Betreff: Re: Dial of Destiny - Reviews auch mit Spoilern
Der neue Film überrascht im Grunde wenig. Das Steven Spielbergs Meisterschaft der Mise-en-Scene unerreicht ist, wusste man vorher. Gerade in seinen neuesten Filmen "West Side Story" und "The Fabelmans" konnte man dies wieder einmal bewundern. Vor allem in Actionszenen zeigte sich der visuelle Einfallsreichtum deutlich, auch in Indiana Jones 4. Man denke nur an die hervorragende Eröffnungssequenz. Da Indy 5 von James Mangold inszeniert wurde, musste man in dieser Hinsicht Abstriche nicht nur befürchten, sondern regelrecht erwarten. Diese Erwartungen wurden dann auch voll erfüllt. Die Action ist durchaus solide, aber auch bieder und bemerkenswert unbemerkenswert.
Was die Geschichte angeht, so bleibt Kathleen Kennedy dem Kurs treu, den sie schon bei den Star Wars Fortsetzungen eingeschlagen hat. Es geht um die teilweise schon brutale Entglamouisierung der alten, liebgewonnenen Helden von einst. Auch Indy muss da jetzt durch. Während die Studetinnen ihm früher ein LOVE YOU zuzwinkerten, würde es auf den Augenlidern seiner heuitigen Schülerinnen bestenfalls für ein fettes FUCK YOU reichen. Ist es denn wirklich nötig, selbst die ikonografischsten Charaketere der Filmgeschichte derart gnadenlos durch den Wolf zu drehen? Ich denke nicht. Gut, dass Harrison Ford da ist, der selbst einem abgehalfterten Indy (und damit dem Film) würde verleiht.
Fazit: für sich selbst ein solider Abenteuerstreifen. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Definitiv klein Klassiker.