Betreff: Re: Dieser hier ist für Dich Dad!
VIELEN, vielen Dank!
Aaaaaalso... die weißen Futter... Anno Tobak... ehhh... Anno Fedora gehörte der Hut zur Alltagsgarderobe. Ein Herr verließ das Haus genauso wenig ohne Kopfbedeckung, wie dass er sich in Flip Flops, Bermuda Shorts und dergleichen Undingen auf die Straße gewagt hätte. Man bedenke: das waren die Zeiten in den der Herr unter dem Blaumann, in dem am Wochenende der Rasen gemäht wurde, Schlips und Kragen trugen (das ist KEIN Witz - damals war "dress for the moment" noch mehr als nur ein Werbeslogan).
Wer sich also seine Schuhe anzog (RICHTIGE Schuhe, die den Fuß beim gehen stützen, nicht diese Halbschuhe wie sie heute überall zu haben sind, von "Sneakers" und dergleichen wollen wir an dieser Stelle gar nicht anfangen), den Mantel vom Kleiderbügel holte und nach dem Hut griff, bevor er das Haus verließ, trug also auch das Modell von Hut dass der ggw. Saison und der Wahl des Mantels entsprach. Einen von mehreren. Wenn das Futter un-ansehnlich wurde, dann bedeutede das für den Kunden des Herrenausstatters sich nach einem neuen umzusehen, für den Qualitätsbewussteren Herren von Welt, seinen Hut in die kundigen Hände seines Hutmachers zu geben. Dieser würde den Hut reinigen, ein neues Schweißband einnähen und - wenn erwünscht - das Hutband der ggw. Garderobe anzupassen (wobei wir natürlich alle wissen, das echter Stil niemals außer Mode ist).
Für mich persönlich ist weiß mehr als einfach "nur" die Farbe die HJ in "damals" verwendete. Es sieht toll aus und nimmt nach einigen Jahren eine richtig schöne Patina an. Ich finde es schön, ob nun praktisch oder nicht. Für mich darf man einem Hut - heute mehr denn je - ruhig ansehen dass er schon einige Jahr(zehnt)e auf dem Buckel hat und nicht "mal eben" zwischen zwei "Kippen" in der Mittagspause gekauft wurde, weil's gerade "hip" ist.
Gruß,
Marc