Betreff: Re: Der letzte Film
The Mist
Der rohe, halbdokumentarische Stil war sicher nicht nur dem Umstand geschuldet, dass Darabont nach seiner "The Shield"-Gastregie Teile derselben TV-Crew an Bord holte, um den engen Zeitplan und das knappe Budget zu stemmen – er war offensichtlich auch eine bewusste stilistische Entscheidung. Die Wackelkamera und die harten Zooms verleihen dem Film eine Dynamik, als hätte ein kleines, überarbeitetes Kamera-Team wirklich mit im Supermarkt festgesteckt. Gleichzeitig lässt dieser Ansatz den Film aber auch recht preiswert und handwerklich (unnötig) schludrig wirken.
Das Darsteller-Ensemble wirkt dabei manchmal etwas überfordert – Thomas Jane hat zwischen seinen vielen Entsetzenschreien ein so desinteressiertes Gesicht, dass man sich fragt, warum er dafür nicht mehr Haue einstecken musste. Spannung liefert das kammerspielartige Szenario dafür fast durchgehend, wenn man denn ein bisschen Geduld mitbringt. Die Konflikte sind gut herausgearbeitet, aber letztlich dieselben wie in jedem anderen Belagerungshorror.
Im letzten Drittel schaltet der Film dann einen Gang hoch und holt für mich sehr vieles wieder raus. Wenn die Kerntruppe um den Protagonisten den Supermarkt verlässt, fühlt sich das auch für den Zuschauer wie eine Befreiung an. Das Ende ist schön "Twilight Zone"-esk: fies, bitter, nicht revolutionär – aber so konsequent durchgezogen, dass man es nicht unbedingt kommen sieht.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
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mal editiert, das letzte Mal am 25.11.2025, 09:34 von Indy2Go.