Betreff: Re: Nach Teil 4 -Ein erneuter Blick auf Indiana Jones und der Tempel des Todes
Gute Analyse, HenryJ, hier noch einige Bemerkungen: Das grundlegende Handlungsmotiv ist ein Hybrid zwischen der Suche nach den Sankara-Steinen und der Befreiung der Kinder, wobei Letzteres als wichtiger erscheint, da der Charakter von Indy gegenüber Raiders eindeutig in Richtung Held getrimmt wurde. Beide Elemente, Artefakt und Kinder, ergeben für mich eine immens starke Motivation für Indy, was ich bei Skull nicht in diesem Ausmass erkennen kann. Und warum eilen die Protagonisten ziellos von Schauplatz zu Schauplatz? Temple ist einfacher gestrickt wie Raiders und Crusade, strukturell eher eine Art Roadmovie wie "Die Gefährten", trotzdem oder gerade deswegen mit einer klaren Linie. Nach dem Prolog gelangen sie ins Dorf, dort erhält Indy seinen Auftrag, er reist nach Pankot, untersucht den Palast, findet das Ritual und die Steine, befreit die Kinder, tötet den Bösewicht. Simpel komponiert, aber logisch durchgezogen und fantastisch inszeniert. Temple steht für mich weit über Skull, weil jedes einzelne filmische Element besser umgesetzt wurde. Es liegt weniger an der Story, sondern wie man diese erzählt - Skull krankt an vergebenem Potential. Und etwas Subjektives zum Schluss, wenn ich mir Temple anschaue, dann freue ich mich regelrecht auf viele Szenen, z.B.: Indy steht mit dem Licht im Rücken in den Kinderminen, grimmiger Blick, der Thuggee rennt auf ihn zu ... *pitschpatsch* ... der Thuggee segelt im Staub zurück. Genial. Gänsehaut. Allein die Musikuntermalung ist dort Kult, derweil ich nach der ersten halben Stunde bei Skull mich eher vor den Szenen graue und insbesondere den Klimax vergeblich suche.
Adios
Fantasius