Part-Time 28.10.2013, 00:11
Betreff: Re: Der letzte Film

Tree of Life

Gestern, DVD, "Tree of Life". Schon als Frauenfilm gekauft, um auch mal wieder zusammen eine DVD anzusehen, generationenübergreifendes Melodrama, aber Goldene Palme 2011 und mit Brad "Fight Club" Pitt und Sean Penn. Selten so enttäuscht gewesen von einem Film! Ein Drittel des Films in doppelter Geschwindigkeit vorgespult (jeder, der ihn kennt, wird sagen, dass das geht, ohne auch nur irgend eine Handlung zu verpassen). Absolute Warnung (falls die hier nicht schon abgegeben wurde): Es ist der Ritterschlag für einen Frauenfilm, wenn selbst Frauen ihn nichts als langweilig finden.

Mile 15.12.2013, 01:48
Betreff: Re: Der letzte Film

Gerade "Der Hobbit - Smaugs Einöde" gesehen. Echt ein bombastisches High-Fantasy Spektakel. Viele atemberaubende Szenen, etwas Splatter-Light und auch genügend Spaß. Rundum, ein gelungener Film.

Dr. Moony Jones 15.12.2013, 14:29
Betreff: Re: Der letzte Film

@Mile: Hab ich auch zuletzt gesehen. Ich fand den ersten Teil aber besser. die HRF-Technik ist sehr gewöhnungsbedürftig, finde ich.

Indy2Go 15.12.2013, 14:39
Betreff: Re: Der letzte Film

Meine Wenigkeit hält die "Lord of the Rings"-Trilogie ja schon für extrem überbewertet, anspruchsvolles Kino ist es zwar zweifellos, aber eben langatmig wie die Sergio Leone-Filme, nur eben nicht so clever und beeindruckend. Die "Hobbitse" hingegen sind schon was für's Auge, aber im Sachen Langatmigkeit noch schlimmer. Höchstens 7 Punkte bekommt die Einöde von Smaug von mir...

Leusel 15.12.2013, 18:57
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Indy2Go:
Die "Hobbitse" hingegen sind schon was für's Auge, aber im Sachen Langatmigkeit noch schlimmer.

Hab zwar nur einen einzigen Herr der Ringe-Film gesehen, den Hobbit noch gar nicht, aber das deckt sich mit meinem Eindruck vom ganzen. Schließlich ist der Hobbit nur ein einzelnes Kinderbuch mit losem HdR-Bezug, daraus eine mehrteilige Filmtrilogie zu machen mit allen Beteiligten von den Vorgängern mutet der ganzen Vorlage viel zu viel zu. Aber gut, wems gefällt. Zwinkernder Smiley

Mile 15.12.2013, 19:21
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Dr. Moony Jones:
@Mile: Hab ich auch zuletzt gesehen. Ich fand den ersten Teil aber besser. die HRF-Technik ist sehr gewöhnungsbedürftig, finde ich.

Ja, an das HFR Bild muss man sich echt erst gewöhnen. Aber nach ein paar Minuten geht es ganz gut.

Die Änderungen an der Vorlage sind machmal gut (flucht in den Fässern), manchmal auch schlecht (Lovestory Tauriel/Kili), aber grundsätzlich nicht zu vermeiden. Buch ist Buch und Film ist Film. Wichtig ist, das der "Geist" der Vorlage erhalten bleibt und das ist Peter Jackson doch sehr gut gelungen, wie ich finde.

Indy2Go 15.12.2013, 19:51
Betreff: Der letzte Film

Zitat von Serano:
Schließlich ist der Hobbit nur ein einzelnes Kinderbuch mit losem HdR-Bezug, daraus eine mehrteilige Filmtrilogie zu machen mit allen Beteiligten von den Vorgängern mutet der ganzen Vorlage viel zu viel zu.

Richtig, und selbst wenn in der Story vollkommen neue Handlungsstränge vorhanden sind, die nicht in der literarischen Fassung enthalten waren, ist die Geschichte einfach zu Flach um daraus eine insgesamt fast neunstündige Trilogie zu machen. Hinzu kommt dass die Filme - insbesondere der zweite Teil - wieder Unmengen von Szenen enthalten, die regelrecht in die Story reingedrückt wirken, nur um einen guten 3D-Effekt servieren zu können.

Mile 06.01.2014, 20:03
Betreff: Re: Der letzte Film

Bin heute endlich mal dazu gekommen "Man of Steel" zu gucken. Bin etwas enttäuscht, gerade nach "Watchmen" hätte ich mir besseres von Zack Snyder erhofft.

Sicherlich sehr gut umgesetzt, guter Cast. Aber zum Schluß hin ist mir das alles zu überzogen. Vor allem bin ich arg entsetzt darüber, dass Supi seinen Ehrenkodex bricht und tötet! Ein No-Go! Naja, mal sehen ob "Superman vs. Batman" besser wird. So gibt's gerade noch 7 von 10 Kryptonitbrocken.

Tamanosuke 07.01.2014, 09:30
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Mile:
Vor allem bin ich arg entsetzt darüber, dass Supi seinen Ehrenkodex bricht und tötet! Ein No-Go! Naja, mal sehen ob "Superman vs. Batman" besser wird. So gibt's gerade noch 7 von 10 Kryptonitbrocken.
Da geht es dir wie vielen anderen. Das Problem dabei ist nur dass das nichts neues ist. In den Comics hat er anscheinend schon des öfteren seine Gegner getötet und dass teilweise sogar unter Vorsatz.

Pascal 07.01.2014, 11:23
Betreff: Re: Der letzte Film

Also da er in den Comics auch oft genug mordet, konnte ich mit dem Film sogar sehr gut leben.

(Das Wortspiel war von mir unbeabsichtigt.)

Mile 07.01.2014, 12:39
Betreff: Re: Der letzte Film

Da scheint ihr aber eine Menge Comics zu kennen, die ich nicht kenne. Zwinkernder Smiley

Sowohl in Golden oder Silver Age hat Supi nie getötet. Das kam erst in den 80ern (kurzzeitig) auf, besonders in Miniserien wie z.B. in Frank Millers "Dark Knight Returns". Im jetzigen DC Reboot wird er mal wieder anders Charakterisiert. Bin gespannt auf die neue Serie "Superman Unchained". Aber grundsätzlich ist mir Supi lieber wenn er nicht tötet. Sonst wird er einfach "zu mächtig".

Indy2Go 07.01.2014, 13:19
Betreff: Re: Der letzte Film

In "The Dark Knight Returns" arbeitete er doch sogar für die Regierung und wurde in diverse Kriege geschickt...

Aldridge 10.01.2014, 13:22
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich fand den neuen Superman übrigens auch nur mäßig - und das, obwohl ich den Film angesichts der vielversprechenden Namen, die vor und hinter der Kamera agierten, eigentlich mögen wollte. Für mich schafft es der Film lediglich in der Vorgeschichte auf Krypton, wirklich so etwas wie Atmosphäre und Spannung zu erzeugen, trotz aller Avatar-Gedächtnismomente.

Was dann folgt, ist eine durch Flashbacks zerrissene und inhaltlich völlig unzulängliche Geschichte, die es dem Zuschauer unnötig schwer macht, so etwas wie eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Trotz Überlänge des Films werden weder die Flashbacks noch die "aktuellen" Geschehnisse wirklich der Superman-Geschichte gerecht. Die Darsteller bleiben blass (Cavill) oder werden schlicht verballert (Costner oder der sonst herausragende Shannon). Die Musik von Hans Zimmer klang auf CD noch ganz ok, ist im Film aber sinnlos über die Bilder gekippt und wirkt da sogar kontraproduktiv. Hinzu kommt dann noch die ziemlich uninspirierte Inszenierung von Zack Snyder: Der Mann kann mit seiner Extrem-Zeitlupe eigentlich wunderschöne Bilder zaubern, doch hier lieferte er dagegen ein total unübersichtliches Schnittgewitter.

Ein unverzeihlicher Fehler des Films liegt meiner Meinung nach darin, dass General Zod eigentlich eine sehr interessante Vorgeschichte hat, die zwar seine Motivation erklären könnte. Dieser Aspekt wird aber erst zwei Minuten genannt, bevor Supi den Mann "ausknipst". Und dann will ich mal ganz davon schweigen, dass ich mit einem anderen Superman aufgewachsen bin. Die Zerstörungsorgie am Ende, die eigentlich Tausende von Tote fordern müsste (die man aber nicht sieht), wirkt da eher irritierend. Mal von der Paradoxie abgesehen, dass Superman und Zod während ihres Kampfes wahrscheinlich wirklich unzählige Leben auslöschen, dann im Finale aber eine Handvoll unbeteiligter Passanten als emotionaler Unterbau herhalten muss. Das Drehbuch war echt nicht gut. Und ich will die Musik von John Williams zurück!

Mile 10.01.2014, 17:24
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
Mal von der Paradoxie abgesehen, dass Superman und Zod während ihres Kampfes wahrscheinlich wirklich unzählige Leben auslöschen, dann im Finale aber eine Handvoll unbeteiligter Passanten als emotionaler Unterbau herhalten muss. Das Drehbuch war echt nicht gut. Und ich will die Musik von John Williams zurück!

Ja, volle Zustimmung zu allen genannten Punkten. Vielleicht war es zu viel "Nolan-Einfluss"?

Aldridge 10.01.2014, 17:52
Betreff: Re: Der letzte Film

Ne, eher im Gegenteil, vermute ich. Die Dark Knight-Filme bauten ja sehr reizvolle Konstellationen auf, man denke nur an die Geschichte mit den Fähren und der Bombe im zweiten Film. So etwas hätte ich mir auch für Supi gewünscht, der damit echt in die Zwickmühle geraten wäre und hätte nachdenken müssen. So hätte man auch die langweilige Nummer mit seinen Kräften ausgehebelt, die ihn grundsätzlich unbesiegbar macht.

Mein Eindruck war vielmehr, dass die Nolans zum Thema alles gesagt und auch keinen Bock mehr hatten. Dann wird Warner wohl mit einem dicken Geldbündel und der Zusage weiterer Filmprojekte gewedelt haben, und schon waren sie überzeugt - und haben auf die Schnelle eine Rumpfgeschichte ohne besonderen Reiz hingerotzt.

Aldridge 12.01.2014, 02:13
Betreff: Re: Der letzte Film

Hollywood hatte es im vergangenen Jahr gleich zwei Mal auf ein Nationalheiligtum abgesehen: das Weiße Haus. Haben es die Filmterroristen wenigstens richtig gemacht?

Olympus has fallen - Der Film bzw. seine Macher haben Eier in der Hose. Das muss man ihnen lassen. Regisseur Antoine Fuqua weiß jedenfalls, dass eine ordentliche Schießerei auch ordentlich blutig und dreckig zu sein hat. Das hatte er bereits in Training Day und Shooter bewiesen, und hier setzt er sogar noch einen drauf. Die Erstürmung des Weißen Hauses ist zwar unlogisch, aber absolut packend inszeniert. Es hagelt Kopfschüsse und Blutspritzer im Sekundentakt, und auch vor unbeteiligten Passanten macht der Angriff nicht halt. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass die Bösewichte endlich mal wieder ihrem Namen gerecht werden, nämlich böse und skrupellos rüberkommen. Soweit zum guten Teil. Doch: Sobald das Weiße Haus erstürmt ist, verliert der Film jeglichen Elan. Die bis dahin recht intelligent agierenden Terroristen verbarrikadieren sich im Bunker, werden passiv und wirken plötzlich allzu planlos. Und dann wäre da noch das Problem mit dem Patriotismus: Gerard Butler, als Schauspieler eigentlich mit einem gewissen Humor gesegnet, verfolgt seine Mission mit heiligem Ernst. Dabei schreckt der Film auch nicht davor zurück, Folter und kaltblütigen Mord an Vaterlandsverrätern zu rechtfertigen. Und ausgerechnet Oscar-Preisträgerin Melissa Leo darf als Verteidigungsministerin die aufrechte Bilderbuch-Amerikanerin geben, die selbst noch im Angesicht des sicheren Todes nicht Besseres zu tun hat, als den Fahneneid zu schwören. Letztlich hinterlässt der Film somit einen äußerst bitteren Nachgeschmack. Weiterer großer Schwachpunkt: Butler wirkt zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr, sondern besiegt einen Gegner nach dem anderen ohne größere Probleme. Wehmütig erinnert man sich da an einen leidenden und blutenden John McClane, mit dem man anno 1988 noch richtig mitgefiebert hatte.

White House Down - Patriotismus-Roland wiederholt sich, sprich: Er demoliert nach Independence Day erneut das Weiße Haus. Entsprechend konnte er sich auch eine kleine Anspielung zu Beginn des Films nicht verkneifen. Jedoch hatte Emmerich wohl eine familientaugliche Hochglanzversion der Ballerei an dem ungewöhnlichen Schauplatz im Sinn, einschließlich gefühliger Vater-Tochter-Geschichte. Und so spannt er den Bogen zu Beginn etwas weiter, lässt sich reichlich Zeit für die Exposition - und produziert so Längen. Sowieso ist der Angriff aufs Weiße Haus seltsam unspektakulär: Die böse Söldnertruppe wirkt irgendwie drollig und gar nicht bedrohlich, während sie einigermaßen ungestört durch die historische Stätte spaziert. Auch ihre Motive wirken unnötig verworren. Ok, ist die eine Seite schon nicht wirklich ernstzunehmen, wie sieht es dann mit den Helden aus? Nun, Jamie Foxx ist mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache und gewinnt seiner Präsientenrolle doch noch einige interessante Facetten ab. Aber Channing Tatum und sein Charakter wirken gleichermaßen dumpf und absolvieren ihren Job recht eindimensional. Nichtsdestotrotz: Das Buddy-Motiv zwischen Präsident und Möchtegern-Personenschützer hat durchaus seinen Reiz und auch Witz. Ändert natürlich nichts daran, dass auch hier die Patriotismus-Keule geschwungen und der Film zum Schluss sogar richtig doof wird. Zudem ist erstaunlich, dass White House Down zwar doppelt so teuer war wie Olympus has fallen, seine Effekte aber nochmals deutlich billiger aussehen.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass beide Filme als Stirb langsam-Klone mit ihrem tollen Schauplatz eigentlich beste Voraussetzungen für richtig gute Popcorn-Unterhaltung hatten. Aber irgendwie hatte Hollywood dann wohl doch nicht genug Schneid, angesichts des Themas eben nicht bis zum Exzess ins Patriotismus-Horn zu tuten und und mehr als nur Actionhelden nach Schema F zu präsentieren. Schade. Im direkten Vergleich hat für mich der Emmerich-Streifen die Nase leicht vorn, weil er insgesamt humorvoller ist und keine so fragwürdige Moral präsentiert wie der Konkurrent. Richtig überzeugen konnten aber beide nicht - auch wenn sie beide immer noch besser waren als Stirb langsam 5.

Leusel 19.01.2014, 10:42
Betreff: Re: Der letzte Film

Gestern "Kick-Ass 2" gesehen. War für mich eine würdige Fortsetzung des eh schon genialen Vorgängers. Weiß einer, ob ein dritter Teil geplant ist?

Aldridge 20.01.2014, 21:56
Betreff: Re: Der letzte Film

Mark Millar schreibt wohl an einem dritten Teil. Immerhin war der Comic ganz klar auf Fortsetzung ausgelegt. Ich halte eine Fortsetzung aber für fragwürdig: Kick-Ass 2 hat zwar sein Geld wieder eingespielt, aber so gerade eben. Vielleicht machen sie es - wie beim ersten Teil - von den Heimkinoverkäufen abhängig.

Kalmanitas 21.01.2014, 00:31
Betreff: Re: Der letzte Film

Oder aber sie verfilmen den Comic von Hit Girl... da hätte ich auch nichts gegen einzuwenden

Aldridge 21.01.2014, 08:11
Betreff: Re: Der letzte Film

Der aber zwischen Kick-Ass 1 und Kick-Ass 2 spielt. Der Zug ist abgefahren. Zwinkernder Smiley