Betreff: Re: Die letzte Serie
Die im Mai 2026 erschienene Serie „Spider-Noir“ bricht radikal mit Marvel-Konventionen. Im Mittelpunkt steht der gealterte Privatdetektiv Ben Reilly, meisterhaft verkörpert von Nicolas Cage. Als visuelle Besonderheit glänzt die Serie in atmosphärischem Schwarz-Weiß oder alternativem „True-Hue-Farbe“-Modus. Die Handlung entfaltet sich im von der Weltwirtschaftskrise gebeutelten New York City des Jahres 1933. Der Hauptakteur hätte auch locker auf Indy treffen können in dieser Serie, die auch eine gute Blaupause für eine neue Indiana Jones Serie sein könnte. Die Hüte in der Serie sind auch allesamt Hingucker und zeitgemäße Statements. Hauptdarsteller Reilly jedenfalls hat seine Identität als „The Spider“ nach dem Verlust seiner großen Liebe eigentlich abgelegt. Doch die glamouröse Barsängerin und Femme fatale Cat Hardy (Li Jun Li) zieht ihn in eine kriminelle Verschwörung. Zu den wichtigsten Figuren gehören der Journalist Robbie Robertson (Lamorne Morris) sowie die Schurken Silvermane (Brendan Gleeson) und Sandman (Jack Huston). Der Umfang der Staffel beträgt acht Episoden zu je 42 bis 49 Minuten. Positiv hervorzuheben sind die expressionistische Kameraarbeit und Cages grandiose, melancholische Performance. Negativ fallen die phasenweise vorhersehbare Story und vereinzelte, unpassende Slapstick-Einlagen auf.
Ein erfrischend mutiger, erwachsener Blick auf das Spider-Universum abseits des Mainstreams und spielt in einer Zeit lange vor Tom Holland. Bewerte diese Serie wohlwollend mit 9 von 10 🕸️. Streambar auf Prime.