Betreff: Re: Der letzte Film
Die Brendan Fraser-Gedächtniswochen gehen weiter!
Die Mumie (1999) - Stephen Sommers hat´s einfach drauf. Und er hat auch verstanden, wie man das Remake eines verstaubten Gruselklassikers angeht - nämlich mit hemmungslosem Spaß an der Sache. Der Gute schmeißt einfach einen ganzen Haufen an Zutaten in einen Topf, er leiht sich die zeitlose Ästhetik von David Leans Lawrence von Arabien, mischt diese mit dem B-Movie-Charme eines Indiana Jones, mit modrigen Studio-Kulissen wie bei den alten Universal-Streifen und verquirlt das mit Slapstick und Cartoon-Action. Da gibt es keine Pistole, die nicht automatisch *Klick* macht, keine schnelle Drehung ohne *Wuuusch* und kein Fausthieb ohne *Bäng!*, es fehlen eigentlich nur noch die passenden Texteinblendungen wie im Comic, um klar zu machen, womit man es hier zu tun hat. Es gibt sogar gleich drei Comic Reliefs, die den Film aber keinesfalls überfrachten und im Handlungsverlauf zumindest zu zwei Dritteln den Löffel abgeben. Und ganz ehrlich: Brendan Fraser ist DIE perfekte Besetzung für den leicht schmierigen, aber gutherzigen Abenteurer mit Stehauf-Qualitäten, wie man es auch an Indy so schätzt. So sehr heutzutage Chris Pratt gehypt wird, aber an Fraser kommt der nicht ran. Sowieso überzeugt der Cast auf ganzer Linie, von Rachel Weisz (damals als Elizabeth Taylor-Nachfolgerin gehandelt) über Arnold Vosloo bis John Hannah und Oded Fehr. Ne, großartiges und - mit 18 Jahren Abstand kann man das wohl behaupten - zeitloses Popcorn-Kino in seiner besten Form. - 9 / 10

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mal editiert, das letzte Mal am 17.12.2017, 11:55 von Aldridge.