| Lortzmann | 22.05.2013, 14:14 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? ja, und um zu unterscheiden bleibt das nun mal nicht aus. |
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| Lacombe | 22.05.2013, 15:19 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Auch ich bin der Meinung, dass sogenannte "ernste Filme" nicht grundsätzlich höher zu bewerten sind. Manchmal ist es eher einfacher, einen Zuschauer zum Nachdenken zu bringen, als zum Staunen oder zum Lachen. Da muss der Film oft nicht einmal inszenatorisch brilliant sein. Der von dir zitierte "Gandhi" ist für mich ein gutes Beispiel dafür. Ich hätte bei der Oscar-Verleihung 1983 "E.T." auf jeden Fall vorgezogen, da ich ihn nicht nur für origineller, sondern auch inszenatorisch für brillianter halte. Die Indy-Filme sind sicher als "L'art pour l'art" Filme angelegt, die frühere Filme durch Zitate ehren und gleichzeitig übertreffen wollen. Es sind selbstreferentielle Filme, voller intertextueller Referenzen (z.B. Casablanca, Gunga Din, John Ford-Western, etc.). Diesen Ansatz kann man wohl kaum besser verwirklichen als in "Raiders", der in der Tat als Klassiker der Filmgeschichte angesehen wird, der nicht nur drei Fortsetzungen, sondern auch unzählige Epigonen nach sich gezogen hat. "Doom" ist erst recht ein solcher Film. Sein Subtext ist rein kinogeschichtlich (z.B. Rollercoaster, Cliffhanger). Für mich ist der Film oft unausgewogen und etwas überdreht. Übertriebene Horrorelemente wechseln sich da oft mit alberner Komik ab. Als Actionfilm ist er sicher großartig, da Spielberg in diesem Punkt in Hochform war. "Crusade" funktioniert hervorragand als "Arthurian Adventure" im Stile vieler anderer Gralsuchgeschichten seit dem Mittelalter. Es geht um eine Reise auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung, wobei der Gral am Ende eher als "McGuffin" für die eigentliche Reise dient. Die Erleuchtung kommt hier aus der Versöhnung mit dem Vater. Im Falle von "Skull" ist der Film außerdem noch voller Subtext über die 50er Jahre. Sowohl soziologisch (z.B. der Zwiespalt zwischen heile-Welt-Kitsch und nuklearer Paranoia, siehe Eröffnungsverfolgungsjagd oder die "Doomtown"-Szene) als auch cinematografisch (das "Alien"-Thema war in den 50ern sehr in Mode). Der "McGuffin" ist hier allerdings für mich schwächer und der Film funktioniert auf der ersten Ebene, die des spannenden Abenteuerfilms, weniger gut, da die Geschichte weniger packend ist und es am Ende für mich zuwenig Harrison Ford gibt (obwohl er es fraglos körperlich drauf gehabt hätte. |
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| Lortzmann | 22.05.2013, 15:22 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Genau! Raiders ist grandios wegen der Anfangsszene, der tollen Musik, Cairo Swordmann, Quelle der Seelen, Lastwagen-Szene und dem grandiosen Ende! Doom ist grandios wegen der Anfangsszene, der tollen Musik, Mr. Short Round, dem tollen Setting und dem grandiosen letzten Drittel! Crusade ist grandios wegen der tollen Musik, Sean Connery, Ahhh... Venedig... der garndiosen Panzerszene und dem fantastsichen Endbild. Indy reitet in den Sonnenuntergag. Dieses BIld ist ein schönes Ende für die Indiana Jones-Serie! Klasse! |
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| Toth | 22.05.2013, 16:17 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Zitat von Pascal: Dann kamen diese Monumentalaufnahmen von den Sandduehnen... Sowas gab's doch wirklich vorher nicht, oder habe ich da was verpasst? Das gab es durchaus schon. Nur halt handwerklich und stilistisch längst nicht so brillant gemacht wie hier. Von der kongenialen Musik ganz zu schweigen. Genau das meine ich damit. Es ist vor allem handwerkliche, inszenatorische und ästhetische Genialität, gepaart mit den Synergieeffekten aus der Tonspur und den Schauspielern, die die Meisterschaft eines Films ausmachen und für Gänsehaut auf der Leinwand sorgen. Wenn es zusätzlich noch neu und innovativ ist, um so besser. Es gibt aber auch viele Dinge, die zwar neu sind, aber nicht zwangsläufig virtuos oder aufregend. Das in den Indyfilmen vor solchen inszenatorischen Glanzstücken geradezu wimmelt, muss ich HIER wohl kaum hervorheben! |
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| Lortzmann | 22.05.2013, 16:22 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Eben! Ich finde die Bezeichnung "Ja, die Indy-Filme sind ganz putzig" auch schon ein bisschen blasphemisch. Das klingt so wie "Ja, ganz nett". Und die Indy-TRilogy ist weit mehr als nur putzig. Weit,,,, weit mehr... |
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| azrael | 22.05.2013, 16:27 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? mir gefällt CS eigentlich ganz gut. wiedersehen mit marion, die sich weiter entwickelt hat. einen sohn. indy ist älter geworden. einfach das die zeit weitergeht und sich die figuren weiterentwickelt haben. der film ist einfach anders weil die figuren anders sind und der ganze film in einer anderen zeit spielt. wenn ich einen film sehen will wie raiders, schaue ich raiders, wenn ich einen film sehen will wie ToD Temple of Doom, engl. für Tempel des Todes; Filmtitel Temple of Doom, engl. für Tempel des Todes; Filmtitel und wenn ich einen film sehen will der vor filmfehlern strotzt und trotzdem geil ist, dann schaue ich LC. CS hebt bewegt sich von den anderen teilen ab weil er anders ist. er nimmt keine der bekannten religionen als anhalt, sondern nimmt einfach die schon bekannten kristalschädel und baut einen film drumherum. ich tue mich auch etwas schwer mit den ausserirdischen/interdimensionalen lebewesen. die grundidee hat mir gefallen, hätte es am ende nur gerne etwas anders umgesetzt. vor allem fand ich gut das nicht wie in LC indy von drei etwas vertrottelten sidekicks begleitet wird. für mich ist LC der schwächste der reihe weil er irgendwie mich zu stark an raiders erinnert. |
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| Damon | 22.05.2013, 16:55 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Raiders: Grandios wegen der Atmosphäre, der Story, dem Artefakt Temple: Grandios wegen dem Helden, dem besonderen Setting, der Action Crusade: Grandios wegen der gefühlvollen Vater-Sohn Geschichte Jeder Film hat etwas, das ihn innerhalb der Trilogie noch einmal extra besonders/einzigartig macht. Skull... wusste dagegen eher wenig eigene Akzente zu setzen. Er hat irgendwie von allem ein bisschen was, aber in keiner Kategorie ist er herausragend. |
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| Pascal | 22.05.2013, 18:04 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Ich muss sagen, dass mir das Weltbild von Toth hier ebenfalls naeher liegt, als das von Azrael oder Damon. Ich sehe die Einordnung von Filmen nach ihrer Grandiositaet als nachvollziehbare Allgemeinsaetze, welche ihre Bedeutung fuer die Gesellschaft, ihren Einfluss auf die Kunst (nicht des Kommerzes!) und ihre Alleinstellungsmerkmale zum Zeitpunkt der Produktion ausmachen. OK, beim Thema "Inovation" wiederspreche ich also Toth. Vor allem der Satz von Serano hat mir da zu denken gegeben: Zitat von Serano: Man kann wohl sagen, die wahren Meisterwerke sind die Filme, die nicht nur unterhalten wollen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Tja, damit tuen sich saemtliche Indy-Filme schwer. Doch wie sollen sie ohne (vorsichtiger ausgedrueckt: ohne viel) zum Nachdenken anzuregen, einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausueben? Was ich Raiders aber auf jeden Fall zugestehe, ist seine Bedeutung indem er den klassischen Adventure-Film mit dem modernen Action-Film zu kombinieren wusste (soweit mir bekannt ist: erstmalig). Wie gesagt: das hat alles NICHTS mit dem Unterhaltungswert oder damit wie gerne ich mir die Filme anschaue zu tuen... Mir gefallen uebrigens ebenfalls einige Bilder weitaus besser als die Mona Lisa, obwohl sie nichts mit Kunst zu tuen haben, sondern nur unterhaltsam sind (Kopfkino laesst gruessen)... |
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| Lacombe | 22.05.2013, 19:24 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Ich glaube, wie schon gesagt, dass es gar nicht so schwer ist, Leute zum Nachdenken zu bringen. Selbst Fernsehfilme mit eher schwachem Produktions- und Inszenierungsniveau schaffen das oft, sofern nur das richtige Thema gestreift wird. Die Einteilung in U und E ist ein sehr deutsches Phänomen, dass beispielsweise in Frankreich kaum gepflegt wird. Dort werden Filme immer nur im Kontext ihres Auteurs gesehen und dementsprechend beurteilt. Völlig egal, um welches Genre es sich vordergründig handelt. So ist man spätestens seit der Nouvelle Vague auch eisenhart der Meinung, dass Alfred Hitchcocks Filme fast alle Meisterwerke sind, obwohl es sich vordergründig "nur" um Filme des Thrillergenres handelt, die selten existentialistische Themen angepackt haben. Ihre cinematografische Meisterschaft springt allerdings ins Auge. |
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| Damon | 22.05.2013, 19:46 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Zitat von Pascal:
Da bin ich tatsächlich anderer Meinung. Beim Thema Kunst bin ich egoist; mir ist schnurzegal, was andere sagen oder denken. Wenn mir etwas nicht gefällt, werde ich es nicht beklatschen, nur weil andere das tun, und wenn mir etwas gefällt, was sonst niemand mag, dann wird mein Jubel nicht leise sein, nur weil ich damit allein stehen könnte (auch wenn es natürlich die Grenzen des guten Anstands gibt - man muss niemandem sein Essen madig reden, wenn es ihm schmeckt ;). Bei mir herrscht da auch komplett Willkür. Der menschliche Geist kennt eben nur Geschunkel und Geschaukel. Während mir so manch angeblich guter Film zu düster war (Monitor falsch eingestellt) und daher mit einem Kopfschütteln bedacht wurde, sah ich bei anderen wieder "ganz großes Kino" (Fernseher auf Wohnzimmerschrank gestellt), oder ich fand einfach die Nebendarstellerin schön (grade schöngetrunken). Aber mal ernsthaft, da kann man mit noch so vielen "Objektiven" Dingen ankommen, selbst die beste Cinematographie, oder die ausgefeiltesten Dialoge nützten mir nichts, wenn der Rest meinen Geschmack nicht trifft. Am Ende zählt eben doch nur das Bauchgefühl. Und das kann so viele Ursachen haben, dass es schon wieder zu komplex wird, um das alles nachvollziehen zu können (schlecht gegessen?). ![]() Hab die Mona Lisa auch gesehen - fand sie langweilig. Keine paar Meter entfernt hing ein fantastisches Gemälde, irgendeine Kampfszene, regelrecht episch, und technisch super, wenn vielleicht auch im Detail nicht ganz so perfekt umgesetzt. Keiner hat es beachtet, alle haben sich nur dafür interessiert, ein Foto von einem Bild zu schießen, das eh jeder kennt. Die Moral von der Geschicht kann sich jetzt jeder selbst raussuchen :P |
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| Toth | 23.05.2013, 07:09 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Zitat von Damon: [quote=Pascal] Dem widerspreche ich gar nicht. Nur weil etwas virtuos gemacht ist, muss es einem ja nicht gefallen. Die Mona Lisa ist jetzt auch nicht mein Lieblingsbild, aber die handwerkliche und künstlerische Virtuosität erkenne ich an. Michael Hanekes Filme kann ich auf den Tod nicht ausstehen, vor allem wegen ihrer misanthropischen Grundhaltung. Trotzdem muss ich zugeben, dass sie filmisch gesehen "grandios" gemacht sind. "Epic Movie" fand ich ebenfalls furchtbar, konnte aber gleichzeitig nichts Virtuoses an dem Film erkennen, dass mich sagen lassen würde, er sei zumindest gut gemacht. Für mich war er einfach nur schlecht geschrieben, langweilig bis dilettantisch inszeniert und miserabel geschauspielert. Ergo: ein schlechter Film. Was natürlich noch lange nicht heißt, dass man sich entschuldigen müsste, wenn er einem trotzdem gefällt. Wenn mir jemand aber erzählen wollte, dass es ein hervorragender Film sei, dann würde ich gerne die Argumentationskette hören. |
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| Lortzmann | 23.05.2013, 09:09 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? @kukul Häh? Thema an mich reissen? Hier werden nun mal die Teile verglichen. Und ich poste MEINE Meinung und natürlich auch ranking oder ERgebnisse von Umfragen oder Zitate von den Machern. @damon Ich sehe das ähnlich! Ich liebe Struzan-Plakate (nicht alle), aber mit anerkannten Gemälden wie bsp die Mona Lisa kann ich nichts anfangen. |
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| Lortzmann | 23.05.2013, 09:45 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Genau, back to topic: Vorüber wir noch gar nicht gesprochen haben: Für mich haben Raiders, Doom und Crusade einfach einen unbeschreiblichen Charme! Was diesen Charm ausmacht kann man gar nicht so genau beschreiben... es passt einfach alles so gut zusammen. Tolle Figuren, Witz, Film-Magie... Das macht für mich die Filme grandios! |
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| MaMo | 26.05.2013, 01:24 |
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Betreff: Re: sind einige Teile der Tetralogie grandios? - und wenn ja, welche- und warum? Off-Topic aus dem Thema entfernt... |
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