Komplettes Thema anzeigen 28.10.2025, 09:33
Indy2Go Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
The French Connection

…ist so ein Klassiker, den jeder vom Namen her kennt, den aber überraschend viele nie wirklich gesehen haben. Ich glaube, das Bewusstsein dafür, was für ein Meilenstein der Film seinerzeit war, ist heute gar nicht mehr so richtig da.

Friedkin hat den modernen Cop-Thriller maßgeblich geprägt, ohne "The French Connection" selbst groß als Revolution zu inszenieren. Stattdessen wirkt alles (un)angenehm rau, bodenständig und teilweise fast schon dokumentarisch gefilmt – ein Blick in ein dreckiges, nervöses New York der 70er, das man heute so glaubhaft kaum noch vor die Kamera bekommt.

Die berühmte Verfolgungsjagd unter der Hochbahn ist vollkommen zurecht legendär: waghalsig gefilmt, nervenaufreibend und bis heute ein Paradebeispiel dafür, wie Action funktionieren kann, wenn sie sich echt anfühlt. Und das Katz-und-Maus-Spiel in der U-Bahn zeigt, wie man mit sehr wenig Dialog maximalen Nervenkitzel erzeugt. Gene Hackman schafft mit Popeye Doyle perfekt den Spagat zwischen kompromisslosem Antihelden und einem von Besessenheit getriebenen Wahnsinnigen – man fiebert mit, ohne ihn unbedingt sympathisch finden zu müssen.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.