| Kayley | 05.03.2020, 12:20 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Parasite Kurzweilig, spannend, und ich hatte nie das Gefühl, nicht mitzukommen, weil ich auf die (englischen) Untertitel angewiesen war. Ich weiß nicht genau, was ich mit dem etwas obstrusen Ende anfangen soll. Eine Lehre ausser der, genau anzuschauen, wen ich in mein Haus und mein leben lasse, finde ich auch schwer, zmal die Eindringlinge am Ende ja sogar irgendwie gewonnen haben. Alles ein wenig seltsam, aber ich wollte ihn sehen und ich fand ihn auch irgendwie gut. |
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| Kayley | 05.03.2020, 12:23 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Joker Jaaaa, ich war spät damit. Hatte ihn im Kino verpasst und dann jetzt im Flieger nachgeholt. Ganz ehrlich? Ich war enttäuscht. Ich hatte nach den vielen Oscar-Nominierungen irgendwie etwas Anderes erwartet, als die typische "Sowas kommt von sowas"-Geschichte. Sicherlich eine klasse schauspielerische Leistung von Joaquin Phoenix, und auch das Ende, die dicke Kritik an einer Gesellschaft die dem Chaos folgt und auf jeden Zug aufspringt, sei er noch so "lächerlich", kommt schon an, aber..., nun, wie gesagt, ich hatte "Größeres" erwartet. |
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| Kayley | 05.03.2020, 12:25 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Knives out Kurzweilige Kriminalgeschichte, in der mir Daniel Craig, den ich als Bond überhaupt nicht leiden kann, absolut gefällt. Nette Story, tolles Ende, und besonders die Familienmitglieder sind teilweise wirklich wundervoll dargestellt. Kann man gut schauen. |
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| Kayley | 05.03.2020, 12:26 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Zitat von Indy2Go: Amüsant finde ich ja, dass Taika Waitit nicht nur Regie geführt, sondern auch Adolf Hitler gespielt hat. Das heißt im Umkehrschluss, dass ein Typ im Adolf-Hitler-Kostüm am Set Anweisungen an seine Crew gebrüllt hat. Wollte ich nur erwähnt haben. Jetzt habe ich da Kopfkino... |
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| Pascal | 05.03.2020, 22:08 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Zitat von Kayley: Hatte ihn im Kino verpasst und dann jetzt im Flieger nachgeholt. Hui, bei so vielen Filmkritiken an einem Tag scheint das ein ziemlich langer/weiter Flug gewesen zu sein. Willkommen zurück! |
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| Kayley | 07.03.2020, 17:50 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Zitat von Pascal:
Danke. Es war einmal Frankfurt - New York, New York - Atlanta und auf dem Rückweg ein paar Tage später Atlanta - Frankfurt, also Ja, ich hatte laaange Zeit zum Filmschauen ;). Ich kann das Entertainment-Programm und auch das gastronomische Angebot der Delta Airlines übrigens wärmstens empfehlen (ohne hier Werbung machen zu wollen). |
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| Kayley | 07.03.2020, 22:21 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Ruf der Wildnis Jap. Gefällt mir gut. Sowohl die wenig spektakuläre, dafür umso emotionalere Story, als auch das CGI, als auch, am allermeisten, die wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Nicht selten habe ich gedacht: Ohhhh man, genau dort willst du jetzt sein! Ein wunderschöner kleiner Film, der keine Wellen schlagen, mir aber im Gedächtnis bleiben wird. (Und Harry oben ohne... Respekt!) |
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| Indy2Go | 12.03.2020, 22:52 |
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Betreff: Re: Der letzte Film The Art of Self-Defense Riley Stearns hatte bereits mit seinem Regiedebüt "Faults" eine intelligente Charakterstudie über Sekten und ihre Anhängerschaft abgeliefert, ehe er sich mit seinem zweiten Spielfilm "The Art of Self-Defense" auf gewisse Weise erneut mit dem Thema Manipulation auseinandergesetzt hat. Gewohnt ruhig und character driven erzählt er die Geschichte des Buchhalters Casey Davies (Jessee Eisenberg), der nach einem Überfall beschließt, Karate zu lernen um sich künftig verteidigen zu können. Was nach komplett geerdetem Drama klingt, ist in Wahrheit eine wendungsreiche Studie und zugleich Kritik an Maskulinität, die mich in vielerlei Hinsichten an "Fight Club" erinnert hat. Allerdings biedert er sich - meiner Meinung nach - weniger an, als Finchers Werk mit all seinem Meta-Kram und dem gewollten Mindfuck. Klare Empfehlung! Riley Stearns. Merkt euch den Namen, da kommt bestimmt noch einiges auf uns zu. |
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| Indy2Go | 13.03.2020, 20:03 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Zombieland: Doppelt hält besser Aber manchmal muss man sich hinterher auch eingestehen, dass einmal eben doch gereicht hätte. Reuben Fleischer greift nicht einmal mehr in die Klischeekiste, er nimmt direkt die Fetzen, die noch vom letzten Mal raushingen. Der Film ist ein Sammelsurium an bildfüllenden Schriftzügen, Gags, die ein Jahrzehnt zu spät kommen und Figuren, die nur noch wie Parodien ihrer selbst wirken - welche übrigens buchstäblich auch vorkommen. Ich hatte keine großen Erwartungen, wäre mit einem Hirn-aus-Spektakel absolut glücklich gewesen, aber hier ist so vieles schief gegangen, dass man wirklich von einem Totalausfall sprechen muss. Selbst Rosario Dawson konnte nicht mehr wirklich was rausreißen. |
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| Indy2Go | 15.03.2020, 12:24 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Moonrise Kingdom Nachdem "Jojo Rabbit" für mich leider nicht so ganz funktioniert hat, gefiel mir Wes Andersons "Moonrise Kingdom", den ich deshalb als Vergleich heranziehe, weil Figurenkonstellation und Charme doch einige Parallelen aufweisen, umso besser. Im Gegensatz zu Taika Waititis "Jojo Rabbit" stehen sich Humor und Tragik bei Anderson nicht im Weg, sie sind nicht die beiden Gegensätze, mit denen der Film arbeitet. Viel mehr resultiert die Comedy aus der Tragik, in all ihrer Skurrilität und jugendlichen Naivität. Dabei scheint das Hintergrundthema zwar zunächst weit weniger heikel als der Nationalsozialismus, mit schwer erziehbaren und in gewisser Weise entwicklungsgestörten Kindern liegen den Film aber ebenfalls ernste Hintergründe zu Grunde, die Anderson in einem typisch detailverliebten und durchstilisierten Farbspektakel verarbeitet. Faszinierend finde ich auch immer wieder, mit welchen Hochkarätern er die kleinsten Nebenrollen besetzt. Fast so, als würde jeder um eine Rolle in seinen Filmen betteln. Klare Schauempfehlung von mir! |
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| horner1980 | 05.04.2020, 14:04 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Die Abenteuer der Natty Gann Was soll ich darüber schon sagen? Der Film ist spannend, mitreißend, gefühlvoll und auch in manchen Szenen sehr erwachsen. Die Macher haben versucht, neben dem Erzählen einer Geschichte, auch einen doch wahren Blick auf die Zeit damals, also 1935, zu zeigen. Gleichzeitig auch, was für Gefahren es für ein junges Mädchen gibt, die alleine durch das Land reist. Neben der wunderbaren Meredith Salenger, die hier eine brilliante Darstellung abliefert, muss auch ein großes Lob an Jed gemacht werden. Jed spielt den Wolf in diesem Film und zeigt auch eine sehr glaubwürdige Leistung. Dazu stimmt auch die Chemie zwischen ihm und Salenger. Die Freundschaft zwischen den beiden fühlt sich echt an. Die beiden sind die Stars in diesem Film. Natürlich muss ich hier auch die Musik von James Horner erwähnen, welche leider recht leise abgemischt war. Trotz allem ist das einer von Horners besten Scores aus diesem Jahrzehnt. Nun brauch ich bestimmt wieder einige Zeit, um das Hauptthema aus meinem Kopf zu bekommen. Ja, ein wahrhaftig wunderbarer Film, den ich wirklich jedem empfehlen kann. |
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| horner1980 | 10.04.2020, 16:47 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Sry für den Roman, aber ich hatte viel zu schreiben ![]() Thor:Ragnarok Wie jeder weiß, mag ich die die "Guardians of the Galaxy" überhaupt nicht. Fast durch die Bank unsympathische Charaktere und ein Humor, der diese Tatsache verstärkt. Daher hatte ich lange gezögert, mir den dritten "Thor"-Film anzuschauen, aber jetzt habe ich es doch mal getan. Was soll ich sagen... er hat zwar teilweise denselben Humor wie die "Guardians", aber das hat hier mehr Hand und Fuß. Thor wirkt verändert, weil er eben zwei Jahre auf der Erde war. Das hat ihn doch mehr geprägt und daher solche Sachen wie seine Lockerheit, welche davor schon da war, extremst verstärkt. Daher passte die Charakterentwicklung für mich hier. Auch die Charakterentwicklung von Banner wird erklärt, weil er eben zwei Jahre "ausgeschaltet" war und sich dann plötzlich auf einem fremden Planeten wiederfindet. Wem das nicht verunsichert, dann weiß ich auch nicht. Loki ist wie Loki immer ist. In der einen Sekunde hilft er dir und in der nächsten will er dir ein Messer in den Rücken stechen. Sehr gut fand ich "Valkyrie", die einen tollen Einstand im Film hatte. Ja, sogar dessen Charakter wird erklärt. Durch den Verlust, den sie erlitten hat, hat sie sich dem Alkohol und zwielichtige Geschäfte mehr gewidmet als sie es sollte. Jeff Goldblum fand ich auch klasse als Grandmaster, obwohl es so aussah, dass er eigentlich nur sich selbst spielte. Ach ja, und Cate Blanchett war zwar maßlos unterfordert in ihrer Rolle, aber ich fand, dass sie doch Spaß an der Rolle hatte. Weniger toll fand ich die Mitgladiatoren, die mich doch am meisten an die Guardians erinnerten. Zu denen hatte ich keinerlei Bindung und bei denen wirkte der Humor auch nicht gut. Ich fand es toll, dass Idris Elba mehr zu tun hatte als in den vorherigen Filmen. Seine Rolle hatte mehr Gewicht bekommen, obwohl da vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre. Dann hätte Elba dann doch mal positiv über seine Marvel-Erfahrung geredet. Die Story selbst war klar mit mehr Humor versehen, als ich es gewohnt bin von den Thor-Filmen, aber aufgrund der Charakterentwicklungen und auch dem Ort, an dem sich Thor, Loki und Banner verirrten, musste es wohl so sein. Sobald es aber ernst und seriös werden musste, wurde es auch ernst und seriös. Hier stimmte für mich die Mischung. Warum das? Ich glaube, weil der Humor hier eine bessere Wirkung hatte als bei den Guardians, da er von Charakteren kam, die ich sympathisch finde bzw die ich mag. Kommen wir zur Musik und da fand ich mit dem Negativen an: Der Einsatz des Songs ging mal gar nicht. Das war für mich eine absolute Fehlentscheidung. Da hatte man schon einen tollen fähigen Komponisten mit Mark Mothersbaugh und dann baut man diesen Song total unpassend in zwei Szenen ein, die wohl mit einem echten Score mehr Wirkung gehabt hätten. Schade, denn Mothersbaughs Musik, in dem er viele 80s Elemente einbaute, um halt diesen Müllplaneten und all seine Elemente in der Musik musikalisch einzufangen, ist wirklich sehr gelungen. Diese Synthie-Sachen harmonierten sehr gut mit dem orchestralen Sound und sein Hauptthema für Thor bzw. für die Helden hat sogar, dank dieser 80s Elemente, einen kleinen Ohrwurm-Effekt. Ja, ich bin gerade selbst ein wenig überrascht, dass mir der Film so gut gefallen hat. So ist es halt.. für mich bisher der beste Thor-Film. |
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| horner1980 | 12.04.2020, 19:00 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Keine Ahnung, warum ich gerade Bock auf die Marvel-Filme habe, die ich noch nicht gesehen habe, aber wenn der mal da ist, dann sollte ich das auch ausnützen. Daher gab es bei mir heute: Avengers: Infinity War Zuerst freue ich mich schon sehr auf die Serie "WandaVision", denn die beiden Charaktere haben es geschafft, sich fast nach oben in meiner Rangliste zu spielen. Nur Black Panther, Black Widow und Black America, ähm Captain America konnten sie nicht überholen. OK, die Geschichte setzt da fast da an, wo Thor aufhörte und beginnt gleich mal mit einem Schock, der und auch viele der folgenden nur von einer Seite etwas verhauen wurde.. dazu aber erst später. Ansonsten ist der Film überraschend kurzweilig, spannend und vor allem unterhaltsam. Es gibt auch den einen oder anderen emotionalen Moment und darunter auch einer der dieses Mal leicht weniger nervigen Guardians, der aber wieder mit einem total unpassenden und billigen Witz zerstört wurde. Warum machen die das? Ich kapier das nicht. Da bauen sie einen richtig großen emotionalen Moment auf, als Gamora StarLord darum bittet, falls Thanos sie erwischt, ihn zu töten. Alles perfekt geschrieben und sogar gespielt. Selbst ich, der die Charaktere nicht mag, fühlte da etwas. Tja, und dann kommt so ein absolut dämlicher sehr kindischer Draxx-Moment, wo ich mir dachte: "Wtf... Danke, ihr habt die Szene und ihre Wirkung komplett kaputt gemacht." Ansonsten toller erster Moment, wenn Captain America mit seinem Team auftaucht, aber irgendwie bin ich ein wenig enttäuscht, dass Cap fast nur unter ferner liefen mitläuft. Er ist da und kämpft und bestimmt, aber wirklich Präsenz bzw. eine wichtige Rolle im Film hat er dieses Mal nicht. Dasselbe gilt auch für andere. Ausnahmen sind erfreuerlicherweise eben Wanda, Vision und Thor. Ja und weniger erfreulicherweise auch die Guardians und Tony Stark. Ich freue mich schon echt auf die Zeit nach ihm, denn seit Civil War kann ich mit seinem Charakter immer weniger was anfangen, obwohl er dieses Mal wieder mehr an frühere Momente erinnert. Hauptcharakter ist dieses Mal, wenigstens scheint es so, Thanos. Das fand ich gut, auch dass er wirklich ein Charakter war und nicht nur ein weiterer Bösewicht. Ich fand es richtig, dass er zeigen durfte, dass er eben nicht nur böse ist, sondern auch eine andere Seite intus hatte. Ich hab ja zu Beginn was von "verhauen" geschrieben. Diesen Schuh muss sich an manchen Teilen Alan Silvestri anziehen. Zu 85% fand ich ihn hier auf Autopilot und leider schaltete er diesen in den Schockmomenten nicht aus. Erst gegen Ende nach dem Fingerschnipsen zeigte er, dass er es auch anderes kann. Das war erfrischend und mal gefühlt was anderes von Silvestri. Gut, es kann auch sein, dass das mit Absicht war, um am Ende musikalisch mehr Wirkung zu zeigen, aber selbst beim Todessturz von Gamora, vielleicht neben der Todesszene kurz vor dem Fingerschnipsen die wichtigste, fügte er mit seiner Musik diesen sehr emotionalen Moment nicht noch mehr Wirkung dazu. Tat halt ab und zu etwas Chor zu seiner Standardvertonung dazu und dachte sich vielleicht, dass das schon reicht. Für mich leider nicht. Das fand ich als alter Silvestri-Fan dann doch etwas enttäuschend, obwohl die Musik alles andere als schlecht war, aber ich hätte mir da einfach mehr gewünscht. Trotz allem gefiel mir der Film schon sehr, obwohl er nicht mein liebster Avengers-Film ist, denn an der Stelle sind immer noch die ersten zwei bei mir. Besser als Civil War, den ich auch zu den Avengers-Filmen dazu zähle, ist er aber auf jedem Fall. |
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| horner1980 | 14.04.2020, 20:43 |
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Betreff: Re: Der letzte Film In den letzten Tagen weitere Marvel-Filme geschaut. Captain Marvel Was für ein toller Spaß, ganz besonders wegen der sehr gelungenen Lockerheit. Teilweise fühlt es sich eher wie ein Buddy-Movie an. Zu keiner Zeit wirkt das Ganze unnötig aufgeblasen und das macht diesen Marvel-Film zu einen der besten. Aber vor allem ist die Kombination Fury und Denvers sehr unterhaltsam, auch wenn ich sagen muss, dass Brie Larson ruhig etwas mehr Ausstrahlung gut getan hätte. Sie hat mich nicht hundertprozentig überzeugt, dafür wirkte in manchen Szenen ihr Mimikspiel zu kühl. Aber gut, dass sie mit Samuel L. Jackson und den meist hinter einer Alienmaske versteckten Ben Mendelsohn zwei absolut charismatische Schauspieler an der Seite hatte. Das glich das Ganze etwas aus. Die Musik von Pinar Toprak war gut und auch passend, auch wenn ich mir ein prägnanteres Hauptthema gewünscht hätte. Das was sie komponierte war doch etwas zu beliebig. Okay, aber sonst hat sich ihr Score gut angehört, auch wenn er alles andere als originell oder besonders kreativ war. Pinar kann schon mehr, aber trotzdem schön, dass sie diese Aufgabe ganz solide gemeistert hat. Das war also Captain Marvel, den ich trotz etwas schwächelnder Hauptdarstellerin als gelungen einstufe. Ant Man & The Wasp Gelungene Fortsetzung, die viel Spaß machte. Was ich wiederum toll fand, dass der Film wieder mal aus der Reihe tanzte, denn eigentlich ist die Hauptstory eine Rettungsaktion und nicht das typische Gut gegen Böse. Es gibt zwar Kontrahenten, aber die Gangster sind nicht wirklich ernst zu nehmen und die gefährliche tut das auch nur, weil sie nicht sterben will. Das wurde auch so geschrieben, dass ich als Zuschauer mit ihr mitleide. Ansonsten ist wieder der Humor aus dem ersten Teil mit dabei. Ja, dieses Mal nervten mich die beiden Freunde von Scott auch etwas. Ansonsten ist der Cast wieder hervorragend und vielleicht das Beste an dem ganzen Film ist sogar die Musik. Christophe Beck hat wieder mal einen tollen abwechslungsreichen, aber an den entscheidenden Momenten auf den Punkt komponierten Score abgeliefert. Manchmal hatte ich den Anschein, dass er auch super für James Bond die Musik mal schreiben kann. Natürlich ist wieder das Hauptthema mit an Bord, welches sich als roter Faden durch den Film zieht. Das Thema ist ja für mich eins der besten aus allen Marvel-Filmen, weil es eben sehr prägnant ist. Dazu gibt es auch nochd as tole Wasp-Thema. Also er lieferte hier einen richtig unterhaltsamen Score ab. Der tolle Film war nun mit Captain Marvel eine gelungene lockere Abwechslung, bevor es dann ins Endgame geht Avengers: Endgame Zuerst muss ich sagen, dass er schon deutlich schwächer war als "Infinity War". Die besten Momente waren hier eindeutig die ruhigen und einen der besten war sogar gleich zu Beginn bei der Einführung von Hawkeye. Das hatte sogar fast mehr Impact als das Ende von Infinity War, da es komplett ohne Musik geschah und obwohl ich ahnen konnte, dass genau das passierte, war die Hoffnung groß, dass es eben nicht passiert. Auch sehr gut die Darstellung von Thor. Selbst ein Gott, obwohl er in den letzten Jahren mehr den Charakter eines Menschen inne hatte als den eines Gottes, kann nicht alles verkraften. Auch der erste Auftritt von Scott Lang war hervorragend inszeniert, bis auf den Umstand, wie er wieder auftauchen konnte. Sobald der Film wieder diese ruhigeren Momente verlies, wirkte er doch wieder wie fast jeder Marvel-Film davor, da es dann wieder Richtung Unterhaltung ging und das am besten mit einer Portion Dialogwitz. Enttäuscht war ich etwas über die Inszenierung des ersten bedeutenden Todesfalls Film. Das wirkte für mich etwas lieblos gemacht und verlor dadurch jede Menge Impact und auch schade, dass da am Ende nur in ein paar Dialogen an diese Person gedacht wurde. Die zweite war besser gemacht inkl. richtiger Trauerfeier. Ich hab mir auch etwas mehr von Captain Marvel gewünscht. Dafür dass sie fast als letzte Hoffnung angedeutet war, war sie hier eher sowas wie "Die war halt auch dabei und zeigte in 2-3 Szenen, was für eine Kraft sie hatte". Etwas zu sehr konstruiert fand ich auch die "Wir Frauen versammeln uns nun und kämpfen gemeinsam"-Szene. Da musste ich schon kurz schmunzeln. Was ich aber sehr gut fand und auch emotional wirklich sehr stark inszeniert, als im großen Finale die Verstärkung eintraf. Das hat mich auch ziemlich mitgenommen und sehr berührt. Ja, die eine oder andere Träne floss da auch bei mir. Gut, dass der Cast hervorragend war, muss ich ja nicht sagen. Musikalisch hat sich Silvestri hier auch stark verbessert. Hier zeigte er nun die Spielfreude, die ich schmerzlich in "Infinity War" vermisst habe, auch wenn seine Musik für mich am meisten bei den ruhigen Szenen funktionierte, obwohl er hier sich sehr bei seinem "Forrest Gump" und "Contact" inspirieren lies. Okay, klar.. fast alles in Sachen Action war wieder typisch Silvestri, aber auch hier streute er das eine oder andere frische Element ein, so dass das Hören seiner Musik mehr Spaß machte. Auch toll, dass er hier an der Anfangsstelle den Stil von Christophe Beck für den Ant-Man leicht adaptierte inkl. einer Variation des großartigen ohrwurmartigen Ameisenmann-Themas. An anderer Stelle baute er auch das Thema von Pinar Toprak ein und bin mir sicher, dass hat ihr besonders gefallen, wenn so eine Legende der Filmmusik ihr Thema nutzte. Ja, Silvestri hat es dieses Mal nicht verhauen und hat eine sehr gute Arbeit abgeliefert. Der Film ist mit Sicherheit für mich nicht der beste Avengers-Film, aber ein gelungener Abschied. |
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| horner1980 | 19.04.2020, 19:54 |
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Betreff: Re: Der letzte Film The Lost Boys Absoluter Kultfilm aus den 80er mit einem immer noch spannenden und unterhaltsamen Skript und einem tollen Cast. Die Atmospähre ist auch sehr stimmig und dazu auch der Kultsong "Cry Little Sister". Der Synthie-Score von Thomas Newman ist bis auf einem Stück für die Vampirexperten wenig prägnant, aber doch passt er gut zum Film. Irritierend war nur, dass Tobias Meister, Stammstimme von Kiefer Sutherland, jemand anderes sprach. Sutherland wurde hier nämlich von Hubertus Bengsch gesprochen, was schon etwas gewöhnungsbedürftig war. Ja, hat Spaß gemacht, den wieder mal zu gucken. Windtalkers Es ist glaube ich schon das zweite Mal, dass ich den "Directors Cut" des Films mir angeschaut habe, während die Kinofassung auch bestimmt schon 2 Mal bei mir lief. Ich kann ehrlich nicht genau sagen, welche Version besser ist, denn dafür müsste ich wohl beide Fassungen hintereinander anschauen. Ich weiß nur eins, dass trotz aller Gewalt und Action hier die Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und ein harter Befehl im Vordergrund ist. Diese wird in erster Linie auf der emotionalen Ebene erzählt. Das gelingt meiner Meinung nach sehr gut, obwohl der Film nicht ohne Klischees auskommt. Ein Grund, warum das funktioniert, sind die Darsteller wie Nicolas Cage, der hier eine gute Mischung aus ruhigem Spiel und passender Ausgeflipptheit trumpfen kann, aber auch Adam Beach, der seinen Charakter, der immer bemüht ist, mit Joe (Cage) eine Verbindung aufzubauen, wirklich sehr überzeugend darstellt. Auch Christian Slater gefällt mir in seinen wenigen Momenten sehr gut und auch Roger Willie macht seine Sache als Whitehorse sehr gelungen. Ein anderer Grund, warum der Film so gut ist, ist die Musik von James Horner, der hier neben seinem bewährten, aber wieder komplett aufgehenden Drama-Stil auch zeigt, dass er richtig, wie soll ich es ausdrücken.. wild orchestrierte Action komponieren kann. Ehrlich gesagt habe ich das selten bei Horner in dieser Art gehört und bin deswegen auch immer wieder überrascht, wenn ich den Film sehe. Natürlich muss ich auch das wunderbare Hauptthema hören, dem er ab und zu mit Bläsern einen triumphalen Moment hinzufügt. Ja, ein großartiger Score von Horner, der ruhig öfters erwähnt gehört. Genau wie der Film, der meiner Meinung vielleicht sogar der beste Film von John Woo für den amerikanischen Markt ist. |
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| horner1980 | 25.04.2020, 20:31 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Sie nannten ihn Plattfuß Nachdem ich das letzte Mal die italienische Langfassung gesehen habe, war heute die deutsche Kinofassung drin. Gut, die Langfassung ist auch in Deutsch und nur die rausgeschnittenen Szenen sind nicht synchronisiert, aber ich wollte mal sehen, wie die deutsche Fassung heute auf mich wirkt. Früher hatte ich da keine Cuts mitbekommen. Das war dieses Mal nicht so. Dazu muss ich ehrlich sagen, dass ich nicht verstehen kann, warum die Fassung so zerschnitten wurde. Da wurden keine brutale Szenen weggeschnitten, sondern wichtige Szenen für die Handlung. So zum Beispiel Verfolgungsjagd mit dem Auto: Das Auto, in dem Plattfuß sitzt, überschlägt sich. Er steigt heraus und "cut"... schon sehen wir, wie er die Gangster, die er verfolgt hat, am Kragen packt und gegen ihr Auto drückt. Das ist nur eins der vielen Beispiele, bei denen plötzlich noch nicht fertige Szenen abgebrochen werden und die nächste zu sehen ist. Selten hab ich eine so schlecht geschnittene Fassung gesehen. Ansonsten ist der Film natürlich trotzdem immer noch gut. Es ist eher ein ernster Bud Spencer-Film, der eher was für Erwachsene ist. Es wurde hier eindeutig viel in die Handlung gesteckt und Bud Spencer zeigt hier auch mal seine verletzliche Seite. Als ihm der Junge, bei dessen Mutter er wohnt, sagt, dass er nicht sein Vater ist, merkt man, wie das ihm verletzt und er ihm aus dieser Verletzlichkeit eine Ohrfeige verpasst. Wütend über den Jungen und auch über sich selbst läuft er davon und der Junge sagt hinterher: Es tut mir leid. Eine tolle Szene.. Ansonsten prügelt er sich zwar hier auch das eine oder andere Mal, was übrigens ohne Musik geschieht, aber im Grunde muss er hier auch sehr nach Plan vorgehen, besonders als er aus dem Dienst entlassen wird. Ich finde, dass Bud Spencer diese Rolle sehr gut meistert. Ich merke ihm an, wie nahe ihm so manches geht. Richtig gut.. Zur Musik: Der Score der De Angelis-Brüder passt natürlich auch sehr gut zum Film, obwohl deren Musik gefühlt nur aus 3-4 Stücken besteht. Richtig toll finde ich ihr Hauptthema für Plattfuß. Das beschreibt seine Figur wirklich sehr gut. Ja, das war der erste Teil. Das hat wieder gut getan, den guten alten Plattfuß zu sehen. Ich denke, dass es gut sein kann, dass in den nächsten Wochen auch die anderen drei Teile folgen werden. |
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| horner1980 | 07.05.2020, 17:32 |
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Betreff: Re: Der letzte Film ROGUE ONE: A STAR WARS STORY Ich muss zugeben, dass ich zwar kein Star Wars-Fan bin, aber mich sehr auf diesen Film gefreut habe, weil ich gehört habe, dass er mal was anderes aus dem Star Wars-Universum ist. Jetzt bin ich froh, dass sich meine Hoffnungen bestätigt haben. Es ist ein spannender, düsterer und vor allem auch ernster Sci-Fi-Film mit durch die Bank interessanten Charakteren. Selbst die sonst so üblichen Schlachten bei Star Wars wirken hier bedrohlicher durch die ernstere Inszenierung. Es gibt zwar den einen oder anderen Dialogwitz, aber dieser ist sehr gut dosiert und daher stört er auch nicht die Ernsthaftigkeit des Films. Ich könnte ihn auch als Kriegsfilm beschreiben, denn teilweise fühlt er sich so an. Ach ja, und mit einem gut aufspielenden Ben Mendelsohn bekam ich auch einen tollen charismatischen Bösewicht. Zu erwähnen gilt es hier auch noch Feliciity Jones, denn sie gefiel mir auch außerordentlich gut in ihrer Rolle. Der restliche Cast war es meiner Meinung nach auch gelungen, die Charaktere zum Leben zu erwecken und ihnen ein Profil zu geben. Okay, eine Schwäche hat der Film dann doch: Die CGI-Version von Peter Cushing und der jungen Carrie Fisher. Die waren nicht 100% gelungen, aber sie mussten halt dabei sein. Die Musik hat natürlich Anleihen an dem Star Wars-Stil, aber Michael Giacchino durfte trotzdem so eigenständig wie möglich komponieren. Sein Hauptthema find ich wirklich gelungen, und auch toll finde ich es, wie er die alten Themen von John Williams in seiner Musik einbaut und sie teilweise leicht variiert einsetzt. Ein toller Score, den ich ehrlich gesagt, noch nie ganz gehört habe, aber das wird sich ändern. Gut, "Rogue One" ist trotz der anderen Herangehensweise in der Story und der Inszenierung immer noch ein deutlicher Bestandteil des Star Wars-Universum, aber teilweise spürte ich das als Zuschauer gar nicht. Das ist meiner Meinung nach der größte Pluspunkt des Films. Die Macher durften hier mutig sein und mal was anderes ausprobieren. Für mich ein Erfolg, denn so kurz nach dem Film muss ich sagen, dass "Rogue One" eine sehr gute Chance hat, mein liebster Star Wars-Film zu werden. |
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| horner1980 | 19.05.2020, 18:21 |
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Betreff: Re: Der letzte Film GHOST WORLD Herrlich sarkastischer Film über das Erwachsenwerden mit einem überragenden Cast, allen voran Thor Birch, Scarlett Johansson und Steve Buscemi. Die Story dreht sich um Edin (Birch), die eine gewisse Neugier für die Außenseiter in ihrer Umgebung hat und das ganze "Süießbürgertum" ankotzt. Dabei merkt sie aber nicht, dass sich ihre beste Freundin Rebekka (Johansson) sich nach dem normalen Leben sehnt, besonders nach dem Ende der Highschool. Ihre beste Freundin findet dann auch schnell einen Job und will mit Edin endlich ihre Zukunftspläne in die Tat umsetzen. Edin schafft es aber nicht, sich von ihrem Abneigung für das normale Leben abzuwenden, und diesen nächsten Schritt (Job, gemeinsame Wohnung) zu widmen. Lieber freundet sie sich mit Seymour (Buscemi in einer seiner für mich besten Rollen) an, den sie anfangs für einen Trottel hält und ihn sogar zu Beginn einen sehr üblen Streich spielt, aber ihm dann immer mehr hilft, dass er die Leere in seinem Leben füllt. Das ist in etwa die Story des Films, welche natürlich nicht so harmonisch bleibt. Die Musik stammt hier von David Kitay und mir gefällt sie. Sie besteht aus Streichern und Piano. Das alles ist ein wirklich ganz großartiger Film, den ich nur empfehlen kann. |
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| Indy2Go | 18.08.2020, 13:50 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Soldier Blue (1970, hierzulande gewohnt martialisch Das Wiegenlied vom Totschlag) ist irgendetwas zwischen Historiendrama, scharfzüngiger Aufarbeitung des Vietnam-Traumas und grindhouseartigem Exploitation-Streifen. Der Film schlägt sich auf die Seite der Indianer - und stellt sie dennoch falsch dar. Er etabliert eine starke Frauenfigur - und reduziert sie dennoch auf ihre Reize. Er behandelt ein historisches Ereignis - und fiktionalisiert es dennoch fundamental. Er ist voller Pessimismus und Tragik - und verliert sich dennoch in Pathos und Kitsch. Und so geht es mir gerade auch mit der Rezension. Ich finde den Film großartig - und dennoch schlecht. Das Frustrierende daran: Wir sprechen hier von dem vielleicht stilprägendsten und revolutionärsten US-Western seit dem Kollaps des Studio-Systems. |
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| Indy2Go | 28.08.2020, 09:49 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Tenet In der Vergangenheit hatte ich immer dann, wenn Christopher Nolan zu seinen berühmt-berüchtigten Verwirrspielchen ausgeholt hat und ich nicht mehr so ganz dahinter gestiegen bin, das Gefühl, einfach der dumme Zuschauer zu sein, der gar nicht erst begreifen kann, was in Nolans genialem Kopf vor sich geht. Bei "Tenet" war das anders. "Tenet" gab mir viel mehr das Gefühl, Christopher Nolan spekuliere darauf, dass ich nur der dumme Zuschauer bin, der sich gar nicht mehr traut, seine Gedanken zu hinterfragen. Dabei ist das Konzept eigentlich viel simpler, als es zunächst scheint. Genau wie schon "Backwards", eine über 30 Jahre alte Episode der britischen Sci-Fi-Sitcom "Red Dwarf" stellt sich auch "Tenet" zunächst einmal eine grundlegende Frage: Was wäre, wenn die Protagonisten eine Welt betreten, in der alles um sie herum rückwärts geschieht? Rückwärts, wie ein zurückspulender Film. Die besagte "Red Dwarf"-Folge erklärt dieses Konzept mit einer Reise in ein Paralleluniversum, in dem die Zeit eben entgegengesetzt zu unserem Universum vergeht. Nolans jüngster Streich dagegen versucht diese Idee in unsere Welt zu integrieren. Es ist nicht die Welt, die sich anders herum dreht, es sind Objekte und sogar Lebensformen, die "invertiert" werden. Das heißt ihre Entropie wird umgekehrt; so wird eine invertierte Kugel eben nicht aus der Pistole in die Wand geschossen, sondern aus der Wand in die Pistole. Der "Doctor Who"-Fan in mir versuchte zuerst, dieses Phänomen mit der üblichen Logik von Zeitreise-Geschichten zu erklären: Wie kommt die Kugel in die Wand? Muss sie nicht vorher hinein geschossen worden sein? Tatsächlich nicht. Denn mit Zeitreisen hat "Tenet" überhaupt nichts am Hut. Es ist viel simpler als das: Der "Lebenszyklus" der Kugel verläuft einfach rückwärts. Die Kugel war in der Wand, noch bevor sie in der Waffe war. Die Wirkung löst eine Ursache aus. Viel leichter ist es zu verstehen, wenn nicht die Figuren mit invertierten Gegenständen interagieren, sondern die Figuren selbst invertiert werden: Aus ihrer Sicht bewegen sie sich dann vorwärts, während alles um sie herum rückwärts geschieht. Spoiler:
Natürlich reizt Nolan die Möglichkeiten seiner Welt voll aus, um alle Facetten dieser Prämisse aufzuzeigen und ihre Möglichkeiten auszuspielen. Und das mit einem produktionstechnischen Aufwand, der seinesgleichen sucht. Doch genau darin liegt für mich auch das große Problem des Films. Ohne all den intellektuellen Bombast wäre die Handlung irgendetwas zwischen "Ocean's Eleven", "Mission Impossible" und einem eher mittelprächtigem Bond. Was den Film darüber hinaus befördert ist das, was ihn in diesem Zuge auch gleich wieder herunter zerrt: Sein eindrucksvolles Konzept - und all die ellenlangen Erklärungen und teils vergeblichen Versuche, den denkbar unentwirrbarsten Mindfuck daraus zu beziehen. Und letztlich schafft der Film es dann doch nicht, die Antworten zu geben, die er zu geben verspricht. Wenn der geistige Zenit überschritten ist, müssen einfache Lösungen her, die dann plötzlich keiner ausführlichen Erklärung mehr bedürfen. Wenn die Handlung es verlangt, dass die Figuren sich der Gefahr einer Invertierung aussetzen, dann wird eben kurzerhand eine Figur durch eine invertierte Kugel verletzt, die wegen einer ominösen Strahlung nicht geheilt werden kann, wenn sie nicht selbst invertiert ist. Die Figuren existieren ohnehin lediglich um ihre Aufgaben zu erfüllen. Über diese Oberflächlichkeit hinaus gelangen sie höchstens dann, wenn es der Handlung nach Drama dürstet. Und daraus resultierte zumindest für mich letztlich das Problem, dass ich in all der Tragik nicht mehr erkennen kann, als den reinen Selbstzweck. Das geht sogar so weit, dass die Figuren nicht einmal mehr wirklich als Brücke für den Zuschauer fungieren. Sie staunen nicht, als ihr lineares Verständnis der Zeit komplett über den Haufen geworfen wird; es ist einfach so. Schließlich ist der Zeitplan eng und die Liste der Wendepunkte lang. Das wirkte auf mich fast schon so, als wolle man den Zuschauer gar nicht mehr ins Geschehen involvieren, sondern viel mehr die eigene Cleverness zelebrieren. Die Dialoge sind zwar gewohnt gut geschrieben, sogar überraschend humorvoll, verlieren sich aber gerne in Steilvorlagen, die einer Figur dann nur die Gelegenheit geben sollen, möglichst cool auf das Gesagte zu kontern. Eine gesellschaftskritische Komponente wird, so scheint es fast, nur etabliert, um sie direkt wieder fallen zu lassen. Dabei ist die Frage, ob wir den Tod verdienen - aus der Sicht von künftigen Generationen, die mit den direkten Folgen unseres Daseins leben müssen - der mit unter interessanteste Ansatz des gesamten Filmes. Ja, Ansatz. Nicht mehr. Man könnte sagen "Tenet" sei ein typischer Nolan-Film. So typisch, dass alle Stärken und Schwächen vielleicht klarer erkennbar sind, als überall sonst: Auf der einen Seite haben wir sein Händchen für originelle Stoffe, für verschachtelte Handlungen, die den Zuschauer fordern und überfordern, für High-Concept-Blockbuster, die auf audiovisueller Ebene überwältigen und ein intensives Kinoerlebnis garantieren. Aber auf der anderen Seite gibt es da eben auch die blassen Figuren, der fehlende emotionale Unterbau, die ellenlangen Expositionsdialoge und die konträr dazu bestehende Vagheit an genau den Punkten, an denen ich mir Konkretheit gewünscht hätte. |
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