Betreff: Re: Lügen über "Indy 4"
Ich bin jetzt mal des Teufels Advokat und werfe in die Runde, daß SS und GL aus ganz anderen Gründen mit CS zufrieden sein könnten. Wär doch möglich, daß Indy für sie ausschließlich ein Vehikel ist, um Versatzstücke der B-Movies und Serials in eine neue Form zu quetschen. Daß sie nie wirklich am Inhalt der Filme interessiert waren. Und daß wir Raiders nur einem über alle Zweifel erhabenen Lawrence Kasdan und LC einem wunderbaren Sean Connery zu verdanken haben.
Gerade bei CS habe ich das Gefühl, daß es da nicht wirklich um eine Geschichte ging. Wenn ich jetzt im Making Of Buch lese, daß GL und SS immer nur auf den Szenen rumgeritten sind, die sie unbedingt sehen wollten, auf Teufel komm raus - da dreht sich mir was um. Leider ist heute budgetmäßig für die beiden viel mehr möglich als früher. Die Jagd durch die Minen und die Wildwasserfahrt aus ToD waren ja wohl auch schon für Raiders vorgesehen und wurden damals wegen mangelnder Möglichkeiten gekippt (Quelle: Bonus DVD, Indy Trilogie). Nicht, daß ich speziell was gegen diese Sequenzen hätte, ToD ist einfach over-the-top (und kann am wenigsten seine Screwball- und Serial-Vorfahren verbergen). Aber weniger ist halt meistens mehr.
Und bloß, weil man etwas tricktechnisch umsetzen kann, heißt das nicht unbedingt, daß man es auch tun soll. Der Vergleich von ToD und CS liegt teilweise nahe; so wenig ich Indy und Co. den Loren- und Rettungsbootsprung als "realistisch" abnehme - einiges in CS geht da leider weit drüber hinaus. Und die inhaltliche "Leere" oder Zusammenhaltlosigkeit von CS finde ich einfach traurig.