Komplettes Thema anzeigen 04.11.2025, 10:58
Indy2Go Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
The Terminal

Viktor Navorski ist eine simple Figur – naiv, höflich, unbeirrbar. Aber Tom Hanks holt so viel Wärme aus ihr, dass er damit ohne Frage den ganzen Film trägt – und es schafft, den wahrscheinlich einzigen Protagonisten zu spielen, dem man abnimmt, dass er monatelang in einem Flughafen leben kann, ohne daran zu zerbrechen.

Spielberg erzählt das Ganze in seinem typischen (späteren) Tonfall: humanistisch, optimistisch, mit viel Gefühl für die kleinen Gesten. Das ist manchmal naiv, oft vorhersehbar, aber eben auch gerade deshalb herzerwärmend. "The Terminal" ist eben ein Feelgood-Movie.

Das riesige Flughafen-Set ist eine gläserne Welt aus Rolltreppen, Cafés und Sicherheitskontrollen – so viel Platz hatte wahrscheinlich kein anderer Film, der technisch gesehen als Kammerspiel durchgeht.

Dafür ist alles sentimental sehr glatt. Der Film springt recht episodenhaft zwischen Komödie, Romanze und Drama hin und her, ohne klare Linie. Manche Gags sind so slapstickhaft, dass man nur darauf wartet, dass jemand über eine Bananenschale rutscht – was mehr oder weniger dann auch eintritt.

Am Ende bleibt ein sympathischer, aber sehr naiver Film, dessen Logik man besser nicht zu genau hinterfragt – zu sehr Märchen, zu sehr Traum von einer Welt, in der selbst die Passkontrolle ein Herz hat. Sich da hinein zu flüchten, ist manchmal aber eben genau das, was man braucht.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.