Plissken 12.03.2018, 16:21
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
Du musst nicht Netflix verteidigen, ich hätte ihn nur gerne im Kino gesehen. Zwinkernder Smiley

Wie würdest du den Film denn im Vergleich zum letzten Garland, also zu Ex Machina einstufen? Stärker oder schwächer?
Ach, eine richtige Verteidigung soll es ja nicht sein, nur gibt es da auch zwei Seiten der Medaille. Der Wunsch auf eine Kinoauswertung ist ja auch völlig legitim...

Da ich wohl einer der wenigen Menschen bin, die nicht so geflasht von Ex Machina waren, ist Auslöschung in meinen Augen deutlich besser. Mag aber auch an den Darstellern und dem Setting liegen. Das lag mir mehr

Plissken 13.03.2018, 20:45
Betreff: Re: Der letzte Film

A Cure for Wellness
Eigentlich soll Lockhart(DeHaan) nur einen Arbeitskollegen zurück in die Staaten bringen. Als er jedoch in der Schweiz ankommt, eröffnet sich ihm ein mysteriöser Ort, der ihn nicht mehr gehen lassen will.

Gore Verbinski schickt Dane DeHaan ins Sanatorium. Das ist dann zwar relativ lang, aber nicht minder faszinierend. Die Kombination der Sets (u.a. die Beelitz-Heilstätten und das Johannisbad Zwickau), Story, Schauspiel und Musik erzeugt einen fesselnden Trip durch schaurig schöne Gruselmomente.
Apropos Musik: Benjamin Wallfisch zaubert auch hier, ähnlich wie bei ES, einen abwechslungsreichen Klangteppich, der von melodisch bis verstörend reicht. Sehr gute Arbeit. So wie der ganze Film.
Zum Ende werden dann auch noch Erinnerungen an Rammsteins "Mein Herz brennt" wach Zwinkernder Smiley

9 Dampfbäder und ein Zahnarztbesuch


Aldridge 13.03.2018, 22:22
Betreff: Re: Der letzte Film

Cuban Fury - Man darf sich nichts vormachen. Cuban Fury basiert auf einer simplen Formel, die da lautet: dicker Mann tanzt. Und er tanzt nicht irgendetwas, sondern Salsa. Das klingt vielleicht arg platt, aber wie es sich für eine Briten-Comedy gehört, bringt der Streifen dann doch genügend Herz und sympathische Charaktere mit. Da wäre allen voran Nick Frost, bekannt aus Spaced und der Cornetto-Trilogie und tatsächlich ein imposantes Schwergewicht im Komödienfach. Der darf beweisen, dass er "Corazón", eben jenes Herz besitzt. Und er darf auch genau jenes von seiner Angebeteten Rashida Jones (übrigens die Tochter von Quincy Jones) erobern. Hinzu gesellt sich - quasi als Goody - ein Reigen bewährter und gern gesehener britischer Gesichter wie Olivia Colman, Ian McShane und Rory Kinnear. Das wär´s im Wesentlichen auch schon: Die Story ist arm an Überraschungen, das Happy End ist vorprogrammiert, und trotzdem sorgt das Gebotene für zahlreiche Schmunzler. Positiv zu vermerken ist noch, dass sich der Film nicht über seinen tanzenden Dicken lustig macht, sondern ihn als Charakter ernst nimmt. Allerdings sieht man schon, dass Nick Frost trotz Training und ordentlicher Leistung auf dem Parkett nicht der Über-Tänzer ist. Macht aber auch nichts. Pluspunkt für den schmissigen Soundtrack (u.a. mit Tito Puente) und den genauso beschwingten Score von Daniel Pemberton. - 7 / 10


treasurelane 17.03.2018, 15:02
Betreff: Re: Der letzte Film

Game Night

Die Erwartungen waren nicht hoch, aber einen etwas ausgeklügelten, satirisch-schrägen Krimirätselspaß hatte ich mir doch vorgestellt. Gleich vorneweg; nach Schulnoten würde ich dem Film eigentlich die 5 geben...also nicht in der Schweiz...

Der "Humor" in dem Film ist für mich nicht schräg, sarkastisch, treffend oder intelligent, er ist einfach ekelig, vulgär und wirkt auf mich abstoßend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das geht von einem "Hitler-Joke" über diverse Sperma und Vögel-Konversationen bis hin zum Malträtieren von Freund und Feind...Daumen runter! Die 12er FSK finde ich auch nicht gut in diesem Zusammenhang.

Ansonsten: Die Story kann mich nicht fesseln, die Charaktere werden zu Beginn ganz gut eingeführt und hätten auch Potential gehabt. Man hätte im weiteren Filmverlauf z.B. die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der "Spieler" für die "Lösung" des Rätsels verwenden können...nichts von alledem. Denn der erste Kapitalbock, den dieses Werk schießt lässt nicht lange auf sich warten. Man kann man ihn schon kurz nach der Einführung bemerken, als sich die Hauptpersonen plötzlich in 2er Pärchen "trennen" und den Ort ihrer eigentlichen Versammlung verlassen. Alles ohne viel Sinn und Liebe zum Detail; irgendwie wollte man wohl die Action etwas ankurbeln und oder wusste nichts mit einem Hauptsetting anzufangen; gerade das macht Filme nach dem "who dunnit" oder english crime Prinzip unter anderem aus.

Die erste "Hauptwendung" ist da auch schon dem Zuschauer eingeflöst worden; die Story bekommt dann irgendwann im letzten Drittel nochmal eine ganz nette "Wendung", die aber unterm Strich dann doch wieder keine wirklich entscheidende sein wird...
switch Spoiler:
(siehe spoiler) Apropos Trailer: Ein bekanntes Problem, das auch einige andere Filme seit langem haben: Beispielsweise die Szene mit dem blutverschmierten Hund (der ja auch übergroß auf dem Filmplakat zu sehen ist): Ist das entscheidend oder irgendwie intelligent eingebunden? Film ansehen und selbst urteilen...;-)

Nochmal in kurzen Worten: Eine unsypathische, nicht fesselnde Story, die sich höchstens mancher Klischees "bedient" um diese durch den Kakao zu ziehen, gepaart mit abstoßendem Humor. Nebenbei werden noch ein paar erzählerische Nebelkerzen angezündet...schnell wieder vergessen den Streifen...

horner1980 17.03.2018, 18:32
Betreff: Re: Der letzte Film

GHOST IN THE SHELL

Damit habe ich nun meine erste Begegnung mit "Ghost in the Shell" hinter mir gebracht. Warum die erste? Ganz einfach: Ich bin kein Fan von Animes. Hab zawr früher sowas wie wie "Sailer Moon" gesehen, was mir immer noch gefällt und ganz besonders "Elfenlied", welches mir sogar von allen Animebegegnungen am besten gefiel, aber sonst hat nichts bei mir "klick" gemacht.
Nun habe ich also mal eine Realverfilmung eines Animes gesehen und klar.. er ist optisch verdammt gut und alles, jedoch warum er mir gefällt, hat einen Grund: Scarlett Johansson. Sie spielt nämlich den Charakter mit einer kongenialen Mischung aus Verletztbarkeit und Stärke, wobei ersteres sogar am häufigsten bei ihr zu sehen war. Es erinnert mich etwas an ihrer Rolle in "Under the Skin", in dem sie einen ähnlichen Charakter spielte, natürlich minus der Action. Damit war sie für mich hier in "Ghost in the Shell" sowas wie die, nein sie ist die Seele des Films und hat mich durch die eigentlich gar nicht mal so komplexe Geschichte geleitet und hat sie zugleich faszinierend und zugleich gemacht. Was eine Bindung zu einem Charakter alles ausmachen kann und ehrlich weiß bin ich froh, dass sie hier Johansson für die Rolle genommen haben. Wer mich kennt, könnte nun sowas wie "Ja, klar" sagen, denn sie ist ja meine Lieblingsschauspielerin, jedoch meine ich das mal nicht aus Fan-Sicht, sondern rein neutral gesehen. Ach ja, musikalisch war es, sind wir mal nett, okay. Jetzt nichts dabei gewesen, wo ich schreien würde.. das brauche ich unbedingt. Aber den Film hat es ganz okay untermalt. Fazit: Den anzuschauen hat sich echt gelohnt. Jedoch ob ich nun Lust versprühe, mal die Anime-Serie zu sehen: "eher nicht". Ob ich diesen Film hier irgendwann mal nochmal anschauen werde: "auf jedem Fall".

Pascal 17.03.2018, 19:11
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von horner1980:
GHOST IN THE SHELL

Damit habe ich nun meine erste Begegnung mit "Ghost in the Shell" hinter mir gebracht. [...] Jedoch ob ich nun Lust versprühe, mal die Anime-Serie zu sehen: "eher nicht". [...]

Vergiss aber dabei nicht, dass es hier nicht nur die "Realverfilmung" und die "Anime-Serie" gibt, sondern auch die "Anime-Spielfilme" sowie die "Manga-Serie". Alle 4 Interpretationen des Themas haben relativ wenig gemeinsam und lassen wenig Rückschlüsse auf die anderen Renikanationen zu.

horner1980 17.03.2018, 19:58
Betreff: Re: Der letzte Film

Meinte natürlich auch die Anime-Filme, denn wie gesagt, ich hab von Haus aus meine Probleme mit Anime und Manga allgemein, bis auf sehr wenige Ausnahmen. Eine weitere Ausnahme ist mir auch noch gerade eingefallen, aber weiß den Namen nicht mehr. Da ging es um ein Mädchen, was irgendwie mit der Natur verbunden ist oder so ähnlich. Keine Ahnung mehr.. egal.

Edit: Earth Girl Arjuna war es.. Kopf spuckte es gerade aus.. und noch ein weiterer Anime, den ich toll fand: Serial Experiments Lain.

Pascal 17.03.2018, 20:48
Betreff: Re: Der letzte Film

Die Liste der "Ausnahmen" ist anscheinend doch nicht so kurz. Grinsender Smiley

horner1980 17.03.2018, 20:58
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Pascal:
Die Liste der "Ausnahmen" ist anscheinend doch nicht so kurz. Grinsender Smiley

Meine Ex war ein großer Anime-Fan und hat mich mit diesen "Ausnahmen" ein wenig angesteckt. Nur "Sailer Moon" habe ich alleine entdeckt.

Plissken 18.03.2018, 20:30
Betreff: Re: Der letzte Film

Alien Covenant

Obwohl Ridley Scott vollmundig verkündet hatte, nichts mehr vom "Drachen" wissen zu wollen, ließ er sich für Covenant doch noch einmal dazu hinreissen. Zugegeben, die Prämisse "Notsignal empfange, eigentliche Mission unterbrechen, nachsehen, die Hölle entdecken" ist in Sci-Fi Kreisen schon ziemlich ausgelutscht. Da darf man schon mit den Augen rollen. Und auch sonst gibt es nur wenig Neues und dafür sehr viel Bekanntes. Aber trotzdem hatte ich meinen Spaß mit dem Film. Das Design ist, wie in allen Vorgängern auch, überragend. Es sieht und fühlt sich toll an. Das reicht meistens schon.
Ein Fluch und ein Segen sind auch die vielen Charaktere. Zum einen hat man genug Kanonenfutter, welches man eindrucksvoll in die ewigen Jagdgründe schicken kann. Andererseits gibt es für die meisten davon aber auch nur rudimentäre Charakterisierung. Das haben Teil 1 - 4 und auch Prometheus deutlich besser gemacht.
Eine Sache kreide ich den Machern aber wirklich an...
switch Spoiler:

Egal, der Film hat unterhalten. Besser als erwartet und das reicht manchmal eben auch aus. Zwinkernder Smiley

7 erotische Flötenspiele

Norman 21.03.2018, 10:42
Betreff: Re: Der letzte Film

Bone Tomahawk, jetzt auf Netflix.

Kleiner Film mit absolut großartigem Cast!
Ein Horror-Western mit Kurt Russel!
Das Ende hat mir den Magen umgedreht, mir wurde wirklich übel.

Ich gebe dem Film 9 aufgehackte Schädel.

Indy2Go 21.03.2018, 20:30
Betreff: Re: Der letzte Film

Den halte ich auch für völlig unterschätzt. Das Publikum hat da glaube ich einen Action-Western mit Gore-Effekten erwartet, tatsächlich handelt es sich um einen toll geschriebenes Drama, das seine Figuren in den Vordergrund rückt und deren Entwicklung viel Zeit gibt. Dadurch ist der Streifen recht gemächlich, schafft es aber immer rechtzeitig Spannung aufzubauen und eine Durststrecke zu verhindern. Die Horror-Elemente sind letztlich sogar recht heftig, wirken aber keineswegs deplaziert und degradieren den weitgehend um Realismus bemühten Film auch nicht zu einem Genre-Film.

Aldridge 21.03.2018, 20:42
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich muss ja ehrlich sagen, dass ich mich noch nicht rangetraut habe. Ich kenne zwar einige Ausschnitte, die man auch auf Youtube finden kann und die ich wirklich für unappetitlich halte (ob die im Kontext mehr Sinn machen, ist bestimmt diskutabel). Aber ich lese andauernd von der eher unangenehmen Stimmung, weshalb das Teil hier immer noch ungesehen herumsteht. Dafür habe ich noch nicht das richtige ruhige Minütchen gefunden. Zwinkernder Smiley

Plissken 21.03.2018, 20:59
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Indy2Go:
Die Horror-Elemente sind letztlich sogar recht heftig, wirken aber keineswegs deplaziert und degradieren den weitgehend um Realismus bemühten Film auch nicht zu einem Genre-Film.
Was ist der Film denn dann? Und warum ist ein Genrefilm gleich degradiert?

Genrefilme können ja in den unterschiedlichsten Formen auftreten (wenn sie es geschickt anstellen, werden sie auch für den Oscar nominiert Zwinkernder Smiley ). Am Ende ändert es aber nichts daran, was sie im Kern eigentlich sind. Das ist ja eben das Faszinierende daran, dass man Charaktere, Handlung, Anspruch usw. auch in solchen Produktionen findet, die in der Allgemeinheit eher belächelt, oder als niedere Kost verschrien sind. Bone Tomahawk ist durch seine stetige angespannte Atmosphäre und die anfangs nicht fassbare Bedrohung schon alleine ein Horrorfilm, der aber seinen Figuren genug Raum bietet, um den Zuschauer an sie zu binden. Deshalb funktioniert das Ende auch so gut. Wenn zum Schluß die große Gore-Welle kommt, ist es nur konsequent, weil es auch weh tut und die finale Erlösung umso befreiender wird.
Auf jeden Fall wüsste ich nicht, wie ich den Film anders bezeichnen sollte, wenn nicht als Horror-Western. Denn das ist er, in meinen Augen, beides.

Apropos, in dem Zuge kann man sich (aktuell bei Amazon Prime) auch The Burrowers ansehen. Auch ein Horror-Western der ebenso ernste Themen aufgreift, starke Charaktermomente bietet, am Ende aber auch einfach ein Monsterfilm ist. Finde ich ähnlich stark wie Bone Tomahawk.

Leusel 22.03.2018, 09:19
Betreff: Re: Der letzte Film

Dank euch habe ich gestern auch mal reingeschaut. Zwinkernder Smiley Stellenweise war er mir ein bisschen zu gemächlich, profitierte aber durchweg von den guten Darstellern und bot teilweise interessante Charaktereinblicke wie auch -Entwicklungen. Schlecht wurde mir übrigens nicht, bin wohl doch von anderem Material "abgehärtet".

Plissken 22.03.2018, 20:32
Betreff: Re: Der letzte Film

The Wall (Amazon Prime OV)
Nein, kein Pink Floyd Bio-Pic und auch keine Doku über den Mauerbau an der US-Mexiko-Grenze Zwinkernder Smiley

Der Irak-Krieg ist zu Ende. Dennoch kommt es immer wieder zu Schießereien. Die beiden Sergeants Matthews und Isaac untersuchen einen Anschlag auf eine Gruppe Pipeline-Arbeiter. Nach 22 Stunden ohne Feindaktivitäten stufen sie das Gebiet als sicher ein. Als Matthews sich aufmacht um Beweise zu sichern, wird er von einer Kugel getroffen. Sofort wird den beiden Soldaten klar, dass der verantwortliche Scharfschütze noch immer da ist.

Regie-Veteran Doug Liman schickt Aaron Taylor-Johnson und John Cena in ein Kammerspiel in der irakischen Wüste und verzichtet dabei fast völlig auf seine obligatorische Wackelkamera. Profi-Wrestler Cena macht seine Sache recht ordentlich, aber Taylor-Johnson darf die meiste Arbeit leisten und liefert solide ab. Der psychische und physische Kampf zwischen ihm und dem irakischen Scharfschützen wartet dann auch mit einigen netten Twists auf, so dass die Spannung bis zum bitteren Ende gehalten werden kann. Positiv ist noch anzumerken, dass keinerlei US-Patriotismus zur Schau gestellt wird. Für einige sicherlich gut zu wissen.
Nicht Limans stärkster Film, aber dennoch spannende Unterhaltung.

12 Kopschüsse und eine zerschossene Beinvene


Plissken 24.03.2018, 16:39
Betreff: Re: Der letzte Film

Mortal Kombat

Um die Herrschaft der Unterwelt zu verhindern, treten drei mutige Kämpfer zum härtesten Turnier der Welt, dem Mortal Kombat, an. FIGHT!

Paul W. S. Andersons (der Resident Evil Paul) zweiter Film, der seinen Ruf maßgeblich prägen sollte. Dabei war Mortal Kombat für sich genommen, gar nicht verkehrt. Natürlich ist der Film cheesy bis zum Abwinken, die Synchro ist gnadenlos 90er und auch die CGI-Effekte waren bereits bei Kinostart nicht wirklich gut. Aber der Film hatte Charme, ein paar nette Darsteller, sowie einige sehr beeindruckende Sets. Dazu noch zeitgemäßer Techno und die Sache lief rund. Positiv war dann auch die Tatsache, dass der Film sich sehr eng an die Vorlage hielt und damit vielen Videospiel-Verfilmungen einiges voraus hatte. Einzig die Gewalt der Vorlage wurde massiv entschärft. Tut dem Spaß aber keinen Abbruch. So bleibt der Streifen einer der besseren Videospiel-Verfilmungen.

8 Fatalities in 500 Jahren


YouTube https://www.youtube.com/watch?v=egne2ZCMM_0


horner1980 24.03.2018, 19:00
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Plissken:
The Wall (Amazon Prime OV)
Nein, kein Pink Floyd Bio-Pic und auch keine Doku über den Mauerbau an der US-Mexiko-Grenze Zwinkernder Smiley

Der Irak-Krieg ist zu Ende. Dennoch kommt es immer wieder zu Schießereien. Die beiden Sergeants Matthews und Isaac untersuchen einen Anschlag auf eine Gruppe Pipeline-Arbeiter. Nach 22 Stunden ohne Feindaktivitäten stufen sie das Gebiet als sicher ein. Als Matthews sich aufmacht um Beweise zu sichern, wird er von einer Kugel getroffen. Sofort wird den beiden Soldaten klar, dass der verantwortliche Scharfschütze noch immer da ist.

Regie-Veteran Doug Liman schickt Aaron Taylor-Johnson und John Cena in ein Kammerspiel in der irakischen Wüste und verzichtet dabei fast völlig auf seine obligatorische Wackelkamera. Profi-Wrestler Cena macht seine Sache recht ordentlich, aber Taylor-Johnson darf die meiste Arbeit leisten und liefert solide ab. Der psychische und physische Kampf zwischen ihm und dem irakischen Scharfschützen wartet dann auch mit einigen netten Twists auf, so dass die Spannung bis zum bitteren Ende gehalten werden kann. Positiv ist noch anzumerken, dass keinerlei US-Patriotismus zur Schau gestellt wird. Für einige sicherlich gut zu wissen.
Nicht Limans stärkster Film, aber dennoch spannende Unterhaltung.

12 Kopschüsse und eine zerschossene Beinvene


Danke für das Review.. als John Cena-Fan steht der Film auch auf meiner "prime"-Liste Zwinkernder Smiley

horner1980 24.03.2018, 21:05
Betreff: Re: Der letzte Film

Mr. Magorium's Wonder Emporium

Wenn es passiert, dass ein Film seine ganze Magie auch auf den Zuschauer übertragen kann, dann fühlt sich das jedes Mal an wie ein Wunder. Man versinkt darin, spürt jede Sekunde dieser Magie, der man gerade Zeuge wurde. Genau das geschah gerade bei mir, als ich zum ersten Mal diesen Film gesehen habe. Er ist wahrhaftig magisch mit einer Botschaft, die man schon oft in Filmen übermittelt bekam, jedoch es ist eine, von der man nicht genug bekommen kann: "Behalte die Magie in dir.. vergesse niemals, auch ein Kind zu sein, egal wie alt du bist."
Das wird hier von wunderbaren Schauspielern wie Natalie Portman, Jason Bateman, Zach Mills und dem so fantastischen Dustin Hoffman. Ich glaube, wenn ich nicht schon ein Fan von ihm wäre, dann würde ich das mit diesem Film auf jedem Fall werden. Eine wichtige Rolle in diesem Film spielt auch die Musik, die meiner Meinung nach zu dem besten Scores von Desplat gehört, was eventuell auch an der Mitarbeit von Aaron Zigman liegt. Aber warum die Musik eine wichtige Rolle spielt.. sie ist auch IM Film gegenwärtig und das, ja nun kommt schon wieder dieses Wort, auf eine ganz magische Art und Weise. Ich bin froh, dass ich die Musik schon auf CD besitze, sonst hätte ich sie mir wohl gleich Anfang April kaufen müssen Zwinkernder Smiley Ja, es ist immer ein wunderbares magisches Gefühl, wenn man am Ende merkt, dass das genau der Film wurde, den man sich erhofft hat.

Toth 28.03.2018, 21:37
Betreff: Re: Der letzte Film

Ready Player One

Spielberg wollte hier wohl so etwas wie den ultimativen Geek-Film erschaffen und es ist ihm in vielerlei Hinsicht durchaus gelungen. Die Actionszenen sind schlichtweg atemberaubend, die visuellen Effekte faszinierend (und oscarreif), die Story ist eine einzige "Von-Geeks-Für-Geeks-Veranstaltung" und es gibt mehr Zitate und Anspielugen als das Auge erblicken (und das Ohr erhaschen) kann.
Das Problem ist jedoch ein wenig, dass ich damit nicht wirklich zur Zielgruppe gehöre und mir der Spielberg, der historische Dramen dreht, im Grunde eher lieber ist. Die Story um eine Easter-Egg-Jagd in der virtuellen Welt OASIS bietet Spielberg zweifellos die Gelegenheit, seine unerreichte handwerkliche Virtuosität und sein visuelles Gespür bis auf das Äußerste auszureizen und eine ausgedehnte Sequenz, die unsere Helden unversehens in einen anderen Film transportiert, ist derart atemberaubend inszeniert und konzipiert (gerade weil sie KEIN Gimmik ist, sondern auch das Unterbewusstsein einer Schlüsselfigur bebildert), dass sie fast schon alleine das Eintrittsgeld wert ist.
Auf der anderen Seite sind die Charaktere, storybedingt, so stark an ihre virtuellen Avatare geknüpft, dass Spielberg seine zweite große Stärke, nämlich eine intime Nähe zu seinen Figuren aufzubauen, nur parziell ausspielen kann. Man staunt eher als das man fühlt. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Mark Rylance. Er führt uns von Anfang an vor Augen, welch tragische Figur sein James Donovan Halliday doch ist und wieviel tieftraurige Melancholie sich im Grunde hinter der Genialität seiner Schöpfung verbirgt. Seine Auftritte sind wahrhaft magisch!