Betreff: Re: Die Zukunft von Harrison Ford (oder Nicolas Cage) als Indiana Jones
Ich denke mal, Tarkin in "Rogue One" war in erster Linie ein Experiment. Vom moralischen Standpunkt aus betrachtet finde ich das auch schwierig, vom technischen allerdings schlicht faszinierend. Das Ergebnis war in diesem Fall sicherlich noch nicht ganz perfekt, aber ich fand es schon sehr beeindruckend zu sehen, was in dieser Hinsicht schon möglich ist. Ob ich das Ganze jetzt letzten Endes gut oder schlecht finden soll: Keine Ahnung. Als Peter-Cushing-Fan hat es mich einerseits gefreut, "ihn" in einem neuen Film zu sehen - aber es hat sich auch mindestens genauso falsch angefühlt. Zumal sich hinter der digitalen Visage ohnehin nur ein Imitator verbirgt. Ich finde, das Kino und die Schauspielerei verlieren dadurch etwas. Zumal Peter Cushing derart markante Gesichtszüge hat, dass ein Wayne Pygram mit entsprechenden Prothesen eigentlich ziemlich perfekt aussah.
Im Allgemeinen habe ich zwar meine Probleme mit Recasts, bin sofern möglich - also jetzt mal abseits von "Star Wars", Indy und Co - sogar für Charaktertode, wenn der Schauspieler die Rolle nicht mehr spielen kann oder will und diese auch nicht von essentieller Wichtigkeit für das Franchise ist. Ist das aber unumgänglich, dann bin ich im Zweifelsfall immer für eine Neubesetzung. Selbst wenn etwa ein Daario Naharis in "Game of Thrones" über Nacht spontan Haarfarbe und Bartstil wechselt.
Im Falle von Indy ist für mich aber beides absolut indiskutabel. Ich will weder einen digitalen Harrison Ford, noch einen anderen Darsteller innerhalb des bisherigen Filmkanons in der Hauptrolle sehen. Entweder Sequels mit Harrison, ein Reboot mit neuem Darsteller, quasi in einer neuen Timeline spielend (wobei ich bei einem solchen Ansatz auch noch zahlreiche Bedenken äußern könnte) oder eben gar nichts mehr.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.