Betreff: Re: Der letzte Film
Ich fand Mosquito Coast (1986) beeindruckend, weil er mutig mit amerikanischen Werten abrechnet. Harrison Ford spielt einen Erfinder, der genug hat von der Konsumgier und Oberflächlichkeit seiner Heimat und im Dschungel ein besseres Leben schaffen will. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie tief die Unzufriedenheit mit dem „American Way of Life“ sitzen kann – und wie gefährlich es wird, wenn Idealismus in Besessenheit umschlägt.
Peter Weir inszeniert das mit großem Gespür für Atmosphäre und Spannung. Die tropische Natur steht sinnbildlich für Freiheit, aber auch für den Preis, den man zahlt, wenn man sich von der Gesellschaft löst. Gerade diese Mischung aus Abenteuer, Familiengeschichte und Sozialkritik macht den Film so stark.
Mosquito Coast ist für mich kein pessimistischer Film, sondern ein ehrlicher. Er stellt Fragen, die auch heute noch aktuell sind: Wie viel Wohlstand braucht man wirklich? Und was bleibt vom Traum Amerika, wenn man ihn zu Ende denkt? Ein faszinierendes, kluges Werk – und eine von Harrison Fords mutigsten Rollen.
⭐ 9/10
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