Betreff: Re: Indy als Computer-Film
Zitat von Jens:Das einzige Problem bei Animationsfilmen, die einen so realistischen Anspruch erheben (also nicht stark überzeichnete oder offensichtlich spielerisch verfremdete Charaktere) dürfte das sog. "Uncanny Valley"-Phänomen darstellen (an dem schon Filme wie "Final Fantasy" etc. gescheitert sind). Ansonsten stehe ich der Idee, die Indy-Reihe auf diese Weise fortzusetzen aber durchaus positiv gegenüber; hätte ehrlich gesagt nicht einmal etwas gegen den "Clone Wars"-Stil (rein "zeichnerisch", nicht unbedingt inhaltlich ...).
Ja die Filme hatten da Ihre Probleme. Seltsamerweise funktioniert das bei Spielen bisher viel besser. Beispiel: Uncharted - Ich könnte mir einen ganzen Film ansehen der nur mit solchen Zwischensequenzen gemacht wäre, ebenso, oder noch eher, Metal Gear Solid 4. Gerade diese beiden Spiele haben bewiesen wie beeindruckend, gut gemacht und spannend virtuelle "Filme" sein können. Wenn man jetzt den ersten Final Fantasy Teil oder Beowulf als Beispiel nimmt, war es bei diesen Filmen auch schlichtweg so, dass sie auf filmischer Basis schon einfach schlecht waren.

Da ist dann auch der Computer wurscht. Und bei dem Resident Evil Film hat man gemerkt, dass der auch technisch nicht mal gut gemacht war.
Aber was einige hier glaube ganz falsch verstanden haben: Mir geht es hier nicht darum Wege für die Zukunft des klassischen Films zu Ebnen und irgendwann alles nur noch aus dem Computer kommen zu lassen, sondern einfach parallel, andere Wege einzuschlagen. Neue künstlerische Ausdrucksformen zu suchen. Klar hat ein Schauspieler keine große Ausdrucksform bei einem PC-Film, aber denkt nur mal an die Designer, die ganze Welten erschaffen können nur aus Ihren Gedanken. Für manche mag das Hokuspokus sein, aber für mich ist kreatives schaffen am PC, wenn sie auf hohem Niveau stattfindet, nicht weniger eine hohe Kunstform als ein gutes Schauspiel. Wer das nicht anerkennen kann ist in meinen Augen der Arroganz der klassischen Kunst verfallen. Das eine soll ja mit dem anderen nicht konkurrieren. So wie eine Graphic-Novel auch nicht mit einem Bestseller-Roman konkurriert. Das eine soll doch das andere nicht ablösen. Würde die Menschheit keine neuen Dinge versuchen würden wir immer noch mit Fingern auf Wänden malen und Musik mit Stöckchen auf Steinen machen. Kein Mozart, kein Chopin, kein DaVinci.
Und mir geht es auch nicht darum, dass ganze als Weiterführung der echten Filme zu verstehen, sondern halt mehr so als Parallel-Experiment. So wie es seinerzeit auch Young Indy war.
Chris