Pascal 29.08.2020, 10:52
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich dachte, der Film wäre noch garnicht angelaufen.

Wieviel Punkte (von 1 bis 10) würdest Du Tenet geben?

Zitat von www.rottentomatoes.com:
81%

Coming soon
Release date: Sep 3, 2020

Indy2Go 30.08.2020, 11:57
Betreff: Re: Der letzte Film

Schwierig. Im Endeffekt überwiegt für mich schon das Positive: Der Film ist schon ein Monumentalwerk mit beeindruckenden practical effects und gewaltigen Bildern, die man so in diesem Aufwand sicherlich noch nie gesehen hat. Dementsprechend sicher der richtige Film, um die Kinos wieder zu füllen (in vernünftigem Maße, hoffentlich). Auch das Konzept hat Nolan trotz aller Kritik wieder bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, da kann man schon den Hut ziehen. Und trotzdem wird hier eine banale Handlung von viel zu viel Bombast verschleiert, den Score fand ich zu laut und generisch und die Figuren zu blass und langweilig, um den Film zu tragen. Daher sage ich mal 6 von 10 Punkten.

Indy2Go 30.08.2020, 13:51
Betreff: Re: Der letzte Film

Berberian Sound Studio

Der britische Toningenieur Gilderoy wird angeheuert, um im titelgebenden Berberian Sound Studio in Italien, einen sogenannten "Giallo" zu vertonen; ein vor allem in den 60er und 70er Jahren populäres Subgenre des Thrillers/Horrorfilms, das unter anderem auch den Weg für den amerikanischen Slasher bereitet hat.

Neben den sprachlichen Barrieren hat der schüchterne Gilderoy als höflicher britischer Gentleman auch seine Schwierigkeiten, sich gegen die lauten italienischen Künstler-Egos zu behaupten. Vor allem aber belasten die ungeahnten Gewaltexzesse des Regisseurs Satini den Toningenieur, der normalerweise Kinderfilme und Naturdokumentationen vertont.

Messerstiche werden an Kohlköpfen simuliert, um zerplatzende Köpfe zu vertonen, werden Kürbisse auf den Boden geworfen und für Genitalverstümmelungen mit heißen Eisen muss eine Bratpfanne mit brutzelndem Öl Abhilfe schaffen.

Doch am schlimmsten sind die Schreie. Tag für Tag muss Gilderoy Entsetzensschreie von verängstigten Frauen aufnehmen, denn in Italien wurde zu dieser Zeit ohne Ton gedreht oder der am Set aufgezeichnete Ton zumindest nicht genutzt. Die Filme mussten im Studio also auch komplett synchronisiert werden.

Gilderoy scheint sich beinahe wie ein Komplize zu fühlen, der eine Mitschuld an den Morden und Gewaltverbrechen trägt, wenn er zu den verstörenden Bildern auf unschuldiges Gemüse einsticht. Seine Arbeit an dem kommenden Skandalfilm beginnt ihn zunehmends auch in seine Träume zu begleiten, bis Fiktion und Realität komplett verschwimmen, was sich dann letztlich in Form eines Lynch'schen Mindbenders auch auf den Zuschauer überträgt.

Interessant ist, dass der Zuschauer in "Berberian Sound Studio" die offenkundig skandalträchtigen Bilder des zu vertonendes Giallos niemals zu Gesicht bekommt. Ein genialer Schachzug, da die Ausformung dieser - anhand der erzeugten Geräusche und Schilderungen der Figuren - der Fantasie des Zuschauers überlassen wird.

Daniel Kothenschulte fasste dies in der Frankfurter Rundschau perfekt zusammen: "Auf eine so stilvoll-gruselige Art hat man im Kino noch niemals nichts gesehen."

Es ist jedoch ein Aspekt, der von der Kritik anscheinend komplett übergangen wurde, der den Film für mich erst zu einem echten Glanzstück macht: Regisseur Peter Strickland gewährt dem Zuschauer hier nicht nur hochinteressante Einblicke in einen wichtigen Prozess des Filmemachens, dem oft eine viel zu geringe Relevanz beigemessen wird, er äußert über "Berberian Sound Studio" auch scharfzüngige Kritik an der Industrie:

Der fiktive Regisseur Satini rechtfertigt die Gewaltexzesse in seinem Film mit Authentizität, er beharrt darauf, dass in der Geschichte tatsächlich Frauen so schrecklich zugerichtet und ermordet wurden. Doch dass die Gewalt vor allem dem Selbstzweck dient und sehr viel mehr über die abstoßenden Gedanken eines sexistischen "Künstler"-Egos sagt, als über die Menschheitsgeschichte, wird spätestens dann deutlich, wenn eine abtrünnige Darstellerin darauf hinweist, dass es Satinis Drehbuch zwar verlangte, dass ein Priester die Körper der Hexen nach dem Teufelsmal untersucht. Dass er aber nur auf den Brüsten nachsieht, das sei doch sehr merkwürdig.

Im besten Fall bringt uns "Berberian Sound Studio" dazu, sowohl stilisierte Gewalt, als auch sexistische Frauenfiguren, die lediglich auf verquere Männerfantasien reduziert werden, zu hinterfragen und mehr noch:

Der Film ist ein wertvoller Beitrag zur #MeToo-Debatte und einmal mehr Beweis dafür, dass die Filmwelt schon lange bevor sie zu einer öffentlichen Debatte wurde, von der Problematik wusste. Es wollte nur niemand zuhören. Diese klare Message hebt für mich daher auch auf, dass hier vielleicht unfairerweise ein besonders negatives Licht auf speziell die italienische Filmindustrie geworfen wird.

PS: Der Film ist auf Amazon Prime zweimal geloggt; einmal als Original mit Untertiteln, einmal in einer vermeintlich synchronisierten, deutschen Fassung. Tatsächlich sind beide Fassungen im O-Ton. Eine Synchro gibt es (zumindest Stand jetzt) noch nicht und würde wohl auch nur bedingt Sinn ergeben, da gefühlsmäßig mehr Italienisch als (sehr leicht verständliches) Englisch gesprochen wird.

Mile 11.09.2020, 15:44
Betreff: Re: Der letzte Film

TENET

Gestern gesehen. Gleich vorweg, ich schließe mich Mitnehm-Indys Bewertung von 6 von 10 vollumfänglich an.

Der Film hat einiges Gute, aber eben auch große Schwächen, daher geht einfach nicht mehr. Das Beste: Wirklich unglaublich gute Stunts, Effekte und - man glaubt es kaum - Robert Pattinson, der mir am Besten aus dem Ensemble gefallen hat. Dem entgegen stehen der unglaublich nervige dröhnender Soundtrack von L. Göransson, der gerade bei den Actionszenen so unglaublich dick aufträgt, um das Geschehen auf der Leinwand noch mal zu überdramatisieren. Außerdem lässt einen alles einfach unglaublich kalt, emotional fiebert man zu keiner Sekunde mit dem Protagonisten mit. Und Warum zum Teufel hat der Kerl keinen Namen? Der Einzige, der als Namensloser Held auftreten kann und darf, ist Clint Eastwood.

Zudem wirkt der Film, trotz seiner Cleverness - die meistens sehr aufgesetzt wirkt - belanglos. Der Plot ist James Bond Like: Agent muss Superbösewicht aufhalten, der die Menschheit mit Superwaffe vernichten will. Leider ist der Bösewicht, Hercule Poirot … Äh, Kenneth Brannagh nicht charismatisch genug.

Dafür hat Nolan seine Grundidee aus dem SATOR-Quadrat entwickelt und zelebriert das im Film auch ausgiebig. Besonders natürlich im Titel. Aber trotz allem will der Funken nie so recht überspringen. Zum Schluss noch mal ein kleines „Aha-Erlebnis, wenn Pattinsons Charakter eine Entscheidung trifft und einiges erzählt.
switch Spoiler:


Zudem ist es teilweise sehr plakativ, wie die Farben Rot und Blau eingesetzt werden, um zu verdeutlichen, was nun gerade vorwärts und was rückwärts läuft.

Alles in allem ein okayer Film, der Vorgibt, mehr zu sein, als er letztlich ist.

Indy2Go 15.09.2020, 09:19
Betreff: Re: Der letzte Film

Da sind wir genau einer Meinung! Positiv / Ja

Deine Theorie ergibt wirklich Sinn, der Gedanke kam mir gar nicht. Halte ich für weitaus logischer, als die "Inception"-Theorie mit Cobbs Sohn, die derzeit durchs Netz geistert.

Oh, und: Beruhigend, dass dir der Score auch nicht gefällt.
Der wird von allen so gelobt... Kann ich gar nicht nachvollziehen...

Valeska 28.09.2020, 23:45
Betreff: Re: Der letzte Film

LOGAN
Verdammt! Da hab ich soviele positiven Berichte zu Logan gelesen, dass ich positiv über die neue Besetzung zur Regie und zur Story von Indiana Jones 5 gestimmt war. Dieser James Mangold soll Indiana Jones neues Leben einhauchen.

Ich bin zwar kein X-Men-Fan, fand die Filme aber sehr unterhaltend. Was Mangold aus "Wolverine" in "Logan" machte finde ich allerdings zu melancholisch und das war für mich deprimierend.
Eine krasse Wandlung vom bunten, actionreichen, temporeichen Wolverine zum melancholischen Logan. Irgendwie hat der Film mich an MAD Max-Jenseits der Donnerkuppel erinnert.
Das Ende von Logan ist nicht mein Problem, sondern die ganze Stimmung des Films. Hoffentlich geht es mir bei Indy 5 nicht genauso, denn dann könnte ich auf Indy 5 verzichten. Oh man, hoffentlich ist James Mangold für Indy 5 eine weise Wahl!

Pascal 29.09.2020, 01:24
Betreff: Re: Der letzte Film

der kann aber auch weniger melacholisch - siehe z.B. Wolverine: Weg des Kriegers

aber ja, irgendwie haben alle seine Filme auch etwas düsteres. In Massen verabreicht finde ich das garnicht schlecht.

Valeska 29.09.2020, 23:51
Betreff: Re: Der letzte Film

M U L A N
Zufällig ergab es sich, dass ich heute Mulan sehen konnte. Den Zeichentrickfilm habe ich nie gesehen, und die Kommentare zum Film und die bisher gesehenen Filmausschnitte, die einen sehr stark an die asiatischen Originalfilme mit ihren ansich herausragend choreografierten Kämpfen erinnern, haben mich nicht wirklich gereizt.
Der Film fängt gut an, hat im ersten Viertel leichte Unterhaltungsschwächen, wird dann aber immer besser. Ein technisch hervorragender Film, mit gut besetzten Schauspielern, wunderschönen Kulissen der mich zum Schluss auch emotional richtig gepackt hat.
Schade, dass er seine Premiere nur als Streaming hat und nicht im Kino läuft.
Wobei der Film auch brutaler ist als erwartet, ich hätte gedacht, der ist ab 16, aber er ist ab 12 freigegeben.
Aber Story und Härte passen zusammen!

horner1980 04.10.2020, 20:57
Betreff: Re: Der letzte Film

Sollte auch mal wieder ein Filmreview hier posten Grinsender Smiley

SPIDER-MAN: FAR FROM HOME

Was für ein grandioser Spaß... zuerst dachte ich, dass aufgrund der Ereignisse in "Endgame" mich eher ein düsterer Film erwartet, aber dem ist so gar nicht so. Klar merkt man Spidey schon an, was da alles passiert ist, aber er will weiterleben anstatt zu trauern. Ich finde, dass das die perfekte Lösung dafür war. So erwartet Spidey ein neues Abenteuer, welches wohl noch deutlicher zeigt, dass hier wohl "The Ultimate Spider-Man" Pate stand. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich gucke derzeit die Animationsserie "The Ultimate Spider-Man" an und da gibt hier schon sehr große Ähnlichkeiten. Ansonsten ist die abwechslungsreiche Story flott, humorvoll (wunderbar kindlicher Humor, den ich sehr mag) und mit sehr viel Charme erzähl und das alles mit einer wirklich tollen Leichtigkeit. Nach dem Film mag ich Tom Holland als Spider-Man noch mehr, aber er spielt ihn eben auch sehr gut. Es ist beachtlich, wie gut und glaubhaft er den Charakter spielt. Ich nehme ihn die Momente als Teenager, aber auch die ernsten Szenen absolut ab. Der restliche Cast ist auch gut und Jake Gyllenhaal war wirklich die perfekte Wahl für Mysterio, genau wie im ersten Teil Michael Keaton als Vulture. Wirklich ein tolles Casting.
Lob auch für die Musik von Michael Giacchino, der hier einen wunderbaren abwechslungsreichen und thematischen Score geschrieben hat. Alle wichtigen Figuren bekamen ein Thema und genau das brauchte auch der Film. Ein wirklich perfekter Score meiner Meinung nach. Ich hoffe sehr, dass er auch den dritten Teil vertonen wird.
Ja, das war eine sehr gelungene Fortsetzung des großartigen ersten Solo-Films des Spinnenmanns und ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil, nicht nur wegen des gemeinen Cliffhangers.

horner1980 11.10.2020, 18:37
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich hatte heute Bock, zu sehen, ob der Film doch was taugt oder ob er doch die Nullnummer ist, wie von manchen erzählt wurde.

Kong: Skull Island


Er ist unterhaltsam und in viel zu wenigen Momenten haben sie es sogar geschafft, dass Kong wie ein fühlender Charakter wirkt. Daher ist auch die beste Szene des Films, als Tom Hiddleston und Brie Larsen alleine auf Kong treffen. In der Szene, welche die einzige war, die etwas Tiefgang hatte, wird gezeigt, dass der Film hätte viel besser sein können. Das war auch die einzige Szene mit Tiefgang. So bleibt er aber halt nur ein unterhaltsamer und spannender Abenteuerfilm mit einigen Schauwerten. Ein großes Plus ist, dass ich eine Bindung zu den Charakteren von Tom Hiddleston, Brie Larsen und auch John C. Reilly aufbauen konnte, denn dadurch hat der Film auch die vorhin erwähnte Spannung bekommen.
Ein Schwachpunkt ist das Aussehen von Kong: Er sieht etwas seltsam aus und wirkt auch viel zu groß. Es scheint so, dass sie dieses Mal Schimpansen als Vorbild genommen haben. Meiner Meinung nach ein Fehler, da er dadurch viel von seiner Wirkung verlor. Okay, er ist auch erst ein Kind, dass durch die bösen Kreaturen seine Eltern verloren hat und seitdem als Beschützer der Schwächeren unterwegs ist. Daher bleibt die Hoffnung, dass die Ausstrahlung sich noch erheblich bessern wird. Schlimm fand ich auch manche Kameraeinstellung auf ihn während den Actionszenen, als ob sie ihm unbedingt noch mehr als seelenloses Monster zu Beginn darstellen wollten. Im Laufe des Films änderte sich das dann glücklicherweise etwas.
Bei der Musik dachte ich zuerst, dass Henry Jackman nun einen auf Danny Elfman machen und uns den Hulk präsentieren wird. Das war 1:1 das Hulkthema von Elfman. Das war aber nur der Anfang. Sobald die Musik die Actiongebiete verlies, die eher durchschnittlich und nicht erwähnungswert waren, war sein Score sogar recht gelungen. Jackman durfte sogar sein eigenes "Journey to the Island" komponieren, bevor es von der Rockmusik der Soldaten unterbrochen wurde. Ja, ihr wisst ja... wenn Soldaten in den 70er in Hubschrauber unterwegs waren, müssen sie Rockmusik hören. Nicht das einzige Klischee des Films.. aber sowas stört mich nur selten. Ich finde das auch eher amüsant.
Themathisch war das bei Jackman aber fast eine Nullnummer.. es gab zwar sowas wie das eine oder andere Thema, glaub ich wenigstens, aber die waren zu blass, damit sie nach dem Hören im Ohr blieben.
Ja, das war eine kleine Überraschung. Dank eines Hauch einer Seele war der Film dann doch sehenswert.

horner1980 29.11.2020, 19:46
Betreff: Re: Der letzte Film

Bei mir war gestern und heute wohl das Thema "Deutsche Filme". Die ersten zwei Filme habe ich anläßlich des 40. Geburtstages von Christoph Zirngibl, einer meiner Lieblingskomponisten gesehen und den dritten heute, weil ich irgendwie in der Stimmung war.

JERRY COTTON

Zuerst.. ich hab kaum mehr Erinnerungen an die alten Jerry-Cotton-Filme. Gehörten nie zu den Favoriten von mir, daher konnte ich hier auch komplett neutral rangehen.
Daher muss ich sagen, dass er mich eher an einer leichten Parodie eines Bondfilms erinnert anstatt auf Jerry Cotton. Die Story selbst war schon überraschenderewise durchdacht und war nicht nur auf Humor aus. Doch hätte ich es begrüßt, wenn sich der Film dann noch ne Spur ernster genommen hätte, da ich nicht jeden Witz gelungen fand. Besonders Ulmen, den ich eigentlich mag, hatte den einen oder anderen eher schlechten Auftritt. Nur wenn es wirklich dramatisch wurde, konnte er überzeugen.
Etwas suboptimal von Cyrill Boss und Philipp Stennert fand ich, dass sie nach "Neues vom Wixxer" schon wieder Christiane Paul als die mysteriöse Böse besetzt haben. Dazu auch noch so charakterisiert hatten, dass es schnell klar war, dass sie wohl dahinter steckt. Daher war das am Ende, obwohl sie kurz vor dem Finale noch versucht hatten, von ihr abzulenken, nicht so überraschend. Vielleicht dachten sie sich aber auch.. keiner wird von uns erwarten, dass wir schon wieder die Paul auf so eine Rolle besetzen. Keine Ahnung.
Sehr gelungen fand ich die Inszenierung, die schon eher ernst und aufwändig war. Passend fand ich auch die dunkle Bildsprache und auch, dass sie wohl den Film nachsynchronisiert hatten. Sehr gut fand ich die dramatische Filmmusik, wie sie im Abspann genannt wurde, von Helmut Zerlett und Christoph Zirngibl, die wohltuend den Film sehr ernst nahm. Sie reagierten so gut wie gar nicht mit ihrer Musik auf den Humor im Film und schafften dadurch einen schönen Kontrapunkt. Sonst war er auch sehr themenreich und hatte einige schöne Momente. Für mich eigentlich das wahre Highlight des Films, da die Musik die Story auch spannender machte als sie es im Grunde war.
Trotz seiner eindeutigen Schwächen wusste der Film zu gefallen. Das überrascht mich doch, denn als der Film damals ins Kino kam, hab ich natürlich auch mal den Trailer geschaut und ehrlich gesagt schreckte der mich damals eher ab. Daher schön, wenn der Eindruck eines Trailers nicht den Film widerspiegelt.

LUNA

Zuerst mal der Inhalt des Films.
Die 17jährige Luna wird Zeuge, wie ihre Familie von Russen umgebracht wird. Sie schafft es ihnen zu entkommen und findet in einem Freund ihres Vaters, jemand dem sie vertrauen kann. Nach und nach erfährt sie, dass ihr Vater beim russischen Geheimdienst arbeitet, aber vom BND enttarnt wird und denen dann wichtige Informationen anbietet, damit er bei seiner Familie bleiben kann. Doch es gibt einen Maulwurf im BND, der diese Sache dem russischen Geheimdienst gesteckt hat, welcher daraufhin ihren Vater, ihre Mutter und ihre kleine Schwester getötet haben. Nun sucht sie mit dem Freund, der ebenfalls beim russischen Geheimdienst gearbeitet hat, nach diesen Informationen.
Daraus entwickelt sich wirklich ein sehr interesasanter, spannender und auch intensiver Film. Zu keiner Zeit spürte ich, wie das Interesse abklang. Was aber auch an Lisa Vicari lag, die Luna mit einer gehörigen Intensivität spielt. Für mich ist sie hier besser als noch in "Dark", auch weil sie glaubwürdiger rüberkommt.
Ich mag auch den Look des Films, der etwas düster daherkommt und sehr schön mit der Musik von Christoph Zirngibl und Heiko Maile harmoniert. Diese ist eher atmosphärisch, aber auch thematisch und mit einem Hauch 80er Synthie-Sound. Das in Kombination mit den Bildern ist auch ein Grund, warum der Film nie an Spannung und Interesse verliert.
Wirklich ein sehr guter deutscher Film, dem ich eine klare Empfehlung ausstelle. Derzeit ist er noch auf Prime zu finden, aber ich weiß jetzt schon, dass der wohl bald als DVD oder BluRay in meine Sammlung kommen wird.

DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT


Der Film basiert, was mir seit dem Trailer schon klar war, auf der Geschichte von Cyrano de Bergerac, doch wie er es schafft, trotz der teilweisen vulgären Sprache der Jugendlichen und den Inhalten der Rap-Battles, wo sie sich mit Raps gegenseitig fertig machen... ja, wie er es schafft, trotz allem diesen Zauber zu bewahren, das ist ganz große Kunst. Die Geschichte brachte mich zum Lachen, zum Nachdenken (Mobbing in der Schule ist mir leider nicht fremd) und zum Weinen.
Dann diese absoluten brillianten Schauspieler, allen voran der wunderbare Aaron Hilmer und ebenfalls großartige Luna Wedler. Ich kannte beide vorher nicht, aber wie sie diese Rollen spielten... ich nahm sie die beiden Rollen absolut ab. Nicht zu vergessen natürlich auch Damian Hardung, der die Rolle des sympathischen, aber doch eher dummen Jungen ebenfalls sehr gut darstellte. Die restlichen Schauspieler waren natürlich auch super. Lustig, aber dass gerade die Schauspielveteranin Heike Makatsch die schwächste Leistung bot, aber es war okay. Der andere bekannte Name war Anke Engelke, die mich in einer ruhigen Szene aber auch mit ihrem Talent überraschte.
Da die Musik in dem Film eine wichtige Rolle spielte, muss ich sie natürlich auch erwähnen. Die Sachen aus dem Rap-Battle, bis auf einen, war nicht mein Geschmack, aber die Stimmung dabei war schon mitreißend. Die anderen Songs IM Film waren einfach perfekt. Einen davon kannte ich ja... "Immer wenn wir uns sehen" und wegen dem Song von Lea wurde ich ja erst aufmerksam auf dem Film, aber auch der andere ist wirklich so toll, das ich mir wohl auch den Soundtrack besorgen werde.
Die beiden Komponisten des Scores, Boris Bojadzhiev und Konstantin Scherer, kenne ich nicht, aber ich fand ihren Score sehr gelungen. Laut Abspann war der Anteil von Bojadzhiev meist nur von der Gitarre gespielt, während die Aufnahmen von Scherer von den Babelsbergern eingespielt wurden.
Die Mischung Songs und Score gefiel mir wirklich sehr gut.
Ja, also ich bin echt überwältigt und auf diese Art und Weise war ich das schon lange nicht mehr. Mit Sicherheit für mich einer der besten neuen Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Was für ein magischer Film.

FloW 03.05.2026, 23:14
Betreff: Re: Der letzte Film

Trouble ohne Paddel (2004)

Diese Abenteuerkomödie erzählt die Geschichte der drei Freunde Dan (Seth Green), Jerry (Matthew Lillard) und Tom (Dax Shepard), die nach dem Tod ihres Kindheitsfreundes beschließen, dessen Traum zu erfüllen und sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Schatz von D. B. Cooper zu begeben. Voller Enthusiasmus, aber ohne nennenswerte Vorbereitung starten sie eine Kanutour in die Wildnis, die sich schnell als chaotisches Abenteuer entpuppt. Statt romantischer Naturerlebnisse erwarten sie reißende Stromschnellen, ständige Missgeschicke und die eigene Unfähigkeit, mit der Situation umzugehen. Unterwegs treffen sie auf zwei alternative, naturverbundene Hippie-Mädels, die nicht nur für romantische Momente sorgen, sondern den drei Großstadtfreunden auch deutlich überlegen im Umgang mit der Wildnis sind, sowie auf zwei bedrohlich wirkende Hinterwäldler, die ebenfalls hinter dem Schatz her sind und für zusätzliche Konflikte sorgen.

Besonders prägend für den Humor des Films sind wiederkehrende Running Gags, etwa die Begegnungen mit einem Bären, bei denen die drei Freunde regelmäßig in panische Überreaktionen verfallen, sowie Dans Handy mit der heroischen aber typischen Klingeltonmelodie aus Indiana Jones, die ausgerechnet in den unpassendsten Momenten ertönt und die Diskrepanz zwischen Abenteuerfantasie und tatsächlichem Ablauf komisch unterstreicht. Die Kanufahrt selbst bildet das Herzstück des Films und liefert eine Abfolge von slapstickartigen Szenen, in denen die Freunde kentern, sich verirren und immer tiefer ins Chaos geraten.

Insgesamt punktet der Film durch die spürbare Chemie zwischen den Hauptdarstellern, seinen leichten, zugänglichen Humor und die charmante Grundidee von Freundschaft und wiederentdeckten Kindheitsträumen. Gleichzeitig leidet er unter einer vorhersehbaren Handlung, klischeehaften Nebenfiguren und teilweise recht einfachem, gelegentlich überzogenem Humor. So bleibt Trouble ohne Paddel eine unterhaltsame, aber nicht besonders tiefgründige Komödie – vergleichbar mit einem missglückten Campingausflug: unerquicklich, chaotisch, aber im Rückblick doch ziemlich amüsant.

7/10 Indy Klingeltöne im teuren Jamba-Sparabo 🤠🎶

Musikvideoclip zum Song aus dem Abspann des Films: https://youtu.be/nU1VfYYKMDk

Kurzweilig, unterhaltsam und vom Niveau eher wie American Pie! Der nostalgische Indiana Jones Kompass hat von Anfang bis zum Ende Bestand, was irgendwie cool ist. Jetzt kein filmischer Meilenstein, aber durchaus ein lockeres Zeitzeugnis der frühen 2000er.

Streambar auf Netflix.
Dateianhänge:
6091478.jpg (Dateigröße: 313,68 KB)

Valeska 14.02.2021, 00:50
Betreff: Re: Der letzte Film

Heute Abend gab es für unsere Kinder: "Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“ den ich nur einmal 1989 im Kino gesehen habe. Der war besser als ich ihn in Erinnerung hatte, und dann gibt es da die Szene in dem Warehouse, bei der ich gleich an “Raiders“ denken musste - das war auch Absicht der Macher.
Für mich war das neu, und ich fand es klasse.
Dateianhänge:
Screenshot_20210213_234241.jpg (Dateigröße: 178,58 KB)
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Screenshot_20210213_234137.jpg (Dateigröße: 183,13 KB)

Kukulcan 14.02.2021, 05:57
Betreff: Re: Der letzte Film

Interessant...Schade nur, dass man es so offensichtlich machen wollte und den Text geändert hat

Valeska 15.02.2021, 02:08
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Kukulcan:
Interessant...Schade nur, dass man es so offensichtlich machen wollte und den Text geändert hat
Ne du, ich denke das ist die Original-Kiste. Dieser Film spielt ja Ende der 1990er, also über 50 Jahre nach Raiders und über 40 Jahre nach KotCS, in dem die Kiste ja beschädigt wurde und dann vielleicht neu beschriftet. Oder das Warehouse wurde immer größer und man hat die Kisten dann genauer beschriftet. Ein Logikbruch ist das für mich nicht. Zwinkernder Smiley Hey, es ist nur Spaß! 😁

Kukulcan 15.02.2021, 07:49
Betreff: Re: Der letzte Film

Spaß auf jeden Fall...und Logikbruch auch...die schreiben doch nicht auf die Top Secret Kiste den Inhalt drauf

Kukulcan 25.02.2021, 22:56
Betreff: Re: Der letzte Film

Wonder Woman 84

Wie konnte das passieren? Einer der Top-Superhelden Filme wird gefolgt von einem nur noch als unterirdisch zu bezeichnenden Sequel. Hat auch sein gutes, dass die Kinos zu sind, dafür hätte ich vielleicht Geld ausgegeben.

Lacombe 26.02.2021, 09:25
Betreff: Re: Der letzte Film

Hätte mir nie passieren können.

Kaindee 15.03.2021, 13:13
Betreff: Re: Der letzte Film

Tomb Raider (2018)

Gestern wieder mal im TV zur Prime Time. Alicia Vikander spielt ihre Rolle gut, der Film ist von Anfang bis Schluss sehr kurzweilig und spannend.
Tolle Story - viel "Abenteuer" - rundum ein guter Abenteuerfilm ganz nach meinem Geschmack ...

... wäre ...

... tja, wäre da nicht die Hauptdarstellerin. Wie gesagt, Alicia spielt gut, ABER sie ist halt nicht Angelina Jolie welche ich bis zum Lebensende
mit Lara Croft identifizieren werde, ebenso wie unser Harry der einzige wahre Indiana Jones ist.

Sollte es mal einen Indy-Reboot geben mit einem anderen jüngeren Indy wird es auch nicht mehr das selbe sein ... zumindest für uns hier
denke ich da wir doch den "Ur-Indy" gewohnt und mit ihm aufgewachsen sind.

Aber ich schweife ab ... Lara Croft ist cool, aber mit Jolie einfach für mich besser besetzt da sie zudem auch etwas mehr "Coolness" zeigt
in den Filmen.

Just my 2 Cents! Zwinkernder Smiley

Fazit: 8 von 10 möglichen Grabsteinen

treasurelane 15.03.2021, 18:45
Betreff: Re: Der letzte Film

Den Streifen kann man durchaus anschauen, ja. Ich würde vieles anders machen, aber sehenswert allemal. Es gibt sowieso viel zu wenige Abenteuer-Film da draußen. Für mich ist die Besetzung von Lara auch nicht ganz glücklich. Es kommt ja ein neuer Teil, der dieses Jahr noch gedreht werden soll...

Ein Film, den ich immer empfehlen kann: Timeline (Sci-Fi Zeitreise Abenteuer mit Mittelalter). Das Ding gibts sogar als Hörbuch. Das fange ich gerade an zu hören. Von erfolgsautor (RIP) Michael Crichton (Jurassic Park). 100% Empfehlung!