Komplettes Thema anzeigen 06.07.2008, 22:48
Angelus Abwesend
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Betreff: Re: Nach Teil 4 -Ein erneuter Blick auf Indiana Jones und der Tempel des Todes
Also zunächst mal: Ich verzichte mal aufs zitiren ist mir zu Mühsam^^^Sorry...

Also erstmal: Mein Lieblingsfilm ist Last Crusade. Ich liebe die Dynamik zwischen Ford und Connery und dinge wie "Junior" oder "nannten wir nicht den Hund Indiana?" oder gar "Das nennt du Archäologie?"... Viel besser als das Vater-Sohn verhältnis in Indy 4 (obwohl "DU HAST IHN DIE SCHULE ABBRECHEN LASSEN?" da habich schon gelacht...)
Und das er "etwas" trotteliger wirkt ist völlig in ordnung. Mal unter uns: Wer ist das nicht wenn einem Plötzlich der strenge Vater beim "arbeiten" über die Schulter sieht? Und ich denke deswegen ist es beabsichtigt.
Und was das "erkennen" betrifft so ist es in beiden Fällen ebenso möglich wie wahrscheinlich das der jeweilige "auftraggeber" vorher ein Foto gezeigt hat. Und in Venedig ist, gerade damals, gerade an der Kleidung ein Irischstämmiger Amerikaner von den anderen relativ leicht zu unterscheiden.

Das alte Leiden mit dem Realismus: Die Kunst ist es so übertriebene Dinge nicht zu übertreiben. Klar ist das mit dem Schlauchboot unrealistisch ich fands aber lustig. (ich hätte zur not auch mit dem Kühlschrank leben können wenns der einzige makel gewesen währe). Jones orientiert sich ja recht bewusst an den Bond-filmen und da passiert sowas auch dauernd, nur wenns zu viel wird wird versaut es den Film. Nebenbei: ich bezweifele das ein noch so geübter Mann ständig seine Peitsche nehmen kann, gegen irgenein objekt hauen und sich da dann rüberschwingen kann... also auch das ist völlig unrealistisch aber eben Kult. Nur man darf es eben nicht übertreiben, der zuschauer einfachen gemüts sollte sich zumindest meistens im ersten moment wenigstens fragen "Hmm... könnte sowas gehen?" Das ist bei Indy 4 einfach viel zu oft absolut nicht der Fall.

Der Aspekt das sich Indiana in Tempel des Todes vom selbstsüchtigen Grabräuber zum "Helden" entwickelt ist Tatsächlich leider untergegangen. Mir war er bis eben eigentlich nicht klar, bis ich Phaidons beitrag gelesen habe, macht aber natürlich Sinn (ok ich hab auch erst kürzlich gepeilt das Temple of Doom nen prequel zu Raiders ist; schande auf mein Haupt^^) und den Film noch interessanter. (Früher als Kind wars sogar mein Lieblings-Indy-Teil).
Klar sticht er sehr aus der reihe der ersten drei Filme heraus (und in meinen Augen ist Shorty fast ebenso nervig wie Jar Jar Binks und die gute Cate fand ich auch eher ansterengend...) aber dennoch ist der Film immer nett anzusehen und macht spass.
Die Motivation hatte ich immer den eindruck war am Anfang "reichtum, ruhm und neugierde" und später dann "Hoffentlich kommen wir mit heiler haut hier raus...". Das weicht zwar auch von den anderen ab, ist aber in meinen Augen nachvollziehbar. (Im gegensatz zu "der Schädel hat es mir befohlen!"

Damit mal zu den Artefakten... in den ersten 3 teilen waren es stets "echte" artefakte: Die Bundeslade wurde glaube ich sogar wirklich gefunden, der Heilige Gral ist eine ewig alte Legende, schon König Arthus suchte danach.
Die Sankara Steine sind da leider eher unbekannt, aber es gibt sie auch. Gerüchtweise. Jedenfalls keine Indiana Jones erfindung.

Die Kristallschädel; damit verhält es sich ganz anders:
Zum einen; sie sind so gut wie sicher allsamt als Fälschungen entlarvt; zum anderen, diese Grottige Filmrequisite hatte optisch NULL ähnlichkeit mit den echten Kristallschädeln, und selbst wenn ich bei den anderen dreien keine ahnung habe wie sie wirklich aussehen, könnte ich mir beim besten willen, selbst wenn ich die bilder der "echten" kristallschädel nicht gesehen hätte, nicht vorstellen das die so (scheisse) aussehen. Nen Alienschädel also bitte das hält einem den ganzen Film über vor Augen das es hier um AUSSERIRDISCHE geht. Ausserirdiche... damit werd ich mich nie anfreunden.

Ich meine die höhere Macht die Eingreift war in den anderen Filmen immer "mystisch": sie war nie greifbar, verborgen. Aliens hingegen sind plump. Da ist nichts Mystisches dran. Die sind viel zu "matriel" schon gar wenn sie vor einem stehen.

Zudem kommt noch: In den anderen Filmen, das war das schöne fand ich immer, war das "Übernatürliche" nur ein "klitzekleines" aber entscheidendes Element. Da war nichts Mystisches an Bundeslade, bis auf die tatsache das die Kiste etwas angekokelt wurde und keine wusste wieso und dann... natürlich... ganz am ende der Supergau.
Tempel des Todes wich da ab, da wurde schon in der Mitte des Films einem Mann das Herz rausgrissen, aber ausser Herz rausreissen, blut das gefügig macht und sich aufwärmenden Steinen war da fast garnichts. Als kam zwar "öfter" etwas Mystisches, dafür aber nichts so heftiges.
Auch beim Tempel des Todes: Das übernatürliche war nur ganz am Ende, nur der Gral und der Ritter.
Und der Kristallschädel befielt mal Indiana Jones was er tun muss, macht den anderen Typen wahnsinnig, vertreibt da die Ameisen, und hier (ok umstritten) "befehligt" er die Affen, ist komisch Magnetisch, aber auch nur dann wenns dem drehbuch nutzt.
Dann tauchen noch ständig untote Indianer auf. Und dann noch nen par Ausserirdische und ein KLITZEKLEINES Ufo. VIEL ZU VIEL; dieses Übernatürliche ist ein viel zu starkes Element, den ganzen Film über.

Hm eigentlich wollte ich viel mehr auf den Tempel des Todes eingehen und nicht wieder Indy 4 kritisieren aber naja...