Stephan 06.11.2025, 15:47
Betreff: Re: Der letzte Film

A House of Dynamite
Eine glaubwürdige Darstellung eines aktuellen Angriffs durch eine Atomrakete, mit nicht nachvollziehbarem Ursprung, auf das amerikanische Festland.
Als mid-budget Politthriller aus 3 unterschiedlichen Perspektiven wird hier eine mögliche Handlungsweise des Militärs, der führenden Politiker und des US-Präsidenten präsentiert.
Eine unheroische Schilderung einer Handlungsunfähigkeit des ganzen Apparates. Jedoch wird nicht auf die regelmäßige Einblendung der amerikanischen Flagge verzichtet.

Generell werden hier die kriegerischen Handlungen über Kontrollzentren, am Computer, oder über das Smartphone ausgeführt. Trotzdem wird durch Nebenhandlungen ein gutes Gefühl für die amerikanische Kultur erzeugt und dessen Reaktion auf das Ungewisse durch den Angriff. Man folgt keinem dauerhaften Charakter, sondern springt ein paar Mal in neue Perspektiven. Durch einen A-List Cast und eine versierte Regie werden immer wieder neue emotionale Momente geschaffen, auch wenn einem eine dauerhafte Leitfigur fehlt, um eine Bindung aufzubauen. Das war in diesem Film aber nicht gewollt.

Ein beunruhigend, realistisches Szenario, dass sogar eine Reaktion vom Pentagon hervorkitzeln konnte.
https://www.darkhorizons.com/...agon-memo/
7 von 10
.

Stephan 06.11.2025, 20:55
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Kukulcan:
Wir sind Samstag zum Triple Feature…mit Popcorn (incl. freiem Refill), Cola und Nachos Grinsender Smiley

Bei mir am Sonntag. :-) Freu mich.

FloW 07.11.2025, 00:23
Betreff: Re: Der letzte Film

Disney+ Doku: Zeitlose Helden: Indiana Jones & Harrison Ford

Harrison Ford und Indiana Jones sind ja bekannterweise auf besondere Art miteinander verbunden – und genau das macht die Disney+ Dokumentation Zeitlose Helden: Indiana Jones & Harrison Ford aus. Die Doku ist ein liebevoller, nostalgischer Streifzug durch die Karriere des Mannes, der zu einem der größten Kinohelden aller Zeiten wurde – samt Hut, Peitsche und unnachahmlichem Grummelbass in der Stimme.

Die Dokumentation wirft einen umfassenden Blick auf das Leben und Wirken von Harrison Ford – vom eher widerwilligen Schauspielstudenten, der zunächst als Schreiner in Hollywood arbeitete, bis hin zu seiner ikonischen Verkörperung des Archäologen-Abenteurers Indiana Jones. In Interviews mit Regielegende Steven Spielberg, George Lucas und Ford selbst und vielen weiteren Weggefährten entsteht ein faszinierendes Porträt eines Künstlers, der Authentizität über Glamour stellt.

Dabei verknüpft die Doku geschickt Archivaufnahmen, Filmausschnitte und Making-of-Material mit neuen Interviews, die deutlich machen: Hinter der stoischen Coolness steckt ein bodenständiger Typ, der nie viel Aufhebens um sich selbst macht – und genau das macht ihn so verdammt sympathisch.

Besonders gelungen ist, wie Zeitlose Helden die Entwicklung der Figur Indiana Jones mit der persönlichen und beruflichen Reise Fords parallel erzählt. Man sieht, wie sich nicht nur der Charakter, sondern auch der Mann dahinter mit den Jahren verändert hat – von der jugendlichen Abenteuerlust der 1980er zu einer nachdenklicheren, altersweisen Version im Film Indiana Jones und das Rad des Schicksals.

Harrison Ford öffnet sich selten doch hier tut er es. Und das wirkt weder gestellt noch PR-geglättet, sondern angenehm echt. Zudem ist die Doku ein Fest für Cineasten. Viele Behind-the-Scenes-Clips und Anekdoten aus den Dreharbeiten machen das Herz jedes Filmfans glücklich. Die Doku verliert nie den roten Faden. Sie ist kurzweilig, flüssig erzählt und klug fügt sich alles.

Allerdings gerät an manchen Stellen die Dokumentation fast zu ehrfürchtig, als wäre Harrison Ford selbst der Heilige Gral. Fords weitere ikonische Rollen wie Han Solo oder Rick Deckard bekommen hier leider wenig Raum.
Auch gibt es wenig Neues für Hardcore-Fans: Wer bereits jedes bestehende Making-of zu Indy und Harry gesehen hat, wird hier nicht viele neue Fakten entdecken. Es ist eine liebevolle Erzählung und keine neue Enthüllungsdoku.

Die Doku: Zeitlose Helden: Indiana Jones & Harrison Ford ist wie ein Wiedersehen mit einem vertrauten Freund – charmant, witzig, nostalgisch und ein bisschen emotional. Harrison Ford wird hier nicht als makelloser Mythos gezeigt, sondern als Mensch, der einfach Bock hat gute Geschichten zu erzählen.

Am Ende bleibt man mit einem breiten Grinsen und einem kleinen Kloß im Hals zurück und mit dem spontanen Drang, sich seinen eigenen Fedora aufzusetzen und dem Ruf des eigenen Abenteuers Namens Leben zu folgen.

7 von 10 Fedora-Hüten 🤠

Pascal 07.11.2025, 12:39
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Kukulcan:
Wir sind Samstag zum Triple Feature…mit Popcorn (incl. freiem Refill), Cola und Nachos Grinsender Smiley

ein Muss, nur der erste Teil wäre, als würde man noch vor der Pause den Saal verlassen

Stephan 07.11.2025, 12:52
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Pascal:
Zitat von Kukulcan:
Wir sind Samstag zum Triple Feature…mit Popcorn (incl. freiem Refill), Cola und Nachos Grinsender Smiley

ein Muss, nur der erste Teil wäre, als würde man noch vor der Pause den Saal verlassen

Ging mir bei der letzten Ansicht des ersten Teils auch so. Da habe ich nach dem Ende des Films die Wolken vor Augen gehabt, durch die der Delorean zu Beginn des zweiten Teils fliegt. Der nächste Film hätte direkt starten können.

Kukulcan 07.11.2025, 19:02
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Pascal:
Zitat von Kukulcan:
Wir sind Samstag zum Triple Feature…mit Popcorn (incl. freiem Refill), Cola und Nachos Grinsender Smiley

ein Muss, nur der erste Teil wäre, als würde man noch vor der Pause den Saal verlassen

Und 2 und 3 wurden Back-to-back gedreht, die muss man auch so schauen

Lacombe 07.11.2025, 19:19
Betreff: Re: Der letzte Film

Außerdem gibt es erst ab dem zweiten Teil Martys Erkennungsspruch:"NOBODY calls me chicken!" 🐔🐔

Kalmanitas 08.11.2025, 13:20
Betreff: Re: Der letzte Film

Frankenstein (2025)

Habe mir gestern Nacht noch Frankenstein auf Netflix geschaut.
Optisch klasse, Sets fantastisch, Schauspieler (überwiegend) gut, Score von Alexandre Desplat sehr schön (wenngleich auch keine Melodie wirklich hängengeblieben ist)… und das wars auch schon. Man sieht dem Film an, dass Guillermo sehr viel Wert aufs Detail legt. Leider wirken sehr viele Szenen dennoch extrem unglaubwürdig. Der Charakter der Hauptdarstellerin ist in meinen Augen komplett unglaubwürdig und auch fehlbesetzt. Alles in allem hält sich Kenneth Branaghs Version tatsächlich mehr an die Romanvorlage. In Guillermo's Frankenstein kommen Haupt Charaktere vor, die im Buch gar nicht (oder zumindest nicht wie dargestellt) existieren (Christoph Waltz‘ Charakter oder Frankenstein‘s Bruder, der im Buch schon mit 7 Jahren stirbt). Der Funken will bei mir einfach nicht überspringen. Nicht falsch verstehen, der Film ist sicherlich sehenswert, aber ich habe mir von Guillermo del Toro’s Version wesentlich mehr versprochen. Der größte Kritikpunkt für mich ist die Kreatur selbst, die aussieht wie ein Schauspieler, der ein billiges Bodypainting trägt.
Ach ja, der Film hätte m.E. auch mit etwas weniger Gore auskommen können.

Dennoch, 7 von 10 Stromstößen

Stephan 08.11.2025, 14:16
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Kalmanitas:
Frankenstein (2025)

Habe mir gestern Nacht noch Frankenstein auf Netflix geschaut.
Optisch klasse, Sets fantastisch, Schauspieler (überwiegend) gut, Score von Alexandre Desplat sehr schön (wenngleich auch keine Melodie wirklich hängengeblieben ist)… und das wars auch schon. Man sieht dem Film an, dass Guillermo sehr viel Wert aufs Detail legt. Leider wirken sehr viele Szenen dennoch extrem unglaubwürdig. Der Charakter der Hauptdarstellerin ist in meinen Augen komplett unglaubwürdig und auch fehlbesetzt. Alles in allem hält sich Kenneth Branaghs Version tatsächlich mehr an die Romanvorlage. In Guillermo's Frankenstein kommen Haupt Charaktere vor, die im Buch gar nicht (oder zumindest nicht wie dargestellt) existieren (Christoph Waltz‘ Charakter oder Frankenstein‘s Bruder, der im Buch schon mit 7 Jahren stirbt). Der Funken will bei mir einfach nicht überspringen. Nicht falsch verstehen, der Film ist sicherlich sehenswert, aber ich habe mir von Guillermo del Toro’s Version wesentlich mehr von versprochen. Der größte Kritikpunkt für mich ist die Kreatur selbst, die ein Schauspieler, der ein billiges Bodypainting trägt.
Ach ja, der Film hätte m.E. auch mit etwas weniger Gore auskommen können.

Dennoch, 7 von 10 Stromstößen

Schade, dass der Film dich nicht so überzeugen konnte.

Im Kino wirkt er nochmal ganz anders. Ist für mich nach Pans Labyrinth einer meiner lieblings Dell Toro Filme und die neu interpretierte Familiengeschichte war für mich mehr zu greifen, als im Original. Daher fand ich auch die Rollen und Schauspieler toll.

Kalmanitas 08.11.2025, 14:42
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Stephan:
...

Schade, dass der Film dich nicht so überzeugen konnte.

Im Kino wirkt er nochmal ganz anders. Ist für mich nach Pans Labyrinth einer meiner lieblings Dell Toro Filme und die neu interpretierte Familiengeschichte war für mich mehr zu greifen, als im Original. Daher fand ich auch die Rollen und Schauspieler toll.

Ist ja letztendlich alles Geschmackssache. Mir persönlich haben da Pan's Labyrinth, Shape of the Water und Nightmare Alley dann doch wesentlich besser gefallen, weil sie (zumindest für mich) im Gesamtbild stimmiger rüberkamen.

Indy2Go 09.11.2025, 14:25
Betreff: Re: Der letzte Film

Del Toro nimmt sich schon einige Freiheiten, vom Ablauf und Wortlaut her war Branaghs Version sicherlich näher am Buch. Den Geist und die zentralen Themen des Buchs hat del Toro in meinen Augen aber besser eingefangen. Ich finde aber auch, dass Mia Goth einfach keine besonders gute Schauspielerin ist und fand sie sowohl unvorteilhaft besetzt, als auch ihre Rolle seltsam angelegt ist. Oscar Issac und Jacob Elordi dagegen haben ihre Sache sehr gut gemacht. Mir war der Film etwas zu durchstilisiert und durch den synthetischen Look einfach nicht "dreckig" genug. Trotz einiger Längen fand ich ihn aber sehr spannend und intensiv.

FloW 09.11.2025, 22:15
Betreff: Re: Der letzte Film

Frankenstein von Del Toro war beeindruckend. Super Besetzung und tolle Locations! Sehr empfehlenswert ist auch die dazugehörige 45 minütige Doku: Frankenstein The Anatomy Lesson auf Netflix.

Stephan 10.11.2025, 11:34
Betreff: Re: Der letzte Film

Die Doku werd ich mir diese Woche angucken. Danke für den Tipp.

Indy2Go 11.11.2025, 09:14
Betreff: Re: Der letzte Film

The Untouchbales

De Palma erzählt die Geschichte um Eliot Ness wunderschön und mit viel Geschick – aber auch wie ein patriotisches Märchen: Alles strahlt, alles klingt nach Triumph. Der episch-heroische Score von Ennio Morricone ist großartig, aber so monumental, dass er diesen Aspekt noch verstärkt, statt den ohnehin schon aufgeblasenen Film zu erden. Bei aller Liebe für die Ambition: Etwas mehr Subtilität hätte gutgetan.

Die Geschichte kennt keine Graustufen, nur Schwarz und Weiß. Dadurch wirkt das Ganze gelegentlich aufgesetzt. Dem Film wohnt so eine gewisse Künstlichkeit inne – was sogar dazu führt, dass man legendären Schauspielern unter legendärer Regie manches nicht ganz abnehmen will. Selbst De Niro als Al Capone – eigentlich fast Idealbesetzung – bleibt so glatt, dass er kaum bedrohlich wirkt.

Das alles klingt jetzt negativer, als es gemeint ist. "The Untouchables" will kein klassischer Gangsterfilm sein, sondern ein idealisierendes Denkmal. Damit hat er mich eben ein wenig auf dem falschen Fuß erwischt, aber seine Stärken sind unbestreitbar. Und die ikonische Bahnhofsszene in Anlehnung an Sergei Eisenstein macht den Film allein schon zum Pflichtprogramm.

Lacombe 11.11.2025, 12:06
Betreff: Re: Der letzte Film

DePalma war immer begnadet im Inszenieren. Seine Filme sind eher über Situationen als über Charaktere. Da braucht es schon Typecasting großer Schauspieler, um den Protagonisten Leben einzuhauchen.
Bei The Untouchables gelingt das Sean Connery am besten. Trotzdem: DePalmas Stärken waren immer woanders. Bei der brillanten Mise-en-Scene. Da enttäuscht er nicht. Man denke an die brillante Bahnhofssequenz. Ein Zitat aus Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin.

Indy2Go 11.11.2025, 14:09
Betreff: Re: Der letzte Film

"Blow Out" ist für mich sein (und Travoltas) bester. Da greifen Stil und Substanz super ineinander und auch wenn der Film eher von Obsession handelt, ist Jack Terry ein interessanter Protagonist, gezeichnet von seiner Vergangenheit. Sein am stärksten charaktergetriebener Film dürfte aber "Carlito's Way" sein, der für mich auf jeden Fall auch ein Top-3-Kandidat ist (neben "Phantom of the Paradise")

Stephan 11.11.2025, 14:29
Betreff: Re: Der letzte Film

Blow Out ist legendär, für mich auch sein Bester.
The Untouchables konnte auf dem kleinen Bildschirm bei mir nicht so einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er ist ohne Frage mit viel handwerklichem Talent gemacht und der Soundtrack ist eine Wucht.

Lacombe 11.11.2025, 16:19
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich mag auch Femme Fatale

Kalmanitas 11.11.2025, 21:07
Betreff: Re: Der letzte Film

Für mich sind Carlito‘s Way und Scarface meine Favoriten… aber so viele seiner Filme sind topp, da fällt die Wahl schon echt schwer.

Kukulcan 11.11.2025, 23:42
Betreff: Re: Der letzte Film

Predator Badlands

Nach dem ganz netten aber nichtssagenden Trailer hat mich dieser Film weggeblasen. Die Action, die Optik, der Sound, alles bombastisch. Dazu witzig, charmant und auch recht originell.

Man könnte meckern, dass vieles etwas einfach oder nicht völlig glaubwürdig war, vielleicht findet mancher den Humor auch etwas aufgesetzt. Hat mich wenig gestört, war geile Action und ein sauberes 3D, das nicht übermäßig beeeindruckte, aber für eine wunderbare Plastizität sorgte.

Kürzlich noch mal Prey gesehen, der war gut - Badlands fand ich besser, vielleicht auch, weil der im Kino so richtig zur Geltung kommen konnte.

9 von 10 niedlichen Käferchen