Jens 10.01.2011, 20:58
Betreff: Re: Der letzte Film

Nur für den Fall, dass das "andere" Ende jemanden interessiert (liegt wie gesagt auf Englisch in der Zweier-DVD-Fassung vor und entspricht dem verlauf der Romanvorlage) und nicht allen bekannt sein sollte:

switch Spoiler:


Dieses Ende hätte dem Film meiner Meinung nach gut getan und einige andere Szenen - wie z.B.
switch Spoiler:
und
switch Spoiler:
- verständlicher werden lassen. Schade drum.

Dark Hunter 10.01.2011, 21:32
Betreff: Re: Der letzte Film

Zitat von Lacombe:
Zitat von Dark Hunter:
Was Toth über den Ruf des Films und Kinos schrieb, kann ich m. E. auch nachvollziehen. Kino ist in den Köpfen der meisten halt seichte Unterhaltung und selbst Film dürfte für die Wenigsten als Kunst oder Kultur gelten. Dabei vergessen eben viele, die Mozart und Konsorten für Hochkultur halten, dass dieser und viele seiner Kollegen zu ihrer Zeit auch eher mainstreamige "Popkultur" waren und erst Post-Mortem derart in den Kulturhimmel erhoben wurden.

Wie gesagt sieht man das in Frankreich anders. Auch Indy4 ist dafür ein Beispiel. Wurde im Juni 2007 die Tatsache, dass nach 19 Jahren Pause wieder ein Indyfilm gedreht wird, in Deutschland allenfalls in Boulevard-Magazinen à la "Explosiv" mal zwischendurch erwähnt (eingebettet in die letzte Schönheits-OP von Victoria Beckham und das nächste Hodenpiercing von Marylin Manson), so war dies den Franzosen einen mehrminütigen Bericht in den Hauptnachrichten wert. Auch sonst kommen ständig Beiträge über die "septième art". In Deutschland gibt es einfach viel mehr (vor allem ältere) Leute, die das Kino nicht mit derselben Ernsthaftigkeit studieren.


Eben, ist halt ein dt. Phänomen. Wobei älter, relativ ist. Auch wenn man nicht über Diskussionen aus anderen Foren breit diskutieren sollte, so fiel mir neulich im PSW eben genau dies auf, als dort mal erwähnt wurde SW TESB wurde nun in eine US Liste für erhaltenswerte Kulturgüter aufgenommen. Da fanden sich dann auch eben genau diese Stimmen, welche es partout nicht begreifen, wie etwas, wie ein Film überhaupt Kunst und erhaltenswert sein kann, weil der doch "nur" unterhalten will. Da musste ich in Anbetracht dessen, was die meisten "großen Künstler" jedweder Epoche mit ihrer Arbeit beabsichtigten nur schmunzeln.

@Jens interessant, dieses "originale Ende" wäre wirklich weitaus besser gewesen. Aber ich nehme an, eine "dunkle Legende" und Angst vorm Schwarzen Mann sind nicht das, was man in Hollywood unter gutem Ende versteht und den Zuschauern bei Will Smith Filmen zumuten mag.
Da war man selbst damals beim Omega Man schon weiter, vom Last Man on Earth ganz abgesehen.

Raider 11.01.2011, 10:15
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich würde sagen das andere Ende liegt wohl vor allem an zwei Dingen:
1. Die Leute in den USA stehen halt einfach auf sowas, dass sich der Held des Films opfert, damit der Rest der Leute bzw. der Menschheit überleben kann. Ich würde sagen mindestens jeder zweite Endzeit- oder Katastrophenfilm ist so aufgebaut. Und wenn sie im Film nicht sterben, dann laufen zumindest augenscheinlich in den sicheren Tod.

2. In den USA muss man peinlichst darauf achten, dass man sich nicht gegenüber einer bestimmten ethnischen Gruppe negativ äußert oder diese schlecht dastehen lässt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es Leute in den USA gegeben hätte, die diesen Film als rassistisches Machwerk dargestellt hätten. In der Logik dieser Leute formuliert, hatte das Ende gezeigt, dass die "weißen" nur in Frieden leben wollen und der schwarze Mann der böse ist. Dies könnte vielleicht sogar der stärkere der beiden Gründe sein. Produzent, Filmfirma und Regieseur wollten sich einfach nicht in die Nesseln setzen.

Aldridge 11.01.2011, 10:41
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich habe den Film letztens nicht gesehen, deshalb nicht alle Details frisch im Kopf. Aber war es nicht so, dass die weibliche Figur behauptet hat, sie sei von Gott geleitet worden oder so ähnlich? Und sagt sie nicht später auch in einem Off-Text, das Gegenmittel von Neville sei sein Vermächtnis an die Menschheit? Wenn das so sein sollte, dann spiegelt der Film eigentlich nur den reaktionären Gottesglauben wider, den es in den USA zwar schon immer gegeben hat, der aber gerade seit dem 11. September wieder stärker spürbar war. Die Moral von der Geschichte wäre dann auch in diesem Fall, dass jegliche Bedrohung von außen zu meistern und die Erlösung nahe ist, wenn man nur glaubt. Der Wissenschaftler (Smith), der allein an die Naturgesetze glaubt und dadurch schon die Katastrophe verantwortet hat, geht hops, die Gläubige (die zuckersüße Alice Braga) darf überleben. Oder mit anderen Worten: Das originale Ende ist viel, viel besser. Zwinkernder Smiley

Aber das ist natürlich nur eine Interpretation. Habt ihr eigentlich von den Plänen gehört, dem Film ein Prequel zu spendieren? Das fände ich überhaupt nicht reizvoll.

Plissken 15.01.2011, 17:41
Betreff: Re: Der letzte Film

Pandorum

Mittelmäßiger Sci-Fi Horror mit einigen netten Design Ideen. Die guten Darsteller können den Film dann aber auch nicht besser machen. Schade.

Kalter Hauch
Charles Bronson und Jan Michael Vincent als Lehrer/Schüler Killer Duo mit Twist. Angenehmes Erzähltempo jenseits der heutigen Actionclips. Schonmal als Einstimmung auf das diesjährige Remake mit Jason Statham und Ben Foster Grinsender Smiley

Aldridge 16.01.2011, 13:34
Betreff: Re: Der letzte Film

Duell der Magier - Nicolas Cage als modriger Merlin-Jünger? Schwer vorstellbar, funktioniert aber erstaunlich gut, vor allem in der englischen Fassung. Zusammen mit seinem "Vermächtnis der Tempelritter/des geheimen Buches" Regisseur zaubert sich Cage sehr effektlastig durch das heutige New York. Die ganzen Verrisse zum Kinostart halte ich für übertrieben: Über weite Strecken bietet der Film amüsante und temporeiche Unterhaltung. Cage ist - wie immer Zwinkernder Smiley - ganz launig bei der Sache, Alfred Molina als Gegenspieler über jeden Zweifel erhaben. Bonuspunkte gibt es für eine geglückte Hommage an Disneys "Fantasia" sowie für einige Anleihen an "Star Wars" ("Das sind nicht die Droiden, die ihr sucht." Grinsender Smiley ) sowie "Herr der Ringe". Allerdings ist Jay Baruchel als Zauberlehrling wider Willen fehlbesetzt, auch zündet die Romanze mit seiner Grundschulliebe nicht so recht. Das Finale wiederum wirkt gehetzt und uninspiriert. Also insgesamt ganz nett, aber eher eine Überbrückung bis zum nächsten "Vermächtnis"-Film.

Tombstone DC - Sechs Minuten längerer Director´s Cut, der jedoch nur in einem Punkt wirklich sinnvoll ist: In einer neu eingefügten Szene verabschiedet sich Doc Holliday von seiner Frau Kate, um sich Earps Vendetta gegen die Cowboys anzuschließen. Es wird deutlich, dass seine Frau ihn eigentlich nur ausgenutzt hat, was der Figur Hollidays ein wenig mehr Tiefe verleiht. Der Rest des Films ist das, was er auch schon in der Kinofassung war: ein perfekter, wenn auch historisch nicht ganz einwandfreier Western mit einem sagenhaften Aufgebot bekannter Gesichter und einem tollen Soundtrack.

Lacombe 19.01.2011, 15:57
Betreff: Re: Der letzte Film

Mama Mia

Für Leute, die (wie ich) mit der Musik von ABBA aufgewachsen sind, ist dies ein prima Gute-Laune-Film. Obwohl kaum zu erwarten ist, dass Pierce Brosnan sich demnächst als Sänger verdingen wird. Zungestreckender Smiley

Plissken 21.01.2011, 18:32
Betreff: Re: Der letzte Film

The Town

Auch Ben Afflecks zweite Regiearbeit kann überzeugen. Zwar inszeniert er sich häufig lebst, läßt aber auch den anderen Darstellern genügend Raum um zu glänzen. Das große Vorbild "Heat" erreicht der Film zwar nicht, trotzdem sehr unterhaltsam. Außerdem gibt es noch Pete Postlethwaite in seiner vorletzten Rolle.

Aldridge 22.01.2011, 11:48
Betreff: Re: Der letzte Film

Surrogates - Jonathan Mostows Film hätte sicherlich die Möglichkeit geboten, einen zweiten "Blade Runner" zu drehen - also eine tiefschürfende und bildgewaltige Suche danach, was den Menschen ausmacht und wo das Menschsein beginnt. Mostow geht - glücklicherweise - einen eigenen Weg: "Surrogates" ist vor allem ein extrem straff erzählter und zügig nach vorne geknüppelter Krimi im SciFi-Gewand (88 Minuten Laufzeit). Gleichzeitig gelingt es dem Film recht geschickt, durch den Ausbau der Nebenhandlung rund um die Frau des Protagonisten doch noch ein bisschen Tiefgang einzuarbeiten. Und ganz nebenbei liefert Mostow einige recht surreale Einstellungen, die für den Mainstream eher ungewöhnlich sind. Unterm Strich: spannender Film, der auch ein bisschen über das "Was wäre wenn...?" grübeln lässt (und eine ziemlich geile Lederjacke präsentiert).

An dieser Stelle sei übrigens auch die Comicvorlage empfohlen, die in Deutschland bei Cross Cult als hochwertige Hardcover-Edition erschienen ist. Der Comic hat zwei, drei Storytwists weniger als der Film, wandelt aber gekonnt auf den Spuren von Philip K. Dick. Ein besonderer Anreiz sind die ungewöhnlichen Illustrationen, die für reichlich Atmosphäre sorgen.

Plissken 24.01.2011, 18:30
Betreff: Re: Der letzte Film

The Expendables
Irgendwie hatte ich mehr erwartet, trotzdem war es ein kurzweiliger Actionspaß der nicht gelangweilt hat. Allerdings rechtfertigt die Giganten Szene (Stallone/Schwarzenegger/Willis) allein schon eine Sichtung des Films. Die war wirklich überragend.

Valhalla Rising
Langsames Tempo, kaum eindeutige Antworten und Dialog den man an zwei Händen abzählen kann. Nicolas Winding Refns Film ist sicherlich nicht für jedermann. Wer sich darauf einlässt und bereit ist auch mal selbst zu denken wird mit einem Bild- und Symbolgewaltigen Wikingertrip in die Hölle belohnt. Eigene Interpretation zwingend erforderlich. Sehr zu empfehlen.

Aldridge 28.01.2011, 17:56
Betreff: Re: Der letzte Film

Ich habe mir letztens mal - natürlich aus lauter Gutmütigkeit Zwinkernder Smiley - den Katherine Heigl-Doppelpack gegeben:

Die nackte Wahrheit - Grundkonstellation und Handlungsort dieser RomCom mit Gerard Butler sind im Genre hinreichend erprobt und entsprechend ausgelutscht: Emanzipierte TV-Produzentin trifft auf machohaften TV-Moderator und erliegt letztlich doch seinen Reizen. Trotzdem: Der Film funktioniert. Das liegt nicht zuletzt an Gerard Butler, der das Ekel mit dem sympathischen Kern mit viel Spielfreude gibt, und einer Katherine Heigl, die in diesem Streifen wirklich süß rüberkommt. Zudem sitzen die Dialoge im verbalen Geschlechterkampf. Obendrauf gibt´s eine "Harry und Sally"-Gedächtnisszene, die zwar ganz amüsant ist, aber dann doch recht deutlich den Klassenunterschied zwischen beiden Filmen aufzeigt.

Kiss & Kill - Die Story des behüteten Töchterchens (Heigl), das nichts von der Geheimagenten-Vergangenheit ihres Mannes (Ashton Kutcher) weiß und plötzlich in Geheimdienst-Intrigen verstrickt wird, klingt auch nicht gerade neu. In diesem Fall kommen aber noch hanebüchene Plotwendungen, extrem lahm inszenierte Actionszenen und zwei Hauptdarsteller hinzu, zwischen denen die Chemie überhaupt nicht stimmt. Also: Reißbrett-Komödie ohne den nötigen Witz und Esprit, die selbst Tom Selleck und Catherine O´Hara als Agenteneltern nicht mehr retten können.

Plissken 28.01.2011, 23:07
Betreff: Re: Der letzte Film

Verblendung + Verdammnis

Schon etwas her, aber trotzdem meine Meinung.
Beide Filme begeistern durch ihre großartigen Darsteller und die gute Regie. Trotzdem leiden beide Werke unter ein paar Mängeln. Während Verblendung eine interessante Geschichte und genug Spannung hat leidet er doch an der Länge die einige Langeweile aufkommen lässt. Verdammnis hingegen hat die richtige Länge, ist bei weitem aber nicht so interessant. Beide Filme gleichen sich irgendwie aus. Mal schauen wie der dritte Teil sich auf dieses momentane Gleichgewicht auswirkt.

Toth 29.01.2011, 08:38
Betreff: Re: Der letzte Film

The Rock Gelackte Werbeästhetik, nervige Schnittkaskaden und dröhnendes Technogewummer. Kurz, Michael-Bay-Humbug übelster Sorte. Schade um die tollen Schauspieler.

Lacombe 29.01.2011, 17:43
Betreff: Re: Der letzte Film

The Shawshank Redemption

In jeder Hinsicht genau das Gegenteil von The Rock. Kurz: Ein rundum gelungenes Werk.

Toth 31.01.2011, 11:05
Betreff: Re: Der letzte Film

Der Untergang des amerikanischen Imperiums

Eitle, pseudo-intellektuelle Nabelschau, die weit weniger mit der Realität zu tun hat, als alle Beteiligten jemals zugeben würden.

Aldridge 31.01.2011, 11:37
Betreff: Re: Der letzte Film

Die Legende von Aang - Die CGI sowie die Ausstattung verwöhnen das Auge und zaubern echt beeindruckende Bilder auf die Leinwand. Auch der Soundtrack von James Newton Howard ist überwiegend gelungen und im besten Sinne altmodisch. Allerdings zerstört M. Night Shyamalan all das Positive weitgehend durch einen Schnitt ohne jegliches Gespür für Timing und durch unbeholfene und unübersichtliche Actionszenen. Der Film wirkt somit - trotz der kurzen Laufzeit - häufig zäh wie Brei. Die Charaktere sind teilweise erfreulich gezeichnet (Prinz Zuko), allerdings fallen manche Schauspielleistungen absolut unzureichend aus (Sokka - Jackson Rathbone). Also: Die ganzen Verrisse aus den USA waren mal wieder übertrieben, aber bei einem zweiten und dritten Teil sollte Shyamalan an seiner Erzählweise arbeiten.

Für immer Shrek - Shrek hadert mit seinem Dasein als braver Familienpapi - die Ausgangssituation gab es auch schon im dritten Teil. Der Rest der Story ist zwar ganz amüsant und technisch hübsch umgesetzt, fällt aber erstaunlich melancholisch und ernst und bei weitem nicht so lustig aus, wie man es erwarten könnte. Die Reminiszenzen an den ersten Teil unterstützen diesen Eindruck eher noch. Damit ist der anarchische und bissige Spaß aus dem ersten Teil einem doch eher zahnlosen Selbstfindungstrip gewichen. Alles nicht schlecht und auch unterhaltsam, aber Shrek hat sich den Ruhestand nun wirklich verdient.

Aldridge 06.02.2011, 17:59
Betreff: Re: Der letzte Film

The Losers - Die Comicvorlage lieferte bereits eine rasante "A-Team"-Story mit Schwerpunkt auf Action und coolen Sprüchen. Die Verfilmung setzt die Vorgaben nur konsequent um. Die Darsteller (allen voran Chris Evans, Jeffrey Dean Morgan und Zoe Saldana) passen wie die Faust aufs Auge und hatten offensichtlich eine Menge Spaß. Die Actionszenen sind gelungen und teilweise Einstellung für Einstellung aus dem Comic übernommen worden. Der Humor legt sogar noch eine Schippe drauf (Stichwort "Journey" - "Don´t stop believing"). Einziger Kritikpunkt: Der Bösewicht (Jason Patric) wirkt eher wie der harmlose Bruder von Dr. Evil, während er in der Vorlage eine gelungene Bedrohung aus dem Hintergrund ist. Aber insgesamt macht der Film das Beste aus seinen Möglichkeiten, so dass ihm mehr Erfolg an den Kinokassen vergönnt gewesen wäre. Immerhin ist er weit besser als der "A-Team"-Film.

Jonah Hex - Verfilmung des Western-Fantasy-Comics. Das Team vor (Josh Brolin, John Malkovich) und hinter (die "Crank"-Macher Neveldine & Taylor) der Kamera ließen eigentlich eine beinharte und angemessen abgedrehte Umsetzung erwarten. Leider folgt die Geschichte dann aber doch zu sehr den ausgetretenen Rachestory-Pfaden und würzt das Ganze noch mit einer nationalen Bedrohung à la "Wild Wild West". Die beiden Hauptdarsteller sind nicht mit sonderlicher Spielfreude bei der Sache, Megan Fox ist wie immer eher nervig und der Soundtrack, an dem immerhin die Metalband "Mastodon" beteiligt war, wirkt auf Dauer eher uninspiriert. Dem Film sei aber zugute gehalten, dass er offensichtlich für eine niedrigere Altersfreigabe zusammengeschnitten wurde (82 Minuten Laufzeit!). Also insgesamt ganz launige Westernaction für Zwischendurch, leider nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Plissken 10.02.2011, 17:20
Betreff: Re: Der letzte Film

Event Horizon
Atmosphärisch dichter und gut gespielter Sci-Fi Horror. Visuell ansprechende Designs und Details bieten viel fürs Auge. Den Effekten sieht man ihr Alter allerdings an, stört aber nicht weiter.

Aldridge 11.02.2011, 14:37
Betreff: Re: Der letzte Film

Tron Legacy 3D - Ein überlanges Daft Punk-Video ohne Handlung? Von wegen! Der neue Tron ist - zugegeben - ein wirklich gelungener Bilderrausch mit einem wunderbaren Soundtrack. Und mit zahlreichen Verweisen auf den ersten Teil verströmt er ein wohliges Nostalgie-Gefühl. Gleichzeitig erzählt der Film aber eine rasante Abenteuergeschichte, die natürlich nicht sonderlich kompliziert ist, aber ohne Längen über zwei Stunden trägt und weit weniger sperrig daherkommt als das Original. Abzüge gibt es für die Charakterzeichnung der ehemaligen Hauptfigur Kevin Flynn (Jeff Bridges), aber das fällt auch nicht zu sehr ins Gewicht.

Der Film zeigt einmal mehr, dass 3D nur ein verzichtbares Gimmick ist: Die Effekte sind zwar gelungen, gehen aber erneut auf Kosten von Schärfe und Farbbrillanz - und letztere wären mir bei diesem Film wirklich wichtiger.

Faber 11.02.2011, 15:42
Betreff: Re: Der letzte Film

Morning Glory

Nachdem ich in den letzten 10 Jahren nur in etwa der Hälfte der Harrison-Ford-Filme war, wollte ich "Morning Glory" ein wenig die frühen 90er zurück holen. Da saß ich einmal alleine in einer Nachmittagsvorstellung von "In Sachen Henry". So war der Film dann auch: Nichts Spektakuläres, aber unterhaltsam, ein Harrison-Ford-Film der alten Machart mit den bekannten Gesichtsausdrücken. Die Handlung ist überschau- und vorhersehbar, die (Entwicklung der) Charaktere, naja, im weitesten Kinosinne glaubhaft, die Hauptdarstellerin etwas chaotisch und überdreht, aber liebenswert (das hat meine Frau gestört, mich weniger Zwinkernder Smiley ).

Sicher einer der besseren Harrison-Ford-Filme der letzten 10 Jahre (soweit ich das beurteilen kann), aber ein eher durchschnittlicher unter den Harrison-Ford-Filmen der 80er und 90er. Die mürrischen Blicke und grummeligen Kommentare bleiben in Erinnerung, weswegen sich allein deswegen das Ansehen lohnt.