Betreff: Re: Lügen über "Indy 4"
Wobei Stil jetzt durchaus diskussionswürdig ist - jeder kann darunter etwas anderes verstehen.
Eine Kollegin, ihres Zeichens Grafikerin und Trickfilmerin, also visuell und filmisch nicht ganz unbeleckt, sagte nach dem Film zu mir "Schön, daß Spielberg dem visuellen Stil der alten Indys treu geblieben ist". Ich wollte das erstmal auch nicht so sehen, aber was die Bildsprache an sich angeht, ist das großteils richtig. Indy-typische Details wie der Flug über die Landkarten, das Zeigen von Indy als Schattenriß, in den Actionsequenzen "altmodisch" übersichtliche Kamera- und Schnittarbeit (nur als Beispiele) sind klar vorhanden.
Ich glaube, was viele ältere Fans am Stil von CS stört, ist der teilweise arg künstliche Look. Gerade am Anfang vor der Lagerhalle hat's ein paar schwache Greenscreen Composits, später bei der Dschungelrallye auch. Daß Color Grading eingesetzt wurde, fällt auch auf und nimmt dem Film die Natürlichkeit der alten Filme. Dafür gab's früher aber auch ein paar sehr dünne Bluescreen Effekte, gerade in ToD und LC. Daß so heute nicht mehr gearbeitet würde, war aber zumindest für mich von vornherein klar.
Ich sehe die Schwächen (und nicht eingehaltenen "Versprechen") vor allem im Bereich Drehbuch und inszenatorischer Umsetzung. Aus Indy einen zeitweiligen Hampelmann zu machen, der in meinen Augen im ganzen Film seltsam passiv ist, und Marion zur Grinsekatze und Heldennachwuchsmutter zurechtzustutzen war sicher nicht im Sinne der (älteren) Fans.