil, den hätte man schöner inszenieren müssen, oder überhaupt inszenieren. Da hätte man was draus machen können. Wie er ihn versucht dazu zu überreden und ihn dann mitreißt etc.pp.
Zur CGI während dieser Etappe: Die besten wenigen Sekunden sahen wir im Trailer schon 1000 mal und da ist es wohl wirklich einfach ein reinkopiertes, unbewegtes Gesicht. Ich finde es wirkt ansonsten deutlich sichtbar künstlich. Sowohl was Gesicht angeht, als auch was Körperbewegungen betrifft. Auf dem Zug abgehakt und auch nochmal ganz am Schluss der Szene als er unter der Brücke mit Basil geht. Da merkt man, dass old-Indy läuft. Trotz allem (ich hätte sowieso kein de-aging angewendet, egal wie gut): Die Anfangssequenz passt. Die ist in Ordnung.

Der 1969er Beginn ist auch ganz nett, wenngleich das mit dem Baseballschläger etwas deplatziert und unausgespielt wirkt. In der Uni dann die Folien mit dem punischen Krieg, tja, die schmeißt er dermaßen auf dem Projektor, dass weder im Hörsaal, noch im Kinosaal irgend ein Gefühl für die Welt des MacGuffin aufkommen kann. Die dann folgende New York Parade ist o.k. Wenn gleich hier auch kein schöner Kampf mit dem Hünen stattfindet; das geleakte Video mit dem Schild-Boxer fand ich lustiger als das, was im Film davon übrig blieb...

Aber ich werde zu lang in der Rückschau. Um es zusammen zu raffen:

Im weiteren Verlauf des Films fehlen essentielle Dinge.

Die Action ist nicht so Dominostein-mäßig inszeniert, wie von einem Indy-Film bekannt. Die Tuk-Tuk Szene ist wirklich alles, was einem ein wenig in Erinnerung bleiben kann - nicht muss.

Der MacGuffin darf keine Magie, keine Anziehungskraft entwickeln. Wenn mal kurz drüber gesprochen wird, dann nur, dass Sekunden später wieder irgendjemand das zufällig durch eine "Action"-Sequenz abbricht. Wenn es ein "Rätsel" zu knacken gibt, dann wird das auch gerne Slapstick haft an einem neutralen Ort in einem seltsamen Dialog durchgebetet, wofür sich keiner interessiert und wo kein Zauber aufkommen kann. Das Dingsi zeigt wie ein Kompass auf ein Loch im Himmel. Das wars. Das Ding selbst strahlt nichts aus. Ich habe auch kein musikalisches Motiv erkannt. Man hätte auch einfach einen Text von Archimedes übersetzten können, der irgendwo am Himmel einen entscheidenden Sturm vorhersagte/berechnet hat. Fertig. Dingsi wäre somit unnötig gewesen. Also für DIESEN Film. Nicht für einen Indiana Jones Film. Da hatten selbst die Sankara Steine mehr Flair und Zauber.
Es fehlt furchtbar stark an Abenteuer-Szenerien. Da haben zu Recht alle Vorgänger mindestens immer zwei unterschiedliche Schatzsuch-Szenerien geboten. Im Grunde eine "Vorkammer" und dann den Haupttempel. Wie ist es leider Gottes hier? Die Tauchszene ist viel zu schnell vorüber. Ja man brüstet sich noch damit, dass es nur 3 Minuten sein dürfen, obwohl das dan nnatürlich inszenatorisch und spannungstechnisch mitnichten ausgespielt wird. Runter, Kiste rauf. Fertig. Kein "Rätsel", kein Clou, kein Schalter, kein geheimer Raum, nichts. Ich erinnere da zum Bleistift an den Friedhof aus Teil 4; um Längen besser gemacht. Dann am Ende nochmal ein par Sekunden Indy zwischen den Aalen. Das ist "lazy" wie schonmal hier gelesen geschrieben, ohne Liebe zum Detail, ohne Logik, nur für die Strichliste. "Bedrohlicher Moment": check. Das Einzige, was mir beim Tauchgang positiv aufgefallen ist, war, dass die Unterwasser-Welt ziemlich realistisch rüberkam.
Und dann der Archimedes Tempel: Viel zu wenig Abenteuer. Keine Fallen!. Einziger Mechanismus war der Pool, den wir im Grunde 1:1 schon in den 2 Minuten aus dem Clip gesehen haben. Auch das insgesamt eher lieblos. Einmal sagt Indy, dass "Metangas" im Raum wäre. In einem tollen Abenteuerfilm wäre das gas z.B. in den Raum geströmt, nachdem man den Sarg geöffnet hatte. Indy hätte dann unter Druck einen Ausgang finden müssen. Aber doch nicht in DoD, nein, nein. Auch gab es keinen Trick mit Spiegeln des Archimedes oder sonstigen Erfindungen, die da hätten eingebaut werden können. Kernkompetenz eines solchen Filmes für mich verfehlt.

Die Charaktere sind bis auf Voller eigentlich alle ziemlich doof. Holbrook, sein Hüne, die ganzen CIA-Leute...allesamt austauschbar, seelenlos bis richtig doof. Da war Dovchenko richtig gut dagegen. Helena ist keine Vollkatastrophe, aber mehr auch nicht. Nervt natürlich hier und da und hat natürlcih auch ihre Agenda-Szenen. Insgesamt eher schwach und eher unpassend. Auch Indy selbst ist nicht, wie das immer gerne schnell gesagt wird so 100% super dargestellt. Manchmal da schaut er schon etwas seltsam drein und wirkt nicht mehr wie Indy. Aber insgesamt macht ers noch gut.

Sie Story insgesamt wirkt noch szenenhafter als in Teil 4. Auch viele Plotholes. Einfach etwas zusammengewürfelt. Abenteuerfeeling kommt bei mir nicht wirklich auf. Die realen Orte sind im Grunde immer nur kurz angeteasert, werden nicht ausgespielt. Funfact: Im Hotel Atlantique ist es Nacht, dann kurze "Action", sie rennen raus: taghell. Egal. Wie gesagt die Schatzorte sind verdammt kurz und viel zu wenig. Keine echte Charakter-Entwicklungen. Im Grunde: Tauch nochmal n bisschen tiefer als die, die damals das eine Dingsi-Teil gefunden haben, finde dort den random-Rätseltext von Archimedes und geh schnell zum Grab. Das ist die Story im Bezug auf den MacGuffin.

Warum? Könnte man fragen: Eine rein zeitliche Erklärung: Diese Minuten hat man vom Abenteuer-Aspekt etc. abgezwackt und für das teils lächerliche Ende benutzt. Dass sie mitten im Kriegsgeschen vor 2000 Jahren ankommen mag ja noch irgendwas haben. Aber spätestens als sie auf Archimedes treffen und allerspätestens als sie mit ihm versuchen zu diskutieren ist der fremdschäm-Faktor voll dabei. Als Helena unterbricht und Dinge wie "...ja, Archimedes, Sie sind wirklich toll, aber sagen Sie jetzt bloß nicht, dass er dableiben soll..." sagt, kann man sich nur noch abwenden. Wohin sind wir da mit dem Franchise gekommen? ich dachte nach dem Mega-Spoiler schon, dass solch ein kelch an uns vorübergehen würde. Der Schlag ins Gesicht ist dann auch unwürdig für die letzten Momente dieser ikonischen Figur. Ein Agenda-Move auch. Hätten sie ihn seine Entscheidung treffen lassen und ihn dort gelassen - in dieser CGI-künstlichen Szenerie am Rande bemerkt - und ferig wärs. Nein, das hat der alte Depp nicht zu entscheiden. Da muss Helena ran. Dann Marion am Ende: "ich fülle den Kühlschrank auf..." furchtbar. Auch optisch. Die Frau sieht doch gar nicht so schlecht aus, wie ihr sie da geschminkt habt. Ich habe sie erst gar nicht erkannt. Na am Ende ist es wohl wenigstens Indy, der sich den Hut schnappt. Aber: Diesen Fanservice hätte man sich nach diesem Ende, nach diesem Film auch getost an den Hut stecken können!

Fun Fact: In den Trailern wurden teilweise Szenen zusammengeschnitten, die es so gar nicht gab. (Hüne unter Wasser in der Boot-Szene, Atlas-Kugel Szene?, "danach habe ich gesucht mein ganzes Leben" sagte er nicht in der Höhle...)

Unterm Strich: Wenigstens nochmal ein Film, in dem Indiana Jones (oder auch very old Henry Jones Jr.) nochmal vorkommt. Es gibt Action, es gibt dies und das. Ein verrücktes, Frankenstein-haftes Werk. Ein bisschen wie ein Fiebertraum...wäre das doch das Ende gewesen, als er daheim aufwacht...Wenigstens nochmal etwas. Besser als nichts. Aber natürlich für alle neutralen Zuschauer völlig unnötig.

Deine Review spiegelt meine Meinung zum Film wirklich gut wieder. Denn das ist nicht der Film auf den ich jetzt so lange gewartet habe.

Die Dekonstruktion meines Adventure Heroes.
Und ich habe wirklich gehofft, dass all die negativen Kritiken massiv daneben liegen.
Ich habe so viele Gedanken im Kopf die ich erstmal sortieren muss.
Ich kann nur schonmal sagen, dass der KO Schlag von Indy am Ende des Films auch ein KO für mich war. Und während ein paar wenige im Kinosaal gelacht haben ist mir wirklich laut raus gerutscht: "Das kann doch einfach nicht euer Ernst sein."
Vielleicht werden einige KOTCS jetzt mit anderen Augen sehen.
Ja, Dial of Destiny hatte seine Momente. Aber Momente reichen nicht aus um über all das weg zu schauen was an diesem Film nicht stimmt.

treasurelane 02.07.2023, 10:40
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Ja mit dem Hünen gab es keinen Indy-Kampf, das war schade, aber man könnte Indys Alter anfügen, was ich nicht als Grund sehe, aber was solls. Eine Möglichkeit -ohne Anketten- (was ich auch als ziemlich brutal empfinde, gerade für Teddy, darum hat man es wohl im Trailer so geschnitten, dass es ganz anders wirkt) wäre dann gewesen, den Unhold nochmal, sehr verärgert, in einem überraschenden Moment aus dem Wasser steigen zu lassen. Dann ein Kampf mit Indy, der ihn wieder reinschmeißt und am Ende sagt: "und diesmal bleibst du gefälligst drin"... Lachender Smiley

Cato Jones 02.07.2023, 11:15
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von Kukulcan:
Was ist denn „diese Art von Gewalt“? Zu unblutig? Von Propellern zerfetzt oder von einem Mahlstein zerquetscht zu werden macht natürlich schon ein bisschen mehr her.

In den anderen Filmen kämpfte Indy ums Überleben. In diesen Szenen in DoD wurden Menschen einfach nur eiskalt abgeknallt. Diese Art von eiskaltem Mord gab es in den Filmen bisher nicht. Und das fand ich war so nicht nötig, um die Bösen in Szene zu setzen.

Kukulcan 02.07.2023, 11:15
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Ich war in drei Vorstellungen und in allen dreien wurde der KO Schlag beklatscht und belacht. Ich bin wirklich froh, dass es so ist, diese blinde Heldenverehrung und dass dieser Held auf keinen Fall negative Seiten haben darf, finde ich unglaublich befremdlich. Indy war über vier Filme ein Held mit Schwächen, bei dem ganz viel schief lief, das machte die Filme für mich so symphatisch.

Helena schlägt ihn aus Liebe, nicht aus Mangel an Respekt oder ihm weh zu tun. Ihn zu schlagen, statt weiter zu diskutieren, passt, weil sie eine entscheidungsfreudige Frau ist und ja, weil sie einfach nicht weiß, was einige hier wissen, dass man eine Legende auf keinen Fall KO schlagen darf.

Wenn es denn Testscreenings mit verschiedenen Enden gegeben haben sollte, dann hat das Ende wohl klar gewonnen, weil die Mehrheit genauso reagiert hat wie die meisten Kinobesucher. Nicht immer hat die Mehrheit recht und jedem seine Meinung, aber noch einmal, ich bin froh, dass nicht eine Minderheit durchgesetzt hat, die es als Sakrileg ansehen, wenn ihr unantastbarer Held ungebührlich behandelt wird. Was würden wir einer langweiligen Filmwelt leben.

Kukulcan 02.07.2023, 11:27
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von Cato Jones:
Zitat von Kukulcan:
Was ist denn „diese Art von Gewalt“? Zu unblutig? Von Propellern zerfetzt oder von einem Mahlstein zerquetscht zu werden macht natürlich schon ein bisschen mehr her.

In den anderen Filmen kämpfte Indy ums Überleben. In diesen Szenen in DoD wurden Menschen einfach nur eiskalt abgeknallt. Diese Art von eiskaltem Mord gab es in den Filmen bisher nicht. Und das fand ich war so nicht nötig, um die Bösen in Szene zu setzen.

Geschmackssache. Ich denke schon, dass die komplette Rücksichtslosigkeit von Klaber und seinem Hünen sie als besonders gefährlich gekennzeichnet haben. Das Ende für den Hünen war dann auch passend und Teddy hat ebenfalls um sein Überleben gekämpft, das hatte mit Mord nichts zu tun.

Aber vielleicht wollte Mangold auch klarmachen, dass er keinen typischen Disneyfilm dreht. Auf der anderen Seite, vielleicht kann mir jemand aushelfen, ich meine schon, dass die Bösewichte in den ersten Teilen völlig skrupellos und kaltblütig gemordet haben.

_db_productions 02.07.2023, 11:28
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von Kukulcan:
Ich war in drei Vorstellungen und in allen dreien wurde der KO Schlag beklatscht und belacht. Ich bin wirklich froh, dass es so ist, diese blinde Heldenverehrung und dass dieser Held auf keinen Fall negative Seiten haben darf, finde ich unglaublich befremdlich. Indy war über vier Filme ein Held mit Schwächen, bei dem ganz viel schief lief, das machte die Filme für mich so symphatisch.

Helena schlägt ihn aus Liebe, nicht aus Mangel an Respekt oder ihm weh zu tun. Ihn zu schlagen, statt weiter zu diskutieren, passt, weil sie eine entscheidungsfreudige Frau ist und ja, weil sie einfach nicht weiß, was einige hier wissen, dass man eine Legende auf keinen Fall KO schlagen darf.

Wenn es denn Testscreenings mit verschiedenen Enden gegeben haben sollte, dann hat das Ende wohl klar gewonnen, weil die Mehrheit genauso reagiert hat wie die meisten Kinobesucher. Nicht immer hat die Mehrheit recht und jedem seine Meinung, aber noch einmal, ich bin froh, dass nicht eine Minderheit durchgesetzt hat, die es als Sakrileg ansehen, wenn ihr unantastbarer Held ungebührlich behandelt wird. Was würden wir einer langweiligen Filmwelt leben.

Blinde Heldenverehrung. Das ist es nicht. Mir ist durchaus bewusst, dass Indy kein Superheld ist. Vielleicht bin ich ein bisschen starrsinnig oder nostalgisch. Aber über die Spanne des Films hat Indy genug Sprüche und auf die Fresse bekommen. Ich hätte mir ein ruhmvolleres Ende für diesen Charakter gewünscht.

treasurelane 02.07.2023, 11:30
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

@Kukulcan: Darf ich mir den Gegen-Gag erlauben zu den drei Vorstellungen? O.k.: Ja, klar wurde er 3mal beklatscht und belacht. Du warst ja 3mal drin.

@Cato Jones: Ja, hier wird auch andersrum oft Bösartigkeit ganz einfach und plumb dargestellt. Abknallen fertig.

Zum Ende wurde eigentlich alles gesagt. Alle komplett konträren Meinungen geteilt. Vielleicht noch ein Gedanke dazu, der dann gerne von anderer Seite als Schwachsinn zurückgewiesen werden darf.

Indy trifft am Ende die wohl gravierendste Entscheidung seines Lebens. Den Abschlus seiner selbst, seiner Figur. Aber das darf er in einem Disniana Jones Film eben nicht. Das darf so nicht sein. Nicht verhindert durch eigene Schwäche, durch Zufall, durch den Gegenspieler, der stärker ist etc. sondern durch...tja, Helena, mit allem was man in diese Figur hineingeladen hat. Ich denke, man dachte, auf diese Art in gewisser Weise zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

a) wie angesprochen/besprochen hat man so die nach eigenem Empfinden souveräne, höherwertige Entscheidung der Figur Helena
b) kann man dann mit einem Überraschungsmoment trotzdem noch ganz fix einen scheinbaren Fanservice abliefern, indem man Indy doch "nicht sterben" lässt (wie furchtbar, die Fans (DAS wäre blinde Heldenverehrung) wären sooo sauer und traurig...Spoiler: Nein, das könnte man im letzten Abenteuer verkraften und inszenieren, das ergäbe Sinn, das würdeder Zeitreise wenigstens Tiefgang verleihen)

Der Szenarist 02.07.2023, 11:33
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von Cato Jones:
Zitat von Kukulcan:
Was ist denn „diese Art von Gewalt“? Zu unblutig? Von Propellern zerfetzt oder von einem Mahlstein zerquetscht zu werden macht natürlich schon ein bisschen mehr her.

In den anderen Filmen kämpfte Indy ums Überleben. In diesen Szenen in DoD wurden Menschen einfach nur eiskalt abgeknallt. Diese Art von eiskaltem Mord gab es in den Filmen bisher nicht. Und das fand ich war so nicht nötig, um die Bösen in Szene zu setzen.
Ich muss sagen, dass mir das nicht aufgefallen ist, wenn Teddy Hauke an das Gitter angekettet hat. Ich dachte, er hat nur sein Schloss geöffnet und schwamm dann davon. Was auch Sinn machen würde, denn er sah ja, dass Hauke mit seiner Statur nicht durch das Loch kommt. Wenn er ihn tatsächlich festgekettet hat, würde mir das nicht gefallen. Aber ich glaube nicht, dass es so war. Werde beim zweiten Besuch aufpassen.

Was auffällt, sind natürlich die eiskalten Morde vonseiten der Bösewichte, aber keiner von ihnen erschien mir ohne Konsequenz. Indy ist jedes Mal sichtlich schockiert, wenn seine Bekannten und Freunde sterben. Am bedeutendsten seine wütende Reaktion auf Rennies Tod, nachdem Helena noch im "Hurra, wir sind entkommen"-Modus ist: "My friend was just murdered." Alle Ermordeten haben vorher durch eine andere Szene ein Gesicht und eine Verbindung zu Indy bekommen. Das hat Mangold sehr gut gemacht. Gefühlt viel besser als der chinesische Freund von Indy, der am Anfang von Temple of Doom im Restaurant erschossen wird.

Kukulcan 02.07.2023, 11:39
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

Zitat von _db_productions:
Zitat von Kukulcan:
Ich war in drei Vorstellungen und in allen dreien wurde der KO Schlag beklatscht und belacht. Ich bin wirklich froh, dass es so ist, diese blinde Heldenverehrung und dass dieser Held auf keinen Fall negative Seiten haben darf, finde ich unglaublich befremdlich. Indy war über vier Filme ein Held mit Schwächen, bei dem ganz viel schief lief, das machte die Filme für mich so symphatisch.

Helena schlägt ihn aus Liebe, nicht aus Mangel an Respekt oder ihm weh zu tun. Ihn zu schlagen, statt weiter zu diskutieren, passt, weil sie eine entscheidungsfreudige Frau ist und ja, weil sie einfach nicht weiß, was einige hier wissen, dass man eine Legende auf keinen Fall KO schlagen darf.

Wenn es denn Testscreenings mit verschiedenen Enden gegeben haben sollte, dann hat das Ende wohl klar gewonnen, weil die Mehrheit genauso reagiert hat wie die meisten Kinobesucher. Nicht immer hat die Mehrheit recht und jedem seine Meinung, aber noch einmal, ich bin froh, dass nicht eine Minderheit durchgesetzt hat, die es als Sakrileg ansehen, wenn ihr unantastbarer Held ungebührlich behandelt wird. Was würden wir einer langweiligen Filmwelt leben.

Blinde Heldenverehrung. Das ist es nicht. Mir ist durchaus bewusst, dass Indy kein Superheld ist. Vielleicht bin ich ein bisschen starrsinnig oder nostalgisch. Aber über die Spanne des Films hat Indy genug Sprüche und auf die Fresse bekommen. Ich hätte mir ein ruhmvolleres Ende für diesen Charakter gewünscht.

Ruhmvoller wäre wohl ein Heldentod gewesen. Für mich auch ein akzeptables Ende, aber kaum für eine Mehrheit.

Aber Ruhm und Heldenverehrung ala „Indy rettet die Welt und im Fernseher wird darüber berichtet“ passt für mich nicht zum Charakter. Gerade in Raiders tut er nichts ruhmvolles, vor allem zum Ende hin nicht. Er tut meist „das Richtige“ und in ToD bekommt er auch ein wenig Ruhm dafür, das wars.

Kukulcan 02.07.2023, 11:41
Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern

@Szenarist…habe es rsst bei der dritten Sichtung gesehen, ja, er kettet ihn definitiv an

@treasurelane…den Gegengag habe ich nicht verstanden

Zu „Indy trifft eine Entscheidung, die ihm verwehrt wird“. Er trifft die Entscheidung zum Selbstmord, weil er sein Leben als beendet ansieht ohne Aussicht auf Besserung. Wer das als würdigen Abschluss eines Heldenlebens ansieht, der scheint mir doch etwas verwirrt und inkonsequent. Da wäre ein Heldentod doch 1000x passender.