Komplettes Thema anzeigen 10.08.2026, 20:35
FloW Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
„Der gute Hirte“ (2006) von Regisseur Robert De Niro ist für mich ein faszinierendes, angenehm unglamouröses Spionagedrama über die Entstehung der CIA. Man folgt hier dem stoischen Edward Wilson (brillant und unterkühlt gespielt von Matt Damon) von seiner Rekrutierung an der Yale-Universität in den 1930er-Jahren bis zum Schweinebucht-Debakel 1961. Während Wilson verbissen ein internes Leck sucht, opfert er für die nationale Sicherheit sukzessive seine Ehe mit Margaret „Clover“ (Angelina Jolie) und das Verhältnis zu seinem Sohn. Das hochkarätige Ensemble um Alec Baldwin, John Turturro und De Niro selbst verleiht der düsteren Chronik enorme Gravitas. Besonders positiv hervorzuheben ist die kompromisslose Authentizität, die Spionage als bürokratisches, moralisch graues Geduldsspiel statt als Actionfeuerwerk zu inszenieren. Weniger gut fielen mir jedoch die immense Laufzeit von fast drei Stunden und das extrem langsame Erzähltempo auf, wodurch die emotional distanzierten Figuren phasenweise schwer zugänglich bleiben. Der Film ist kein rasanter Thriller, sondern eine tiefgründige, handwerklich makellose Paranoia-Studie. Bewerte dieses intellektuell fordernde Drama mit 7 von 10 Doppelnullen. Streambar aktuell u.a. in der ZDF-Mediathek.