Komplettes Thema anzeigen 23.03.2026, 12:09
Fabilousfab Anwesend
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Betreff: Re: Artefakte und ihre realen Hintergründe

Muttergöttin


Im Spiel
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Realität


Stehende Mutter", Nationalmuseum von Indien, Delhi

Die Statue der Muttergöttin wurde um 2500 v. Chr. hergestellt. Es ist eine der seltenen weiblichen Terrakottafiguren aus Mohenjodaro. Die Figur ist handgefertigt und hat eine rote Tonbeschichtung. Sie ist mit einem eigenartigen becherförmigen Kopfschmuck geschmückt, die auf beiden Seiten des Kopfes "hängen" und mit Holzkohle geschwärzt wurden.

Frauen im alten Sindh: Bronzezeitliche Figuren der Indus-Tal-Zivilisation

Obwohl wenig über die wahre Rolle bekannt ist, die Frauen in der Indus-Tal-Zivilisation spielten, besteht kaum ein Zweifel daran, dass viele von ihnen Fruchtbarkeitsbilder darstellen, wie die in den Statuetten dargestellten Merkmale vermuten lassen. Die Frisuren, Ornamente und die Kleidung weisen deutlich auf die wichtige Bedeutung hin, die Frauen zu dieser Zeit in einer scheinbar fast egalitären Gesellschaft zugeschrieben wurde. Von Interesse ist auch das Vorkommen spezifischer naturalistischer Göttinnen und ihrer Priesterinnen, was darauf hindeutet, dass die Indus eine Göttin verehrten, deren Domäne der Wald war. Darüber hinaus wurden auch einige Bronze-Statuetten gefunden.


Bronzefigur "Tanzende Mädchen"

Mohenjo-Daro

Mohenjo-Daro ist eine historische stadtähnliche Siedlung am Unterlauf des Indus im heutigen Pakistan ca. 40 km südlich der Stadt Larkana. Sie war ungefähr von 2600 bis 1800 v. Chr. Teil der Indus-Kultur. Sie zeigt keine der üblichen Herrschaftsstrukturen; zentraler Bau ist ein Bad.

Der Ort wurde verlassen und geriet danach in Vergessenheit, erst 1922 (andere Quellen: 1924) wurde er von britisch-indischen Archäologen wiederentdeckt. Geleitet wurden diese Ausgrabungen von Sir John Marshall, dem damaligen Direktor des Archaeological Survey of India. Verbunden mit den Ausgrabungen um 1950 ist der Name Sir Mortimer Wheeler. Mohenjo-Daro ist besser erhalten als das wenige Jahre vorher gefundene Harappa.


Mohenjo Daro

Mohenjo-Daro ist das vermutete Hauptzentrum der Harappa- oder Induskultur, einer der drei frühen Hochkulturen der Menschheit im 3. Jahrtausend v. Chr. Der Name bedeutet im modernen Sindhi „Hügel der Toten“. Mohenjo-Daro steht als die größte erhaltene Stadt der Bronzezeit auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Der Ruinenhügel ist in der Ebene schon von weitem zu erkennen. Die westlich der Unterstadt gelegene Zitadelle (ein späterer Bau) ragt am höchsten – bis zu 15 Meter – empor. Vor 4500 Jahren muss das Bild noch eindrucksvoller gewesen sein, da der Indus die Ebene seit dieser Zeit um mehr als 7 Meter aufgeschwemmt hat.

Entstehung und Blütezeit

Die Harappa-Kultur entwickelte sich aus den regionalen Vorgängerkulturen um Zentren wie Amri und Kot Diji. Das fruchtbare Industal ist in diesem Gebiet ungefähr 100 Kilometer breit. Die Stadt erlangte ihre Blüte um 2500 v. Chr. und hatte zu dieser Zeit ca. 30.000 bis 40.000 Einwohner. Ermöglicht wurde dies durch einen kurzen, aber intensiven Innovationsschub. Dieser bestand im Wesentlichen in der Nutzbarmachung des Indus, zum einen für die Landwirtschaft, zum anderen als ganzjähriger Transportweg. Da die untere Indusebene während der Überschwemmungsperiode von Juli bis Oktober auf dem Landweg nicht ausreichend erreichbar war, war dies von entscheidender Bedeutung. Erreicht wurde jene Transportfähigkeit durch enorme Plattformunterbauten aus gebrannten Ziegeln, wodurch auch nahe dem Ufer des Indus gebaut werden konnte.

Weiterhin entwickelte sich in dieser Zeit eine Gesellschaftsstruktur, die den Sprung von den dezentral organisierten Dorfsiedlungen zu einem städtisch geprägten politisch-wirtschaftlichen System erst ermöglichte.

Zudem entstand eine Schrift, die Indus-Schrift, die sich vorwiegend auf kleinen Steatitsiegeln befindet. Diese Schrift konnte bisher jedoch noch nicht entschlüsselt werden.


Indusschrift

Ungebrannte Lehmziegel des heutigen Handformats (ca. 6 × 13 × 27 cm) waren Standard in der Hochkultur. Aus diesen wurden nahezu alle Gebäudeteile gefertigt – so auch die Infrastruktur mit ihrer Wasserversorgung und über 600 Brunnen sowie die Abwasserkanäle zur Entsorgung.

Klima
Zur Blütezeit der Industalkultur war das Klima gemäßigt, und der Monsun brachte regelmäßig Niederschläge.Heute ist Mohenjo-Daro einer der heißesten Orte der Welt. Die höchste registrierte Temperatur liegt bei 53,5 °C. Temperaturen über 50 °C im Sommer sind keine Seltenheit; in kalten bewölkungsarmen Winternächten fällt das Thermometer manchmal sogar unter 0 °C. Mohenjo-Daro ist auch einer der niederschlagsärmsten Orte Pakistans; selbst in den Monsunmonaten Juli und August gibt es nur sehr wenig Regen.

Quelle: museumsofindia.gov.in/ Harappa.com
Fabian
Nichts schockiert mich, ich bin Wissenschaftler