Komplettes Thema anzeigen 30.06.2023, 23:22
Indy2Go Abwesend
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Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern
nachdem ich ihn heute Mittag auch sehen konnte, hier mal ein paar Gedanken zum Film (sofern ich diese schon sortieren konnte):

- Das De-aging sah im Trailer fantastisch aus, gehört es über weite Teile zum besten, was ich bisher gesehen habe. Wenn einzelne Shots dann aber doch mal etwas heller und nicht ganz so unruhig sind, man ergo Indys Gesicht besser erkennen kann, schwimmt schon ein wenig Uncanny Valley mit. Trotzdem starkes Ergebnis.
- Der Prolog fühlte sich so an, als hätte Mangold uns eine Idee davon geben wollen, was hätte sein können, wenn wir einen Indy IV in den 90ern bekommen hätten. Entsprechend vollgepackt ist er natürlich mit Action und Zitaten. Ich finde es zwar ziemlich genial, einen Indy-Film zu beginnen, indem man den Zuschauer so brutal ins Geschehen hineinwirft, aber das alles hat sich für mich trotzdem ein bisschen komisch angefühlt. Liegt vielleicht aber auch an meiner Erwartungshaltung. Oft malt man sich im Kopf schon ein Bild aus, das nachher ganz anders aussieht und ist dann enttäuscht. Das Gefühl verschwindet aber genauso oft mit der zweiten Sichtung schon wieder, also... mal abwarten.
- Der Übergang ins Jahr 1969 hat mir gefallen. Kritikpunkt hier: Am "Mond-Tag" ist zufällig auch Indy letzter Arbeitstag und der Tag an dem Helena auftaucht? Das erschien mir doch recht konstruiert.
- Helena ist im Grunde Indy aus ToD und macht exakt dieselbe Charakter-Entwicklung durch. Sie hat sogar ihren eigenen Shorty. Für mich funktioniert die Figur, und das sage ich nicht nur, weil ich Phoebe Waller-Bridge mag. Allerdings nimmt ihre Überheblichkeit ihr auch ein wenig Sympathie.
- Ich habe ja die Theorien zum Teil verfolgt und war im Prinzip auf das Ende vorbereitet. So richtig vorstellen konnte ich es mir aber nicht, also gerade auch, dass der Film wirklich so konkret wird, und Indy auf Archimedes treffen lässt. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll, im Endeffekt muss ich aber sagen, dass der Film mich neben vielen ruhigeren Charaktermomenten zwischen drinnen, vor allem zum Ende hin so richtig gepackt hat. Auch weil man sich da trotz Nazi-Recycling und vielen Zitaten da dann richtig was getraut hat. Komisch finde ich nur, dass man das Übernatürlich plötzlich mit Wissenschaft erklären will, dann aber nicht tut bzw. kann.
- Irgendwie hätte ich mir ja ein Doc-Brown-Ende gewünscht, in dem Indy wirklich zurückbleibt. Der gewählte Ausgang hat für mich dann aber glaube ich doch besser funktioniert, auch weil die Szene mit Marion sich einfach so passend anfühlt.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.