| Internaut | 11.11.2011, 14:52 |
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Betreff: Liebste letzte Sätze Hey Ihr Lieben! Ich habe so eine Macke - immer, wenn ich ein Buch lese, fange ich mit dem letzten Satz an. Teilweise entscheidet der letzte Satz bei mir darüber, ob ich ein Buch kaufe/ausleihe oder nicht. Es geht bei mir nicht anders, ich muss diesen letzten Satz gelesen haben, sonst kann ich nicht mit der Geschichte anfangen... Es gibt Bücher, die haben wirklich großartige letzte Sätze. Mich würde interessieren, welche Lieblingssätze ihr so habt? Mein momentaner letzter Lieblingssatz stammt aus "Betwixt", von Tara Bray Smith: "Und irgendwo auf dem Ozean, einem Ozean, wie ihn noch keiner geschaut hat, in einem Schiff ohne Kapitän am Rand der Welt, segelt ein junger Mann nordwärts, nach Hause." Das Buch fand ich zwar so lala, aber den letzten Satz finde ich toll! |
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| azrael | 11.11.2011, 15:06 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze komisch diesen tick habe ich auch. ich lese fast immer den letzten satz zuerst. aber er entscheidet nicht über mein kaufverhalten...jedenfalls nicht das ich es bewust danach aussuche. |
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| Numeron | 11.11.2011, 15:11 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Zwar gehöre ich zu den Lesern, die die letzte Seite verzweifelt meiden bevor sie sie erreichen, aber letzte Sätze mag ich dennoch. Ich habe zwei letzte Sätze, die quasi zusammen gehören. Einmal der letzte Satz aus der Farseer-Trilogy von Robin Hobb: "We dream of carving our dragon." Der Zweite stammt aus der Tawny-Man-Trilogy, die die erste Trilogy fortführt und 30 Jahre später zu einem Ende führt: "I am content." Die Tage bin ich noch über einen weiteren (im Kontext des Buches Der Idiot von Fjodor Dostojewski) interessanten letzten Satz gestolpert: "'(...) Und alles dies hier, dieses ganze Ausland und dieses euer ganzes Europa, alles das ist nichts als Phantasie, und wir alle sind hier im Ausland nichts als Phantasie ... behalten Sie meine Worte, Sie werden es noch selbst einsehen!' habe sie beim Abschied von Jewgenij Pawlowitsch beinahe zornig geschlossen." |
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| Christiana Jones | 11.11.2011, 15:25 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Also ich vermeide es auch, letzte Sätze zu lesen, weil sie oftmals viel zu viel Verraten, sei es manchmal "nur" wer am Ende überlebt. Daher lese ich letzte Sätze nie. Dennoch hab ich natürlich auch letzte Sätze, die ich genial finde. Zum Beispiel diesen aus "Der Turm", dem siebten und letzten Band der "Dark Tower" Serie von Stephen King: "Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm!" oder noch besser auf englisch: "The man in black flew across the dessert and the gunslinger followed!" |
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| Internaut | 11.11.2011, 15:28 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze ... Und ich dachte schon, ich wäre mit meinem Problem allein. Hey, lass uns eine Selbsthilfegruppe gründen: "Wie fange ich mit dem Anfang des Buches an - den letzten Satz zuletzt lesen" |
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| Christiana Jones | 11.11.2011, 15:36 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Aber macht ihr euch damit nicht die ganze Freude auf das Ende kaputt? Wenn ich das Ende schon wüsste, hätte ich gar keine Lust mehr aufs Buch... |
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| m.s | 11.11.2011, 15:42 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Letzte Sätze gehören ans Ende! Deshalb lese ich sie auch zuletzt. Und manche bleiben hängen...Insgesamt literarisch bestenfalls schmalbrüstig, aber trotzdem mit einem tollen Schlußwort - die Geschichten der Gespenster Geschichten Comics endeten immer mit dem wunderbaren Satz: "Seltsam? Aber so steht es geschrieben..." ![]() Ein Schlußsatz, den ich niemals vergessen werde, aus Michael Endes Die unendliche Geschichte: "Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden." |
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| Toth | 11.11.2011, 17:48 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze ...und Piggeldi ging mit Frederick nach Hause. |
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| Leusel | 11.11.2011, 19:18 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze @ m.s.: Genau, die Gespenster Geschichten waren immer klasse! Nicht nur durch den Schlußsatz Kult. Schade, das es die nicht mehr gibt... |
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| "Indy" Hans | 11.11.2011, 19:45 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze "Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage" - klingt vielleicht kitischig und merkwürdig aber ich steh irgendwie drauf (vielleicht weil man sich sowas selber wünscht - keine Ahnung). |
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| Internaut | 11.11.2011, 20:49 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Hi Christiana Jones, du hast teilweise schon recht...es geht bei mir aber nicht anders, ich muss diesen letzten Satz gelesen haben, sonst kann ich nicht mit der Geschichte anfangen... ![]() ... Und Hans, glücklich und zufrieden bis ans Ende... Ja, wer wünscht sich so was nicht selber. Leider funktioniert es oft nur im Märchen so. Die Realität sieht anders aus ... Ein wirklich imposanter Schlusssatz! |
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| Internaut | 26.11.2011, 08:50 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Mal ´n kleines Spiel gefällig!? Rate mal aus welchem Buch dieser letzte Satz stammt? Er hatte seinen Schatz gefunden. |
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| Internaut | 04.12.2011, 14:51 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Dann sage ich es euch, wenn sich sonst keiner traut oder liest keiner von euch!? Der Alchimist von Paulo Coelho Ich empfehle dieses Buch, nicht, weil es mir auf meinem Weg geholfen hat, sondern, weil es mich zum nachdenken brachte. Ich muss ehrlich dazu sagen, dass mich "Der Alchimist" von der ersten Zeile an in seinen Bann gezogen hat. Mit Spannung und Interesse habe ich Zeile für Zeile verschlungen. Diese Buch ist gespickt mit tiefen spirituellen Erkenntnissen und mit Zufällen die keine sind. Der Alchimist zeigt, dass der Lebensweg uns manchmal dorthin führt, wo wir gar nicht hinwollen und doch ergibt alles zum Schluss ein rundes Bild. Alles geschieht aus einem höheren Grund, und alles geschieht zur rechten Zeit. |
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| Aldridge | 04.12.2011, 19:03 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze ...liebste letzte Sätze... Auf so etwas achte ich eigentlich weniger. Was ich wichtig finde, sind die ersten Sätze. Die Frage dabei ist nämlich: Schafft es der Schriftsteller, mich sofort ins Geschehen zu holen? Es ist eigentlich so einfach, gleich einen ersten knalligen Satz zu präsentieren, der in sich eine Spannung trägt und der den Leser aufhorchen lässt. Und doch bringen so viele Schriftsteller gleich zu Anfang total banale Sätze wie "Es war dunkel und regnete" oder ermüdende Schachtelsätze. Positive Beispiele? Ich habe doch letztens mal John Scalzi empfohlen. Die ersten beiden Sätze von "Androidenträume" lauten: "Dirk Möller war sich nicht sicher, ob er einen größeren diplomatischen Konflikt herbeifurzen konnte. Aber er war bereit, es zu versuchen." Oder bei seiner Kurzgeschichte zu der von ihm herausgegebenen Sammlung "Metatropolis": "Leute, die sich meine Hochzeitsfotos ansehen, fragen sich häufig, was das Schwein auf meiner Hochzeitsfeier zu suchen hatte. Ich werde es Ihnen erzählen." Aber zurück zum Thema. Nicht meine liebsten letzten Sätze, aber die letzten Sätze der "Gateway"-Trilogie von Frederik Pohl, die ich gerade lese. Beim ersten Band "Gateway" heißt es: "Du hast mich gefragt: Das nennst du leben? Und ich antworte: Ja. Genau das nenne ich leben. Und in meiner ganz hypothetischen Art beneide ich dich zutiefst darum." Und beim zweiten Band "Jenseits des blauen Horizonts" heißt es: "Wenigstens, so dachte der Kapitän ein wenig düster, wenn "Sie" zurückkommen, um dieses Universum wieder zu besetzen, das "Sie" umformen nach "Ihrer" Laune, müssen "Sie" zuerst durch diese anderen hindurch, bevor "Sie" zu uns kommen." Den dritten Band "Rückkehr nach Gateway" lese ich gerade, und den Schluss will ich mir nicht vorweg nehmen. |
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| Internaut | 04.12.2011, 22:31 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Vielen Dank für das Feedback, Aldridge. Dachte schon ich wäre der einzige hier der Bücher liest! |
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| Aldridge | 05.12.2011, 07:54 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Och, der Lese-Thread ist ja manchmal ganz gut besucht. ![]() Ok, extra noch ein paar letzte Sätze: "Inzwischen hacken wir Löcher ins Eis, tauen Leitungsrohre auf und kratzen Eisblumen von den Fenstern. Der Winter dauert ewig auf dieser von Gott verlassenen Welt." - Joe Haldeman - Am Ende des Krieges |
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| Internaut | 05.12.2011, 09:01 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Hi Aldridge, am Ende des Krieges fängt wirklich vielversprechend an, Joe Haldemann versteht es meiner Meinung nach gut, die Situation der Kämpfer des ewigen Krieges nach Ende des Krieges zu zeichnen. Doch leider wird die Geschichte meiner Meinung nach nicht zu einem Ende geführt, das Ende des Buches wirkt unpassend und geht zuvor gestellten Fragen aus dem Weg. Und der letzte Satz des Buches ist einfach nur interessant ... |
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| Aldridge | 05.12.2011, 10:13 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Ja, du hast Recht. Ich fand auch, dass Joe Haldeman die großen Erwartungen an den offiziellen Nachfolger von "Der ewige Krieg" nicht ganz erfüllen konnte. Das relativ offene Ende fand ich aber gut, deshalb die Sätze. Als Buch deutlich gelungener und sogar besser als "Der ewige Krieg" fand ich "Der ewige Friede". Das Szenario war sehr reizvoll, das die Beeinflussung von Konflikten durch die moderne Technik vorweg nahm. Wenn man sich anschaut, wie die USA heutzutage Krieg führen, ist das Buch eigentlich eine logische Weiterentwicklung. Und ich fand, dass die Kombination mit dem persönlichen Schicksal der Hauptfigur sehr gut war. Ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, kann heute Abend aber gerne mal die letzten Sätze posten. |
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| Internaut | 05.12.2011, 16:30 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze ... das Buch "Der ewige Friede" habe ich noch nicht gelesen ... deshalb bin ich weit über den letzten Satz hinweg darauf gespannt. |
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| Aldridge | 05.12.2011, 21:53 |
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Betreff: Re: Liebste letzte Sätze Ok, Einstieg: "Es war nicht vollkommen dunkel, weil durch das Blätterdach dünnes blaues Mondlicht sickerte. Und es war nie vollkommen still." Ausstieg: "Allein, zusammen. So, wie es immer gewesen war." Ich finde, die Sätze werden dem Buch nicht gerecht... |
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