Betreff: Re: Oscars 2018
Zitat von Aldridge:Oder vergangenes Jahr La La Land
Der wurde doch ausgezeichnet. Dieses alternative Ende mit "Moonlight" gehört nicht zum offiziellen Kanon.
Im Ernst: Ich finde nicht, dass unbedingt Filme ausgezeichnet werden müssen, bei denen jährliche Neusichtungen quasi vorprogrammiert sind. Von daher stehe ich - um mich ebenfalls mal auf die Gewinner der letzten Jahre zu beziehen - hinter den Auszeichnungen von interessanten filmischen Experimenten wie "The Artist" oder "Birdman". Erhalten dagegen Filme wie "Spotlight", "Moonlight" oder "12 Years a Slave" ("Argo" lasse ich mal außen vor, den fand ich großartig) die Trophäe, hinterlässt das bei automatisch schon einen faden Beigeschmack, weil ich das Gefühl habe, dass da nicht der Film sondern seine Message bzw. Aufklärungsarbeit ausgezeichnet wird. Und das finde ich schlicht falsch. Von daher bin ich doch ganz glücklich, dass mit "Shape of Water" mal ein Genrefilm gewonnen hat. Andererseits war mein Favorit nach der gestrigen Sichtung klar "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" und die Tatsache, dass "Blade Runner 2049" nicht einmal nominiert wurde, macht mich schlicht wütend.
Den Oscar für die beste Hauptdarstellerin hätte ich ja Margot Robbie gewünscht, die ich in "I, Tonya" wirklich überragend fand. Aber gut, Frances McDormand hat das Ding sicherlich auch nicht unverdient bekommen. Dass Daniel Day-Lewis bei den Herren nicht das Quadruple macht, war mir irgendwie klar. Gegönnt hätte ich es ihm aber trotzdem.
Für Paul Thomas Anderson war's mit dem Regie-Oscar auch wieder nix. Allerdings fand ich sein "Phantom Thread" auch recht zäh und nicht sehr zielführend - und dadurch irgendwie unbefriedigend. "There Will Be Blood" dagegen ist für mich noch immer - gerade wegen den avantgardistisch-verkopften Ansätzen - einer der besten Filme der 2000er. Von daher wurde Guillermo del Toro sicherlich auch nicht zu Unrecht ausgezeichnet. Obwohl, ich muss auch hier nochmal auf "Blade Runner 2049" und seinen Regisseur Denis Villeneuve zurückkommen. Wenigstens eine Nominierung hätte da echt drinnen sein müssen.
Dafür bekam Roger Deakins nun endlich den Regie-Oscar. In Anbetracht seiner kongenialen Kamerarbeit in so vielen Filmen wäre alles andere auch absolut lächerlich gewesen.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
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mal editiert, das letzte Mal am 05.03.2018, 19:41 von Indy2Go.