Betreff: Re: Der letzte Film
Primavera von 2025 ist ein italienisch-französisches Historiendrama von Damiano Michieletto, das die Geschichte der jungen Violinistin Cecilia erzählt, die im Venedig des frühen 18. Jahrhunderts im Waisenhaus Ospedale della Pietà lebt. Dort wird ihr außergewöhnliches musikalisches Talent zwar gefördert, zugleich aber durch gesellschaftliche Zwänge und die Aussicht auf eine arrangierte Ehe eingeschränkt. Als der Komponist Antonio Vivaldi, gespielt von Michele Riondino, die Leitung des Orchesters übernimmt, erkennt er Cecilias Begabung und ermutigt sie, für ihre Freiheit und Selbstbestimmung zu kämpfen. Die Hauptrolle der Cecilia verkörpert Tecla Insolia mit großer Intensität. Zu den weiteren wichtigen Figuren zählen die strenge Priorin (Fabrizia Sacchi), der Gouverneur (Andrea Pennacchi) sowie Elisabetta Parolin (Valentina Bellè). Besonders positiv fallen die atmosphärische Ausstattung des barocken Venedigs, die eindrucksvolle Kameraarbeit, die starke Hauptdarstellerin und die gelungene Einbindung von Vivaldis Musik auf. Auch die Themen weibliche Selbstbestimmung und künstlerische Freiheit werden sensibel und zeitgemäß behandelt. Kritisch anzumerken sind jedoch das teilweise langsame Erzähltempo, einige vorhersehbare Handlungselemente und die Tatsache, dass die Figur Vivaldis stellenweise hinter der Geschichte Cecilias zurücktritt. Insgesamt ist der Kinofilm Primavera mit dem deutschen Titel: „Vivaldi und ich“ ein visuell beeindruckendes, emotionales und musikalisch reizvolles Drama, das historische Stoffe mit modernen Fragestellungen verbindet. Der Film verdient von mir eine Bewertung von 7 von 10 🎻. Heute Vormittag im Mainzer Programmkino gesehen und für empfehlenswert empfunden.