Plissken 17.11.2017, 09:05
Betreff: Re: Der letzte Film

Justice League

Okay, gleich vorweg: Der Film hat seine Probleme. Teilweise schwaches CGI, ein (leider) blasser Gegner und ein Tempo, dass sich erst in der zweiten Hälfte einpendelt sind die auffälligsten und bieten Platz für berechtigte Kritik. Alles andere dürfte dann wieder persönlicher Geschmack sein.

Dennoch ist Justice League überraschend einheitlich geworden und auch Snyders-Stil zieht sich durch den gesamten Film. Zu Recht wird er also als alleiniger Regisseur genannt. Whedon hat seine Szenen ziemlich gut angepasst und fällt nicht weiter auf.
Kommen wir nun zum Positiven: Der Film unterhält einfach. Die kurze Laufzeit lässt keine Hänger aufkommen, alle Figuren bekommen ihren Moment und der Film stotzt nur so vor Comic-Imagery. Allein die Batman-Sequenz am Anfang dürfte jeden Comic-Fan in den siebten Himmel hieven. Aber auch
switch Spoiler:
-Fans kommen voll auf ihre Kosten.
Die größte Stärke des Films dürften dann auch diese Figuren sein. Die Chemie im Team stimmt einfach. Das gelungene Casting tut sein übriges dazu.
Danny Elfmans Musik ist dann wieder ein zweischneidiges Schwert. Sie funktioniert ganz gut im Film, die alten Themen sind nicht aufgesetzt, aber die Neuen kommen auch nicht wirklich zur Geltung. Es fehlt dann tatsächlich die Überpräsenz der Zimmer/Junkie-Scores. Apropos, während auf der CD jeder Hinweis auf Zimmers Superman-Musik fehlte, taucht sie im Film an einer Stelle wieder auf. So ganz wurden die Themen dann doch nicht verworfen. Fand ich schön.

Ist der Film perfekt? Nein.
Gibt es Grund zur Kritik? Auf jeden Fall.
Aber macht er Spaß? Darauf kannst du einen lassen.

Wer Superhelden mag sollte ins Kino gehen und sich unvoreingenommen sein eigenes Bild machen. Justice League ist wieder mal ein Film, der deutlich besser ist, als einem die Kritiker weiß machen wollen.

horner1980 18.11.2017, 20:45
Betreff: Re: Der letzte Film

THE MAN FROM U.N.C.L.E.

Das nenne ich mal eine gelungene Actionkomödie. Gut aufgelegte Darsteller, coole Atmosphäre und ein guter Score von Daniel Pemberton. Dazu eine charmante, humorvoll und im besten Sinne altmodisch erzählte Story, die aber ruhig ein klein wenig mehr Spannung vertragen hätte. Von diesem Film darf es ruhig mal eine Fortsetzung geben.

treasurelane 20.11.2017, 15:50
Betreff: Re: Der letzte Film

Die Mumie hat mir auch nicht wirklich gefallen. Schon vom ganzen Ton des Films. Für mich auch zu sehr Albtraum-Monster möchte-gern B-Movie aber mit A Budget als Abenteuer-"Komödie" wie die Vorgänger.

Mord im Orient-Express

Ein Streifen, der mich mal wieder richtig interessiert hat; aus Inhalts bzw. Handlungsgründen (später fiel mir der Clou dann doch wieder ein, aber das spielt keine Rolle). Mir gefällt grundsätzlich diese Art von "english crime" oder auch who dunnit genannte Krimis. Ich bewerte den Film als gelungen, als sehenswert. Die Motive sehen toll aus, wenn auch manche Kameraschwenks (über Istanbul etc.) doch arg CGI lastig sind. Da gefallen mir die teils sehr innovativen Perspektiven (z.B. beim Leichenfund minutenlang direkt von oben) besser.Unterm Strich mein Kritikpunkt: Zu wenig Schnitzeljagd, Indizien-Sammeln, Mysterium, Spannung, dunkle Schatten, Tricks etc. und dafür etwas zu viel Psychogramme, was auch so manche Länge hervorruft. Aber wie gesagt: Anschauen und zufrieden sein. Erfrischende Abwechslung zu dem was sonst heute so läuft (ala Super Helden Teil xy)...

Kukulcan 20.11.2017, 13:45
Betreff: Re: Der letzte Film

Die Mumie

Zitat von "Mumienfilm":
Die Ketten sind nicht da, um etwas nach oben zu holen, sondern um etwas unten zu halten

Dieses Zitat (und was danach passiert) sagt alles über die Story des Films aus - da hat sich Mr. Koepp nicht grade mit empfohlen.

Cruises Rolle fand ich nervig unsymphatisch, die 2. weibliche Hauptrolle war völlig egal und Dr. Jeckyl war klischeehaft bemüht originell - bin nicht traurig, wenn er nie wieder auftaucht.

3 von 10 halbdunklen Universen für passable Action und Effekte

Aldridge 26.11.2017, 14:55
Betreff: Re: Der letzte Film

Mal im Schnelldurchlauf die Filme der jüngsten Zeit:

Der Querkopf - Louis de Funès´ Nachfolger nach Brust oder Keule und leider deutlich schwächer. Inhaltlich soll das Ganze offensichtlich eine Satire auf Industrialisierung und Kapitalismus sein, allerdings ersäuft das wilde Treiben natürlich in Klamauk, der hier nicht mehr so recht zünden will, und erneut holpriger Dramaturgie. Ganz großartig ist dagegen die große (!) Annie Girardot, die sich mit de Funès so manchen Schlagabtausch liefern und am Ende ein frühes Hohelied auf die Ökobewegung anstimmen darf. Kommt aber nicht an die Klassiker mit dem gallischen Choleriker heran. - 6 / 10

Teuflisch - Auftakt zu meinen geplanten Brendan Fraser-Gedächtniswochen (mal sehen, ob´s was wird). Jedenfalls ein ganz humorig-leichtfüßiges Remake von Mephisto ’68, damals noch mit Dudley Moore. Fraser gibt hier alles und hatte wohl reichlich Spaß bei der Sache. Stellenweise erinnert er an eine lebendig gewordene Comicfigur in bester Jim Carrey-Manier. Und Liz Hurley ist einfach heiß. Täuscht leider nicht drüber weg, dass der Film nur eine Nummernrevue ist, der es deutlich an Biss mangelt. Zum Schluss wird´s dann auch etwas arg religiös-gefühlig. Trotzdem netter Spaß für Zwischendurch. - 7 / 10

Hollow Man (DC) - Auf den hatte ich einfach mal wieder Bock. Damals schon im Kino gesehen und als (klitze)kleine Enttäuschung empfunden, weil der Streifen für einen Paul Verhoeven-Film doch etwas konventionell geraten ist. Der gute Paule erzählte damals ne Menge über Platons Theorie, dass ein Unsichtbarer zwangsläufig einen Gottkomplex entwickeln müsse, weil er nicht mehr an gesellschaftliche Normen gebunden sei. Im Film ist davon aber wenig zu spüren, weil Hauptfigur Kevin Bacon schon von Anfang an das Arschloch mit psychopatischen Anwandlungen gibt. Als Horrorthriller mit ungewöhnlichem Hintergrund hat der Film aber über die Jahre gewonnen. Denn Verhoeven inszeniert das alles gewohnt brachial. Zudem gibt es eine Elisabeth Shue, die zum Ende in den Ripley-Aliens-Modus schaltet, und einen späten Score von Jerry Goldsmith. - 7 / 10

Kong: Skull Island - Sehr positive Überraschung. Ein bisschen hatte ich einen nervigen Ausfall wie Gareth Edwards´ Godzilla erwartet. Aber tatsächlich gibt es einen echt launigen Monster-Klopper, bei dem gleich mehrere Zutaten - vom Vietnam-Trauma im Apocalypse Now-Style bis zum leicht irren WWII-Veteran als Comic Relief - alles in den Mixer geschmissen und doch recht schmackhaft angerichtet wird. Es stimmt: Die Charakterisierungen der Hauptfiguren sind so gut wie nicht vorhanden. Streckenweise fragt man sich, was Tom Hiddleston in dem Streifen eigentlich zu tun hat. Aber die restlichen Versatzstücke funktionieren. Die Story liefert doch ein, zwei Ecken und Kanten. Und die Monster sind wirklich extrem gut animiert. Als das, was der Film sein will, ein großer Spaß. - 8 / 10

Charade - Klassiker. Punkt. Da stimmt so ziemlich alles. Altmeister Stanley Donen liefert eigentlich eine humorige Hitchcock-Variante, denn bei allen Haken, welche die Story so schlägt, hat es auch immer wieder genug Zeit für das eine oder andere Augenzwinkern. Die Besetzung harmoniert auch ganz wunderbar mit Audrey Hephurn als doch nicht so völlig harmlose Witwe und Cary Grant als undurchschaubarer Herzensbrecher und mit denkwürdiger Duschszene. Und das trotz des Altersunterschieds zwischen den beiden von 25 Jahren. Toll besetzt sind auch die Nebenrollen mit George Kennedy, James Coburn und Walter Matthau. - 9 / 10

Arabeske - Gewissermaßen der Nachfolger von Charade. Wieder von Stanley Donen, allerdings mit Gregory Peck und Sophia Loren. Gregory Peck ist ganz großartig und erinnert als abenteuerlustiger Geschichtsprofessor zu Beginn sogar etwas an einen gewissen Dr. Jones. Auch die Chemie mit Sophia Loren stimmt. Allerdings fällt die Story deutlich konstruierter aus als bei Charade. Und die Rolle der Loren ist auch weniger gut geschrieben, ich empfand sie sogar als relativ unsympathisch. Aber mit der Dame wurde ich eh noch nie so richtig warm. Deshalb ganz persönliche... - 7 / 10

Flash Gordon - Holla, was war das denn! Nachdem ich kürzlich mal wieder in Episode I reingeschnuppert hatte, wollte ich endlich mal die Verfilmung des großen Vorbilds sehen (die ich ehrlich noch nicht kannte). Und es ist ja wirklich alles da, was man so lieb gewonnen hat: eine Stadt in den Bäumen, eine Stadt in den Wolken, ein böser Imperator und vieles mehr. Die Verfilmung mit Sam Jones wird ja oft als Trash deklariert, und zugegeben: Szenenbild und Kostüme sind so "campy", das tut schon an den Augen weh. Aber spätestens wenn Flash Gordon mit Mings Wachen eine Runde Football spielt und Brian Blessed im strammen Schlüpper sein breitestes Grinsen aufsetzt, weiß man eigentlich, wohin die Reise geht. Gordon´s alive?!?! - 8 / 10

Wird sind die Millers - Zweitsichtung. Und das passiert mir bei Komödien jüngeren Datums selten. Oftmals ist mir der Humor zu aggressiv und mit zu viel Fäkalien gewürzt. Im Ansatz ist das auch bei den Millers der Fall - aber eben nur im Ansatz. Denn glücklicherweise sind die Figuren allesamt recht sympathisch, ja geradezu liebenswürdig gezeichnet, so dass selbst die zweifellos vorhandenen Gross-out-Szenen recht humorig rüberkommen. In den besten Momenten erinnert der Streifen an die National Lampoon-Klassiker aus den 80ern. Noch dazu sind die Figuren allesamt sehr glücklich besetzt. TLCs Waterfalls mag ich trotzdem nicht. - 7 / 10

Transformers - The Last Knight - Eigentlich ist keine Wertung möglich, denn ich habe die Sichtung nach der Hälfte abgebrochen. In Sachen Transformers bin ich natürlich selbst schuld, denn ich weiß ja, was mich erwartet. Trotzdem greife ich immer blind zum Steelbook, um wenigstens über die neuesten ILM-Effekte staunen zu können. Im Grunde ist das hier Michael Bays Magnum Opus, denn er liefert nicht nur einen Film, sondern gleich knapp 30 Filme vom Weltuntergangsfilm bis zur Infantil-Komödie, aus denen einzelne Szenen unbeholfen zusammengeschnitten und mit reichlich Krawumms angereichert wurden. Das ist kein wirklich filmisches Werk mehr im herkömmlichen Sinne, sondern irgendwas anderes. Wie gesagt: Das ist alles nicht sonderlich schlimm, denn das gab´s auch vorher schon. Aber in Transformers 5 hat sich das Konzept längst überlebt und bleibt einem völlig egal. - ohne Wertung

Leusel 26.11.2017, 16:54
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
Transformers - The Last Knight - Eigentlich ist keine Wertung möglich, denn ich habe die Sichtung nach der Hälfte abgebrochen. In Sachen Transformers bin ich natürlich selbst schuld, denn ich weiß ja, was mich erwartet. Trotzdem greife ich immer blind zum Steelbook, um wenigstens über die neuesten ILM-Effekte staunen zu können. Im Grunde ist das hier Michael Bays Magnum Opus, denn er liefert nicht nur einen Film, sondern gleich knapp 30 Filme vom Weltuntergangsfilm bis zur Infantil-Komödie, aus denen einzelne Szenen unbeholfen zusammengeschnitten und mit reichlich Krawumms angereichert wurden. Das ist kein wirklich filmisches Werk mehr im herkömmlichen Sinne, sondern irgendwas anderes. Wie gesagt: Das ist alles nicht sonderlich schlimm, denn das gab´s auch vorher schon. Aber in Transformers 5 hat sich das Konzept längst überlebt und bleibt einem völlig egal. - ohne Wertung

Habe ihn zu Ende gesehen, zum Glück musste ich keinen Eintritt zahlen, war für mich der schlechteste Film aller Zeiten. Von flachen, hohlen Sprüchen bis 08/15-Action war alles dabei, was in einem Film nicht rein sollte. Bitte bleibt alle zuhause, wenn der nächste Michael Bay-Film kommt, danke. Zwinkernder Smiley

Aldridge 26.11.2017, 18:48
Betreff: Re: Der letzte Film

Naja, der schlechteste Film aller Zeiten ist für mich ein anderer Bay-Film. Zwinkernder Smiley Und auf der Schlechtigkeits-Skala sehe ich Transformers 2 auch noch ganz klar vor diesem hier.

Mein Problem mit dem Streifen war eher, dass zwar am laufenden Band irgendwas explodiert oder sonstwie kaputt geht, der Film aber eigentlich nur Langeweile verbreitet. Denn die menschlichen Protagonisten sind für die Handlung - wie auch schon bei den anderen Filmen - völlig latte. Bei Transformers 1 bis 3 war das noch relativ neu, und Bay wusste die Zerstörungsorgien auch noch zu steigern. Aber inzwischen ist das alles echt nichts Neues mehr. Hinzu kommt halt dieser blankgeleckte Inszenierungsstil mit Teal-and-Orange-Galore, der vor 20 Jahren noch relativ neu und frisch war, inzwischen aber nur noch zur Eigenpersiflage taugt.

Man kann solchen Filmen eigentlich schlecht vorwerfen, dass sie sind, was sie sind. Und es gibt da draußen ja auch noch genug überzuckerte 12-Jährige, die dafür einen Markt bilden. Aber es ist - gerade auf 2,5 Stunden Laufzeit - einfach too much of nothing. Zwinkernder Smiley

Leusel 26.11.2017, 20:17
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
Man kann solchen Filmen eigentlich schlecht vorwerfen, dass sie sind, was sie sind. Und es gibt da draußen ja auch noch genug überzuckerte 12-Jährige, die dafür einen Markt bilden. Aber es ist - gerade auf 2,5 Stunden Laufzeit - einfach too much of nothing. Zwinkernder Smiley

Eben, das meine ich ja. Man darf den Film ruhig dafür kritisieren, das er nur dasselbe in grün zeigt, viel zu lang und deshalb langatmig ist. Zwinkernder Smiley Am Ende hatte ich nur noch Kopfschmerzen und ja, habe mich in der Tat grösstenteils gelangweilt im Saal.

Aldridge 26.11.2017, 20:39
Betreff: Re: Der letzte Film

Die Transformers-Filme haben immer einen ganz lustigen Effekt auf mich: Ich muss hinterher einen "alten" Film gucken, quasi als Entspannung oder Wiedergutmachung oder ganz einfach, um eine "Geschichte" zu haben. In diesem Fall führte Trans5 zu - siehe oben - Charade und Arabeske. Nach Trans2 war damals Meuterei auf der Bounty dran (der 62er von Lewis Milestone). Grinsender Smiley

Toth 27.11.2017, 13:31
Betreff: Re: Der letzte Film

Vier im roten Kreis

Lakonisches Genrekino a la Melville. Toughe, wortkarge Gangster in Trenchcoats, die von toughen, wortkargen Flics in Trenchcoats gejagt werden. Als Schmankerl gibts eine 25-minütige, wortlose Einbruchssequenz. Sehenswert.

Aldridge 04.12.2017, 11:59
Betreff: Re: Der letzte Film

Spider-Man Homecoming - Ach, das ist irgendwie einer dieser Filme, zu denen es im Grunde wenig zu erzählen gibt. Denn auch wenn ich auf die dritte Inkarnation des Spinnenmanns innerhalb von 15 Jahren nicht unbedingt gewartet habe und auch wenn mich die erneute Verjüngung der Titelfigur eher annervte, so ist der Film letztlich... gut. Eigentlich sogar sehr gut, denn es stimmt alles: Die Story flutscht, ist leichtfüßig, die Gags sitzen, ein bisschen Spannung ist auch dabei, die Figuren sind sympathisch, die Schauspieler gut aufgelegt. Oder mit anderen Worten: An der Marvel-Front nichts Neues. Marvel liefert da - erstmals in Kooperation mit Sony - gute, aber eben auch stromlinienförmige Unterhaltung ab, die Spaß macht, solange sie geht, aber hinterher auch schnell wieder vergessen ist. Wenn man dem Film denn wirklich einen eigenen kleinen Verdienst zugestehen will: Er ist keine Witzparade wie die jüngsten Ergüsse des MCU. Und er bringt das Highschool-Setting schon ganz charmant rüber. Ich würde nicht so weit gehen, den Streifen mit einem John Hughes-Klassiker zu vergleichen (man beachte den kleine Ferris Bueller-Verweis), aber stellenweise kommt schon ein bisschen Coming of Age-Feeling auf. - 7 / 10

Arrival - Zweitsichtung. Noch immer ein Brett von einem Film. Arrival versteht es einfach wie wenige Filme, Hirn und Herz zusammenzubringen. Dabei erzählt der Film auf den groben ersten Blick eigentlich keine neue Geschichte: Es geht um den Erstkontakt mit Aliens. Und die gilt es zu verstehen. So weit, so bekannt. Doch dann zieht der Streifen eine Wendung und Volte nach der anderen aus dem Hut, handelt von sprachwissenschaftlichen Theorien (Sapir-Whorf-Hypothese), führt zum Verständnis von Zeit und letztlich zu einem zutiefst philosophischen Dilemma. Und das alles macht er einerseits extrem gefühlvoll, andererseits sehr spannend, stets absolut stilsicher. Jetzt gibt es ja eine Schicht von Kinogängern, die einigermaßen gewitzten Filmen gerne vorwerfen, dass sie allzu prätentiös daherkommen und ihrem Publikum nur den Bauch kraulen. Doch Arrival muss ich neidlos anerkennen, dass er alle Ebenen wirklich gekonnt zusammenbringt. Gerade in der Zweitsichtung fallen dabei noch einige Details mehr auf. Dabei empfand ich die Entschlüsselung der Alien-Sprachen auch als nicht mehr ganz so plötzlich wie noch bei der ersten Sichtung (bislang mein einziger Kritikpunkt am Film). Nein, hier stimmt alles. - 10 / 10

Fahrenheit 451 - Die Nouvelle vague-Freunde werden jetzt wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber: Die Umsetzung des Bradbury-Klassikers von François Truffaut fand ich nicht sonderlich gelungen. Das liegt vor allem daran, dass mir die gezeigte Dystopie in ihrem Pseudo-Futurismus einfach irgendwie zu behäbig ausfällt. Jetzt kann man argumentieren, dass vielleicht genau die gezeigte 60er Jahre-Harmonie aufs Korn genommen werden sollte. Aber gleichzeitig geht das Drängende und Zwingende der Romanvorlage flöten. Die Gesellschaft ist im Film nicht aggressiv genug, der Staat nicht dominant genug, als dass das Treiben für mich als gelungene Dystopie durchgeht. Hinzu kommt dann noch die irgendwie sehr lockere Hinwendung des Feuerwehrmanns Montag zur Literatur. Ein Gespräch mit der - übrigens extrem heißen - Julie Christie reicht, schon beginnt er, ein paar Bücher zu lesen, gegen die Ordnung zu rebellieren und sich zu den Büchermenschen in den Wald zu flüchten (wobei die Bedrohung des Atomkriegs aus dem Buch und damit die konkrete Aussicht auf eine neue Gesellschaft fallen gelassen wird). Oskar Werner fand ich gut, auch wenn der mit seiner Rolle sehr unzufrieden war. - 5 / 10

Leusel 04.12.2017, 16:31
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
Spider-Man Homecoming

Wollte zunächst eigentlich gar nicht rein. Kollege von der Arbeit hatte ihn mir empfohlen und ich war positiv überrascht. Vor allem, wie du schon schreibst, weil es keine lustige Sause wie etwa die Guardians wurde. Würde sogar soweit gehen, und ihn als einen der besseren Spidey-Filme bezeichnen.

Aldridge 04.12.2017, 17:52
Betreff: Re: Der letzte Film

Das ist ja die Krux mit den Spidey-Filmen: Objektiv betrachtet, sind die eigentlich alle gut. Grinsender Smiley Die ersten beiden Raimi-Filme hatten mich persönlich zwar nicht vom Hocker gehauen, aber ich konnte schon anerkennen, dass das sehr geglückte Comicverfilmungen mit zwei richtig guten Hauptdarstellern waren (Tobey Maguire finde ich noch immer super). Doch auch die Webb-Filme fand ich sehr ordentlich, wobei ich allerdings die Notwendigkeit zum Reboot nicht gesehen hat. Sei´s drum: Andrew Garfield machte auch einen tollen Job, und dass die Story nach dem zweiten Teil einfach "abgeschnitten" wurde, spottete jeder Beschreibung. Und nun eben dieser hier, und auch Tom Holland ist ganz passend. Das Positive ist: Wenn der neue Spider-Man im MCU eingebettet ist, wird´s so schnell wohl nicht noch ein Reboot geben (hoffentlich).

Leusel 04.12.2017, 18:13
Betreff: Re: Der letzte Film

Mein Favorit ist ja bisher Garfield, MacGuire ließ im zweiten Film schon nach. Holland ist mir immer noch ein Tick zu jung, aber das ist eben die Highschool. Zwinkernder Smiley Stimmt schon, der nächste Reboot darf jetzt gerne mal auf sich warten lassen...

Indy2Go 04.12.2017, 21:08
Betreff: Re: Der letzte Film

Spiel mir das Lied vom Tod (Super-8-Fassung)

Ein knapp dreistündiges Western-Epos auf drei Super-8-Rollen à 110 Meter - also auf weniger als eine Stunde - herunterzuschneiden, ist für den heutigen uncut-Fetischisten natürlich ein absolutes Albtraum-Szenario. Hinzu kommt das 4:3-Vollbild, welches zu teilweise unschön angeschnittenen Einstellungen führt und bei den berühmten Italian shots beim finalen Duell zusätzliche Schwenks auf eines der beiden Augen notwendig machte. Auch die kultige Eröffnungsszene fehlt komplett; die Handlung beginnt bei der Ankunft Jill McBains auf der Farm. Und trotzdem hatte ich mit dieser Verstümmelung unglaublich viel Spaß. Projektor-Rattern und organische Zelluloid-Farben haben einfach was Nostalgisches.

Kukulcan 04.12.2017, 21:09
Betreff: Re: Der letzte Film

Hört sich grausam an

Aldridge 04.12.2017, 22:02
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Indy2Go:
Ein knapp dreistündiges Western-Epos auf drei Super-8-Rollen à 110 Meter - also auf weniger als eine Stunde - herunterzuschneiden, ist für den heutigen uncut-Fetischisten natürlich ein absolutes Albtraum-Szenario. Hinzu kommt das 4:3-Vollbild, welches zu teilweise unschön angeschnittenen Einstellungen führt und bei den berühmten Italian shots beim finalen Duell zusätzliche Schwenks auf eines der beiden Augen notwendig machte. Auch die kultige Eröffnungsszene fehlt komplett; die Handlung beginnt bei der Ankunft Jill McBains auf der Farm.


Plissken 05.12.2017, 10:58
Betreff: Re: Der letzte Film

Wenn man so überlegt, dass es eine Zeit gab, in der die Super 8-Fassungen die einzige Möglichkeit waren, die Filme im eigenen Heim zu genießen...
Da sind ja einige kuriose Fassungen entstanden

Aldridge 05.12.2017, 11:15
Betreff: Re: Der letzte Film

Und vor allem, welche Kosten dafür seinerzeit aufgerufen wurden... Peinlicher Smiley

Das Nostalgie-Feeling ist aber bestimmt spitze. Wobei... Mitnehmindy ist doch bestimmt erst in den 90ern geboren worden, oder? Das hat für ihn ja weniger mit Nostalgie, als vielmehr mit Geschichtsunterricht zu tun. Grinsender Smiley

Plissken 05.12.2017, 12:07
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
Und vor allem, welche Kosten dafür seinerzeit aufgerufen wurden... Peinlicher Smiley

Das Nostalgie-Feeling ist aber bestimmt spitze. Wobei... Mitnehmindy ist doch bestimmt erst in den 90ern geboren worden, oder? Das hat für ihn ja weniger mit Nostalgie, als vielmehr mit Geschichtsunterricht zu tun. Grinsender Smiley
Lachender Smiley Ich kann mich noch an Anzeigen erinnern, wo über 100 Deutsche Mark für eine Videokassette aufgerufen wurden. Und das war damals ganz normal. Heimkino war eben Luxus...

Wir können doch froh sein, dass die Jugend sich für die Geschichte interessiert