Komplettes Thema anzeigen 07.11.2017, 09:53
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Herr der Ringe
Zitat von Pascal:
Hr. Tolkien ist ja bereits 1973 gestorben. Natürlich ist es seitdem ein Risiko, Anflanschversuche ohne seine Hilfe zu starten. Und das dies gründlich daneben gehen kann, haben uns ja die "Erweiterungen" von Hrn. Jackson bereits gezeigt. ABER er hat wirklich genug Fragmente hinterlassen, die rund um HDR angesiedelt sind, die man als Richtschnur verwenden kann um dieses Risiko zu minimieren.

Dass Tolkien 1973 gestorben ist, ist natürlich schade für Warner, die das Franchise halt erst 27 Jahre später an den Start gebracht haben. Und seit Rückkehr des Königs versuchen sie ja auch händeringend, ein gleichwertiges Nachfolge-Franchise auf die Beine zu stellen, was etwa mit dem Goldenen Kompass nicht so richtig geglückt ist. Allerdings brauchen die sich nun angesichts ihrer Harry Potter- und DC-Rechte auch nicht zu verstecken.

Tolkien hat Fragmente hinterlassen, richtig. Das jetzt in eine Serie zu drängen, wirkt auf mich wie Leichenschändung. Jeder kleine Krümel, der noch auf dem Boden liegt, wird zu Geld gemacht. Braucht man das? Nö. Aber beim Stichwort "brauchen" drehen wir uns wieder im Kreis.

Zitat von Pascal:
Das HDR-Kapitel ist dramaturgisch auch keine leichtere Kost als der Rest des Silmarillions. Aber dies war natürlich auch der Hauptgrund dafür, dass sich ausser Bakshi und Jackson noch niemand an die Verfilmung dieses Kapitels geetraut hat.

"& Co." sind genau die Fragmente, die ich oben angesprochen habe. Wenn man sich z.B. die Meinungen zu The Tale of Beren and Lúthien (erschienen 2017) ansieht, scheint dies mit Hilfe der besagten Richtschnüre sehr gut zu funktionieren.

Deshalb habe ich ja oben geschrieben, dass die Filme von Jackson als sehr gelungen gelten. Das Silmarillion ist aber komplett anders aufgebaut. Wie will man das in einer konsistenten Serie verwursten? Bei "& Co" sind wir dann wieder bei der Resterampe.

Zitat von Pascal:
Wie ich bereits in meinen alten Postings versucht habe, zu formulieren, sind aber extrem viele Aspekte von GoT schon immer wesentliche Bestandteile des HDR-Universums von Tolkien gewesen. In diesem Fall gilt für mich das Recht des Älteren, also von Tolkien.

Recht des Älteren - das erzähl mal einem John Carter oder Valerian. Zwinkernder Smiley HBO hat bei GoT schon ziemlich versucht, einige Grenzen auszuweiten, die in Sachen Sex und Gewalt so im normalen Fernsehen nicht gehen. Das ist ja quasi das USP der Serie. Da kommen wir wieder zum "Brauchen": Ich brauche so etwas nicht bei HdR, aber das habe ich ja auch schon geschrieben.

Zitat von Pascal:
Ein Beipiel, wie man es auf keinen Fall machen darf: komplettes Ignorieren der Arbeiten des Schöpfers und totale Fokussierung auf Marketingaspekte ohne jeglichen Anspruch an die Story. SO will ich auch keine HDR-Serie sehen müssen.

Absolut d´accord. Aber Studios ticken da anders. Wenn TFA 2 Mrd. Dollar einspielt, ist es schnuppe, was der Schöpfer dazu sagt. Ist ja bei den Hobbit-Filmen genauso gewesen, wo das dünne Büchlein auf der Streckbank in drei Teile gedehnt wird und dann pro Teil ne Milliarde einspielt. Wen interessiert da schon das Werk, wenn die "Marke" funktioniert? Zwinkernder Smiley