Leusel 16.09.2017, 12:32
Betreff: Re: Der letzte Film

GotG 2 habe ich noch nicht gesehen, einfach, weil ich vom ersten bereits nichts mehr weiß, so hohl war der anscheinend. Finde sowieso, die ganzen Marvel-Filme sind ziemlich Hit oder Miss, auf jede Perle wie den neuen Spider-Man kommt ein Machwerk wie Ant-Man mit seichten Sprüchen und Haudrauf-Action. Ziehe da ganz klar die Comics mittlerweile vor. Zwinkernder Smiley

Pascal 16.09.2017, 14:18
Betreff: Re: Der letzte Film

Also GotG 1 ist für mich persönlich ein eindeutiger Hit. Über GotG 2 hingegen kann man IMHO durchaus geteilter Meinung sein. Da sehe ich den Film eher wie z.B. Aldridge, wenn auch eine winzige Spur positiver.

Plissken 16.09.2017, 14:38
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von horner1980:
WO DIE WILDEN MENSCHEN JAGEN (Hunt for the Wilderpeople)
Dem kann ich mich nur anschließen. Wirklich zauberhafter Film. Den dicken Jungen fand ich sogar noch besser als Sam Neill.

Und dann reihe ich mich mal bei den GotG2 Kritiken ein:
Irgendwie unterhaltsam, dabei aber auch völlig belanglos. Die verschenkten emotionalen Möglichkeiten, sowie die fragwürdige Kombination aus infantilem Humor und knüppelharter Gewalt tun ihr Übriges. Abgehakt...

horner1980 16.09.2017, 19:23
Betreff: Re: Der letzte Film

MALAVITA - THE FAMILY

Ein Film mit Robert De Niro, Michelle Pfeiffer und Tommy Lee Jones kann doch nicht schlecht sein, oder? Nope, kann er nicht. In dem Fall ist es der Verdienst der Schauspieler bzw ihrer Charaktere, die einem doch irgendwie total sympathisch sind. Ich mochte diese Familie, die FBI Agenten und auch den Charakter von Tommy Lee Jones. Genau das macht diesen Film so gelungen. Klar.. er ist nun kein "Ich lach mich wech"-Kracher, aber gerade das find ich gut. Okay, ich hatte aber dann schon viel Freude an der "Good Fellas"-Szene, auch dank des Mimenspiels von Tommy Lee Jones und Robert De Niro. Negativ kann man evtl sehen, dass das Amerika-Frankreich-Klischee-Spiel etwas zu sehr ausgereizt wurde, aber ehrlich.. ich fands witzig. Gegen Ende zum großartigen Finale zieht dann auch plötzlich die Spannung an und ja, ich hab da ganz schön mitgefiebert. Irgendwie hoff ich, dass es da auch mal eine Fortsetzung gibt, denn ehrlich gesagt fällte mir der Abschied von der Familie am Ende dann doch etwas schwer. Ja, sie sind mir ans Herz gewachsen und mit ihnen auch der Film.

horner1980 16.09.2017, 22:29
Betreff: Re: Der letzte Film

ARRIVAL

Im Grunde herrscht gerade ein WirrWarr an Gefühlen und Gedanken in meinem Kopf.
Es ist so, dass ich genau weiß, um was es in diesem Film geht, aber dieses zu beschreiben irgendwie nicht so einfach ist. Daher werde ich das auch nicht versuchen, sondern einfach nur das Gefühl nennen, mit dem mich der Film entlassen hat. Jedoch merke ich gerade, dass selbst das mir gerade schwer fällt.
Der Film zieht einem von der ersten Sekunde an in den Bann. Man verfolgt die Geschichte von Louise, gespielt von der so wunderbaren Amy Adams, und das ist es auch. Es ist ihre Geschichte.. ihre Geschichte von ihrem Leben. Das ist etwas, was diesen Film so besonders macht. Diese Reduzierung auf eine Person. Man rätselt mit ihr, so gut man kann.. man lächelt mit ihr.. man leidet mit ihr. Man stellt sich dieselben Fragen wie sie. Man entwickelt mit ihr gemeinsam diese Sympathie für die Aliens.
Ich hab ehrlich gesagt, in den letzten Jahren kaum eine bessere schauspielerische Leistung gesehen als die von Amy Adams. Sie überstrahlt einfach alles in diesem Film. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des Films. Es ist ihr Film.
Glaube, das ist auch die Kunst von diesem Film. Klar es geht auch um Sprachen und in zweiter Linie um Wissenschaft, aber trotzallem bleibt der Film menschlich und verstrickt sich nicht in irgendwelchen komplizierten wissenschaftlichen Theorien.
Auch die Musik von Jóhann Jóhannsson ist einfach nur brilliant. Klar.. das Max Richter Stück am Anfang und am Ende hat seine Wirkung, aber ehrlich gesagt.. gerade die Musik vom Isländer bleibt hier nach dem Film in Erinnerung.
Ja, das letzte Mal, als ich von einem Film so überrascht war, war bei "House of Sand and Fog", welcher dann zu meinem absoluten Lieblingsfilm wurde. Das ist nun bei "Arrival" nicht der Fall, jedoch ein Prädikat bekommt er schon von mir verliehen: Er gehört nun zu den Filmen, die ich als "Ein Lieblingsfilm" bezeichne.

Plissken 17.09.2017, 12:49
Betreff: Re: Der letzte Film

Life
Eine nette Alien-Variante mit schönen Sets, klasse Design und tollen Darstellern. Allerdings sollte man nicht zu viel Wert auf Logik und nachvollziehbare Handlungen legen. Beides wird nämlich innerhalb der ersten 5 Minuten über Bord geworfen. Zieht sich dann aber konsequenterweise durch den ganzen Film.
Unterm Strich ist Life so etwas wie Freitag der 13. oder Nightmare on Elm Street im All. Man fiebert mit dem Killer mit und ab einem gewissen Punkt will man einfach, dass das Alien alle Menschen erwischt.

Kalmanitas 17.09.2017, 13:52
Betreff: Re: Der letzte Film

Also verglichen mit den letzten Alien Filmen, fand ich Life erfrischend anders und auch um Längen besser. Dazu noch ein stimmungsvoller Score von Jon Ekstrand. Für meine Begriffe ein Top Paket. Aber so unterscheiden sich halt Geschmäcker.

Plissken 17.09.2017, 15:05
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Kalmanitas:
Also verglichen mit den letzten Alien Filmen, fand ich Life erfrischend anders und auch um Längen besser. Dazu noch ein stimmungsvoller Score von Jon Ekstrand. Für meine Begriffe ein Top Paket. Aber so unterscheiden sich halt Geschmäcker.
Covenant habe ich noch nicht gesehen, aber Prometheus ist in meinen Augen deutlich besser als Life. Zwar gibt es auch da die ein oder andere Stolperfalle in Sachen Logik, aber im Gesamtbild funktioniert der Film besser.
Trotzdem hatte ich meinen Spaß mit Life und werde ihn sicherlich wieder gucken. Aber ich fand ihn nicht besonders clever.

Aldridge 18.09.2017, 10:27
Betreff: Re: Der letzte Film

John Wick Chapter 2 - Wie erwartet: Der Film verliert in der Zweitsichtung etwas, denn es wird noch deutlicher: zu wenig Story, zu viel Ballerei. Was er aber richtig gut macht: das Worldbuilding. Deshalb für mich immer noch vor Teil 1. - 7 / 10

A Cure for Wellness - Optisch und atmosphärisch einfach ein (Alb-)Traum. Schön altmodischer Sanatoriums-Grusel und als solcher beinahe der böse Bruder von Manns Zauberberg. Extrapunkt für Score und Soundtrack. - 9 / 10

YouTube https://www.youtube.com/watch?v=3yJbSDxe2R4


treasurelane 18.09.2017, 10:31
Betreff: Re: Der letzte Film

Cure 4 Wellness liegt bei mir auch schon ca. 2 Wochen herum, will den endlich mal ansehen. :-)

Aldridge 19.09.2017, 11:14
Betreff: Re: Der letzte Film

Outside the Box - Typisch muffig-deutsch inszenierte Manager-Satire, die recht schnell aus dem Ruder läuft. Aber die in den ersten 15 Minuten komprimierten Klischees (und alle Szenen mit Richard "The Strain" Sammel) sind Gold wert. Übrigens noch bis Freitag online bei arte zu sehen. - 5 / 10

Toth 21.09.2017, 09:09
Betreff: Re: Der letzte Film

Escape from New York

Lang nicht mehr gesehen. Die Blu-Ray bietet solide Qualität und ein paar kleine, aber nicht uninteressante Extras. Der Film selbst steht als Erinnerung dafür, welch versierter, geradezu stilprägender Filmemacher Carpenter einst war. Extrem schade, dass er sein hohes Anfangsniveau nicht halten konnte.

Aldridge 21.09.2017, 10:53
Betreff: Re: Der letzte Film

Zusammen in Paris - Autor muss innerhalb von zwei Tagen ein Drehbuch schreiben und geht mit einer Schreibkraft ans Fabulieren. Gerade für die Entstehungszeit (1964) bemerkenswerte Grundidee, Spielhandlung und erdachte Handlung parallel laufen zu lassen und somit eine Meta-Ebene rund ums Filmemachen zu eröffnen - mit reichlich Anspielungen auf Filmproduktionen der Zeit inkl. Cameos von Marlene Dietrich (optisch), Frank Sinatra (akustisch) oder Tony Curtis (optisch und akustisch). Trotz spritziger Dialoge tritt die Handlung aber leider schnell auf der Stelle, gibt es albernes Treiben (Stichwort Vampire) und erschöpft sich Audrey Hephurns Rolle darin, große Augen zu machen und Grimassen zu schneiden. - 6 / 10

Zitat von Toth:
Extrem schade, dass er sein hohes Anfangsniveau nicht halten konnte.

Gewagte Aussage. Zwinkernder Smiley

Aldridge 24.09.2017, 21:21
Betreff: Re: Der letzte Film

Alien: Covenant - Ein Zwitter, der die undankbare Aufgabe hat, die Monster-Action eines Alien mit der Philosophie eines Prometheus zusammenbringen zu müssen. Das führt dazu, dass der Film zur Hälfte die Tonart wechselt und unentschlossen wirkt. Aber: Alles großartig inszeniert mit tollen Dialog- und genauso Terrorszenen. Ganz nebenbei installiert Ridley Scott mit Michael Fassbender einen beeindruckenden neuen Kino-Bösewicht. - 7 / 10

Kingsman: The Golden Circle - Abgefahrene Ideen im Familienpack, dazu einfallsreiche gefilmte Actionszenen, also eigentlich alles bestens. Leider tappt der Film in die Höher-Weiter-Schneller-Fortsetzungsfalle und ist etwa 20 Minuten zu lang. Das führt zu gehetztem Stillstand. Abzüge in der B-Note für die übertriebene und wenig elegante Gewalt. Pluspunkte für einige Gesangseinlagen und Elton. Macht in Summe... - 7 / 10

Europa Report - Erforschungs- und Erstbegegnungs-Science Fiction im Found Footage-Stil. Trotz geringen Budgets offensichtlich mit Herzblut umgesetzt und sorgfältig inszeniert. Dazu ein paar ordentliche Schauspieler. Hilft aber alles nichts, wenn die Story nicht stimmt. Und die ist so spannend wie ein Stück Brot inklusive schwachem Ende - 6 / 10

American Ultra - Erfrischend neue Idee, eine Agenten-Story mit einem Kiffer-Film zu paaren. Gab´s noch nicht, gibt Extra-Punkte. Jesse Eisenberg hatte auch sichtlich Bock drauf. Zudem gibt´s eine nette Kristen Stewart und - die veredeln jeden Film - John Leguizamo, Bill Pullman und Walton Goggins. Allerdings sind die Action recht generisch und die Story selbst überraschungsarm. Filmisches Zwischendurch-Häppchen. - 6 / 10

Aldridge 26.09.2017, 09:54
Betreff: Re: Der letzte Film

Terminator: Genisys - Angefixt durch die gestrige Diskussion in die Zweitsichtung genommen, und da hat er nochmals verloren. Die erste halbe Stunde macht Lust auf mehr, aber danach gibt´s nur noch übertriebene und generische Action und statt einer neuen Story lediglich Variationen des Bekannten. Emilia Clarke leidet am Kleine-Mädchen-Syndrom und ist zu keiner Zeit glaubhaft als Sarah Connor. - 5 / 10

American Psycho - Mit der Verfilmung des Kultbuchs eine Wissenslücke geschlossen. Großartige Umsetzung der Satire aufs 80er-Jahre-Yuppietum, welche eine herrlich entmenschlichte Atmosphäre schafft, die eine explizite visuelle Darstellung von Grausamkeiten gar nicht mehr nötig hat. Christian Bale IST Patrick Bateman und schafft einen erstaunlichen Spagat zwischen den wahnsinnigen und den humorigen Seiten seiner Figur. - 9 / 10

Pascal 26.09.2017, 10:22
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
Terminator: Genisys - Angefixt durch die gestrige Diskussion in die Zweitsichtung genommen

Dein schriftlich formulierter Eindruck deckt sich zu 100% mit meiner eigenen Meinung nach der Erstsichtung. Aus desem Grund habe ich bislang auch noch kein 2tes Mal reingeschaut. Thumbs down

Aber warum bekommt de Film bei Dir trotzdem noch 50%? Bei mir würde dies bedeuten, dass die guten und schlechten Eindrücke ausgewogen vertreten sind.

Aldridge 26.09.2017, 10:41
Betreff: Re: Der letzte Film

Ja, genau das beachte ich immer: Das Gute im Schlechten und das Schlechte im Guten sehen. Kein Film (ok, nur wenige Filme) ist total schlecht.

In diesem Fall: Genisys bringt einen schon ganz ok über die Zeit. Den Anfang fand ich gut, wenn auch nicht gut inszeniert, der Start im Jahr 1984 liefert genau das, was er sollte (Nostalgie für die ollen Fans), und später gibt es auch noch ein paar ordentliche Szenen, etwa das Wett-Waffenladen zwischen Jay Courtney und Arnold zu der Musik. 4 / 10 oder 3 / 10 passt dann schon eher auf einen Film, der wirklich versagt.

2015 kamen ja noch andere Franchise-Filme ins Kino, welche die Story ihrer großen Vorgänger lediglich variiert oder sogar kopiert haben, z.B. Jurassic World oder vorneweg The Force Awakens. Verglichen damit bemüht sich Genisys ja sogar noch um etwas Eigenständigkeit. Irgendwie... Zwinkernder Smiley

Leusel 26.09.2017, 11:41
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Aldridge:
2015 kamen ja noch andere Franchise-Filme ins Kino, welche die Story ihrer großen Vorgänger lediglich variiert oder sogar kopiert haben, z.B. Jurassic World oder vorneweg The Force Awakens. Verglichen damit bemüht sich Genisys ja sogar noch um etwas Eigenständigkeit. Irgendwie... Zwinkernder Smiley

Wunder mich nur, was sie dann bei Teil 6 groß anders machen wollen. Arnie und Hamilton sind ja auch wieder dabei. The Terminator Awakens? Zwinkernder Smiley

Pascal 26.09.2017, 11:57
Betreff: Re: Der letzte Film

@Aldridge: lieben Dank für die zusätzliche Erklärung, wie man die Benotung zu verstehen hat.

Das macht ja jeder ein wenig anders. Bei mir bekommen wirklich versagende Filme 0/10 oder maximal 1/10 Punkte. 5/10 bekommt hingegen ein Film, der keine nennenswerten "Fehler", aber auch nur wenige Glanzlichter zu bieten hat - ein durchschnittlicher Film also, bei dem ich nicht umschalte, wenn er im Fernsehabendprogramm zu sehen ist. "Genisys", den ich textlich absolut genauso wie Du beschreiben würde, bekäme dementsprechend bei mir 3/10 Punkte, was für mich enen deutlichen Abstand zu den 0/10 und 1/10-Filmen bedeutet.

Aldridge 26.09.2017, 13:15
Betreff: Re: Der letzte Film

Ja, deshalb habe ich es bislang immer für totalen Kappes gehalten, Filme auf einer Punkteskala zu bewerten. Ein Bild bewertet man ja auch nicht mit Punkten so nach dem Motto: Mona Lisa: 7 / 10, Der Schrei 8 / 10, Sitzende Frau 3 / 10, Der Sohn des Menschen 10 / 10 etc. Da ich aber meine Rezensionen stark verkürzt habe mangels genereller Resonanz, bin ich dann doch zum Punktesystem übergegangen.

Keine Fehler, keine Glanzlichter, ein Film, bei dem ich nicht umschalte - das trifft für mich ganz gut auf Genisys zu. Er hätte in vielerlei Hinsicht besser sein können. Das Drehbuch ist unnötig verschwurbelt, die Besetzung teilweise unglücklich (wobei ich Jai Courtney definitiv nicht fehlbesetzt finde), die Inszenierung schwerfällig etc. etc. Aber andererseits haben sich die Macher schon irgendwie Gedanken darüber gemacht, was sie servieren. Und Schauwerte hat es zweifellos auch einige.

Was in Teil 6 nun wirklich anders sein soll, weiß ich auch nicht mehr. Vielleicht finden Cameron und Miller ja noch einen Dreh, wenn sie direkt an T2 andocken. Vielleicht einfach John Connors Geschichte linear weitererzählen zu Beginn der Apokalypse oder so...