| Aldridge | 11.07.2017, 11:38 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Na, endlich spricht mal einer aus, dass Ingruber kein Schauspieler ist. ![]() Into the Storm (Deutsch: Storm Hunters) - Kameras! Überall Kameras! In Amerika hat´s mehr Kameras als Menschen! Und jeder Amerikaner filmt alles, was um ihn herum geschieht. Zumindest kann man den Eindruck gewinnen, wenn man Into the Storm schaut. Ok, ok, bei einem Found Footage-Film muss das natürlich so sein. Aber wenn das so penetrant ausgebreitet wird wie hier, schrammt das haarscharf an der Parodie vorbei. Ein Katastrophenfilm also, quasi aus der Perspektive der Beteiligten - das klingt auf dem Papier zunächst mal ganz gut. Leider tut sich Into the Storm dann insbesondere in der ersten Hälfte erstaunlich schwer, seine Zuschauer auch wirklich auf den "Ride" mitzunehmen. Was vermutlich daran liegt, dass sich der Film zunächst mal in Ruhe auf die Vorstellung seiner Figuren konzentriert, diese aber etwa so interessant und vielschichtig geschrieben sind wie Broccoli. Zugegeben: Auch Jan de Bonts Twister vor knapp 20 Jahren glänzte nicht mit einer sonderlich tiefschürfenden Story. Aber der hatte immerhin Humor und machte auch keinen Hehl daraus, dass er einfach Spaß bereiten wollte. Bei Into the Storm dagegen wird das alles etwas zu ernsthaft und getragen dargeboten. Damit aber genug gemeckert. In der zweiten Hälfte nimmt der Film dann ordentlich an Fahrt auf und hält endlich, was der Titel verspricht. Dann setzt es einen Tornado nach dem anderen, so dass man über die Schwächen gerne hinweg sieht. Trotzdem - leider - einer dieser halbgaren Streifen, die man sich mal anschauen kann, aber vermutlich bereits nach zwei Wochen wieder vergessen haben wird. |
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| Aldridge | 14.07.2017, 10:26 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Hidden Figures - Eine dieser wahren Begebenheiten, die eigentlich zu gut sind, um wahr zu sein. Erzählt wird die Geschichte dreier schwarzer Mathematikerinnen und Physikerinnen, die zur Zeit der Rassentrennung nicht ganz unwesentlich dazu beigetragen haben, dass die NASA im Wettlauf zum Mond überhaupt einige Menschen ins All bekommen hat. Verkannte Genies, die aufgrund ihrer Hautfarbe permanent diskriminiert werden und trotzdem unbeirrt ihren Weg gehen, bis sie die verdiente Anerkennung bekommen - die Grundkonstellation sorgt also für genug "Reibung", um von Anfang bis Ende zu fesseln. Die große Stärke des Films liegt dann darin, dass er vor allem unterhalten und mit dem ernsten Thema gute Laune verbreiten will. Anstelle eines grüblerischen Lehrstücks über alte Ungerechtigkeiten bereitet Hidden Figures seinen Zuschauern etwa ab der Hälfte einen emotionalen Orgasmus nach dem anderen, wenn bei der NASA peu à peu die Barrieren zwischen Schwarz und Weiß fallen und die drei Hauptfiguren ihre kleinen, zweifellos hochverdienten Siege feiern. Damit macht es der Film einem zugegeben recht leicht, ihn zu kritisieren, wenn man ihn denn kritisieren wollte. Etwa dass die weißen "Antagonisten" in Person von Kirsten Dunst und Jim Parsons so nicht existiert haben und extra unsympathisch konstruiert wurden. Oder dass die vollkommen auf ihre Arbeit konzentrierten Damen dem amerikanischen Ideal des Karrieristen entsprechen, während ihr privates Leben mit ihren Familien nur am Rande abgehandelt wird. Spielt ausnahmsweise mal keine Rolle, denn Hidden Figures ist eine leichtfüßige Geschichtsstunde, die sogar Lust auf Wissenschaft macht. Die NASA arbeitete beim Film übrigens mit und hat eine eigene Seite mit interessanten FAQs online gestellt, die auch ganz gut über Realität und Fiktion bzw. Vereinfachung im Film informiert: https://www.nasa.gov/modernfigures/faq |
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| Aldridge | 14.07.2017, 19:33 |
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Betreff: Re: Der letzte Film The Lego Batman Movie - LUSTIG! * (*Flacht zum Ende hin deutlich ab. TROTZDEM LUSTIG!) |
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| Aldridge | 16.07.2017, 01:13 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Legend of Tarzan - Das eigentlich Faszinierende an der Neuauflage von Edgar Rice Burroughs´ klassischem Dschungelbuch-Rip-off ist die Background-Geschichte. Harry Potter-Regisseur David Yates und seine Autoren haben sich die Ausbeutung des Kongo durch König Leopold von Belgien als Hintergrund für das neue Abenteuer des Lianen-Schwingers ausgesucht. So hat es den Bösewicht Leon Rom (Christoph Waltz) wirklich gegeben, der zunächst Joseph Conrad als Vorlage für Mr. Kurtz in Herz der Finsternis diente und dann in Apocalypse Now zum Colonel befördert wurde. Auch Tarzans Begleiter George Washington Williams (Samuel L. Jackson) ist eine reale Figur, ein amerikanischer Bürgerkriegs-Veteran, der damals die Zustände im Kongo angeprangert hatte. Insofern besaß Legend of Tarzan eine reizvolle Ausgangsbasis - gerade Young Indy-Fans sollten das Spiel mit Realität und Fiktion schätzen. Leider macht der Film nichts draus. Ok, die Bilder der 180 Mio. Dollar teuren Produktion sind sehr hübsch, die CGI-Tiere sogar ganz nett gelungen. Ausgerechnet Alexander Skarsgård als Titelheld bleibt aber über die gesamte Laufzeit distanziert und irgendwie leblos. Seine bekannte "Origin" wird komplett in Flashbacks gepackt, die zuverlässig und wiederholt den Erzählfluss ausbremsen. Ansonsten darf er wahlweise mit einigen Tieren kämpfen oder kuscheln, sinnträchtig in den Dschungel stieren, ein übertrainiertes Six-Pack präsentieren - und beim computerverstärkten Lianenschwingen frappierend an Spider-Man erinnern. Jane Porter (Margot Robbie) ist nicht etwa eine emanzipierte Neuinterpretation, sondern wird recht schnell zur Damsel in Distress mit dekorativem Äußerem, aber ohne gute Dialogzeilen verdammt. Und Waltz sowie Jackson spielen... nun ja, Waltz und Jackson. Hinzu gesellt sich der unschöne Eindruck, dass der Film an einigen Stellen doch arg zusammengeschnippelt wurde, wohl um familientauglicher zu sein und sein völlig übertriebenes Budget wieder einspielen zu können. Ein Beleg dafür dürfte auch die knappe Laufzeit sein, die den Versuchen des Streifens, so etwas wie ein Epos darzustellen, effektiv entgegenwirkt. Also ein Abenteuerfilm, der nette Bilder bietet, aber eben auch nicht viel mehr. Um noch kurz die unweigerliche Rassismus-Debatte zu streifen: Ja, da turnt ein blonder und blaublütiger Übermensch durch den Dschungel und rettet den schwarzen und passiv-blöden Wilden sowohl Leben als auch Land. Tarzan ist halt so konzipiert - quasi ein früher Superheld aus kolonialen Zeiten. Wie man diesen Ansatz sinnvoll umdreht und damit gekonnt die Perspektive verschiebt, hat Hugh Hudsons Greystoke aus dem Jahre 1984 mit einem jungen Christopher Lambert gezeigt. Aber so etwas spielt halt nicht in der Blockbuster-Liga... |
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| Aldridge | 16.07.2017, 14:54 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Logan - Zweitsichtung und als solche beinahe noch packender als beim ersten Mal. James Mangold hat da einen durch und durch melancholischen Abgesang aufs Genre inszeniert. Dreht sich um Themen wie Verantwortung, Verlust und Schuld und hat mit seiner staubigen Trostlosigkeit und den entsättigten Farben deutlich mehr von einem (Neo-)Western im Stil von Unforgiven als von einem Superhelden-Film. Hugh Jackman und Patrick Stewart bekommen endlich die Gelegenheit, in gleich mehreren Kammerspiel-artigen Szenen zu brillieren und ihre eigene Rolle im bisherigen Latex-Reigen zu reflektieren. Während Jackman glaubhaft an seinen Superkräften zugrunde geht, liefert insbesondere Stewart als schuldbeladener, aber langsam in die Demenz abgleitender Professor Xavier reichlich Gänsehaut. Das alles wird dann selten, aber dafür umso ruppiger von einigen heftigen Gewaltausbrüchen unterbrochen. Das Splatterfest hätte es in den Actionszenen zwar nicht unbedingt gebraucht, letztlich unterstreicht es aber noch die recht gnadenlose Atmosphäre - und außerdem kriegt der Zuschauer nun erstmals so richtig gezeigt, was Wolverine mit seinen Adamantium-Klingen so anstellen kann. Das Drehbuch leistet sich lediglich eine Schwäche, nämlich durch den Auftritt der Farmer-Familie. Aber letztlich ist auch das ein bewusst gesetztes Westernelement, das einige starke emotionale Elemente ermöglicht. Der Schluss ist dann nur noch konsequent. Wenn man nun knapp 20 Jahre auf den ersten, zweifellos ebenfalls geglückten X-Men-Film zurückschaut und mit diesem Film vergleicht, dann haben die Mutanten im Kino echt eine lange Reise hinter sich. |
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| Aldridge | 17.07.2017, 00:02 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Die erste Resident Evil-Verfilmung feiert dieses Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum. Also ist es an der Zeit für eine Retrospektive der Reihe. ![]() Resident Evil - Zunächst einmal: Regisseur Paul W. S. Anderson (nicht zu verwechseln mit seinem verkopften Namensvetter Paul Thomas Anderson) ist ein B-Filmer. Der Mann dreht für verhältnismäßig moderate Budgets verhältnismäßig stylische Filme. Wer das akzeptiert, der kann sich auch ganz entspannt dem ¼uvre des Mannes nähern. Und Resident Evil, die erste Verfilmung der gleichnamigen Videospielreihe, ist dabei sogar ein ziemlich gelungener Vertreter. Anderson jedenfalls verlässt sich nicht allein auf die Lizenz des bekannten Markennamens, sondern findet eine durchaus eigenständige Ästhetik für das splatterige Zombie-Treiben. Die Bilder sind zuweilen in giftig orange-grüne Farben getaucht und die Sets - der Film wurde zu einem Großteil in Berlin gedreht - wirken hübsch steril und geben gut die bedrohliche Atmosphäre im unterirdischen Komplex der bösen Umbrella-Corporation wieder. Dabei ist Andersons Drehbuch durchaus konsequent, indem es den Level-Aufbau eines Computerspiels übernimmt und sich einige markante Herausforderungen ausdenkt, etwa die Laser-Falle auf dem Weg zur Künstlichen Intelligenz Red Queen (ein Beispiel für die zahlreichen Verweise auf Lewis Carrolls Alice). Ein großer Pluspunkt ist dann auch noch die Hauptdarstellerin Milla Jovovich, die hier eine starke, aber eben nicht unbesiegbare Action-Heroine abgibt (in der Hinsicht waren die frühen Nuller Jahre sowieso bemerkenswert, man denke nur an Kate Beckinsale in Underworld). Wie gesagt: Das alles ist nicht Shakespeare, sondern ganz klar in der Kategorie Guilty Pleasure anzusiedeln. Aber Resident Evil ist dem obligatorischen Gemurre der Computerspiel-Puristen zum Trotz gut gemachte Horror-Unterhaltung. Nicht umsonst hat der Streifen zusammen mit Danny Boyles 28 Days Later eine bis heute anhaltende Renaissance des Zombie-Films eingeläutet. |
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| Aldridge | 18.07.2017, 00:06 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Resident Evil: Apocalypse – Macht genau dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat, und erweitert etwas die Zombie-Spielwiese. War der erste Teil noch auf den Umbrella-Hive begrenzt, fallen die Untoten nun über Raccoon City her. Mittendrin Milla Jovovich, dieses Mal mit Verstärkung und dem Auftrag, ein Kind aus dem ramponierten Stadtgebiet zu bergen. Moment mal. Eine zerstörte Stadt? Marodierende Horden? Rettungsmission? Apokalypse-Feeling? Ja, das alles klingt nicht ohne Grund seltsam vertraut, denn streckenweise erinnert Resident Evil: Apocalypse an den mutierten kleinen Bruder von John Carpenters Die Klapperschlange. Und optisch kriegt Regie-Debütant Alexander Witt, der davor und danach bei ganz ansehnlichen Blockbustern als Second Unit Director tätig war, das alles auch ganz gut auf die Reihe. Die Bilder sind hübsch düster, Raccoon City hübsch verwüstet, die Zombies hübsch ekelig und oben drauf gibt’s Actionszenen im damals noch angesagten Matrix-Style. Dennoch: All die Zombies und Mutanten, die es da zu bekriegen gilt, kommen einfach nicht über die Funktion von Schießbudenfiguren hinaus. Es wird aus allen Rohren geballert, allein von Spannung ist keine Spur. Hinzu gesellen sich dann mit fortschreitender Handlung einige besondere Blödsinnigkeiten: So beginnt ein Priester in einer Kirche nicht mal einen vollen Tag nach dem Ausbruch des Zombie-Virus damit, seine infizierte Schwester mit Menschenteilen zu füttern. Und wohin fliehen unsere Protagonisten zuerst, wenn die Toten auferstehen und man sich in Sicherheit bringen will? Genau! Auf den örtlichen Friedhof. Egal, aufgrund der charmanten Schauwerte für den geneigten B-Fan trotzdem zu empfehlen. Level 2 in der Filmserie geschafft. |
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| Aldridge | 24.07.2017, 22:47 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Resident Evil: Extinction - Zombie-Apokalpyse im schnellen Vorlauf. Fünf Jahre sind seit dem zweiten Teil vergangen, und der T-Virus hat die Zeit gut genutzt, um - so erzählt es Alice zu Anfang aus dem Off - alles Leben auszulöschen und die Erde zu verwüsten. Ob es nun besonders logisch oder zwingend ist, dass wirklich alles und jeder für einen Zombie-Virus anfällig ist, sei mal dahin gestellt. Aber der Gedanke reicht Autor Paul Anderson und Regisseur Russel Mulcahy immerhin als Vorwand, um die Horrormär in ein sandiges Mad Max-Szenario mit ein bisschen Western-Feeling zu verlagern. Moment mal - Russel Mulcahy? Jupp, genau der. Der Highlander-Regisseur feiert mit dem dritten Resident Evil ein kleines Comeback und zeigt noch mal, dass er ursprünglich Musikvideos gedreht hat. So findet er trotz des moderat bemessenen Budgets doch hübsche und hübsch-scheußliche Bilder, etwa in einer kleinen Hommage an Hitchcocks Die Vögel. Und er treibt die im Grunde sehr vorhersehbare Zombie-Schlachtplatte recht rasant voran. Dabei fällt wie in den vorherigen Teilen erneut positiv auf, dass auch dieser Resident Evil von einigen starken - wenn auch mit schlechten Dialogen bestückten - Frauenfiguren dominiert wird. Wobei Milla Jovovich (in selbst designten Klamotten) und Ali Larter einfach zum Niederknien aussehen. Quadratschädel wie Oded Fehr haben da wenig zu melden. Kurzum: Aufgrund des launigen Genre-Mischmasch und dank starker Kontraste zwischen Endzeit und Hightech bislang der abwechslungsreichste und kurzweiligste Teil in der Reihe. Extrapunkt für das White Rabbit-Cover im Abspann, das mal wieder einen kleinen Verweis auf Lewis Carroll bietet. |
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| Kalmanitas | 26.07.2017, 07:50 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Dunkirk Haben uns gerade im Chinese Theatre den Film Dunkirk in Imax angesehen, und ohne jetzt ins Detail zu gehen (dafür muss ich mir in der Tat mal ein paar ruhige Minuten Zeit nehmen) kann ich mit Recht behaupten, dass diese 106 Minuten wohl mit Abstand die "most intense" Filmminuten waren, die ich je in einem Kinosaal verbracht habe. Der Film bekommt von mir ohne "wenn und aber" die volle Punktzahl und ich kann ihm nur meine allerhöchste Empfehlung aussprechen! Two thumbs up! Aber sowas von...! |
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| Aldridge | 29.07.2017, 17:47 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Assassin´s Creed - Eigentlich die perfekte Videospiel-Verfilmung. Perfekt aber aus den falschen Gründen. So blutarm, steril und gefühlskalt viele Zwischensequenzen in Spielen wirken, so distanziert und unspannend fällt auch das Kino-Abenteuer rund um Assassinen (Attentäter, aber paradoxerweise gut) und Templer (elitär und damit logischerweise böse) aus. Woran das liegen mag? Da wäre zunächst mal die Handlung, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und herspringt und deshalb nie in Fluss kommt. Da wären die Figuren, die irgendwie nur handeln, ohne zu fühlen oder - was echte Charaktere nun mal so machen - auch gute Dialogzeilen auszutauschen. Dann wäre da die Optik, die im Grunde hübsch aussieht, wenn man denn durch die stets dunstigen, lensflarigen und dunklen Bilder auch mal was erkennen kann. Und dann wäre da zu guter Letzt die Soundsoße, die der Bruder des Regisseurs Soundtrack nennt und einfach über die Szenen kippt ohne Gespür für Dramaturgie. Was vergessen? Ach ja, die Bedrohung: Der Menschheit soll mittels eines Apfels der freie Wille genommen werden. Geht´s noch abstrakter und unbestimmter? Schade eigentlich, denn Geld war genug vorhanden. Und mit Michael Fassbender, Jeremy Irons und Brendan Gleeson hatte man wirklich gute Schauspieler an der Hand, die hier aber nur nett inszenierte Kleiderständer geben. So ziehen sich die zwei Stunden Laufzeit recht unmotiviert dem abrupten und ziemlich dreist auf Fortsetzung getrimmten Ende entgegen. |
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| Kalmanitas | 29.07.2017, 19:48 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Hmmm, ich fand den Film (Assassin's Creed) eigentlich ganz unterhaltsam. Kannte das Videogame nicht und wusste von daher gar nicht, was auf mich zukommt. Den Score fand ich übrigens im Film schon ganz nett und nach mehrmaligem Hören gefällt er mir sogar um einiges besser. Naja, Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich |
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| Aldridge | 29.07.2017, 20:00 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Ja, vielleicht war ich einfach nicht in Stimmung. Normalerweise kann ich auch halbgaren Filmen was abgewinnen. Aber heute verlangten die zwei Stunden irgendwie echt Sitzfleisch... |
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| Leusel | 30.07.2017, 09:14 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Also man merkte dem Film ganz stark an, das er was für die Kenner der Videospielreihe war. Wäre ich kein Zockerling, ich hätte auch keine (oder ebenso wenig) Freude wie du an dem Film gehabt. Insgesamt empfand ich ihn als nettes Beiwerk zu den Spielen, in der Mitte des Films war es nur ein bisschen viel Gekloppe, Soundtrack war ziemlich stark. Ich würde mich über einen zweiten Teil freuen, allerdings war der Streifen ja jetzt nicht so erfolgreich... |
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| Aldridge | 30.07.2017, 10:54 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Erstaunlich, dass ihr den Score so gut fandet. Das war doch ein wabernder Underscore mit ein paar Trommeln und ein paar Streicherostinati, um stellenweise Action vorzutäuschen. Gerade im Abspann ohne Bilder wurde sehr deutlich, dass man da eigentlich nur "Ton" im Ohr hat. Aber ok, vielleicht hatte ich auch einfach zu oft Brian Tylers "Black Flag" gehört und deshalb mehr erwartet... |
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| Aldridge | 30.07.2017, 12:21 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Resident Evil: Afterlife - Zunächst mal die größte Überraschung: Alice spricht! Ok, ok, die Hauptfigur der Resident Evil-Reihe hat sich auch in den vorherigen Teilen mal mit den anderen Charakteren ausgetauscht, aber das war doch eher Rumpfkommunikation zwischen den Actionszenen. Der vierte Teil dagegen hat tatsächlich so etwas wie Charaktermomente mit Dialogen, die über mehr als zwei Sätze gehen. Jetzt mag man sich fragen, wie gut eine Filmreihe sein kann, bei der man als Zuschauer dieses kleine Einmaleins des Geschichtenerzählens positiv hervorheben muss. Aber die Resident Evil-Filme spielen halt in der Liga "Guilty Pleasure" und punkteten bislang mit der Optik. Tatsächlich gibt Afterlife wieder reichlich aufs geneigte Nerd-Auge und legt, was den stilisierten Videospiel-Look angeht, noch mal eine Schippe drauf. Paul W.S. Anderson kehrt nach dem ersten Teil auf den Regiestuhl zurück und macht gar keinen Hehl daraus, dass er mit dem Franchise auf den 3D-Hype aufspringen will, der ein Jahr nach Avatar durchs Kino schwappte. Da setzt es also geschäftstüchtigerweise extreme Zeitlupen mit genauso extremer Tiefenschärfe und Action, die klar auf Popout-Effekte ausgelegt ist. Mit Erfolg, denn atmosphärisch kann Afterlife absolut punkten und macht - gestützt vom Industrial-Score der Soundtüftler Tomandandy - richtig Spaß. Storytechnisch herrscht dagegen Stillstand, denn der vierte Teil bringt die Geschichte rund um Alice bis zum offenen Ende null voran. Dabei fallen spätestens jetzt auch ziemliche Inkonsistenzen im "Worldbuilding" auf. Hat aber trotzdem mal wieder Laune gemacht. Eine Frage habe ich mir aber mehr als bei den anderen Teil gestellt: Warum und wozu betreibt die Umbrella Corporation eigentlich noch diesen ganzen Aufwand? Es gibt einfach keine Menschen mehr, die sich beherrschen lassen, geschweige denn die Produkte des Konzerns kaufen können... |
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| Mile | 30.07.2017, 12:45 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Captain Kronos - Vampirjäger Ein Horrorfilm aus der Schmiede der "Hammer"-Studios. Ich war überrascht einen Deutschen in der Titelrolle zu sehen, nämlich niemand geringeren als Horst Janson (Der Bastian). Und das gar nicht mal schlecht. Janson spielt den Titelhelden Kronos etwas "Badass" (zumindest für die frühen 70er) und verleiht ihm sogar eine gewisse Coolness. Der Film selber bietet eine "klassische" Vampirjägergeschichte, aber mit einigen netten Abwandlungen und eigenen Ideen. (Stichwort: Frösche) Der Vampir ist diesmal weniger auf Blut aus, vielmehr entsaugt er seinen Opfern die Jugend um sich selbst ewig frisch zu halten. Was mir besonders aufgefallen ist: Das Blutspritzen, wenn die Kamera sich vom eigentlichen Geschehen abwendet und nur das Resultat der Gewaltszenen in Form von Blutspritzern an Wänden, Fenstern oder auf Lampenschirmen zu sehen ist. Ansonsten hat Kronos auch einige Mantel- und Degen-Elemente und der gute Horst Janson hat einige Gelegenheit, mal mehr mal weniger gut Choreografierte Fechtszenen zu bestreiten. Captain Kronos sollte eigentlich der Auftakt zu einer ganzen Serie sein, was leider aufgrund ausbleibenden Erfolgs nicht realisiert wurde. Alles in allem ein netter Genrefilm, der 7 von 10 Holzpflöcken verdient. |
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| Plissken | 01.08.2017, 17:30 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Zitat von Mile: Prime sei Dank? Captain Kronos - Vampirjäger Jedenfalls ein sehr cooler Film mit netter Vampir-Variante und einer abenteurlastigeren Grundstimmung, als andere Hammer-Produktionen. Fortress - Die Festung Die Zukunft. John Brennick und seine Frau Karen werden an einem Grenzposten festgenommen. Karen ist schwanger und verstieß gegen die Ein-Kind-Regel. Auf der Flucht macht sich auch John strafbar und beide werden in die Festung deportiert. Dort herrscht ein raues Regime. Für John steht fest, er muss schnellstmöglich wieder hinaus. Stuart Gordons Sci-Fi Knastfilm hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Das wird vor allem immer dann deutlich, wenn die doch recht betagten Computergrafiken auf den Bildschirmen erscheinen. Auch sind einige Props und Kulissen deutlich kostengünstig hergestellt. Auch das Erzähltempo wird dem heutigen Publikum wohl etwas fremd vorkommen. Keine schnellen Schnitte und lange Szenen zögern so manche Entwicklung hinaus. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch. Der Film kann auch heute noch unterhalten. Das liegt größtenteils an dem recht anschaulichem Cast. Neben Christopher Lambert und Kurtwood Smith, begeistern vor allem Loryn Locklin, Jeffrey Combs und Clifton Collins Jr.. Nameless Media brachte den Film dieses Jahr zum ersten Mal uncut und in HD auf den deutschen Markt. Dazu die Neueinstufung der FSK, und dem geneigten B-Movie Sammler sind keine Steine mehr in den Weg gelegt, sich diese Perle ins heimische Wohnzimmer zu holen. |
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| Mile | 01.08.2017, 18:15 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Zitat von Plissken:
Jepp, Prime sei dank. Gerade die Backlist wird ja immer weiter ausgebaut, da findet man mittlerweile echte Raritäten.Fortress habe ich auch schon ewig nicht mehr gesehen. Wäre aber durchaus mal einen Re-watch wert, ich mochte Christopher Lambert immer gerne. |
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| Plissken | 01.08.2017, 18:37 |
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Betreff: Re: Der letzte Film Zitat von Mile: Amazon haut da wirklich einige Perlen raus. Auch die Farbfassung von Graf Zaroff ist guckbar
![]() Die BR von Fortress ist auch relativ günstig. Da lohnt sich eine kleine Zeitreise |
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